Die Kirche im Faschismus

Dieses Foto wurde etwa 1937 in der Sakristei einer kleinen Kirche im Vogtland aufgenommen. Es zeigt einen silbernen Abendmahlskelch – doch zufällig am oberen Bildrand noch ein anderes interessantes Detail…

Foto Sakristei Sch

Dieses Bild zeugt davon, wie verbunden die Kirche in der Nazizeit dem herrschenden Faschismus war. Hier noch einmal der Ausschnitt aus dem obigen Bild:

Sakristei Detaill

Der Hintergrund dieser Haltung der Kirche ist folgender:

Telegramm des Geistlichen Vertrauensrates der Deutschen Evangelischen Kirche an den „Führer“ am 30.6.1941:

„Sie haben, mein Führer, die bolschewistische Gefahr im eigenen Land gebannt und rufen nun unser Volk und die Völker Europas zum entscheidenden Waffengange gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendländisch-christlichen Kultur auf. Das deutsche Volk und mit ihm all seine christlichen Glieder danken Ihnen für diese Tat (…). Die Deutsche Evangelische Kirche (…) ist mit allen Ihren Gebeten bei Ihnen und unseren unvergleichlichen Soldaten, die mit so gewaltigen Schlägen darangehen, den Pestherd zu beseitigen, damit in ganz Europa unter Ihrer Führung eine neue Ordnung entstehe und aller inneren Zersetzung, aller Beschmutzung des Heiligsten, aller Schändung der Gewissensfreiheit ein Ende gemacht werde?“

Denkschrift aller katholischen Bischöfe am 10.12.1941 an die Reichsregierung:

„Wir begleiten unsere Soldaten mit unseren Gebeten und gedenken in dankbarer Liebe der Toten, die ihr Leben für ihr Vaterland hingaben. Wir haben immer wieder und noch im Hirtenbrief des Sommers unsere Gläubigen zu treuer Pflichterfüllung, zu tapferem Ausharren, opferbereitem Arbeiten und Kämpfen im Dienste unseres Volkes in schwerster Kriegszeit eindringlich aufgerufen. Mit Genugtuung verfolgen wir den Kampf gegen die Macht des Bolschewismus, vor dem wir deutschen Bischöfe in zahlreichen Hirtenbriefen vom Jahre 1921 bis 1936 die Katholiken Deutschlands gewarnt und zur Wachsamkeit aufgerufen haben, wie der Reichsregierung bekannt ist (…).“

Soll also niemand sagen, er habe nichts gesehen, nichts gehört und nichts gewußt…

Siehe auch:
Ich habe geschwiegen…
Gegen die religiöse Verblödung
Der kirchliche Hofstaat
Der politische Klerikalismus
Die schwarzen Pfaffen und die Politik

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3 Antworten zu Die Kirche im Faschismus

  1. klaus ungruhe schreibt:

    … nicht nur „im“!

  2. Pingback: Auf wessen Seite steht die Kirche? | Sascha's Welt

  3. Pingback: Auf wessen Seite steht die Kirche? | rh-netz-meinungen

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