Was ist ein Revolutionär?

streikende arbeiterUnter Revolution versteht man „den einfachen Sturz einer Regierung, der das Ergebnis einer kurzen Straßenschlacht sein kann. Das ist der engere Sinn des Wortes. Der weitere umfaßt den ganzen Entwicklungsprozeß eines neuen Gesellschaftsorganismus, der sich die entsprechende Staatsform zu schaffen hat.“ [1] (W.Liebknecht)

Nicht jeder, der heute von sich behauptet, ein Revolutionär zu sein, ist tatsächlich einer, und schon gar nicht jeder ist auch gleich ein Kommunist. Wer nur rrrrevolutionäre Sprüche klopft und lauthals die Abschaffung des Kapitalismus fordert, um anschließend wieder in seine vorgewärmten Pantoffeln zu schlüpfen, der wird wohl kaum zu revolutionären Taten fähig sein. Der sogenannte „regime change“ hat nichts mit Revolution zu tun. Soziale Revolutionen stürzen die alte überlebte Gesellschaftsordnung, damit eine neue, fortschrittliche errichtet werden kann.

Lenin schrieb 1913 seinen „Notizen eines Publizisten“:

„Ein Revolutionär ist der, der die Massen lehrt, auf revolutionäre Art zu kämpfen.“ [2]

Ein Revolutionär ist ein unbeugsamer Verfechter der Ziele der Revolution, der seine ganze Persönlichkeit uneigennützig in den Dienst der revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft und des gesellschaftlichen Fortschritts stellt. Er tritt leidenschaftlich für die sich aus der gesetzmäßigen Entwicklung der Gesellschaft ergebenden revolutionären Ziele in der jeweiligen Epoche ein und handelt in Übereinstimmung historischen Prozeß. Jede historische Entwicklungsetappe bringt Revolutionäre hervor und stellt objektive neue Anforderungen an sie.

Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre

In der Klassengesellschaft ist erfolgreiches revolutionäres Wirken nur durch einen festen Klassenstandpunkt und durch leidenschaftliches Eintreten für die Ziele und Interessen der revolutionären Klasse möglich. Die Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre, weil sie mit einer wissenschaftlichen Gesellschafts- und Revolutionstheorie ausgerüstet sind, damit Einblick in die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung haben und die Massen zu führen in der Lage sind; als der revolutionärste Teil der Arbeiterklasse vertreten sie zugleich die Interessen aller Werktätigen des eigenen Landes und als proletarische Internationalisten (proletarischer Internationalismus) treiben sie den revolutionären Weltprozeß voran.

winterpalais

Sturm auf das Winterpalais (1917)

Revolutionäre Kämpfer, die ihre gesamte Tätigkeit legal und illegal der Organisierung, der unmittelbaren Vorbereitung der Massen auf die sozialistische Revolution sowie dem Aufbau und der Verteidigung des Sozialismus widmen, nennt Lenin Berufs-Revolutionäre. Der Begriff Revolutionär ist jedoch keinesfalls an eine berufliche Tätigkeit in der marxistisch-leninistischen Partei, in den Organen des sozialistische Staates oder in den gesellschaftlichen Massenorganisationen gebunden. Auch kann die Ausübung einer gesellschaftlichen Funktion mit dem Begriff Revolutionär nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden.

Was sind die Eigenschaften eines Revolutionärs?

Revolutionäre zeichnen sich unabhängig von ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer gesellschaftlichen Stellung durch bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen aus. Das sind heute vor allem: feste Überzeugung von der Unbesiegbarkeit des Sozialismus, unbedingte Treue zur Sache der internationalen Arbeiterklasse und zum Marxismus-Leninismus, tiefe Liebe zum Volk und Volksverbundenheit; vorbehaltloses Eintreten für die enge brüderliche Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Staaten, internationale Solidarität, Standhaftigkeit und Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind, Unterordnung der persönlichen Interessen unter die der sozialistischen Revolution, Opferbereitschaft, mutiger und selbstloser Einsatz für die revolutionären Ziele und Aufgaben, kompromißloser Kampf um die Durchsetzung des Neuen, hohe gesellschaftliche Aktivität, revolutionäre Disziplin und Bescheidenheit. Revolutionäre sind zum Einsatz aller Kampfmittel und zur Ausnutzung aller Kampfformen bereit, wenn es der revolutionären Bewegung dient. Sie scheuen sich nicht, ihr Leben für die Revolution und den Schutz der Revolution einzusetzen. Das bedeutet jedoch nicht, daß Revolutionäre leichtsinnig mit ihrem eigenen Leben, mit dem Leben anderer umgehen oder es sinnlos als Märtyrer hingeben.

Revolutionär oder Revoluzzer?

Nicht jeder, der sich Revolutionär nennt oder vorgibt, im Namen der Revolution zu sprechen und zu handeln, ist ein Revolutionär Die internationale revolutionäre Arbeiterbewegung kennt zahlreiche Beispiele dafür, daß jedes linksradikale – oft als revolutionär ausgewiesene – oder rechtsopportunistische Abweichen vom Marxismus-Leninismus – auch wenn es als revolutionäres Handeln deklariert wird – objektiv der Sache der sozialistischen Revolution, der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung schadet und alle Verfechter reformistischer oder pseudorevolutionärer Ideen gewollt oder ungewollt in das Lager der Reaktion führt.

Gab es in der in der DDR Revolutionäre?

In der sozialistischen Gesellschaft wird die Jugend unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei in revolutionärem Geist erzogen. Das zeigte sich im selbstlosen Einsatz der Jugendlichen für große Jugendobjekte, z.B. bei der Neulandgewinnung durch den Komsomol, dem Bau der Talsperre Sosa oder dem Bau der Erdgasleitung Orenburg. Das wurde auch deutlich in der Neuerertätigkeit, z.B. in den Erfolgen der Messen der Meister von morgen usw. Die Jugend der DDR hatte vor allem durch die Bewegung zur Bewahrung der revolutionären Traditionen der Arbeiterklasse in der FDJ die Möglichkeit, Einblick in das Leben und den Kampf großer Revolutionäre zu nehmen, sich die Erfahrungen der revolutionären Kämpfer der Vergangenheit anzueignen. [3]

Quellen:
[1] Wilhelm Liebknecht, Kleine politische Schriften, Reclam Verlag Leipzig, 1976, S.15.
[2] W.I.Lenin, März-Dezember 1913, Dietz Verlag, Berlin, 1962, Werke, Bd.19, S.221.
[3] Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik, Dietz Verlag, Berlin, 1975, S.223f.
(Text redaktionell bearbeitet und leicht gekürzt.)

Einige bekannte Beispiele:
Karl Marx und Friedrich Engels waren Revolutionäre.
August Bebel, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht,
Klara Zetkin waren Revolutionäre.
Lenin war ein Revolutionär.
Thälmann war ein Revolutionär.
Stalin war ein Revolutionär.


Siehe auch:
Was versteht man unter einer Revolution?
M.W.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution
Stalin: …muß man ein Revolutionär sein!

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