Wer war Soja Kosmodemjanskaja?

Soja Kosmodemjanskaja

Soja Kosmodemjanskaja (1923-1941)

Mit imperialistischer Gier nach fremdem Reichtum hatte die faschistische deutsche Wehrmacht im Jahre 1941 wortbrüchig und heimtückisch die Sowjetunion überfallen, friedliche Einwohner ermordet, Dörfer geplündert und niedergebrannt, Bibliotheken und Schulen zerstört und die Getreidefelder mit ihren Panzern niedergewalzt. Die Sowjetunion mobilisierte daraufhin alle ihre Kräfte, um das Land von den fremden Eroberern zu befreien. Unzählige Menschen setzten ihr Leben ein für die Verteidigung ihrer sozialistischen Heimat. Als die Faschisten Moskau bedrohten, kämpften viele Komsomolzen als Freiwillige in den Reihen der Partisanenabteilungen. Weit über die Grenzen ihrer sowjetischen Heimat hinaus wurde dabei auch der Name der sowjetischen Komsomolzin Soja Kosmodemjanskaja bekannt.

In einem Schulbuch der DDR aus dem Jahre 1953 ist auch die Geschichte von Soja Kosmodemjanskaja beschrieben. Soja wurde 1923 geboren. In der Schule hatte sie in allen Fächern gute und sehr gute Zensuren. Sojas Mutter erzählte, daß sich Soja sehr für Mathematik und Physik interessierte. Oft saß das Mädchen abends am Tisch und arbeitete. Es gab Tage, an denen sie bis spät in die Nacht hinein noch lernte und ihre Schulaufgaben löste. Und am nächsten Tag bekam sie dafür eine gute Note.

img217 Kosmodemjanskaja Schulheft

Soja lernte auch die deutsche Sprache. Und sie lernte gerne Deutsch. Sie las und schrieb schon gut. Sie liebte die Bücher deutscher Dichter und Schriftsteller. Besonders gern las sie Gedichte des großen deutschen Dichters Goethe. [1] Während des Großen Vaterländischen Krieges erklärten sich viele sowjetische Komsomolzen bereit, die Heimat zu verteidigen. Es gab Komsomolzen, die im Hinterland des Feindes in Partisanenbrigaden kämpften, wie beispielsweise die Helden der „Jungen Garde“ von Krasnodon. Ihnen setzte der Schriftsteller Fadejew ein literarisches Denkmal.[2] Auch Soja Kosmodemjanskaja kämpfte im Hinterland des Feindes vor Moskau. Gemeinsam mit den jungen Partisanen ihrer Gruppe fügte sie den faschistischen Eindringlingen schwere Verluste zu. Als sie Ende November 1941 bei der Ausführung eines Auftrages im Dorf Petrischtschewo in die Hände ihrer Feinde geriet, blieb sie der Heimat bis zum Ende treu. Trotz grausamster Folter verriet sie ihre Freunde nicht. Noch zuletzt rief sie den Leuten zu: «Was steht ihr hier herum und laßt die Köpfe hängen! Ich habe keine Angst für mein Volk und für meine Heimat zu sterben. Wir sind viele, sie werden uns nicht alle überwinden. Zündet sie an, erschlagt sie, vergiftet diese faschistischen Lumpen. Stalin ist mit uns, und er wird kommen und sich rächen. Der Sieg wird unser sein!». So ging Soja Kosmodemjanskaja heldenhaft in den Tod.

img209  Ermordung Kosmodemjanskaja

Die Hinrichtung Soja Kosmodemjanskajas

Nach ihrer Ermordung wurde der Leichnam Sojas von den Faschisten grausam geschändet. Die Mutter Sojas, Ljubow Timofejewna Kosmodemjanskaja, deren zweites Kind, Schura, als Offizier der Sowjetarmee ebenfalls sein Leben für die Heimat opferte, hat der Nachwelt die Lebensgeschichte ihrer Kinder erzählt.[3] Die Komsomolzin Klawa, die mit Soja in einer Partisanenabteilung kämpfte, berichtete in einem Brief an die Mutter Sojas über ihr Zusammentreffen mit Soja und ihren gemeinsamen Kampf gegen die faschistischen Eindringlinge:

«Liebe Ljubow Timofejewna!
Mein Name ist Klawa. Ich war gemeinsam mit Ihrer Soja in der Partisanenabteilung… Ich weiß, daß es schwer für Sie sein wird, von mir zu hören, doch ich weiß auch das andere: Es wird wertvoll für Sie sein, alles über Ihre Soja zu erfahren. Mitte Oktober saß ich gemeinsam mit anderen Komsomolzen im Flur des Moskauer Komsomolkomitees. Ich wollte, wie auch die anderen, ins Hinterland des Feindes gehen und dort in einer Partisanenabteilung zu kämpfen. Inmitten der großen Menschenmenge, die vor dem Zimmer des Komsomol-Sekretärs stand, … (S.236ff.)

Ausschnitte aus dem Buch on Ljubow Kosmodemjanskaja lesen bzw. hören Sie hier:
http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4004841/45011871/ (unbedingt anhören! 22:49 min.)


Und so geht der russische Staat heute mit dem Vermächtnis der Helden des Großen Vaterländischen Krieges um. Dies sind Bilder der Schule Nr.201, in der Soja Kosmodemjanskaja und ihr Bruder Alexander lernten und das Abitur ablegten:

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Fotos: http://anothercity.livejournal.com/177407.html

Im Jahre 2010 wurde das Museum für Soja Kosmodemjanskaja aus angeblich „finanziellen Gründen“ geschlossen. Das Museum, die Schulbibliothek und die Unterrichtsräume wurden verwüstet und von Vandalen geschändet. Der jetzige Direktor fühlt sich nicht zuständig…

Quellen:
[1] Русский язык, Russisches Lehrbuch, Dritter Teil, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1953, S.19.
[2] Alexander Fadejew, Die junge Garde, Verlag Neues Leben (DDR), Berlin 1976.
[3] Ljubow Kosmodemjanskaja, Soja und Schura, Militärverlag der DDR, Berlin 1975.
Text (russ.) und Bilder: Мы победили („Tanja“ ermordet…)

Siehe auch:
Soja Anatoljewa Kosmodemjanskaja – Die unvergessene Heldin der Sowjetunion
Kommunisten-online: Die Partisanin Tanja
Zoya Kosmodemyanskaya (engl.)
The Heroic story of Soya Kosmodemyanskaya (engl.)
Northstar Compass: Tsatyana Shvetsova, Zoya Kosmodemyanskaya (engl.)
Dokumentarfilm (2005): Зоя Космодемьянская. Правда о Подвиге д/Ф (russ.)

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9 Antworten zu Wer war Soja Kosmodemjanskaja?

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  6. olivia2010kroth schreibt:

    …. Und so geht der russische Staat heute mit dem Vermächtnis seiner Geschichte um:

    „Ausschnitte aus dem Buch on Ljubow Kosmodemjanskaja lesen bzw. hören Sie hier:
    http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4004841/45011871/ (unbedingt anhören! 22:49 min.)“

    Diesen Link zu der „Stimme Russlands“ (german.ruvr.ru) gibt es nicht mehr. „Die Stimme Russlands“ wurde 2014 abgeschafft, bzw. dem „Sputnik“ einverleibt, der alles von früher gelöscht hat. Heute gibt es in den russischen Staatsmedien nur noch Quatsch mit Sosse, angerührt von dem derzeitigen „Direktor“ Dmitri Kisseljow, dem Chef-Medien-Clown und Hanswurst des „neuen Russlands“. Sehr schade! Die Stimme Russlands war ein wunderbares Medium, ebenso wie die englische Voice of Russia. Ich publizierte dort viele Artikel. Alles gelöscht!

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Olivia! Das ist die Erklärung. Auch in Rußland greifen nun auch immer mehr die Oligarchen in die Medienpolitik des Landes ein. Das betrifft vk, ok, mail und yandex auch. Trotzdem ist es gut, daß in den russischen Blogs auch andere, realistische Stimmen zu finden sind. Sogar bedeutende Bücher sind wieder auffindbar. Doch leider bleibt der Zugang dazu nur denen vorbehalten, die Russisch verstehen. Übersetzungen ins Deutsch sind die äußerst seltene Ausnahme. Und dabei wäre gerade das sehr hilfreich, vor allem, wenn man die Geschichte (insbesondere die sowjetische Geschichte!) kennenlernen und verstehen will… Die deutsch-amerikanischen und EU-Lügen hängen uns längst zum Halse raus!

      • olivia2010kroth schreibt:

        Ja, die deutsche Seite von „Sputnik‘ ist grässlich. Unlesbar, ungeniessbar. Es fehlt eine gute deutsche Ausgabe von russischen Medien seit der Schliessung der „Stimme Russlands“. Es bleibt eiine Lücke, die ich als sehr schmerzlich empfinde. Vor allem auch zur Kultur und Geschichte Russlands gibt es überhaupt nichts Ordentliches mehr seit dem Verschwinden der „Stimme Russlands“. Ich trauere ihr nach ….

      • sascha313 schreibt:

        Ja, leider ist da „der Wurm drin“, diese Oligarchenbanditen sind um keinen Deut besser (eher schlimmer!) als anderswo…

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