Erinnerung an den hervorragenden Kommunisten Wiktor Iljuchin

Iljuchin

Prof. Dr. jur. Wiktor Iljuchin (01.März 1949 – 19.März 2011)

Nunmehr sind schon über vier Jahre vergangen, als der kommunistische Duma-Abgeordnete Prof. Dr. jur. Wiktor Iljuchin, unter mysteriösen Umstanden ums Leben kam. Er entlarvte die antisowjetischen Lügen um Katyn und deckte die systematischen Fälschungen im russischen Staatsarchiv unter Gorbatschow und Jelzin auf. Die Hintergründe seines plötzlichen Todes wurden nie aufgeklärt, und auch seine Erkenntnisse und Enthüllungen, die vermutlich Ursache für seine Ermordung waren, blieben der Streitgegenstand vieler neuerlicher Fälschungen. Wiktor Iljuchin war ein hervorragender Kommunist. Mit der Prinzipienfestigkeit und der Klarheit seines marxistisch-leninistischen Standpunktes setzte er sich für die historische Wahrheit ein.  Sein Leben war gekennzeichnet von einer aufrichtigen und uneigennützigen Haltung, sie entsprach dem Wesen einer hochgebildeten und unerschrockenen Persönlichkeit.

Ein seltsamer Todesfall

Zum Tode von Prof. Wiktor Iljuchin
Von Tamara Kaminskaja

Auf Kommunisten-online am 28. März 2011 – Was fühlt man gewöhnlich, wenn ein fremder Mensch stirbt, mit dem man nicht persönlich bekannt war? Wahrscheinlich ein natürliches Gefühl des Bedauerns und der Anteilnahme mit den Verwandten, aber nicht mehr. Die Mitteilung davon, daß im Moskauer Gebiet in der Nacht auf 20. März Wiktor Iljuchin starb, der Abgeordnete der Russischen Staatsduma der Fraktion von KPRF, hat auf mich einen solchen Eindruck gemacht, als ob einer meiner nahen Verwandten gestorben wäre.

Es ist ein Gefühl eines unersetzlichen Verlustes. Als ich die kurzen Kommentare zu den Mitteilungen vom Tode Iljuchins las, verstand ich, daß nicht nur ich dieses Gefühl hatte. Viele, die die KPRF und die kommunistische Ideologie nicht unterstützen, hatten geschrieben, aber alle stimmten in der Einschätzung der Persönlichkeit Kommunisten Iljuchin als eines ehrlichen, sehr anständigen und kompromißlosen Menschen überein. Dafür mag die Tatsache stehen, daß er wegen der Anregung einer Strafsache gegen Gorbatschow im Oktober 1991 nach dem Artikel der Verfassung „Verrat der Heimat“, zwei Tage danach aus der Staatsanwaltschaft der UdSSR entlassen wurde.

Und auch in der neueren Geschichte Rußlands hat Iljuchin sich nicht geändert – er hat sein Gewissen nicht gegen das Geld und Wohlstand ausgetaucht. Als 1999 in der Staatsduma der Russischen Föderation die Frage über das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidenten Jelzin aufkam, trat Iljuchin mit einer Anklagerede auf. Außer der Arbeit in Duma beschäftigte sich Wictor Iwanowitsch Iljuchin mit Öffentlichkeitsarbeit. Er leitete die Bewegung „Zur Unterstützung der Armee, der Verteidigungsindustrie und der Militärwissenschaft“. Zuvor hatte diese Bewegung General Rochlin* geleitet.

Außerdem beschäftigte sich Iljuchin seit langem und nicht ergebnislos mit dem Problem, das mit den Verbrechen in Katyn verbunden ist: Er trat in der Staatsduma zu dieser Frage auf, wobei der die offizielle Version über die Schuld der UdSSR und die persönliche Verantwortung Stalins für diese Erschießungen überzeugend widerlegte. Der Schriftsteller Jurij Muchin, Autor der Bücher über die Katyner Erschießungen „Das Verbrechen von Katyn“ und die „Antirussische Verleumdung“ schreibt im Zusammenhang mit dem Tod Wiktor Iljuchins: „Er fand eine Erklärung für den technischen Verlauf der Fälschungen, weshalb die Duma und der russische Präsident die UdSSR des Mordes beschuldigten; er hatte die Beweisstücke in der Hand, welche die Fälschungen der Katyner Sache belegen. Er sollte als Hauptzeuge und als einziger Zeuge vor Gericht auftreten, als einer der die Fälschungen der Katyner Sache bezeugen konnte. Das ist nun nicht mehr möglich“ …

… Mein persönlicher Bezug zu Wiktor Iljuchin ist auch noch dadurch bedingt, daß ich seit 1991 zwanzig Jahre meines Lebens mit der Arbeit im Forschungsinstitut des Verteidigungskomplexes der UdSSR verbracht habe, die in den vergangenen Jahren schonungslos und vollständig zerstört wurde. Und Wiktor Iwanowitsch Iljuchin hatte sich gerade auch mit Fragen der Armee und der Militärwissenschaft beschäftigt.

Es gibt bei den Menschen eine Besonderheit – sie sind sterblich, und die guten Menschen sind viel öfter sterblich, als alle übrigen. Und es scheint bemerkenswert zu sein, wenn ein bedeutender Mensch aus dem Leben geht, daß ringsum eine Leere entsteht, und es gibt keinen Ersatz. Wiktor Iwanowitsch Iljuchin war ebenso alt wie ich – möge er ewig in unserem Gedächtnis bleiben! Gerade über solche Menschen heißt es im Lied: „Ohne dich ist die Erde leer…“.

* General Rochlin wurde 1998 ermordet.

Quelle:
aus: Kommunisten-Online-Archiv
Originaltext: Однако
vom 2011-03-26 22:28

Siehe auch:
Fälscher im russischen Staatsarchiv
Über die Nazimorde im Wald von Katyn
Katyn: Waren die Dokumente gefälscht?

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2 Antworten zu Erinnerung an den hervorragenden Kommunisten Wiktor Iljuchin

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