Clara Zetkin und die Oktoberrevolution

ZetkinClara Zetkin erkannte vom ersten Tage an die historische Bedeutung der Oktoberrevolution, und vom ersten Tage an trug sie diese Erkenntnis unter die Massen, trat sie – der Hetze der Imperialisten, der rechten sozialdemokratischen Führer und der Führer der USPD zum Trotz – kühn an die Seite der Bolschewiki. In einem Leitartikel der Leipziger Volszeitung vom 30. November 1917 schrieb sie:

„Die russischen Proletarier und Bauern sind reif zur Revolution, zum Kampf für die Eroberung der Staatsmacht, weil sie die Revolution, die Staatsmacht wollen und den Kampf nicht scheuen.“ Und sie fuhr fort: „Eroberung der ganzen politischen Macht im Reiche, Eroberung der Staatsmacht, das besagt eines. Die Revolution kann sich nicht damit begnügen, Rußland politisch umzuwälzen, sie muß auch wirtschaftlich und sozial mit dem Hammer philosophieren, auf daß Neues erstehe.
Der soziale Inhalt dieser Revolution ist eine Lebensnotwendigkeit. Die Regierung der Sowjets will der Bauernschaft den Grund und Boden, will der Arbeiterklasse die Kontrolle über die industrielle Gütererzeugung übergeben. Umwälzungen sind das, denen Berge von Schwierigkeiten entgegenstehen, die aber auch der Erhebung der Bolschewiki die höchste geschichtliche Tragweite verleihen, für Rußland selbst wie für die ganze Welt.

Die wichtigste Vorbedingung für die Durchsetzung des revolutionären Programms ist der Friede. Die revolutionäre Regierung erstrebt ihn getreu der Auffassung, die die Bolschewiki seit Kriegsausbruch konsequent in die Massen getragen haben: Das Proletariat Rußlands steht in unversöhnlichem Gegensatz nicht bloß zum Imperialismus der Mittelmächte, sondern zum Imperialismus aller Staaten, Rußland inbegriffen…

Welches auch immer für den Augenblick der Ausgang des kühnen Kampfes der russischen Arbeiterklasse um die Macht und für den Frienden sein mag; er wird nicht umsonst gewesen sien. Dieser Kampf wird tiefe, unverwischbare Spuren in die Geschichte graben, und nicht nur von seinem Sieg, den die Proletarier aller Länder leidenschaftlich wünschen, von der bloßen Tatsache, daß er war, wird neues, schöpferisches Leben ausstrahlen.“

Lenin anwortete ihr in einem Brief:

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In einem Brief an die rechten sozialdemokratischen Führer bekannte sich Clara Zetkin eindeutig zur Diktatur des Proletariats:

„Die das revolutionäre Rußland führenden Bolschewiki stehen in einem Krieg von unvergleichlicher Tragweite … Wer das Ziel will, darf vor dem Weg zum Ziel nicht zurückschrecken. Eine proletarische, auf den Sozialismus gerichtete Revolution kann sich ohne Diktatur nicht durchsetzen, unter den in Rußland gegebenen geschichtlichen Bedingungen erst recht nicht.“ (S.273)

Quelle:
Luise Dornemann; Clara Zetkin – Ein Lebensbild, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1957, S.266ff.

Siehe auch:
Clara Zetkin zur Frauenfrage.
Clara Zetkin: Wider den sozialdemokratischen Revisionismus
Clara Zetkin: Ich will dort kämpfen, wo das Leben ist

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