Der sozialistische Journalismus

Budzislawski

Hermann Budzislawski

In den Medien, im Internet und bei Wikipedia tobt der ideologische Kampf. Alles was nicht der Propaganda der einflußreichen Medienkonzerne und der von den USA verbreiteten Sicht entspricht, wird beschimpft, bekämpft und verleumdet. Kritische Wissenschaftler und freie Journalisten, die dem Mainstream zu widersprechen wagen, werden verschwiegen, falsch zitiert, als unglaubwürdig und als nicht reputabel hingestellt (oder schlimmstenfalls – wie Oleg Busin in der Ukraine – ermordet). Anschuldigungen wie „antisemitisch“ oder „Verschwörungstheoretiker“ sind da noch die mildesten Vokabeln, wenn denen, die für sich die Meinungshoheit in Anspruch nehmen, die Argumente ausgehen. Das war im Falle von 9/11 so, beim Abschuß der MH17 und es trifft ebenso auf die aktuelle Berichterstattung im Fernsehen zu. Was ist das nur für ein Niveau??? Der in der DDR hochangesehene Publizist und Journalist Prof. Dr. Hermann Budzislawski – Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts ein enger Mitarbeiter von Carl von Ossietzky – beschreibt in seinem Buch über die Sozialistische Journalistik, wie wir in der DDR mit gegnerischen Informationen umgingen und wie man sich auch heute wieder damit auseinandersetzen sollte.

Der Kampf mit der gegnerischen Information

1. Wir lassen uns unsere Informationspolitik nicht vom Gegner aufzwingen. Wir vermitteln unseren Lesern und Hörern das richtige, marxistisch-leninistische Bild von uns und von der Welt, und das ist die grundlegende Gegenwirkung gegen den feindlichen Einfluß.

2. Unser Monopol auf die Informationsmittel ist nicht vollständig. Gelegentlich muß daher direkt geantwortet werden, wie es Karl-Eduard von Schnitzler im „Schwarzen Kanal“ tut. Meist unterlassen wir die direkte Antwort, um nicht für die westlichen Informationsmittel Reklame zu machen. Dann müssen wir in unseren eigenen Meldungen Material publizieren, das das ungenannte Material des Gegners widerlegt.

3. Wenn der Gegner grobe Lügen allgemeinen Charakters über uns verbreitet, so ist es Ermessenssache der zentralen Presse, ob sie nicht doch darauf eingeht. Sie unterläßt es häufig, um uns nicht den Gegenstand der Diskussion vom Feind aufnötigen zu lassen, und wartet lieber auf eine günstige Gelegenheit, nebenbei Verleumdungen über uns zu widerlegen. Aber auch die direkte Aufdeckung von feindlichen Lügen kann sehr nützlich sein.

4. Wir setzen uns mit feindlichen Lügen nicht defensiv, nicht entschuldigend auseinander, sondern gehen immer in die Offensive und zeigen, was auf dem betreffenden Gebiet beim Feind faul ist.

5. Dabei dürfen wir unseren Lesern kein falsches Bild von der politischen Situation im gegnerischen Lager vermitteln. Wenn Walter Lippmann etwas schreibt, was wir benutzen können, so zeigen wir, wie sich unsere Politik auswirkt und selbst imperialistische Journalisten beeinflußt. Wir haben dabei stets vor Augen, daß wir aus imperialistischen Organen zitieren und daß beispielsweise der „Spiegel“ kein Verbündeter ist. Wir sollten auch nicht verschweigen, daß es sich um ein Bruderorgan handelt, wenn wir eine kommunistische Zeitung Skandinaviens oder Asiens zitieren. Unsere Leser und Hörer haben auch in dieser Beziehung Anspruch auf das marxistisch-leninistisch richtige Bild der Realität.

6. Vergessen wir nie, daß das umfassende Wissen, welches wir durch unsere Information vermitteln können, die beste Waffe gegen alle ideologischen Einbruchsversuche des Feindes ist.

Quelle:
Hermann Budzislawski, Sozialistische Journalistik, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1966, S.187-188.

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Eine Antwort zu Der sozialistische Journalismus

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