Wozu brauchen wir kommunistische Agitation und Propaganda?

iskraGerade in der heutigen verschärften Auseinandersetzung zwischen der bürgerlichen und der kommunistischen Ideologie ist es von größter Bedeutung, zur richtigen Zeit die richtigen Argumente zu haben, um schwankende, in ihrer Haltung noch unsichere Menschen zu überzeugen und sie in ihrem proletarischen Klassenstandpunkt zu bestärken. Den verbissenen Gegner zu überzeugen, dürfte wohl kaum möglich sein. Ebenso sind endlose Diskussionen über Axiome des Marxismus-Leninismus eher Zeitvergeudung. Der in einem vorigen Beitrag bereits zitierte Prof. Budzislawski schreibt:

Weshalb hat Lenin die Zeitung als kollektiven Propagandisten, Agitator und Organisator bezeichnet?

Die Presse neuen Typs ist nicht ein Instrument, das sich in den Händen einzelner Redakteure befindet und von ihnen gelenkt wird; sie ist ein kollektives Instrument der gesamten Partei. Eine weitere Kollektivität, die über die Wechselwirkung zwischen der gesamten Partei und der Parteizeitung hinausgeht, besteht zwischen der Presse neuen Typs und den breiten Massen, an die sich die Presse wendet. Eine Zeitung ist erst dann mit den Massen eng verbunden, wenn eine wachsende Zahl von Lesern an ihr mitarbeitet. Wir können also sagen: Die Presse neuen Typs ist eine kollektive Institution, weil Partei, Presse und Leser ein Kollektiv darstellen, weil sie füreinander und miteinander arbeiten. Sie hat infolgedessen eine völlig andere Struktur wie die Monopolpresse einerseits und die opportunistische sozialdemokratische Presse andererseits.

Das Wort „Agitation“ kommt vom lateinischen agitare – in Bewegung setzen. In der Chartistenbewegung (1830) wurde das Wort Agitator im Sinne von Aufwiegler gebraucht. Der 1839 entstandene Begriff der „Volksagitation“ bedeutete eine Tätigkeit, die das Volk in Bewegung setzte. Im bürgerlichen Sprachgebrauch wird das Wort Agitation vorwiegend negativ, abwertend benutzt. Man versteht darunter etwas Schlechtes, den Gebrauch unfairer Mittel Einschließendes. Wenn man im Volk lebhaft, für oder gegen eine Sache oder Person wirkt, so spricht die Bourgeoisie abfällig von aufreizen, hetzen, agitieren. In der Arbeiterbewegung ist dagegen die Funktion des Agitators etwas sehr Ehrenvolles; wir brauchen den Begriff im Sinne von Aufklärer, Erzieher zum fortschrittlichen Denken.

WerbungDas Wort „Propaganda“ tauchte im Sinne von ideologischem Kampf erstmals 1622 in der päpstlichen „Congregatio cardinalium de Propaganda fide“ auf. Das war die nach der Reformation anstelle der Inquisition mit ihren Foltermethoden geschaffene friedliche Art der Bekehrung von Ketzern. Dazu rechnete man auch das Missionswesen mit den dazugehörigen Lehranstalten. Davon abgeleitet, wurde in der Folgezeit jede Wirksamkeit, Anhänger für eine Lehre zu gewinnen, als Propaganda bezeichnet. Diese Form der Menschenbeeinflussung ist im Imperialismus mit Recht völlig in Verruf geraten. Sie hat nichts mit der Verbreitung der Wahrheit zu tun und ist zur Reklame-„Wissenschaft“ entartet, zur Lehre von der Technik der Massenverführung, gleichgültig mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck. Bekanntlich haben sich die Nazis, um ihre Demagogie wirksam zu gestalten, der Propaganda-„Wissenschaft“ bedient, die heute im Imperialismus als die Methodenlehre von der „psychologischen Kriegsführung“ fortlebt.

In der Arbeiterbewegung wird dagegen der Begriff Propaganda völlig anders verwendet, nämlich für die Kennzeichnung der planmäßigen Verbreitung von Lehren und Grundsätzen (in der Polemik mit Irrlehren) und als wichtiger Bestandteil der politischen Arbeit, die darin besteht, dem Volk die als wissenschaftliche Wahrheit erkannten Grundlagen seines Handelns zu übermitteln. Ein Propagandist ist der Leiter eines Zirkels, ein systematischer Aufklärer der Partei und der Massen.

Quelle:
Hermann Budzislawski, Sozialistische Journalistik, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1966, S.107.

Siehe auch:
Der sozialistische Journalismus
Was ist kommunistische Propaganda und wem dient sie?
Wider den geistigen Schmutz des bürgerlichen Journalismus

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