Wofür führte Hitler Krieg?

KriegsgefangeneMan schrieb das Jahr 1944. Mit brutaler Gewalt versuchten die faschistischen Machthaber, ihre Terrorherrschaft zu verlängern. Dem Volk wurde vorgelogen, es würden noch „Wunderwaffen“ eingesetzt, die in letzter Minute die aussichtslose militärische Lage der Wehrmacht ändern und Hitlerdeutschland retten würden. Aber auch der Einsatz von neuentwickelten V1 und V2 gegen Großbritannien und zuletzt gegen die belgischen Städte Antwerpen und Lüttich vermochte nichts mehr an der Situation zu verändern. Zu Tausenden fielen Wehrmachtssoldaten dem Krieg zum Opfer oder zogen in die Gefangenschaft. (Foto)

In Deutschland selbst wurde nun auch beim Rückzug der Wehrmacht die „Taktik der verbrannten Erde“ angewendet. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert… Während sich die Armeen der Antihitlerkoalition von Osten und Westen den deutschen Grenzen näherten, orientierten sich die Kommunisten in der Illegalität, in den Konzentrationslagern und Haftanstalten sowie im Exil darauf, nach der Beseitigung des faschistischen Regimes ein demokratisches und friedliebendes Deutschland zu schaffen.

1. Der Kampf um Bodenraub im Osten

Schon in „Mein Kampf“ hat Hitler den Raubkrieg gegen die Sowjetunion gepredigt. Er schrieb damals: „Wollte man in Europa Grund und Boden, dann konnte dies im großen und ganzen nur auf Kosten Rußlands geschehen, dann mußte sich das neue Reich wieder auf der Straße der einstigen Ordensritter in Marsch setzen, um mit dem deutschen Schwert dem deutschen Pflug die Scholle, der Nation aber das tägliche Brot zu geben.“ (Hitler: „Mein Kampf“, S.154.)

2. Bereicherung der Plutokraten*

Es handelte sich aber nicht nur um Siedlungsland, sondern vor allem um die Rohstoffquellen und um die Betriebe in den anderen Ländern, auf die das deutsche Monopolkapital seine Hand legen wollte. Goebbels gab das im Oktober 1942 offen zu, als er in Gdingen zynisch erklärte: „Wir kämpfen nicht um ideologische Ziele; am Bakuöl, an der Donezkohle, an der überreichen Landwirtschaft Rußlands wollen wir uns gesundstoßen.“ (Hitlers Worte und Taten, S. 106.)  Einige Tatsachen, wie sich die deutschen Imperialisten und Junker während des Krieges bereichert haben:

  • Tschechoslowakei. Nach der Besetzung beschlagnahmte Hermann Göring für seinen Konzern die Skodawerke, die Brünner Waffenfabriken, die Metallbetriebe der böhmisch-mährischen Kolben-Danék in Prag, die Mährisch-Ostrauer Eisenwerke und die Kohlengruben in Nordböhmen. Die IG-Farben gliederte sich die Chemischen Werke in Aussig, die Dynamit-Nobel in Bratislava und die Apollo-Mineralöl-Raffinerie AG in Bratislava an. Der Mannesmann-Konzern schluckte die Hahnschen Eisenwerke in Ostoberschlesien und die Schächte Oskar und Anselm in Witkowitz.
  • Polen. Nach dem Polenfeldzug raubte der Göringkonzern die meisten polnischen Kohlengruben, Eisen- und Stahlwerke. Drei Gruben der Sadulla-AG stahl Graf Schaffgotsch. Die Radzionka-Gruben nahm sich Graf Henkel von Donnersmarck usw.
  • Sowjetunion. Aus den zeitweise besetzten Gebieten der Sowjetunion schleppten die deutschen Okkupanten alle brauchbaren Maschineneinrichtungen fort. So hat z.B. die deutsche Wehrmacht aus der Sowjetunion 300.000 große Werkbänke weggebracht. Der Göringkonzern gründete zur Ausraubung der Sowjetunion die Eisen- und Stahl GmbH, in Dnjepropetrowsk; in derselben Stadt gründete der Mannesmann-Konzern eine Niederlassung. Zahlreiche andere deutsche Unternehmungen zur Ausraubung der Ukraine entstanden, wie z.B. die Dnjepr-Holz GmbH, die Leichtfaß-Industrie, Ukraine GmbH, die Energiebau-Ost GmbH, die Schwarzmeer-Stauerei GmbH Ukraine, die Togo-Ost-GesellschaH Shitomir, die Landbewirtschaftungsgesellschaft Ukraine GmbH, die Spinnfaser-Ukraine-GmbH, die Landmaschinenindustrie Ukraine GmbH. Der Boden wurde den Sowjetbauern abgenommen und deutschen Gutsbesitzern übergeben. Das Vieh wurde den Bauern weggenommen und nach Deutschland getrieben oder abgeschlachtet. Alle Lebensmittel wurden nach Deutschland verschleppt. Die Bauern mußten als Sklaven für die deutschen Okkupanten arbeiten. Bei ihrem Rückzug brannte die deutsche Wehrmacht die Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude nieder und erschoß alles Vieh, das sie nicht wegtreiben konnte. In der bjelorussischen Sowjetrepublik z.B. ist nicht ein Stück Hornvieh zurückgeblieben. Alfred Rosenberg organisierte eine besondere Truppe von „Fachleuten“ zum Raub von Kunstgegenständen, Büchern usw. Alle Museen, Büchereien usw. wurden ausgeplündert, alles Wertvolle nach Deutschland verschleppt.
    (Neue Beispiele aus der Tagespresse anführen!)

3. Die Methoden der Kriegsführung Hitlers, Ausrottung und Versklavung der Völker

Diesen Zielen entsprechen die Methoden der Kriegsführung, die von der deutschen Wehrmacht angewandt wurden:
a) Massenmord an Zivilpersonen und Gefangenen; Verletzung aller Regeln der Kriegsführung durch die deutsche Wehrmacht; Vernichtungslager: Maidanek, Auschwitz, Buchenwald usw.; Gaskammern, Gaswagen. „Die Hitlerschen Schurken haben es sich zur Regel gemacht, die Sowjetkriegsgefangenen zu foltern, sie zu Hunderten zu ermorden. Tausende von ihnen eines qualvollen Hungertodes sterben zu lassen. Sie vergewaltigen und morden die Zivilbevölkerung der okkupierten Gebiete unseres Landes, Männer und Frauen, Kinder und Greise, unsere Brüder und Schwestern. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung der Ukraine, Bjelorußlands, des Baltikums, der Moldau, der Krim und des Kaukasus zu versklaven oder auszurotten. Nur gemeine Halunken und Schufte, jeder Ehre bar, auf das Niveau der Tiere gesunken, können sich schuldlosen und wehrlosen Menschen gegenüber solche Scheußlichkeiten erlauben. Aber das ist nicht alles. Sie haben Europa mit Galgen und Konzentrationslagern bedeckt. Sie haben das niederträchtige ‚Geiselsystem’ eingeführt. Sie erschießen und hängen völlig unschuldige, als ‚Faustpfand’ genommene Bürger, weil man irgendein deutsches Vieh daran gehindert hat, Frauen zu vergewaltigen oder friedliche Bürger auszuplündern. Sie haben Europa in ein Völkergefängnis verwandelt. Und das nennen sie die ‚Neuordnung Europas’. Wir kennen die Schuldigen an diesen Gemeinheiten, die Träger der ‚Neuordnung Europas’, alle diese neugebackenen Generalgouverneure und einfachen Gouverneure, Kommandanten und Unterkommandanten. Ihre Namen sind Zehntausenden von gequälten Menschen bekannt. Diese Henker sollen wissen, daß sie der Verantwortung für ihre Verbrechen nicht entgehen und der strafenden Hand der gequälten Völker nicht entrinnen werden.“ (Stalin: „Über den Großen Vaterländischen Krieg“, S.60.)
b) Sinnlose, durch nichts gerechtfertigte Zerstörungen in den besetzten Ländern, besonders in der Sowjetunion.
c) Kulturbarbarei in den besetzten Ländern: Raub und Zerstörung unersetzlicher Kulturwerte, Zerstörung historischer Baudenkmäler.

4. Das Aktionsprogramm der Hitlerkoalition

Die Kriegsziele Hitlerdeutschlands und seiner Vasallen entlarvte Stalin in seiner Rede am 6. November 1942: „Das Aktionsprogramm der italienisch-deutschen Koalition kann man durch folgende Punkte charakterisieren: Rassenhaß; Herrschaft der ‚auserwählten Nationen’; Unterwerfung der anderen Nationen und Besetzung ihrer Territorien; wirtschaftliche Versklavung der unterworfenen Nationen und Raub ihres nationalen Eigentums; Vernichtung der demokratischen Freiheiten; Aufrichtung des Hitlerregimes überall.“ (Stalin, ebenda, S.56.)

5. Das Aktionsprogramm der Anti-Hitlerkoalition

Gegen dieses Raubprogramm der faschistischen Aggressoren schlossen sich die demokratischen Großmächte zur Anti-Hitlerkoalition zusammen. Ihr Aktionsprogramm formulierte Stalin folgendermaßen: „Das Aktionsprogramm der englisch–sowjetisch–amerikanischen Koalition ist: Vernichtung der Rassenexklusivität; Gleichberechtigung der Nationen und Unantastbarkeit ihrer Territorien; Befreiung; der unterjochten Nationen und Wiederherstellung ihrer Souveränitätsrechte; Recht jeder Nation, sich nach eigenem Gutdünken einzurichten; wirtschaftliche Hilfe für die geschädigten Nationen und deren Unterstützung zur Erlangung ihres materiellen Wohlstandes; Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten; Vernichtung des Hitlerregimes.“ (Stalin, ebenda, S.56.)

Charakter des Krieges

FAZIT: Der zweite Weltkrieg war somit auf Seiten Deutschlands ein Eroberungskrieg um die Weltherrschaft, auf Seiten der gegen Deutschland kämpfenden Länder aber ein gerechter Befreiungskrieg der friedliebenden Völker gegen die Eroberungspläne des deutschen Imperialismus. Die Schuld und Verantwortung an diesem Kriege und allen seinen Folgen tragen die Naziverbrecher, die reaktionären Militaristen und ihre imperialistischen Auftraggeber, die Herren der Großbanken und Konzerne und die feudalen Junker.


Quelle:
Vortragsdisposition Nr. 3, Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes, Material für politische Schulungstage, Herausgegeben vom Zentralkomittee der Kommunistischen Partei Deutschlands. (o.D.) – ganzes Dokument herunterladen: hier

Begriffserklärung:
Plutokrat:= durch sein Geld Herrschender, Finanzkapitalist

Siehe auch:
Der 22. Juni 1941: Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion (Bilder)
Sowjetunion: Der Große Vaterländische Krieg
kommitter.de: Weiteres KPD-Schulungsmaterial von 1945 (wie aktuell!)
und Geschichte Klasse 9, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1988, S.192ff.

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2 Antworten zu Wofür führte Hitler Krieg?

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