Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit

AbfallEs ist doch erstaunlich, wie aktuell Lenin’s Worte heute wieder sind. Im Dezember 1905 schrieb Lenin für die Zeitschrift „Nowaja Shisn“  einen interessanten Artikel gegen die religiöse Verblödung. Das war in der DDR kein Thema mehr. Wir hatten allerings die Entwicklung zum Sozialismus schon für unumkehrbar gehalten. Wir hatten geglaubt, man könne das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen. Doch die Konterrevolution von 1989 bewies uns das Gegenteil. Und nun wurden wir trotz enormer technischer Fortschritte um gute hundert Jahre zurückgeworfen. Die Religion erfuhr einen neuen „Aufschwung“, der Fürstenknecht Luther avancierte wieder mal zum großen Vorbild für die Protestanten. Pfaffenknechte dürfen in den Schulen Religion „unterrichten“ und die Unbildung und Unaufgeklärtheit der Massen nimmt mit Riesenschritten wieder zu. Man fragt sich doch: Woher kriegen die ihr Geld?

Wir leben im Kapitalismus

Die moderne Gesellschaft ist ganz auf der Ausbeutung der ungeheuren Massen der Arbeiterklasse durch eine verschwindend kleine, zu den Klassen der Grundeigentümer und Kapitalisten gehörende Minderheit der Bevölkerung aufgebaut. Das ist eine Sklavenhaltergesellschaft, denn die „freien“ Arbeiter, die ihr Leben lang für das Kapital arbeiten, „haben Anrecht“ nur auf solche Existenzmittel, die zum Lebensunterhalt der Profit erzeugenden Sklaven und zur Sicherung und Verewigung der kapitalistischen Sklaverei notwendig sind.

Unser Ziel – Entmachtung der Kapitalisten

Koltschak

Kapitalist, Pope und Kulak ziehen die Staatskarosse

Die ökonomische Unterdrückung der Arbeiter verursacht und erzeugt unvermeidlich alle möglichen Arten der politischen Unterdrückung und sozialen Erniedrigung, der Verrohung und Verkümmerung des geistigen und sittlichen Lebens der Massen. Die Arbeiter können sich mehr oder weniger politische Freiheit für den Kampf um ihre ökonomische Befreiung erringen, aber keinerlei Freiheit wird sie von Elend, Arbeitslosigkeit und Unterdrückung erlösen, solange die Macht des Kapitals nicht gestürzt ist.

Ein besseres Leben – nur im Jenseits?

Die Religion ist eine von verschiedenen Arten geistigen Joches, das überall und allenthalben auf den durch ewige Arbeit für andere, durch Not und Vereinsamung niedergedrückten Volksmassen lastet. Die Ohnmacht der ausgebeuteten Klassen im Kampf gegen die Ausbeuter erzeugt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf mit der Natur den Glauben an Götter, Teufel, Wunder usw. erzeugt.

Religion ist so eine Art geistiger Fusel

ReligionswaechterDenjenigen, der sein Leben lang arbeitet und Not leidet, lehrt die Religion Demut und Langmut hienieden und vertröstet ihn mit der Hoffnung auf himmlischen Lohn. Diejenigen aber, die von fremder Arbeit leben, lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden, womit sie ihnen eine recht billige Rechtfertigung ihres ganzen Ausbeuterdaseins anbietet und Eintrittskarten für die himmlische Seligkeit zu erschwinglichen Preisen verkauft. Die Religion ist das Opium des Volks. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen. (…)

Kommunisten gegen die religiöse Verblödung

Unsere Partei ist ein Bund klassenbewußter, fortgeschrittener Kämpfer für die Befreiung der Arbeiterklasse. Ein solcher Bund kann sich nicht gleichgültig verhalten zur Unaufgeklärtheit, zu Unwissenheit und zu Dunkelmännertum in Form von religiösem Glauben.

Wissenschaftliche Weltanschauung beseitigt religiösen Nebel

Diebstahl

…heute kassiert’s der Staat

Unserem ganzen Programm liegt eine wissenschaftliche, und zwar die materialistische Weltanschauung zugrunde. Die Erläuterung unseres Programms schließt daher notwendigerweise auch die Klarlegung der wahren historischen und ökonomischen Quellen des religiösen Nebels ein. Unsere Propaganda schließt notwendigerweise auch die Propaganda des Atheismus ein; die Herausgabe entsprechender wissenschaftlicher Literatur, die von der absolutistisch-fronherrschaftlichen Staatsmacht bisher streng verboten und verfolgt worden ist, muß jetzt einen Zweig unserer Parteiarbeit bilden. Wir werden jetzt wahrscheinlich den Rat befolgen müssen, den Engels einmal den deutschen Sozialisten erteilt hat: die Literatur der französischen Aufklärer und Atheisten des 18. Jahrhunderts zu übersetzen und massenhaft zu verbreiten.

Im Kampf gegen die finsteren Mächte des Kapitals

Doch wir dürfen uns dabei auf keinen Fall dazu verleiten lassen, die religiöse Frage abstrakt, idealistisch, „von Vernunft wegen“, außerhalb des Klassenkampfes zu stellen, wie das radikale Demokraten aus der Bourgeoisie häufig tun. Es wäre unsinnig, zu glauben, man könne in einer Gesellschaft, die auf schrankenloser Unterdrückung und Verrohung der Arbeitermassen aufgebaut ist, die religiösen Vorurteile auf rein propagandistischem Wege zerstreuen. Es wäre bürgerliche Beschränktheit, zu vergessen, daß der auf der Menschheit lastende Druck der Religion nur Produkt und Spiegelbild des ökonomischen Drucks innerhalb der Gesellschaft ist. Durch keine Broschüren, durch keine Propaganda kann man das Proletariat aufklären, wenn es nicht durch seinen eigenen Kampf gegen die finsteren Mächte des Kapitalismus aufgeklärt wird.

Quelle:
W.I.Lenin, „Nowaja Shisn“ Nr.28, 3.Dez.1905, LW, Bd.10, S.70-75.
(Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Siehe auch:
Die Kirche und der deutsche Staat
Der kirchliche Hofstaat
Die schwarzen Pfaffen und die Politik
Luthers unheiliger Geist
Der Griff der Kirche nach der Macht

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7 Antworten zu Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit

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  6. GreenHope schreibt:

    Lieber Norbert,

    Mir ist bewusst, dass der Marxismus-Leninismus eine materialistische Weltsicht vertritt. Dennoch finde ich, dass das Verhältnis zwischen Politik und Religion, speziell das angestrebte Verhältnis zwischen Religion und Sozialismus keine so leichte Frage ist, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag.

    Für mich ist klar, dass nach dem Prinzip des Säkularismus eine grundsätzliche Trennung zwischen Politik und Religion stattfinden muss. Aber wie weit soll diese Trennung gehen? Sollten auch religiöse Menschen in einer kommunistischen Partei mitwirken, solange sie ihren Glauben als reine Privatangelegenheit behandeln und keine idealistischen Positionen in die Partei tragen? Sollten religiöse Symbole wie das Kreuz, die Kippa oder das Kopftuch für öffentlich Bedienstete wie z.B. Lehrer erlaubt sein?

    Immer wieder erlebe ich wie vor allem die „Islam-Debatte“ in kulturrassistischer Art und Weise ausgetragen wird. Da wird von vorgeblichen „Feministen“ und „Feministinnen“ wie Alice Schwarzer der Islam als besonders reaktionär im Vergleich zum „aufgeklärten Westen“ dargestellt und muslimischen Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung, dass nunmal auch ihre Entscheidungsfreiheit ein Kopftuch zu tragen oder nicht, abgesprochen. Man schweigt hingegen über imperialistische Kriege gegen muslimisch geprägte Länder und die Unterstützung radikal-islamischer Gruppen durch den Westen und seine Marionetten vom Golf, welche die Situation für die Frauen und alle Menschen dort drastisch verschlechtert haben. Vor 1980 gab es so gut wie keine radikalen Islamisten, sie mussten erst herangezüchtet werden. Auch ich war mal Verfechter eines konsequenten Laizismus, jedoch haben mich einige Entwicklungen an der Sinnhaftigkeit meiner Position zweifeln lassen. In Frankreich ist es beispielsweise nahezu unmöglich als kopftuchtragende Muslimin einen „angemessen“ bezahlten Arbeitsplatz zu bekommen. Unter dem Vorwand des Laizismus wird so eine ganze Volksgruppe von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen.

    Mich würde daher interessieren wie du diese Problematik siehst.

    • sascha313 schreibt:

      Natürlich gibt es mit dem Umbruch der gesellschaftlichen Verhältnisse, also nach einer Revolution, immer auch Erscheinungen die erst einmal ins Gegentil umschlagen, ohne daß man immer davon ausgehen kann, daß dies auch günstig ist. Es werden viele Anhänger alter Denkmuster verschreckt, und werden so zu „Oppositionellen“, ohne daß es vielleicht sein müßte. Andererseits ist aber eine neue, fortschrittlichere Gesellschaftsordnung ohne den radikalen Bruch mit der alten ökonomischen Basis und dem darauf über Jahrhunderte gewachsenen Überbau nicht möglich. Man muß also (nach einer Revolution) den alten Staatsapparat zerbrechen.

      Es ist interessant zu lesen und zu beobachten, was in muslimisch oder orthodox geprägten Ländern und Regionen geschah. Vielfach hatte sich die religiöse Grundhaltung einfacher Menschen schon nach wenigen Jahren oder Jahrzehnten von selbst erledigt. Je nachdem, wie auch das wissenschaftliche Denken Einzug in die Schulen fand. So gab es in Afghanistan der 60er Jahre bspw. so gut wie keine jungen Frauen mehr, die ein Kopftuch trugen. Im Gegenteil, sie besuchten Schulen und Universitäten und konnten plötzlich aufatmen, weil die Gleichberechtigung ihr ganzes Leben zum Positiven veränderte.

      Der „Laizismus“, also marxistisch gesprochen: die „Trennung von Kirche und Staat“, war schon immer eine wichtige Forderung der fortschrittlichen Menschheit. Im Grunde genommen sind Marxismus und Religion so unvereinbar wie Wissenschaft und „schwarze Magie“. Lies mal, was Marx zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie schreibt. (MEW, Bd.1, 378-395.)

      Ebenso unvereinbar sind auch Religion und Bildung. Und das nicht erst, seitdem der Marximus-Leninismus Einzug in die Universitäten gehalten hat. Schon Giordano Bruno und Galilei hatten ihre Kämpfe gegen solches „Opium des Volkes“ – was kann dabei herauskommen, wenn Pfaffen in der Schule verkünden, was Recht und was Unrecht ist? Völliger Untertanengeist! Und das ist ja auch gewollt…

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