Über die Frage der Macht

Sowjetmacht

Eroberung der Sowjetmacht

Wie kam es eigentlich zur Sowjetmacht? Wohl kaum ein Begriff wird in der bürgerlichen Ideologie so verzerrt dargestellt, wie die Frage der Macht. Dabei dient das umfangreiche Arsenal bürgerlicher Machttheorien (V.PARETO, G.MOSCA u.a.) in erster Linie dazu, die tatsächlichen Macht- und Herrschaftsverhältnisse in der antagonistischen Klassengesellschaft zu verschleiern, um so die Existenz der bürgerlichen „Ordnung“ zu erhalten bzw. zu stärken und eine grundlegende Veränderung ebendieser Verhältnisse zu verhindern.

Bürgerliche Betriebswirtschaftler bezeichnen die Macht als eine Form des Einflusses, bei der eine Person über die „Chance“ verfüge, die „Verhaltensänderung auch gegen den Willen anderer durchzusetzen“ [1]. R.DAHRENDORF versteigt sich sogar zu der Behauptung, daß es in der Geschichte der gesellschaftlichen Entwicklung von jeher eine „Unten“ und „Oben“ gegeben habe, und daß es dieses auch immer geben müsse, wenn eine „soziale Ordnung“ lebensfähig sein wolle [2]. Dabei werden die machtausübenden gesellschaftlichen Kräfte völlig willkürlich in gute, böse, gerechte oder ungerechte eingeteilt. 

Im Zentrum all dieser Bemühungen, die ein wesentlicher Bestandteil des herrschenden Antikommunismus sind, steht das Bestreben, die Arbeiterklasse zu spalten, den Sozialismus als historische Alternative zu diffamieren und die Übernahme der Macht durch das Proletariat unter der Führung einer marxistisch-leninistischen Partei zu vereiteln.

Im Jugendlexikon „Philosophie“ der DDR findet sich folgende Erklärung:

Was ist Macht? Die Macht ist eine soziale Erscheinung der ökonomischen, politischen und geistigen Herrschaft von Menschen über Menschen, insbesondere einer Klasse über andere. Sie ist die Fähigkeit einer Klasse, ihre in Gesetzen, Verordnungen usw. formulierten Interessen mittels Justiz, Polizei, Armee usw. durchzusetzen. In antagonistischen Klassengesellschaften herrscht dabei stets eine ausbeutende und unterdrückende Minderheit über eine ausgebeutete und unterdrückte Mehrheit. Die Macht tritt in verschiedenen geschichtlichen Formen auf, die ihrerseits durch den Wechsel der Formen des vorherrschenden privaten Eigentums an den Produktionsmitteln und der herrschenden Klassen, aber auch der Beziehungen zwischen den Klassen in einer gegebenen Gesellschaft bedingt sind.

Wer hat die Macht? Von bürgerlichen Ideologen wird die Abhängigkeit von Macht und Gewalt von ökonomischen und Klassenbedingungen bestritten. Macht wird als klassenindifferentes Wechselverhältnis einzelner Personen und sozialer Gruppen erklärt, wodurch deren gesellschaftlicher Charakter verwischt wird. Die marxistische Erkenntnis, daß der Staat das entscheidende Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse ist, ist auch für den Sozialismus von großer Bedeutung. Nicht umsonst richten sich die Angriffe bürgerlicher Politikwissenschaftler u.a. gegen die marxistisch-leninistische Theorie von den Klassen, dem Klassenkampf, der Diktatur des Proletariats. Das geschieht, um die Kampfkraft der Arbeiterklasse unter Führung der Partei zu schwächen und die Macht des realen Sozialismus zu untergraben. In imperialistischen Ländern werden Änderungen der Staatsform oder Regierungswechsel meist als „Machtwechsel“ hingestellt. Das ist falsch und Irreführung der Massen, da die Macht der Monopolbourgeoisie, d.h. ihr Einfluß auf die Regierung, zumeist voll erhalten bleibt.

Wie ist das im Sozialimus mit der Macht? Im Sozialismus wird die politische Macht von der Arbeiterklasse ausgeübt. Sie tut dies unter der Führung ihrer revolutionären Kampfpartei im Bündnis mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und den anderen Werktätigen. Erstmalig dient die organisierte Macht der Arbeiterklasse den Interessen des ganzen Volkes. Jede gute Tat, die die Bürger täglich in der Arbeit und in anderen Bereichen vollbringen, dient der Festigung und Stärkung der sozialistischen Staatsmacht. [3]

Und das Wörterbuch der Philosophie führt ergänzend dazu aus:

Welche Methoden der Macht gibt es? Bezüglich der Kombinationen bourgeoiser Herrschaftsformen und der Einbeziehung von Methoden der geistigen Verführung wies bereits LENIN darauf hin, daß die «Erfahrungen der bürgerlichen Regierungen der ganzen Welt zwei Methoden der Niederhaltung des Volkes gezeitigt haben». «Die erste ist die Gewalt … Aber es gibt noch eine andere Methode, eine Methode, die die durch eine Reihe großer Revolutionen und revolutionärer Massenbewegungen ,klug gewordene’ … Bourgeoisie zur höchsten Vollkommenheit gebracht hat. Es ist das die Methode des Betrugs, der Schmeichelei, der Phrase, der millionenfachen Versprechungen, der lumpigen Bettelgaben, der Zugeständnisse im Unwichtigen, der Erhaltung des Wichtigen» (LENIN, Werke Bd.24, S.48).

Wie wird das Volk um die Macht betrogen? Bürgerliche politische Soziologen, deren zentraler Blickpunkt die Probleme der Macht und Herrschaft der Bourgeoisie bzw. der Gegenmacht der revolutionären Arbeiterklasse und des realen Sozialismus sind, versuchen diese Methode der Machtausübung im Ergebnis ihrer Untersuchungen zu perfektionieren. So sehr sie dabei auch die «Vorteile» dieser Herrschaftsmethoden betonen, geben sie doch unumwunden zu, daß diese nur tauglich sind, wenn man sich des Funktionierens der ersten Herrschaftsmethode versichern kann (T.PARSONS, N.LUHMANN).

Bürgerliche Ideologen sind sich dessen bewußt, daß alle ökonomische und politische Macht der Bourgeoisie praktisch wertlos ist, wenn es nicht in der einen oder anderen Weise gelingt, die werktätigen Massen über die wirklichen Ziele der Monopolbourgeoisie, über ihre diktatorische Macht und Herrschaft zur Sicherung der Maximalprofite und zur Festigung der allgemeinen Existenzgrundlagen der bürgerlichen Ordnung soweit zu täuschen, daß sie von einer revolutionären Beseitigung der Ausbeutung und Unterdrückung vorerst Abstand nehmen.

Auf diesen Wesenszug des bourgeoisen Macht- und Herrschaftssystems wies LENIN hin, als er erklärte: «…ohne die Massen kommt man nicht aus, die Massen aber können. … nicht geführt werden ohne ein weitverzweigtes, systematisch angewandtes, solide ausgerüstetes System von Schmeichelei, Lüge, Gaunerei, das mit populären Modeschlagworten jongliert, den Arbeitern alles mögliche, beliebige Reformen und beliebige Wohltaten verspricht — wenn diese nur auf den revolutionären Kampf für den Sturz der Bourgeoisie verzichten» (LENIN, Werke Bd.3, S.114f.). [4]

Und wie kam es nun zur Sowjetmacht? Die Große Sozialistische Oktoberrevolution 1917 war nicht ein Ereignis, welches über Nacht geschah und  mit einem Mal abgeschlossen und beendet war. Die Errichtung der Sowjetmacht in allen Teilen des Landes war ein schwieriger und langwieriger Prozeß voller Kämpfe, voller Siege, aber auch voller Rückschläge und Niederlagen. Als schließlich der Sozialimsmus in der Sowjetunion gesiegt hatte, ging es darum, diese Macht der Sowjets auch zu verteidigen…

Zitate:
[1] Wolfgang STAEHLE, Management – Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive, Verlag Franz Vahlen, München, 1989, S.371.
[2] Ralf DAHRENDORF, Gesellschaft und Freiheit, 1965
[3] Frank FIEDLER/ Günter GURST (Hrsg.), Jugendlexikon Philosophie, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1987, S.118.
[4] Georg KLAUS/Manfred BUHR (Hrsg.), Philosophisches Wörterbuch, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1973, Bd.2, S.734.

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