Lenin, die Revolution und der Staat

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Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924)

Bereits in seinen früheren Werken hatte Lenin die Grundfrage der marxistischen Staatstheorie gestellt, die Frage der Diktatur des Proletariats. Der imperialistische Krieg hatte eine revolutionäre Situation geschaffen, die proletarische Revolution war auf die Tagesordnung gestellt worden. Die Verräter der Arbeiterklasse, die Opportunisten, bemühten sich gerade damals auf jede Weise, die grundlegende Frage der Diktatur des Proletariats aus dem Marxismus zu entfernen. Angesichts der geschichtlichen Situation war das für die Arbeiterbewegung praktisch und theoretisch höchst gefährlich. Lenin wandte sich deshalb diesen Fragen erneut mit großer Energie zu. Alles, was Marx und Engels über den Staat geschrieben hatten, studierte er sorgfältig. Auf dieser Grundlage reinigte er die marxistische Lehre vom Staat von den opportunistischen Entstellungen und entwickelte sie weiter, bereicherte sie um die neuen Erfahrungen des proletarischen Klassenkampfes unter den Bedingungen des Imperialismus. Das Ergebnis dieser Arbeit war sein Buch „Staat und Revolution“.

Wichtig für die Propaganda der marxistischen Dialektik und ihre Bedeutung für eine richtige Politik sind Lenins Aufsätze „Die Junius-Broschüre“ (1916) und die „Briefe über die Taktik“ (1917). In diesen Arbeiten wendet er sich vor allem gegen das Aufstellen von abstrakten, lebensfernen Formeln, die nicht mit der bunten Mannigfaltigkeit und Kompliziertheit des Lebens übereinstimmen und folglich auch nicht helfen können, die revolutionäre Bewegung voranzutreiben. Lenin erläutert beharrlich den konkreten Charakter der Wahrheit.

„Der Marxismus verlangt von uns die genaueste, objektiv nachprüfbare Analyse des Wechselverhältnisses der Klassen und der konkreten Besonderheiten jedes geschichtlichen Ausblicks. Wir Bolschewiki waren stets bestrebt, dieser vom Standpunkt jeder wissenschaftlichen Begründung der Politik ganz unerläßlichen Forderung gerecht zu werden. ‚Unsere Lehre ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln‘, das betonten ständig Marx und Engels. Sie spotteten mit vollem Recht über das Auswendiglernen und einfache Wiederholen von ‚Formeln‘, die bestenfalls die allgemeinen Aufgaben vorzeichnen können, welche durch die konkrete ökonomische und politische Lage in jeder besonderen Phase des geschichtlichen Prozesses zwangsläufig modifiziert werden.“ [1]

Anfang 1917 begann in Rußland, dem „schwächsten Glied der imperialistischen Kette“, die Revolution. In seinen berühmten Aprilthesen gab Lenin das wissenschaftlich begründete Programm der proletarischen Revolution.

Quelle:
Wissenschaftliche Weltanschauung Teil I, Dialektischer Materialismus, von G.Klaus, A.Kosing, G.Redlow, 1.Heft: Der Dialektische Materialismus – die Weltanschauung des Sozialismus, Dietz Verlag Berlin, 1959, S.74.

[1] W.I.Lenin: Briefe über die Taktik. In:W.I.Lenin: Das Jahr 1917, Dietz Verlag, Berlin 1957, S.33.

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3 Antworten zu Lenin, die Revolution und der Staat

  1. rheinlaender schreibt:

    Hallo Sacha,
    erstmal freue ich mich darüber, dass die Beiträge aus dem vorherigen Blog hier landen und für das Interesse neuer Leser.
    Zu Lenin über den Staat http://sol-hh.de/wp-content/uploads/2013/10/ueber_den_staat.pdf .
    Zu USA Kriege http://derfunke.at/nostalgie/hp_artikel/usverbrechen.htm
    Leider kann ich nichts kurzes (in der Kürze liegt die Würze) von Lenin über Diktatur des Proltariat / Demokratie schicken. Ich beobachte nur, dass sich die Menschen immer mehr für Lenin interessieren.

    • sascha313 schreibt:

      Danke rheinlaender, darüber freue ich mich natürlich auch. Es ist mein bescheidener Beitrag zu dem, was die Klassiker des Marxismus-Leninismus über Jahrzehnte hinweg geleistet und zusammengetragen haben. Es liegt nunmehr an uns, was wir daraus machen!

  2. Pingback: Brauchen wir zum Ausgleich Spaß… oder sollten wir nicht lieber doch mal bei Lenin nachlesen?! | Sascha's Welt

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