Gelesen und kommentiert: Das Kommunistische Manifest

G Gordon Max EngelsWozu sind Biographien gut? Wenn man die 1984 in der DDR erschienene Biographie von Friedrich Engels liest, so kommt man nicht umhin, den Namen von Karl Marx damit in Verbindung zu bringen, und man kann eine Menge daraus lernen. Die Freundschaft dieser beiden Vorkämpfer für eine gerechte, menschliche Gesellschaft und für ein menschenwürdiges Leben aller ihrer Mitglieder bestand keineswegs nur in ihrer gewaltigen wissenschaftlichen und politischen Leistung, ohne die eine Zukunft der Menschheit heute nicht mehr vorstellbar ist, sondern sie war zugleich auch eine tiefe und herzliche Beziehung zweier Kampfgefährten, die sich aufeinander verlassen konnten und die sich gegenseitig ergänzten. Aus heutiger Sicht bestätigt sich immer mehr, wie richtig die wissenschaftlichen Einschätzungen sind, die erstmals in dieser Form im „Manifest der Kommunistischen Partei“ niedergeschrieben wurden.

Hat sich die Prognose von Marx und Engels bestätigt?

Das „Kommunistische Manifest“ war die erste für die Öffentlichkeit bestimmte wissenschaftliche Gesellschaftsprognose, und zwar sowohl für die Entwicklung des Klassenkampfes im Kapitalismus wie für die sozialistische Gesellschaft. Das „Manifest“ zeigte den Weg zur Überwindung des menschenfeindlichen kapitalistischen Systems und skizzierte in den Umrissen nicht nur die sozialistische Ordnung, sondern auch die Hauptbedingungen für ihre Verwirklichung. Seit der Niederschrift des „Manifestes“ sind mehr als hundert Jahre vergangen. In dieser Zeit wurde die Richtigkeit der hier entworfenen Gesellschaftsprognose überzeugend bewiesen. In ihren Grundzügen sind die von Marx und Engels vorgezeichneten Etappen des Umwälzungsprozesses vom Kapitalismus zum Sozialismus in allen Ländern durchlaufen worden, in denen die Arbeiterklasse die Macht erobert hat und den Sozialismus und Kommunismus aufbaut.

Kommentar: Mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution (1917) hatte erstmals in einem Land der Erde der Sozialismus gesiegt. Die Arbeiterklasse hatte die Macht erobert. Schrittweise wurden sozialistische Produktionsverhältnisse eingeführt, und es wurde die Diktatur des Proletariats errichtet, um eine Umkehr dieser fortschrittlichen Entwicklung zu verhindern. Natürlich hat das den bisherigen Ausbeutern nicht gepaßt.


Ist die Revolution eine Gesetzmäßigkeit?

Marx und Engels erbrachten den Nachweis, daß – wie der Kapitalismus den Feudalismus – auch der Sozialismus den Kapitalismus mit geschichtlicher Notwendigkeit ablösen wird. Sie charakterisierten das Wesen der kapitalistischen Lohnsklaverei und erläuterten, warum mit der kapitalistischen Industrie zwangsläufig das Proletariat wachsen und sich der Gegensatz zwischen diesen beiden Hauptklassen der bürgerlichen Gesellschaft und der Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie verschärfen muß. Die Entwicklung des Klassenkampfes führt dazu, daß sich der innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft mehr oder minder versteckt vor sich gehende Bürgerkrieg zu einer offenen Revolution entwickelt.

Kommentar: Nach der Revolution verschärfte sich der Klassenkampf. Darauf hatte Stalin immer wieder hingewiesen, als er zu erhöhter revolutionärer Wachsamkeit mahnte. Nicht nur in der Sowjetunion, auch in der DDR wurden Sabotageakte verübt, wertvolles Material oder Maschinen gestohlen, Dokumente geklaut und Anlagen zerstört. Eine Revolution ist eben nur dann etwas wert, wenn sie sich auch zu verteidigen versteht.


Warum ausgerechnet die Arbeiterklasse?

Das „Manifest“ machte der Arbeiterklasse ihre Aufgabe deutlich, sich zum revolutionären Kampf gegen das Kapital zusammenzuschließen und die Bourgeoisie zu stürzen. Es zeigte, mit welchen Mitteln und auf welchem Wege die Arbeiterklasse ihre eigene Herrschaft begründen und die sozialistische und kommunistische Gesellschaft errichten muß. „Das Wichtigste in der Marxschen Lehre“, schrieb W.I. Lenin, „ist die Klarstellung der weltgeschichtlichen Rolle des Proletariats als des Schöpfers der sozialistischen Gesellschaft.“ [1] Im „Manifest“ wiesen Marx und Engels auch bereit darauf hin, daß die Arbeiterklasse, indem sie sich selbst befreit, die Voraussetzungen schafft, jegliche Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen, jegliche Klassenherrschaft abzuschaffen, jegliche Unterdrückung für immer zu überwinden, und daß damit erst die eigentliche Geschichte der Menschheit beginnt.

Kommentar: Warum ausgerechnet das Proletariat die führende Rolle in diesem revolutionären Prozeß hat, hat auch Lenin hier ausführlich bewiesen. Keine Klasse der menschlichen Gesellschaft ist mehr von der Ausbeutung betroffen als die Arbeiterklasse. Sie kann allerdings erst dann zu einer revolutionären Kraft werden, wenn sie sich dieser Ausbeutung durch die Klasse der Bourgeoisie bewußt widersetzt.


Welche wirtschaftlichen Herausforderungen?

Der „erste Schritt in der Arbeiterrevolution“ ist „die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse“ [2], die Eroberung der politischen Macht, erklärte das „Manifest“. Das ist ein zutiefst demokratischer Akt, denn er bedeutet die Herrschaft der Masse des werktätigen Volkes über die Minderheit der Ausbeuter. Die Arbeiterklasse muß die Staatsmacht dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, „alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren“ [3]. Es ist Aufgabe des sozialistischen Staates, den ökonomischen Maßnahmen größte Aufmerksamkeit zu schenken und die Produktion in der Industrie wie in der Landwirtschaft planmäßig zu vergrößern.

Kommentar: Um es noch einmal hervorzuheben – die Eroberung der Macht ist ein zutiefst demokratischer Prozeß! Und der Staat (als Machtinstrument der herrschenden Klasse, i.d.F. des Proletariats) hat die Aufgabe, das Kapital, insbesondere die Produktionsmittel, in den Händen der Arbeiterklasse möglichst rasch zu vermehren. Denn die Arbeitsproduktivität ist das letztlich Entscheidende für den Sieg der neuen Gesellschaftsordnung!


Wozu braucht die Arbeiterklasse eine eigene Partei?

Im „Kommunistischen Manifest“ haben Marx und Engels auch ihre Vorstellungen über Aufgaben und Weg der revolutionären proletarischen Partei dargelegt. Ohne die Partei der Arbeiterklasse, so hatten sie erkannt, kann es weder einen Erfolg im Kampf um den Sturz der Bourgeoisie und die Eroberung der politischen Macht des Proletariats noch einen erfolgreichen Aufbau des Sozialismus geben. Die Partei ist selbst Teil der Arbeiterklasse, und die Kommunisten haben „keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen“ [4]. Die Partei vereint in ihren Reihen die besten Kräfte und Eigenschaften der Arbeiterklasse. Sie ist der organisierte und bewußte Vortrupp der proletarischen Massen. Ihre Aufgaben kann die revolutionäre Arbeiterpartei nur erfüllen, weil sie mit einer wissenschaftlichen Theorie ausgerüstet ist, weil sie, wie es im „Manifest“ heißt, „theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus“ [5] hat.

Kommentar: …und damit ist auch die führende Rolle der Partei der Arbeiterklasse, der Kommunistischen Partei, ausreichend beschrieben. (Wobei man natürlich heute vor der Schwierigkeit steht herauszufinden, welches wirklich eine Kommunistische Partei ist, und was nur eine billige Fälschung. Wie überhaupt das Mittel der Fälschung eines der beliebtesten Betrugsmanöver der Bourgeoisie ist.)


Warum ist die Arbeiterklasse fähig, einen Staat zu leiten?

Die Wortführer des Imperialismus und des modernen Revisionismus richten ihre antisozialistische Propaganda vor allem gegen die schon im „Kommunistischen Manifest“ entwickelten Prinzipien von der Rolle der Arbeiterklasse, ihrer Partei und der sozialistischen Staatsmacht und sprechen der Arbeiterklasse die Fähigkeit ab, die moderne Gesellschaft zu leiten. Doch die Entwicklung der Länder des sozialistischen Weltsystems zeugt davon, daß die Arbeiterklasse als führende Kraft der Gesellschaft sehr wohl befähigt ist, an der Spitze und im Bündnis mit den anderen Teilen des werktätigen Volkes die neue Welt des Sozialismus und des Kommunismus zu gestalten. Und die erfolgreiche Lösung auch der kompliziertesten Aufgaben beim Aufbau des Sozialismus unter den Bedingungen der wissenschaftlich-technischen Revolution und angesichts eines starken imperialistischen Gegners beweist: Die von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Arbeiterklasse verfügt über unerschöpfliche Potenzen und ist zur Hauptkraft der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft geworden.

Kommentar: Daß die Arbeiterklasse dazu befähigt ist, hat die Geschichte mehrfach gezeigt. In der Sowjetunion wurde unter der Führung der Allunions-KP( B ), mit J.W.Stalin an der Spitze, in erstaunlich kurzer Zeit ein mächtiger sozialistischer Staat geschaffen, der allen Angriffen von innen und außen trotzte, und der sogar das übermächtige faschistische Deutschland bezwang, das 1941 wortbrüchig die Sowjetunion überfallen hatte. Der Sieg der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg war ein überwältigender Beweis für die Stärke und Lebenskraft des Sozialismus. Auch die DDR und die anderen sozialistischen Staaten konnten bis zur offenen Konterrevolution 1989 allen feindlichen Angriffen widerstehen.


Geht es auch ohne eine Partei?

Die Gegner der sozialistischen Revolution erklären, die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse sei überflüssig für die sozialistische Bewegung und den Sozialismus. Sie stellen Sozialismus und Partei der Arbeiterklasse einander gegenüber und entdecken ihr Herz für den Sozialismus, sofern er nur ohne die Partei existieren würde. Sozialismus und Partei der Arbeiterklasse aber sind untrennbar, und niemals waren die Führungsaufgaben der Partei der Arbeiterklasse so groß wie bei der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft.

Kommentar: Eine revolutionäre Partei ist überflüssig? Das ist geradezu lächerlich. Wir wissen natürlich heute auch, daß sich immer wieder auch Karrieristen, Speichellecker und andere zwielichtige Gestalten in die Reihen der Partei der Arbeiterklasse einschleichen konnten. Viele Jahre lang mußten sich die Kommunisten in der Sowjetunion mit den feindlichen Auffassungen und Aktivitäten Trotzkis und seiner Gefolgsleute auseinandersetzen. Das ist auch heute nicht anders.


Kann man auf die Staatsmacht der Arbeiter verzichten?

Auch dem Versuch, zwischen sozialistischem Staat und sozialistischer Gesellschaft einen Gegensatz zu konstruieren und die Funktion des Staates herabzumindern, sind Marx und Engels im Grunde schon im „Manifest der Kommunistischen Partei“ entgegengetreten. Das „Manifest“ ist der Ausgangspunkt der sozialistischen Staatstheorie. In ihm haben Marx und Engels die zentralisierende, planende und regulierende Funktion des sozialistischen Staates umrissen. Im sozialistischen Staat sahen sie das wichtigste Instrument und die entscheidende politische Organisationsform der sozialistischen Gesellschaft.

Kommentar: Wir sehen also, daß das „Manifest der Kommunistischen Partei“ auch heute noch seine Gültigkeit besitzt. Ohne den Machtapparat des sozialistischen Staates wird es auch in Zukunft unmöglich sein, das kapitalistische Chaos, die Anarchie der Produktion, die immer schärfer werdende Ausbeutung, die Verarmung großer Volksmassen und die Zerstörung der Umwelt zu überwinden.


Ist der Sozialismus nicht längst überholt?

Große Aktualität haben auch jene Abschnitte des „Manifestes“, in denen sich Marx und Engels mit den damals in Umlauf befindlichen falschen Vorstellungen vom Sozialismus auseinandersetzten. Fast ein ganzes Kapitel widmeten sie jenen Ideologien, die das Proletariat durch die Konstruktion unwissenschaftlicher, angeblich sozialistischer Theorien von der Erkenntnis seiner tatsächlichen Stellung und der Verwirklichung seiner geschichtlichen Aufgabe abhalten wollten. Scharfsinnig zergliederten Marx und Engels diese Literatur und zeigten, daß sich hinter dem Aushängeschild der verschiedenartigen scheinsozialistischen Systeme nur verschiedene Spielarten der bürgerlichen Ideologie verbargen, die es zu bekämpfen galt.

Kommentar: Dies wurde bereits 1984 (!) geschrieben, doch wir sehen, daß es auch heute noch eine Vielzahl irritierender und demagogischer Theorien gibt, mit denen sich die Kommunisten wohl oder übel auseinandersetzen müssen. Darunter auch solche, die von scheinbar „kommunistischen“ Gruppierungen stammen, und die nichts anderes im Schilde führen, als den Marxismus/Leninismus zu „erneuern“ oder gar zu „widerlegen“, was aber müßig ist. Denn der Marxismus/Leninismus ist kein Dogma, sondern die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse. Der Kommunismus ist demnach nichts anderes als die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen unhaltbaren Zustand aufhebt.


Was wird sich nach der proletarischen Revolution verändern?

Mit der politischen und ökonomischen Umwälzung müssen, so lehrt das „Manifest der Kommunistischen Partei“, revolutionäre Veränderungen im geistig-kulturellen und ideologischen Leben der Gesellschaft einhergehen. Die Arbeiterklasse wird nach ihrem Sieg das Bildungsprivileg der herrschenden Klasse beseitigen und die Erziehung der Kinder mit der Tätigkeit in der gesellschaftlichen Produktion verbinden. So, wie die sozialistische Revolution mit den alten Eigentumsverhältnissen brechen wird, so werden die überlieferten Ideen der alten Klassengesellschaft überwunden werden. Die sozialistische Ideologie wird zur herrschenden, alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchdringenden Weltanschauung.

Kommentar: Wer die DDR bewußt miterlebt hat, wer also in der DDR aufgewachsen ist, der kann das bestätigen: Er herrschte ein anderer Umgang der Menschen miteinander. Man konnte auch nachts durch den Park gehen, ohne befürchten zu müssen, überfallen zu werden. Es gab neben all den sozialen Errungenschaften der DDR (wie: absolut keine Arbeitslosigkeit, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, kostenlose medizinische Betreuung, für jeden bezahlbaren Wohnraum, ein kinderfreundliches Land, keine Armut usw.) immerhin ein gesichertes Dasein für alle Bürger dieses Landes! Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, hieß es. Auch wenn es in der DDR zur Genüge Leute gab, denen man die Arbeit hinterhertragen mußte…


Warum ist die Verbindung von Partei und Volk so wichtig?

Wenn die Partei der Arbeiterklasse das Proletariat erfolgreich zum Sozialismus führen will, lehrt das „Manifest“, darf sie sich niemals sektiererisch abkapseln, sondern muß eng mit den Massen verbunden sein, sich auf sie stützen und aus ihren Erfahrungen lernen. Die Arbeiterklasse kann nicht siegen, wenn sie allein auf sich gestellt ist. Sie braucht Bundesgenossen, und das sind die anderen werktätigen Klassen und Schichten. Das Bündnis schließt aber die ständige Auseinandersetzung der Partei der Arbeiterklasse mit der bürgerlichen Ideologie und ihren Einflüssen nicht aus, sondern erfordert sie gerade.

Kommentar: Die SED verlor schließlich mehr und mehr die Verbindung zum Volk. Das war nicht zuletzt eine Folge des eingeschleppten Virus des Revisionimus, der nach dem berüchtigten XX.Parteitag der KPdSU auch andere sozialistische Länder befiel. Die SED verstand es nicht, sich mit derart sozialismusfeindlichen und revisionistischen Auffassungen hinreichend auseinanderzusetzen, und sie verlor ihre führende Rolle. Das war nicht nur eine Folge des nach 1945 einsetzenden Kalten Krieges, sondern auch das Ergebnis der gezielten Einwirkung antikommunistischer Diversion und Propaganda. Es war die Folge nachlassender revolutionärer Wachsamkeit und fehlender Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Ideologie und mit den Gegnern des sozialistischen Staates.


Welche Bedeutung hat die internationale Solidarität?

Mit der Eroberung der Macht durch die Arbeiter und Werktätigen, so sagten Marx und Engels im „Kommunistischen Manifest“ voraus, beginnt ein neues Zeitalter für die Entwicklung der Völker. Die Arbeiterklasse übernimmt die Führung der Nation und gibt ihr eine völlig andersgeartete Perspektive. In einer sozialistischen Welt wird es keine blutigen Kriege mehr zwischen den Staaten geben. Verschwindet die Ursache der sozialen und politischen Klassenkämpfe im Innern der Staaten, nämlich das Privateigentum an den Produktionsmitteln, so verschwindet auch der Drang nach seiner Vermehrung auf Kosten anderer Staaten und Nationen. Marx und Engels wiesen nach, daß die gleiche Lage der Arbeiter er Länder und die sich daraus ergebenden gemeinsamen Interessen und Ziele gemeinsames Handeln und internationale Solidarität erfordern. Im „Manifest“ wurde daher erklärt, daß die Kommunisten „in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen“ [6] müssen. Marx und Engels betonten die Notwendigkeit, die Aufgaben des Proletariats eines jeden einzelnen Landes mit den allgemeinen Zielen der internationalen Arbeiterbewegung in Übereinstimmung zu bringen.

Kommentar: …damit erst einmal genug. Man kann das alles in besagter Engels-Biographie nachlesen und sich selber eine Meinung bilden. Jedenfalls wissen wir, daß die Praxis das einzige und ausschlaggebende Kriterium der Theorie ist; und es hat sich in den letzten 20 Jahren oft genug gezeigt, daß das im Staatsbürgerkundeunterricht der DDR vermittelte Wissen durch ebendiese Praxis, wie wir sie heute erleben, bestätigt wird.


[1] W.I.Lenin: Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx. In: W.I.Lenin, Werke Bd.18, S.576.
[2] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. In: MEW, Bd.4, S.481.
[3] Ebenda.
[4] Ebenda, S.474.
[5] Ebenda.
[6] Ebenda.

Quelle:
Friedrich Engels, Eine Biographie, Dietz Verlag Berlin (DDR), 157-162.
(gelesen und kommentiert: N.G.)

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7 Antworten zu Gelesen und kommentiert: Das Kommunistische Manifest

  1. Doed schreibt:

    Zwei Kampfgefährten die sich auf einander verlassen können wären immerhin schon etwas. Diese Gesellschaft sät Zwietracht unter den Menschen, die eine bedingungslose Aufopferung oder Vertrauen füreinander verhindert. Dazu kommt, dass durch mangelnde Bildung oder gezielte Unbildung die Voraussetzungen sich auf einem ähnlichen Niveau zu begegnen fehlt. Ich denke es können hier einige nachvollziehen, wenn man mit ungläubig angeschaut wird, wenn man von Dingen redet, die für andere „abgehoben“ klingen, weil das Wissen zum weiteren Verständnis fehlt.

    • familiemuehl schreibt:

      Doed, du sprichst mir aus dem Herzen. Manchmal bin ich kurz davor, aufzugeben, weil es schwer ist, dass einem Überheblichkeit unterstellt wird, nur weil man tiefer geht und das größere Wissen nachweist. Aber um so schöner, diesen und auch andere Kommentare zu lesen. Es gibt ne Menge mehr Menschen, denen es wie uns geht.

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  3. unbekannt schreibt:

    hat das kommunistische manifest heute noch seine Gültigkeit?

    • sascha313 schreibt:

      Im Vorwort zur englischen Ausgabe des Manifests von 1888 zitierte Friedrich Engels, was er schon 16 Jahre zuvor in einer deutschen Ausgabe geschrieben hatte: „Wie sehr sich auch die Verhältnisse in den letzten fünfundzwanzig Jahren geändert haben, die in diesem ‚Manifest‘ entwickelten allgemeinen Grundsätze behalten im ganzen und großen auch heute noch ihre volle Richtigkeit…“ Damit ist auch gesagt: die von Karl Marx und Friedrich Engels entdeckten Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung treffen grundsätzlich heute noch genauso zu wie vor 150 Jahren:

      Die Produktionsmittel befinden sich in den Händen einzelner weniger Konzernherren (und -damen), einiger Aktionäre, Großgrundbesitzer und Kapitalisten. Zwischen ihnen und dem Heer der Produktionsarbeiter besteht ein unvorstellbar extremer Unterschied. Dazwischen befindet sich eine enorme Masse von Lakaien, Speichelleckern, der gesamte „Mittelstand“, das Lohnpersonal der Medienmacher, die Staatsdiener und das Gesindel der gesamten Soldateska (von Polizei bis zu den Aggressionsarmeen), Geheimdienste und anderes Drecksvolk.

      Bemerkenswert ist aber, daß auch hier und heute je nachdem revolutionäre Situationen unvermeidlich sind und kommen werden. Eine Änderung der bestehenden Verhältnisse ist unvermeidlich. Der Sozialismus wird kommen!

    • Doed schreibt:

      Ich denke auch, dass es noch gültig ist. Die Situation hat sich jedoch etwas verschoben. Ich schildere einfach mal meine Ansichten: Die drohende Armut ist nicht mehr ganz so krass im Zentrum der kapitalistischen Welt. Das ist allerdings nicht dem Kapitalismus selbst zuzuschreiben, sondern wurde jahrelang erkämpft. Man hält die Leute also ruhig und versucht Stück für Stück die Verantwortung vom Staat auf das Individuum zu übertragen. Die offene Unterdrückung als allererstes Mittel gibt es nicht mehr. Jeder ist selbst seines Glückes Schmied. Lebenslanges Lernen, Fortbilden etc. Das macht man aber nur partiell für sich, da man anders seine eigene Existenz sonst gefährdet. Im Grunde arbeitet man doch für einen Anderen. Die Zahl der Lohnabhängigen und Unselbstständigen ist massiv zu damals hochgegangen. Dank dem Trauma, die die Arbeiterbewegung erlebt hat, sehen die Leute keine Alternativen, außer im derzeit aufkeimenden Nationalismus.

  4. Pingback: Die „Arbeiterfrage“ vor einem Jahrhundert | Sascha's Welt

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