M.Kalinin: Der Marxismus-Leninismus – eine interessante Wissenschaft mit revolutionärer Perspektive

KalininWar die Sowjetunion ein „totalitärer“ Staat? Ist der Marxismus veraltet? Worauf ist das überdurchschnittliche Heldentum des sowjetischen Volkes zurückzuführen? Welche Perspektiven hat der Kommunismus? Auf alle diese Fragen versuchte Michail Kalinin jungen Leuten eine Antwort zu geben. Am 31. August 1945 hielt er vor Studenten und Professoren eine vielbeachtete Rede, in der es vor allem um die richtige und interessante Vermittlung des Marxismus-Leninismus ging. Dabei gab er eine tiefgründige Einschätzung der damaligen politischen Lage und äußerte sich zur wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse:

War die Sowjetunion ein „totalitärer“ Staat?

Die großen Siege des Sowjetvolkes im Vaterländischen Krieg machten einen tiefen Eindruck auf die Menschen im Ausland und bewirkten einen wahren Umschwung in ihrer Einstellung zur Sowjetunion. Es gibt heute auf dem Erdball kein anderes Land, dem im Ausland ein so tiefes Interesse entgegengebracht und ein so großes Augenmerk gezollt würde wie unserem Land. Viele Ausländer, die früher allerlei verleumderischen Hirngespinsten über die Sowjetunion Glauben schenkten, haben sich jetzt von ihren ehemaligen Auffassungen losgesagt, daß unser Land eine Art „totalitären“ Staates, d.h. einen Staat darstelle, in dem jedes selbständige Denken und Handeln des Menschen verpönt sei.

Ein demokratischer Staat, der alle Prüfungen bestand

Die ganze Welt konnte sich durch Augenschein davon überzeugen, daß unser reichbegabtes Volk in den für den Staat schwierigsten Augenblicken seine schöpferischen Kräfte, seine Initiative und Erfindungsgabe außerordentlich weit, vielseitig und wirksam entfaltete. Und das zeigte sich nicht nur in der Kriegführung selbst, sondern buchstäblich auf allen Gebieten des staatlichen Lebens. Hat auch nur ein einziger der demokratischen Staaten jenseits der Sowjetgrenzen etwas Ähnliches auf zuweisen? All dies rief bei den einen Ausländern Panik, bei den anderen aber starkes Interesse und den Wunsch hervor, sich wirklich eingehend mit dem Sowjetsystem, mit seinen Einrichtungen und seinen Menschen bekannt zu machen.

Das uneigennützige Heldentum des sowjetischen Volkes

Und das Heldentum unserer Armee, ihr hingebungsvoller Kampf und ihre. unerhörte Tapferkeit bei der Verteidigung der Sowjetunion? Und der Arbeitsheroismus in unserem Hinterland, die angestrengte, selbstaufopfernde Arbeit der Frauen, Halbwüchsigen, Greise, von denen viele, obgleich sie bereits Pensionen bezogen, in den Kriegstagen freiwillig zur Arbeit zurückkehrten? Kann man in irgendeinem anderen demokratischen Staat etwas Ähnliches finden? Und wäre das überhaupt denkbar in einem Staat, der nicht die Verkörperung der wahren Volksdemokratie darstellt? All dies zeugt davon, daß unser Volk der Sowjetmacht grenzenlos ergeben ist, daß es für die Sowjetmacht rückhaltlos, bis zum letzten Blutstropfen gekämpft hat und stets kämpfen wird. All dies mußte auch wohl oder übel das Interesse der Außenwelt für die Sowjetunion wecken.

Der Sozialismus bringt eine neue Demokratie hervor

Und wie sieht es innerhalb unseres Landes aus? Der erbitterte Krieg; der unsere Freiheit, Unabhängigkeit und staatliche Existenz in tödliche Gefahr gebracht hat, führte unserem Volke, ja, sogar den rückständigsten Krähwinklern vor Augen, daß ohne die Sowjetmacht und ohne den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, daß ohne die Führung der Kommunistischen Partei und des Genossen Stalin eine furchtbare Katastrophe eingetreten wäre. Noch niemals sind unserem Volke alle Vorzüge und Vorteile jener neuen Demokratie, die es mit eigenen Händen schuf, so restlos und klar zum Bewußtsein gekommen wie jetzt.

Wie soll man den Marxismus-Leninismus vermitteln?

Der Marxismus-Leninismus bedarf ganz besonders einer ständigen, wenn ich mich so ausdrücken darf, Untermauerung seiner Leitsätze durch konkrete Tatsachen, konkrete Aufgaben. Es genügt ja nicht, die marxistische Doktrin als einen Unterrichtsgegenstand zu studieren, es ist außerdem notwendig, daß der Mensch die Methode meistert, daß er lernt, auf sie gestützt, die gesellschaftlichen Erscheinungen richtig einzuschätzen. Das ist sogar die Hauptsache. Ein Mensch kann die Doktrin erlernen, kann sich den Marxismus bis zu einem gewissen Grade aneignen, aber das heißt noch nicht, daß er es versteht, auf ihn gestützt, die gesellschaftlichen Erscheinungen richtig einzuschätzen. Das ist weit schwieriger. Im Grunde genommen ist der Marxist aber nur insofern wertvoll, als er es versteht, sich bei der Lösung konkreter Aufgaben der marxistischen Methode zu bedienen.

Langweilig oder interessant?

Ich war auch einmal Lehrer… Lehrer des Marxismus in einem illegalen Zirkel. Und manchmal kam es vor, daß man etwas erzählte und selbst das Gefühl hatte, daß die Zuhörer nicht recht mitgehen. In solchen Fällen griff ich zu folgender Methode: fünfzehn Minuten lang befaßten wir uns mit Theorie, und dann unterhielten wir uns gemütlich und nahmen uns einzelne Erscheinungen der konkreten Wirklichkeit vor. Und ihr könnt mir glauben, die Leute verstanden ausgezeichnet, was ich ihnen vortrug. Hätte ich mich aber die ganze Stunde damit abgeplagt, ihnen einzig und allein Formeln zu erklären, so wäre nichts dabei herausgekommen. Ihr seht also, wie notwendig es für die Propagandisten ist, verschiedenerlei Methoden anzuwenden, damit die Unterrichtsstunden belebt werden und die Studenten das Gelesene besser verstehen. In noch höherem Maße gilt das für die Professoren unserer Hochschulen. Darin besteht schöpferischer Unterricht. (…)

Der Marxismus ist keine abstrakte Doktrin

Lenin hat stets und immer dazu aufgerufen, sich in der Theorie des Marxismus zu vervollkommnen. Genosse Stalin weist stets und immer darauf hin, daß die Theorie und die konkrete Wirklichkeit unteilbar sind, daß der Marxismus keine Abstraktion, keine nackte Abstraktion duldet, daß er hingegen, wenn man die realen Lebenstatsachen gründlich studiert, stets bereichert, untermauert und farbig beleuchtet wird.

Prinzipiell einwandfrei … in revolutionärer und wissenschaftlicher Hinsicht!

So scheint mir also, Genossen, daß wir (ich rechne mich auch, wenn nicht zu den Professoren, wenn nicht zu den Dozenten, so doch zu den Predigern der kommunistischen Theorie) (Beifall) alles tun müssen, damit die Lektionen über den Marxismus-Leninismus in revolutionärer und wissenschaftlicher Hinsicht (erinnert euch an diese doppelte Forderung: in revolutionärer und wissenschaftlicher Hinsicht!) prinzipiell einwandfrei sind und mit den schönsten Farben ausgeschmückt werden, mit denen ein Mensch sie überhaupt ausschmücken kann.

Vergeßt nicht, die Jugend liebt das Schöne. Überlegt man sich’s aber, was könnte dann schöner sein als die Ideen des Marxismus-Leninismus, denn diese Ideen sind die Ideen des unbegrenzten schöpferischen Wirkens! Und hier eröffnen sich vor euch die weitesten Perspektiven. Doch die Perspektiven verpflichten zu ernsthafter Arbeit, zu schöpferischem Denken.

Quelle:
Aus der Zeitschrift „Propagandist“, Nr.17, Jahrgang 1945, in: M.I.Kalinin, Über kommunistische Erziehung, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1950, S.322-330.

Siehe auch:
Prognosen über die Zukunft der Gesellschaft

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