Was versteht man unter einer Revolution?

Leninwerbung

Lenin-Werbung im kapitalistischen Rußland anläßlich seines 140. Geburtstages: „Nun, wie lebt es sich im Kapitalismus?“

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Vermutlich aber ist es die Dummheit, die überlebt – wenn sie nicht durch die Bildung beseitigt wird. Immer wieder erleben wir es in der Welt, daß kommunistische Bewegungen von der Dummheit, genauer gesagt: vom Gift des modernen Revisionismus geschwächt oder ganz und gar zerfressen werden. Und immer wieder tun sich einige halbgebildete Weltverbesserer damit hervor, daß sie glauben und behaupten, man könne den Kapitalismus ganz einfach abwählen. So als ob man sagt: Geh weg, du gefällst mir nicht mehr! Mögen sich diese Erneuerer nun als „Linke“, als „Kommunisten“ als „Revolutionäre Demokraten“ oder als „alternative Oberfuzzis“ bezeichnen. Das ist sozusagen „Wurscht“, wie der Berliner sagt! Daher ist es an der Zeit, wieder zurückzufinden zu Marx, Engels und Lenin. Einmal über die REVOLUTION nachzudenken und von Thälmann und Stalin zu lernen: Was ist eine Revolution und wie verläuft sie? Wer führt sie an? Und was kommt danach?

Natürlich muß man nachlesen. Das folgende steht z.B. in Meyers Jugendlexikon (DDR):

Die Revolution (lat.) ist eine grundlegende qualitative Veränderung in der menschlichen Gesellschaft. Als soziale Revolution vollzieht sie die entscheidende Wendung im Leben der Gesellschaft und des Staates durch den Sturz der überlebten, und die Errichtung einer neuen, fortschrittlichen Gesllschaftsordnung.

Die bürgerliche Revolution ist eine gegen den Feudalismus gerichtete Revolution, durch die die Staatsmacht in die Hände der Bourgeoisie übergeht. Sie führt zur Schaffung bürgerlicher Zentralstaaten und beseitigt die Hindernisse, die der Entwicklung des Kapitalismus entgegenstehen. – Die bürgerlich-demokratische Revolution ist eine bürgerliche Revolution, in der die überwiegende Mehrheit des Volkes, die werktätigen Massen, ihre ökonomischen und politischen Forderungen erhebt und als vorwärtstreibende Kraft für den Sieg der Revolution kämpft und in der dann die Voraussetzung für die sozialistische Revolution gegeben sind, wenn das Proletariat unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei und im Bündnis mit den werktätigen Bauern die Massen führt.

Die sozialistische (proletarische) Revolution führt zur Errichtung der Diktatur des Proletariats, hebt das Privateigentum an den wichtigsten Produktionsmitteln auf und vollzieht damit den Übergang zu einer Gesellschaft, in der erstmals die Menschen ihre Geschichte bewußt, mit Einsicht in die Bewegungsgesetze der Gesellschaft gestalten. Die sozialistische Revolution verläuft ihrem Grundinhalt nach überall gleich. Das Grundbeispiel hierfür bildet die Sowjetunion. Zugleich gilt es, in der sozialisischen Revolution bestimmt nationale Besonderheiten und Traditionen zu berücksichtigen. Eine Überbetonung dieser nationalen Bsonderheiten führt in Theorie und Praxis zu Fehlern. Die sozialistische Revolution, die die größte Umwälzung in der Menschheitsgeschichte darstellt, hatte bereits (bis 1989) ein Drittel des Erdballs erobert. [1]

Und wer ist ein Revolutionär?

War Che Guevara einer? Vielleicht Spinoza? Oder Leo Mayer* gar? Letzterer ganz gewiß nicht. Trotzki war zum Beispiel ein Konterrevolutionär – wie auch Gorbatschow und Gysi. Auch hier kann man nachlesen, und zwar im Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik (DDR):

Ein Revolutionär ist ein unbeugsamer Verfechter der Ziele der Revolution, der seine ganze Persönlichkeit uneigennützig in den Dienst der revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft und des gesllschaftlichen Fortschritts stellt. Er tritt leidenschaftlich für die sich aus der gesetzmäßigen Entwicklung der Gesellschaft ergebenden revolutionären Ziele in der jeweiligen Epoche ein und handelt in Übereinstimmung mit dem sich objektiv vollziehenden historischen Prozeß. Jede historische Entwicklungsetappe bringt Revolutionäre hervor und stellt objektive neue Anforderungen an sie. In der Klassen-gesellschaft (also heute! N.G.) ist erfolgreiches revolutionäres Wirken nur durch einen festen Klassenstandpunkt und durch leidenschaftliches Eintreten für die Ziele und Interessen der revolutionären Klasse möglich. Die Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre, weil sie mit einer wissenschaftlichen Gesellschafts- und Revolutionstheorie ausgerüstet sind, damit Einblick in die Gesetzmäßgkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung haben und die Massen zu führen in der Lage sind. Als der revolutionärste Teil der Arbeiterklasse vertreten sie zugleich die Interessen aller Werktätigen des eigenen Landes und als proletarische Internationalisten treiben sie den revolutionären Weltprozeß voran. [2]

Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muß es so nützen, daß ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und daß er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt – dem Kampf für die Befreiung der Menschheit – geweiht. [3]
(Nikolai Ostrowski)

Quelle:
[1] Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.548f.
(leicht aktualisiert im letzten Satz, N.G.)
[2] Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik, Dietz Verlag Berlin, 1975, S.223.
[3] Nikolai Ostrowski, Wie der Stahl gehärtet wurde, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1967, S.289.

Siehe auch:
M.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution
Was ist ein Revolutionär?
Was ist Diktatur des Proletariats?
Gab es einen Sozialismus in der DDR?
Gibt es eine revolutionäre Weltanschauung?
Das Kommunistische Manifest auf dem Prüfstand
Wie ist das mit der „Freiheit der Andersdenkenden“?
Wie kam es eigentlich zur Oktoberrevolution?
…und was ist Revisionismus?
Gibt es noch eine Arbeiterklasse?

Einige berühmte Kommunisten:
Oskar Niemeyer, Pablo Picasso, Juri Gagarin, Alexander Saburow, Kurt Gossweiler, Erich Honecker, Wiktor Iljuchin, Ernst Thälmann, David Oistrach, Claudio Abbado…


* Anmerkung:
Wer ist Leo Mayer? Er ist der Inhaber einer Website der DKP.
Siehe dazu: Antikommunistische Hetze auf DKP-Website

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2 Antworten zu Was versteht man unter einer Revolution?

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