Was ist denn Glück?

wunderÜber wirkliches Glück ist viel philosophiert worden. Die französische Schriftstellerin George Sand (1804-1876) schrieb: „Der wäre von allen Menschen am glücklichsten zu preisen, der, indem ihm die Schönheit seiner Arbeit aufgeht und er mit seinen Händen wirkt, sein Wohlbefinden und seine Freiheit aus der Nutzung seiner Verstandeskräfte schöpfte und noch dazu mit Herz und Verstand zugleich zu leben … wüßte.“ [1] Und mit Stendhal müßte man noch einmal hervorheben: „Aber ohne Arbeit gibt es kein Glück.“ [2] Was ist also Glück? Wo gibt es das? Gibt es eine glückliche Gesellschaft? Ja, es gab sie. Eine echte Verwirklichung dieser Vorstellungen finden wir in dem 1962 erschienenen Buch „Das russische Wunder“ von Annelie und Andrew Thorndike. Es ist allerdings kein Wunder, sondern Sozialismus!

In diesem Prozeß des Verschmelzens von persönlichem und gesellschaftlichem Leben wandelt sich auch die Vorstellung vom Glück. – Was ist denn Glück? Seit Jahrtausenden beschäftigt die Menschheit diese Frage, und in jeder Gesellschaftsformation haben die Menschen dem Begriff »Glück« einen anderen Inhalt gegeben. So verbindet sich beispielsweise für den Arbeiter, der in einem Lande des Kapitalismus lebt, die Vorstellung vom Glück gewöhnlich und in erster Linie mit der materiellen Sicherstellung, mit einem harmonischen Familienleben; das Glück ist für ihn also nahezu ausschließlich mit der privaten Sphäre des Lebens verknüpft.

Für die Menschen im Sowjetlande gehört zu einem glücklichen, lebenswerten Leben außer dem Glück in der privaten Sphäre noch manches andere. Das zeigt das Beispiel des Diplomingenieurs Akulinzew. Das zeigen viele Erlebnisse mit Menschen, von denen in unserem Buch berichtet wird. Einige von ihnen sehen wir auf diesen beiden Seiten noch einmal. Die bewußte und aktive Teilnahme am Leben der Gesellschaft ist in ihre Vorstellung vom glücklichen Leben mit einbezogen.

Akulinzew

Der sowjetische Arbeiter Jewgeni Akulinzew

Ohne diesen Wandel in der Vorstellung von dem, was das Leben glücklich und lebenswert macht – ein Vorgang, der in letzter Konsequenz auf dem Entstehen sozialistischer Verhältnisse, auf der Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht –, ist der Aufbau eines kommunistischen Lebens gar nicht möglich:

»Die allseitige Entfaltung und Vervollkommnung der sozialistischen Demokratie, die aktive Beteiligung aller Bürger an der Staatsverwaltung und an der Leitung des Wirtschafts- und Kulturaufbaus, die Verbesserung der Arbeit des Staatsapparats und die Verstärkung der Volkskontrolle über seine Tätigkeit bilden die Hauptrichtung, in der sich das sozialistische Staatswesen während des Aufbaues des Kommunismus entwickelt« (Programm der KPdSU).

Eine solche Entwicklung des Staatswesens ist nur dort möglich, wo sich die Mehrheit der Bevölkerung mit Bereitwilligkeit gesellschaftlich betätigt und in dieser Betätigung eine Bereicherung des persönlichen Lebens erblickt. Dieser Prozeß der Annäherung des persönlichen und des gesellschaftlichen Lebens ist in der Sowjetunion in vollem Gange.[3]

Arbeiterabendschule

Arbeiterabendschule Nr.1 in Magnitogorsk

Kommentar: Ja, das war einmal der Sozialismus in der Sowjetunion und in anderen europäischen Staaten wie der DDR, der Volksrepublik Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, der Tschechoslowakei…. Es war trotz aller Widersprüche, die es damals gab, eine glückliche Gesellschaft. Und wir hatten ein reiche und erfülltes Leben. Es gab keine Arbeitslosigkeit, keine Not und keine Armut. Es gab keinen Krieg und keine Ausbeutung. Und wir hatten eine gesicherte Perspektive. Der Entwicklungsweg des ungelernten Arbeiters Akulinzew war typisch für die damalige Sowjetunion. Doch dann begann mit dem XX. Parteitag der KPdSU in der Sowjetunion eine ENTARTUNG, eine folgenreiche Abweichung von den Grundsätzen des Marxismus-Leninismus. Mit Chrustschow war erstmals ein Antikommunist an die Spitze der Sowjetmacht gelangt, und der Verbrecher Gorbatschow wurde zum Totengräber des Sozialismus…

Vielleicht ist es an dieser Stelle erwähnenswert, daß die in der BRD so medienwirksam gewürdigte „Ehrenamtlichkeit“ (als Ersatz für eine geregelte Arbeit) eine besonders perfide Form der Ausbeutung ist: man bedient sich der Hilfsbereitschaft einer großen Anzahl von Menschen, die ansonsten im Kapitalismus „nicht mehr gebraucht“ werden, nutzt deren Solidaritätsgefühl und Hilfsbereitschaft schamlos aus, und läßt sie Arbeiten verrichten, die eigentlich entlohnt werden müßten. Den meisten ist das selbst nicht mal bewußt. Sie sagen: „Och, ich mach‘ das doch gern. Da habe ich wenigsten noch eine Aufgabe“ (!) … So wird die Sehnsucht der Menschen nach Glück und Anerkennung im Kapitalismus auch noch ausgebeutet!

Quellen:
[1] George Sand: Das Teufelsmoor. Eine kleine Fadette, Leipzig 1961, S.13.
[2] Stendhal: Über die Liebe, Leipzig, 1970, S.229.
[3] A. und A. Thorndike, Das russische Wunder, Verlag Kultur und Fortschritt, DDR, 1962, S.310.

Siehe auch:
Die totale Verwirrung – Oder: Was ist Glück?
Johannes R. Becher. Was ist Glück?

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