Der Krieg ist ein Computerspiel …

wargameDas Morden (aus purer Mordlust) lernt man heute schon am heimischen PC. Für Kinder ist es ein Computerspiel. Und später dann, in der Kaserne, erhalten die Soldaten ihre erste „Berufsausbildung“ darin, wie man Menschen am schnellsten, und möglichst lautlos umbringen kann. Mit dieser Waffe von Heckler und Koch, so wird einer dieser potentiellen Mordgesellen zitiert, könne man „gut arbeiten“. Und nicht erst die die Giftgasmorde im deutschen Kaisserreich, vor Ypern und bei Bolimów, waren ein Verbrechen. Nicht erst die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki waren ferngelenkter Massenmord. Lachend stiegen die Soldaten aus ihren Flugzeugen und feierten, während im fernen Japan (und noch bis heute!) Hundertausende eines qualvollen Todes sterben. Natürlich war es Mord!

Und natürlich führt weder die inhaltliche noch die juristische Debatte zu einem Ergebnis, da man sich schon über die Begriffe nicht einigen kann. Sind Soldaten also Mörder? Schon Martin Niemöller sagte in seiner Kasseler Rede am 25. Januar 1959: „Denn sie wissen, was sie tun! Krieg ist gegen den Willen Gottes. (…) Und damit ist heute die Ausbildung zum Soldaten die Hohe Schule für Berufsverbrecher. Mütter und Väter sollen wissen, was sie tun, wenn sie ihren Sohn Soldat werden lassen. Sie lassen ihn zum Verbrecher ausbilden.“ Es besteht kaum ein Zweifel – wenn nicht die Sowjetunion am 8. Mai 1945 über das faschistische Deutschland gesiegt hätte, dann hätte es auch die Nürnberger Prozesse nicht gegeben. Dann wären alle diese Verbrechen ungesühnt geblieben.

Natürlich war es Mord…

So kann eben auch ein US-amerikanischer Serienkiller öffentlich stolz auf seine „Lebensleistung“ sein, und bereuen, „nicht mehr getötet zu haben“. Denn schließlich sei diese Zeit in Afghanistan die beste Zeit seines Lebens gewesen. Mittlerweile betreibt der gläubige Christ eine private Sicherheitsfirma. Auch ein Anders Breivik, der Massenmörder von Utøya, wurde bislang nicht verurteilt. Vielleicht kann man ihn noch nachträglich für unzurechnungsfähig erklären, was man bei dem ersteren nicht nötig hat. Denn schließlich herrscht in Afghanistan seit langem Krieg. Und es ist, wie auch Tucholsky schrieb: „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“ (Die Weltbühne am 4. August 1931)

Erziehung zur Gewalt im Interesse der Bourgeoisie

Und so beginnt heute die „patriotische Erziehung“ bereits in der Schule. Noch finden es die Kinder (wie z.B. in Litauen und Lettland) spannend, wenn der neofaschistische Instrukteur ihnen von den „Heldentaten“ der Waffen-SS berichtet. Noch finden sie es lustig, wenn sie den Stahlhelm aufsetzen dürfen und mit der MPi im Anschlag fotografiert werden, denn noch ist alles Spiel. Ein „patriotisches“ Spiel; und ihre „Helden“ sind die Soldaten…
(in der Hand das Porträt eines Mörders?!)
Litauen1 Litauen2 Litauen3 Litauen4
Fotos: T. Subchankulow

Die Frage nach den Ursachen von Krieg und Gewalt

Zionist Terror

Kein Zweifel: dieser israelische Soldat würde ohne Zögern auf den Abzug drücken…

Immer stecken hinter den Handlungen der Menschen bestimmte Absichten, bestimmte Ziele und Interessen. Eine abstrakte Gewalt gibt es nicht. Gewalt ist immer historisch konkret. Sie dient der Durchsetzung der Macht einer bestimmten Klasse. Daher muß man zuallererst immer die Frage stellen: WEM NÜTZT ES … ? (Cui bono?) Es ist eine Frage der Moral. Und diese Moral ist eben immer die Moral einer bestimmten Klasse. Den handelnden Personen ist das oft nicht einmal bewußt. Sie wurden so erzogen. Sie sind Teil der Gesellschaft, sind Teil einer bestimmten Klasse. Und sie vertreten die Ansichten, die Ideologie dieser Klasse. Im kleinen wie im großen. Man muß also nach den materiellen Wurzeln der Gewalt, nach den Wurzeln dieser Sache fragen.

Gewalt ist kein bloßer „Willensakt“

Sehr ausführlich befaßt sich Friedrich Engels mit der Entstehung und der Rolle der Gewalt in der Geschichte. Entgegen den Ansichten des Herrn Dühring, der glaubt, daß die „politischen Zustände“ die entscheidende Ursache der allgemeinen Wirtschaftslage seien, beweist Friedrich Engels das Gegenteil, nämlich: „daß Gewalt kein bloßer Willensakt ist, sondern sehr reale Vorbedingungen zu ihrer Betätigung erfordert, namentlich Werkzeuge, von denen das vollkomenere das unvollkommenere überwindet; daß ferner diese Werkzeuge produziert sein müssen, womit zugleich gesagt ist, daß der Produzent vollkommenerer Gewaltwerkzeuge, vulgo Waffen, den Produzenten der unvollkommeneren besiegt, und daß, mit einem Wort, der Sieg der Gewalt beruht auf der Produktion von Waffen und diese wiederum auf der Produktion überhaupt, also – auf der ‚Ökonomischen Macht’, auf der ‚Wirtschaftslage’, auf den der Gewalt zur Verfügung stehenden materiellen Mitteln.“ [1]

Wem also nützt es? – Das ist hier die Frage!

gezielt

Wie geht es Ihnen beim Anblick dieses Bildes?

In wessen Auftrag handelt der Soldat? Wer steht (unsichtbar) hinter ihm? Und wer liefert ihm die Waffen? Wer gibt ihm das Motiv, die Ideologie? Was denkt sich der Soldat in diesem Augenblick, wenn er auf Sie zielt? Zu welchem Zweck richtet er seine Pistole auf Ihr Herz…?

Wie lange wird es Gewalt geben?

Karl Marx führt dazu aus: „Die arbeitende Klasse wird im Laufe der Entwicklung an die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft eine Assoziation setzen, welche die Klassen und ihren Gegensatz ausschließt, und es wird keine eigentliche politische Gewalt mehr geben, weil gerade die politische Gewalt der offizielle Ausdruck des Klassengegensatzes innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft ist.“ [2] – Doch bis es soweit ist, d.h. bis diese neue Ordnung der Gesellschaft sich endgültig durchgesetzt hat, solange wird es politische Gewalt noch geben. Im Kapitalismus beherrscht eine Minderheit die Mehrheit des Volkes. Und im Sozialismus wird es die Aufgabe sein, mit Hilfe des Staates die Macht der Mehrheit gegenüber der Minderheit der ehemaligen Ausbeuter und ihrer Helfershelfer zu schützen. Denn bekanntlich ist eine Revolution ja nur dann etwas wert, wenn sie sich auch zu verteidigen versteht (Lenin).

Quelle:
[1] Friedrich Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft („Anti-Dühring“), in: K.Marx/F.Engels, Ausg. Werke in 6 Bänden, Bd.V, S.183f.
[2] Karl Marx, Das Elend der Philosophie, in: K.Marx/F.Engels, ebd., Bd.I, S.311.
(Danke an Nadja Norden für das Foto ganz oben)

Siehe auch:
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?
M.P. Korobejnikow, Psychologische Kriegsvorbereitung
Woher kommt die kriminelle Gewalt?

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6 Antworten zu Der Krieg ist ein Computerspiel …

  1. Doed schreibt:

    Ich selbst spiele „Killerspiele“ und bin kein Mörder geworden. Das Problem sind weniger die Spiele, sondern der Umgang mit Gewalt in der Gesellschaft. Wozu gibt es Jugendschutz? Natürlich gibt es auch Spiele, die propagandistisch sind und insbesondere die US-Armee heroisieren. Dort sehe ich eher eine Gefahr drin, dass willkürlich Feindbilder erstellt werden und Geschichte verzerrt dargestellt wird. Doch möchte ich vehement einen monokausalen Zusammenhang von Spielen und Gewalt bestreiten. Menschen werden erzogen und Spiele ersetzen keine vollständige Erziehung.

    Auch ich bin gegen Gewalt, aber eine Verteidigungsarmee wie die NVA ist nunmal ein notwendiges Instrument um uns gegen Aggressoren zu schützen, solange wir keinen weltweiten Sozialismus haben.

    • sascha313 schreibt:

      Von einem „monokausalen Zusammenhang“ kann hier nicht die Rede sein. Warum spielen Sie denn „Killerspiele“? Es steht doch außer Frage, daß bei jemandem, der es gewohnt ist, auf den Auslöser zu drücken, die Hemmschwelle deutlich niedriger liegt, als bei einem, der das nicht gewohnt ist. Handlungsmuster werden anerzogen (auch durch solche „Killerspiele“), und sie sollen anerzogen werden! Ganz abgesehen davon, daß das für die Hersteller ein „gutes“ Geschäft ist. Unter Streßbedingungen, unter Angst oder unter Zwang wird fast jeder das Gewohnte und ihm Anerzogene tun. Und – wie kann man gegen Gewalt sein, wenn man zur eigenen Sicherheit oder zum Schutz der/des ihm Anvertrauten zu Gewalt greifen muß? Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus etwa unmoralisch???
      (https://sascha313.wordpress.com/2013/11/08/kurt-gossweiler-ist-gewalt-zur-verteidigung-des-kommunismus-unmoralisch/)

      • Doed schreibt:

        Ich weiß nicht, ob bei mir die Hemmschwelle niedriger ist. Ich bin immer Gewalt aus dem Weg gegangen und habe auch keinen Wehrdienst geleistet. Ob da der Pazifismus oder die Abneigung gegen dieses Land für wirtschaftliche Interessen Militärdienst zu leisten, eine größere Rolle spielte, kann ich nicht sagen.
        Sagen kann ich aber, dass in meinem Umfeld trotz Einfluss dieser Spiele keiner aggressiv auftritt, wie einige verlorene ‚Persönlichkeiten‘, die nicht die Hauptschule schafften und ihr Leben täglich mit Alkohol oder anderen Drogen verdrängen. Das Grundübel liegt meistens in einer versauten Kindheit. Missachtung, innerfamiliäre Gewalt… Dort wird schon vor dem Kontakt mit Computerspielen solches Verhalten vorgemacht (Lernen am Modell).

        Warum ich diese Form der Spiele spiele? Ich spiele sie heute eher selten, da die Abläufe zu ähnlich sind. Aber die Form der Spiele fallen unterschiedlich aus. Das Töten steht nur bei wenigen im Vordergrund. Es dient eher als Mittel zum Ziel erreichen. Die Herausforderung liegt woanders. Als Jugendlicher findet man das natürlich toll, weil es eine Art Grenzerfahrung ist, solche Spielinhalte zu betrachten. Aber das verliert auch seinen Reiz. Kann sein, dass die Gewaltdimension heute schon wieder extremer ist, als ich es damals mitbekommen habe.

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