Rußland: Ein verlassenes Kindererholungsheim

shurawlenokErinnerung an besseren Zeiten: Das war  einmal ein sowjetisches Kindererholungsheim… Für heutige Verhältnisse einfach undenkbar, doch im Sozialismus eine selbstverständliche Realität: Die medizinische Betreuung und Pflege war für die Werktätigen in den sozialistischen Ländern generell kostenfrei. Kuren und medizinische Behandlungen wurden vom Staat bezahlt. Die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen stand an oberster Stelle. In der Sowjetunion gab es unzählige solcher Kindererholungsheime, Ferienlager und Freizeiteinrichtungen, Kinderpaläste und nicht zuletzt das Kinderferienparadies „Artek“. Deren Nutzung war ausschließlich den Kindern vorbehalten und diente nicht irgendwelchen privaten Profiteuren. Heute ist das alles anders. Rußland ist ein kapitalistischer Staat – was sich nicht rentiert, wird einfach abgeschafft. Oder es verfällt, wie die folgenden erschreckenden Bilder zeigen.

Ein wenig Statistik: In der Sowjetunion gab es bis 1968 etwa 500 Kurorte und für Heilzwecke zugelassene Orte. Sie verfügten über 2.207 Sanatorien mit 417.000 Plätzen, darunter 1.178 Kindersanatorien mit über 146.000 Plätzen. Besonders dem Wohl der Kinder galt die Sorge des sozialistischen Staates. Die aus medizinischen Gründen in die Sanatorien eingewiesenen Kranken erhielten die Kur unentgeltlich oder gegen einen geringen Kostenbeitrag von bis zu 30%. Nur ein geringer Teil der verfügbaren Plätze wurde an Patienten vergeben, die den vollen Betrag entrichteten. Die Kurorte boten auch außerhalb der Sanatorien organisierte Möglichkeiten für ambulante Behandlungen und systematische Kuren. Die Gesamtzahl der in den sowjetischen Kuorten organisiert durchgeführten Kuren belief sich 1968 beispielsweise auf über 9 Millionen.*

Heute sind fast alle diese Einrichtungen verfallen oder sie wurden „privatisiert“, d.h. sie sind heute Quelle sprudelnder Profite für die habgierige russische Bourgeoisie. In diesem ehemals sowjetischen Kindererholungsheim „Zhurawlenok“ (Der kleine Kranich) wird es wohl nie wieder ein fröhliches Kinderlachen geben:

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Text:
* Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Handbuch, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S.438.

Weitere Bilder: http://www.urban3p.com/object14983/gallery/

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