Karl Marx hatte recht!

Was müssen wir von Karl Marx wissen? Möglichst viel. Man sollte „Das Kapital“  schon gelesen haben. Und nicht nur das: Man sollte sich mit dem Marxismus befassen, sollte die Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin studieren, wenn man die heutige Zeit, die heutige Geschichte begreifen und verstehen will, denn…

Ohne Wissen sind die Arbeiter wehrlos,
wenn sie aber über Wissen verfügen,
dann sind sie eine Macht! (LENIN)

In einem wissenschaftlichen Beitrag zum 100.Jahrestag des Werkes von Karl Marx  „Das Kapital“ schrieb Walter Ulbricht:

Karl Marx enthüllte die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus

Die Analyse des Kapitalismus war für Marx gleichbedeutend mit der Aufdeckung der Gesetze der Entstehung, Entwicklung und Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise. Ihm ging es im „Kapital“ darum, wie er schrieb, „das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen …“[1]

Marx löste diese Aufgabe, indem er die Mehrwerttheorie formulierte und das Kapital als ein gesellschaftliches Verhältnis charakterisierte. Damit enthüllte er das Geheimnis der kapitalistischen Ausbeutung, deckte das Wesen der Beziehungen zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie auf und begründete die historische Rolle der Arbeiterklasse im Prozeß der Überwindung des kapitalistischen Systems.

Es ist nicht verwunderlich, daß die bürgerlichen Ideologen der Bundesrepublik nach wie vor diese Marxschen Erkenntnisse entschieden bekämpfen. Sie stützen sich dabei vor allem darauf, daß der kapitalistische Staat in der Wirtschaft eine qualitativ neue Rolle spiele. Sein Hauptanliegen sei, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Allenfalls hätten die Marxschen Erkenntnisse im 19. Jahrhundert Gültigkeit besessen, aber heute wären sie nicht mehr zutreffend. (…)

Das Großkapital hat die Macht

Prüft man, wer Wirtschaft und Gesellschaft in der Bundesrepublik beherrscht, wem die entscheidenden Produktionsmittel gehören, dann findet man, daß es nach wie vor die stärksten Monopolgruppen sind. In ihrem Interesse mobilisiert der Staat in gewaltigem Ausmaß Kapital und wendet es an, steuert und lenkt er global den Reproduktionsprozeß. Deshalb ist es auch ganz zwangsläufig, daß die gesellschaftliche Stellung der übergroßen Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung, der Arbeiterklasse, durch ihre Eigentumslosigkeit an den Produktionsmitteln bestimmt wird. Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen, ihre Existenz hängen wie eh und je vom Verkauf der Arbeitskraft ab, was in der gegenwärtigen Krise erneut bestätigt worden ist und wird. Die Verflechtung der Macht der Monopole mit der Macht des Staates schützt die Arbeiter weder vor Entlassungen und Feierschichten noch vor Angriffen auf Löhne und soziale Errungenschaften. Im Gegenteil! Staat und Monopole gehen gemeinsam vor und versuchen, die gegenwärtige Depression zu Lasten der Arbeiter und der anderen werktätigen Schichten zu überwinden. (…)

Riesenprofite der Monopole und zunehmende Verarmung der Volksmassen

Die Ausbeuter, heute insbesondere die großen Monopole, sind in ihrer Gier nach Riesenprofiten an sowohl maximaler Produktion wie möglichst niedrigen Löhnen interessiert. Gesamtvolkswirtschaftlich ist jedoch die Kaufkraft der Massen der wichtigste Nachfragefaktor auf dem Markt, die bedeutendste Größe, die all jene Werte realisieren müßte, die produziert werden. Hier entsteht jedoch jene Kluft zwischen wachsender Produktion und begrenzter Kaufkraft, die schließlich notwendig in die Krise mündet. Marx‘ Worte sind unverändert aktuell: „Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.“[2] (…)

Die Widersprüche in der Gesellschaft verschärfen sich

Die Herrschaft des Kapitals muß heute mit Hilfe des Staates durch Methoden und Mittel gefestigt werden, die dem Privateigentum an Produktionsmitteln widersprechen und es zersetzen. Hierin liegt die tiefe Quelle für die wachsende Labilität und Fäulnis des Kapitalismus der Gegenwart.

Jede weitere Entwicklung des staatsmonopolistischen Kapitalismus verschärft somit die Widersprüche des kapitalistischen Systems. Jeder Schritt dieser Entwicklung richtet sich gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung, nicht nur der Arbeiterklasse, sondern auch der Bauernschaft, der Mittelschichten, der kleinen und mittleren Bourgeoisie. Daher kann die Monopolbourgeoisie nicht verhindern, daß die zunehmende Labilität des Kapitalismus die Volksmassen veranlaßt, „sich über die Gesellschaftsordnung Gedanken zu machen, sie zwingt, selber ‚ihr Glück zu schmieden’ “[3].

Daraus erwachsen ständig demokratische Bewegungen und Bestrebungen. Aber die oppositionellen Kräfte müssen die Frage der Demokratie, ihre Entfaltung und Erweiterung als Mittel des Kampfes gegen die Allmacht der Finanzoligarchie in den Mittelpunkt rücken. Deshalb ist der staatsmonopolistische Kapitalismus bestrebt, seine Existenz auf dem Wege des Abbaus der Demokratie zu sichern. (…)

Wie kann man die Macht der Monopole überwinden?

Aus der Dialektik des Klassenkampfes ergibt sich, daß gewisse Verbesserungen, die die Arbeiterklasse erkämpft, sich als Schritte zur Einschränkung der Macht der Monopole, als Schritte auf dem Weg zur Befreiung der Arbeiterklasse auswirken können; sie können aber auch von der Monopolbourgeoisie umgefälscht, in ihr Gegenteil verkehrt werden. So verfehlt die jahrelang erfolgreich verteidigte Mitbestimmung in der Montanindustrie, die die Monopolbourgeoisie 1951 der Arbeiterklasse zugestehen mußte, ihren Zweck, wenn sie heute in einigen Unternehmen darauf hinausläuft, daß die Vertreter der Belegschaften „mitbestimmen“ können, wer entlassen wird, und wann kurz gearbeitet wird. Mitbestimmung darf nicht heißen, der Monopolbourgeoisie bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen; Mitbestimmung muß die Zurückdrängung der Macht der Monopole zum Ziel haben. In seinen Arbeiten über die Gewerkschaften schrieb Engels, daß die untere Klasse zuerst um einen Anteil an der Macht kämpft, „später um die ganze Macht, um in die Lage zu kommen, die bestehenden Gesetze entsprechend ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen zu ändern“.[4]

Zitate:
[1] Karl Marx / Friedrich Engels: Werke, Bd.23, S.15/16
[2] Karl Marx / Friedrich Engels: Werke, Bd.25, S.501
[3] W.I.Lenin: Werke, Bd.2, S.211
[4] Karl Marx / Friedrich Engels: Werke, Bd.19, S.258

Quelle:
Walter Ulbricht, Internationale wissenschaftliche Session:
100 Jahre „Das Kapital“ – Berlin, 12./13.September 1967
Die Bedeutung des Werkes „Das Kapital“ von Karl Marx… (Auszüge)

Siehe auch:
W.Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?
W.Ulbricht: …und was man lernen muß

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2 Antworten zu Karl Marx hatte recht!

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