Die faschistische Tito-Clique in Jugoslawien

Im Dienste des amerikanischen Imperialismus

Tito_Chruschtschow

…zwei Ganoven in einem Auto – Chruschtschow und Tito

Wir erinnern uns noch sehr gut an die seltsamen Diskussionen in der DDR um einen angeblichen jugoslawischen „Sonderweg zum Sozialismus“. Dabei war eigentlich schon 1951 klar, daß sich die Tito-Clique im Dienste des amerikanischen Imperialismus befand. So wie auch Chruschtschow später – nach Stalins Tod – als Dulles-Freund und CIA-Agent in Erscheinung trat. Ende Mai 1955 verkündete er nach der Methode „Haltet den Dieb!“ der überraschten Welt, daß die „schweren Anschuldigungen“, die seinerzeit gegen den Führer des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens erhoben worden waren, Erfindungen gewesen seien, „von Volksfeinden, niederträchtigen Agenten des Imperialismus fabriziert“. [1] Das war natürlich eine glatte Lüge!

Der Historiker Dr.Kurt Gossweiler schreibt dazu: Daß dies nicht stimmen konnte, mußte eigentlich jedem Genossen klar sein. Denn keine Erfindung von irgendwem, sondern eine allbekannte Tatsache war es doch, daß „Marschall Tito“ sein Land in den imperialistischen Balkan-Pakt geführt hatte, dem es gemeinsam mit den NATO-Mächten Griechenland und Türkei angehörte, und daß Jugoslawien gewissermaßen als Belohnung für diesen klaren Übertritt ins Lager des Imperialismus – mit Waffen aus den USA beliefert wurde. [2]
Im 1951 in der DDR erschienenen Lehrbuch für die Politischen Grundschulen findet sich dazu folgendes:

Tito-Clique verrät die Interessen der Völker Jugoslawiens

Die faschistische Tito-Clique spielt eine schändliche Rolle im Kampf gegen den Frieden, gegen Demokratie und Sozialismus. Die Tito-Clique verriet die Sache des proletarischen Internationalismus, sie führte offen eine der Sowjetunion, den Ländern der Volksdemokratie und den Werktätigen der ganzen Welt feindliche Politik durch. Vom bürgerlichen Nationalismus gingen die Tito-Leute zum Faschismus und zum direkten Verrat der nationalen Interessen der Völker Jugoslawiens über. Wie sich in den Prozessen in Ungarn und Bulgarien herausgestellt hat, ist die verräterische nationalistische Clique Titos seit langer Zeit ein Söldling der anglo-amerikanischen Imperialisten und handelt nach deren Anweisung.

Unter dem sowjetfeindlichen Einfluß der USA

Jugoslawien geriet in die Macht käuflicher faschistischer Mörder und Spione. Infolge der konterrevolutionären Politik der Tito-Clique wurde das volksdemokratische System in Jugoslawien beseitigt und ein antikommunistisches, polizeistaatliches Regime faschistischen Charakters errichtet. Die Tito-Leute brachten Jugoslawien unter die Kontrolle der amerikanischen Monopole. Sie ordneten das Land dem amerikanischen Kapital sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht unter. Die titoistischen Lakaien des Imperialismus halten sich in Jugoslawien durch einen beispiellosen Terror an der Macht, den man nur mit dem Terror der Hitlerfaschisten, der griechischen und spanischen Faschisten oder der amerikanischen Söldlinge in Korea vergleichen kann.

Jugoslawien – Kolonie und strategische Basis des amerikanischen Kapitals

Die Beherrscher Jugoslawiens, die die Aufträge ihrer imperialistischen Herren ausführen, wurden unmittelbar selbst zu Brandstiftern eines neuen Krieges. Sie setzten sich zum Ziel, mit Hilfe reaktionärer Banden einen konterrevolutionären Umschwung in den Ländern der Volksdemokratie herbeizuführen, diese Länder von der Sowjetunion und dem gesamten sozialistischen Lager loszulösen, sie in Kolonien des amerikanischen Kapitals und in Aufmarschplätze für einen neuen Krieg zu verwandeln. Die Entlarvung der Spionagegruppen Rajks in Ungarn und Kostoffs in Bulgarien versetzte all diesen Plänen einen vernichtenden Schlag.

Verrat und Spionage der Tito-Clique

Die jetzige, in die Hände der Volksfeinde geratene sogenannte Kommunistische Partei Jugoslawiens ist lediglich ein Apparat, der die Spionageaufträge der Tito-Clique ausführt. Jedoch wachsen und festigen sich die Kräfte, die fähig sind, den Sieg über diese Clique davonzutragen. Unter den schweren Bedingungen faschistischen Terrors führen die besten Söhne des jugoslawischen Volkes einen mannhaften Kampf gegen die faschistischen Beherrscher Jugoslawiens.

Der sowjetische Außenminister Molotow hatte gewarnt

In seiner Rede auf der Festsitzung in Warschau anläßlich des siebenten Jahrestages der Wiedergeburt Polens erklärte Genosse W. M. Molotow:
„Allen steht das Schicksal Jugoslawiens vor Augen, das durch Betrug in die Hände von Spionen und Provokateuren geraten ist, die ihr Volk verraten und sich an die anglo-amerikanischen Imperialisten verkauft haben. Jetzt sehen alle, daß die Bande Tito-Kardelj-Rankovic bereits die kapitalistische Ordnung in Jugoslawien wiederhergestellt, dem Volk all seine revolutionären Errungenschaften geraubt und das Land in ein Werkzeug der aggressiven, imperialistischen Mächte verwandelt hat. Diese gedungene Verbrecherbande, die sich die Macht erschlichen hat, weiß genau, daß sie vom jugoslawischen Volk gehaßt wird; sie hält deshalb ihre Macht durch blutigen Terror und faschistische Verwaltungsmethoden vorläufig aufrecht. Das kann nicht lange dauern. Die Völker Jugoslawiens werden den Weg zur Freiheit und zur Liquidierung des faschistischen Tito-Regimes finden.“ (siehe: „Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie“ Nr.30 vom 27. Juli bis 2. August 1951) [3]

Quellen:
[1] „Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie“, Bukarester Organ des Informationsbüros der Kommunistischen und Arbeiterparteien, Nr. 21 v. 27. Mai bis 2. Juni 1955, S.1.
[2] Kurt Gossweiler, Die Taubenfußchronik oder die Chruschtschowiade, Bd.1 (1953- 64), Stephan Eggerdinger Verlag, München, 2002, S.14.
[3] Lehrbuch für die Politischen Grundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1951, S.320f. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Das kann man im übrigen alles sehr schön nachlesen bei
Dr. Kurt Gossweiler in der Taubenfußchronik (s.Abb.):

tauben1 Tauben2

Dazu auch noch ein interessanter Hinweis darauf, wie die sozialistische volkseigene Wirtschaft Jugoslawiens zu kapitalistischer Wirtschaft entartete (aus einem Kommentar des ZK der KP Chinas: „Ist Jugoslawien ein sozialistischer Staat?“ vom 26. September 1963). http://politiekencultuur.blogspot.com/2011/10/1955-normalisierung-der-beziehungen.html  Danke, Nadja!

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11 Antworten zu Die faschistische Tito-Clique in Jugoslawien

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  2. Günter Hering schreibt:

    Wenn es so wäre, wie hier dargestellt, warum „durfte“ dann die NATO Jugoslawien zerstören? Ja, unter Tito ging Jugoslawien einen eigenwilligen und nicht ungefährlichen Weg, was beiden (der Person wie dem Staat) heftigste Missbilligung seitens des sozialistischen Lagers einbrachte. Rückschauend betrachtet sollten wir vielleicht nachdenklicher urteilen. Das von Jugoslawien wesentlich angeregte und mitgetragene Bündnis der blockfreien Staaten war so verkehrt nicht, weil deeskalierend wirkte und ein (zugegeben relativ bescheidenes) völkerrechtliches Subjekt gegen die Kriegstreiber war. Dass Jugoslawien auch (!) kapitalistische Betriebe erlaubte, machte die Wirtschaft flexibler gegenüber einer allzu starren Planwirtschaft. Und die Bürger im Umgang mit dem Kapitalismus (einschließlich der Möglichkeit, Gastarbeiter zu sein) zu trainieren, war vielleicht auch nicht ganz verkehrt. Die Jugoslawen sind jedenfalls nicht mit Losungen wie „Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr!“ auf die Straße gegangen, ihnen musste der positive Bezug zu ihrem Staat erst mit Bomben ausgetrieben werden.

    • sascha313 schreibt:

      Der gewünschte Übergang zum Sozialismus ist stets ein problematischer Vorgang, der nicht nur die Interessen des Volkes (insbesondere der bisher ausgebeuteten Arbeiterklasse!) berücksichtigen muß, sondern auch solche Fragen beachten, wie
      – Was muß getan werden, um das Wachstum und die Stabilität der Volkswirtschaft zu gewährleisten?
      – Was muß getan werden, um den revolutionären Prozeß der Vergesellschaftung nicht zu gefährden?
      – Wie kann und muß man auf Stimmungen und ideologische Einflüsse innerhalb der eigenen Bevölkerung Einfluß nehmen? Anders (und positiv) gesagt: Welche politisch-ideologische Überzeugungsarbeit muß geleistet werden, um die Werktätigen für den Aufbau des Sozialismus zu begeistern, und um einen hohen Mitwirkungsgrad zu erreichen?
      – Wie kann man die ökonomischen Überbleibsel des Kapitalismus allmählich umwandeln in sozialistische Produktionsverhältnisse?

      Das erfordert eine genaue Analyse der gegebenen, natioinalen Verhältnise, der Traditionen und des internationalen Kräfteverhältnisses. Inwieweit das im Falle Jugoslawiens sträflich mißachtet wurde, und vor allem inwieweit da imperialistische Geheimdienste beteiligt waren, ist natürlich in diesem kurzen Beitrag nicht ausführlich zu erörtern. Fakt ist, daß es letzteres gab, und Fakt ist auch, daß sich die Rolle Titos als die eines Kollaborateurs mit dem Imperialismus erwies.

      Die Zerstörung Jugoslawiens durch die NATO war, wie in anderen Fällen auch, eine mörderische „Präventivmaßnahme“ gegen das eventuelle Wiedererstarken sozialistischer Einflüsse. Damit war ja nicht nur das Land als solches gemeint, sondern in erster Linie dessen fortschrittliche Kräfte!

  3. Pingback: Ein Gespräch im Hause Chruschtschow nach der erfolgreichen Beseitigung des Genossen Stalin | Sascha's Welt

  4. Doed schreibt:

    Wie steht es eigentlich mit dem Tito-Stalin-Bruch (engl. Tito-Stalin-Split)? Was waren die Ursachen. Ich lese davon, dass die Ursache eines von von Stalin nicht gewollten, zweiten sozialistischen Block ist, sowie der Anschluss Griechenlands an Jugoslawien. Was war eigentlich die Ursache, dass Stalin die Kommunisten in Griechenland (aber auch in Jugoslawien) zur Zurückhaltung veranlassen wollte?

    • sascha313 schreibt:

      Wer schreibt denn so einen Unsinn? Hier nochmal:
      Kurt Gossweiler: „…keine Erfindung von irgendwem, sondern allbekannte Tatsache war es doch, daß ‚Marschall Tito‘ sein Land in den imperialistischen Balkan-Pakt geführt hatte, dem es gemeinsam mit den NATO-Mächten Griechenland und Türkei angehörte, und Jugoslawien – gewissermaßen als Belohnung für diesen klaren Übertritt ins Lager des Imperialismus – mit Waffen aus den USA beliefert wurde.“ (K.G. Taubenfußchronik, Bd.1, S.14)

      Es gibt keinen Grund hier „nachdenklicher“ zu urteilen. Dieser Weg des „Marschall Tito“ war nicht nur „ein nicht ungefährlicher Weg“, sondern ein klarer antikommunistischer Abweg, den ebenfalls Chruschtschow bevorzugte. Die Folgen haben wir heute zu tragen. Und es gibt auch keinen Grund an dem hier Dargelegten in irgendeiner Weise zu zweifeln!

      (Vielleicht sollten Sie den obigen Text erst lesen, bevor Sie hier irgendwelche Kommentare abgeben.)

      • Doed schreibt:

        Der Balkanpakt war erst 1954. Warum sollten die Kommunisten sich zurückhalten? Wollte Stalin das Prozentabkommen einhalten? Wenn ja, warum? Wollte er den Westen nicht provozieren? Also als eine Art Appeasement-Politik.

      • sascha313 schreibt:

        Das ist richtig. Doch zur Vorgeschichte gehört auch, daß es bereits 1925 im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) heftige Auseinandersetzungen mit Jugoslawien über die Nationalitätenfrage gegeben hatte, die darauf hinausliefen, daß man in der jugoslawischen KP glaubte, auf den Sturz der Bourgeoisie verzichten zu können. Es gab eine Fraktionsbildung, und 1937 wurde das ZK der jug.KP aufgelöst. Das jugoslawische Volk führte zwar einen heldenhaften Partisanenkampf gegen die hitlerfaschistischen Besatzer, doch wurde eine volksdemokratische Entwicklung nach der Befreiung durch die Sowjetarmee von der Tito-Clique untergraben und ein faschistisches Terror-Regime errichtet, das von den USA und England abhängig war. Daher hatte (wie das Informationsbüro der Kommunistischen und Arbeiterparteien 1949 feststellte) „die KP … in ihrer heutigen Zusammensetzung das Recht, sich Kommunistische Partei zu nennen, verloren“. 1953 schloß Jugoslawien ein Bündnis mit dem monarcho-faschistischen Griechenland und der Türkei ab und wurde bald darauf Verschwörungszentrum und Aufmarschbasis gegen die UdSSR. Und das hatte nunmal rein gar nichts mit Stalin zu tun. Woher nehmen Sie denn das???

      • Doed schreibt:

        Woher ich das nehme? Sowas wird an deutschen Unis gelehrt. Ich stelle bloß Fragen, weil ich sehr skeptisch bin.
        Erstmal vielen Dank. Wo kann ich mich genauer belesen?

  5. sascha313 schreibt:

    Sorry, das war mir nicht bekannt…
    Tja – mit der sowjetischen Geschichte – das ist nicht ganz so einfach. Das meiste ist natürlich auf Russisch, das findet man im Internet. Aber auch da ist Vorsicht geboten, denn es gibt einige Geschichtsfälschungen (z.B. auf ukrainischen Seiten). Da muß man sich schon auskennen. Auch die verfügbare DDR-Fachliteratur nach 1956 ist vom neuen Revisionismus beeinflußt. Hier gilt das gleiche. Wenn man Glück hat, findet man noch Geschichtsbücher von Kongreß-Verlag um 1953. Oder: Die Große Sowjet-Enzyklopädie, Verlag Kultur und Fortschritt, 1952 – ist auch eine gute Quelle. Von den neueren russischen Autoren gibt es bisher keine Übersetzungen. Auf alle Fälle ist die Internetseite von Dr.Kurt Gossweiler (http://www.kurt-gossweiler.de) unbedingt zu empfehlen. Eine verläßliche Quelle! Interessant sind aber auch die Beiträge von Enver Hoxha über diese Zeit. Englische Seiten dagegen (wie z.B. WSWS) sind oft trotzkistisch. Man sollte nachsehen, mit wem diese Seiten verlinkt sind und welche Begriffe verwendet werden, dann merkt man sehr schnell, ob die Texte echt sind oder falsch. Keinesfalls wikipedia.

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