Der Kampf der Systeme

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Faschistischer deutscher Soldat 1941 in der Sowjetunion

Seit ihrer Gründung als erster sozialistischer Staat der Welt sah sich die Sowjetunion immer wieder feindlichen Angriffen ausgesetzt. Die konterrevolutionären Kräfte im Inneren des Landes, die Intervention imperialistischer Staaten, Bürgerkrieg und Sabotage, fügten dem Land schweren Schaden zu. Doch nicht einmal dem bis an die Zähne bewaffneten faschistischen Deutschland war es gelungen, seine räuberischen Absichten – die Eroberung und Unterwerfung dieses rohstoffreichen Landes – zu verwirklichen. 1945 hatte die Sowjetunion ihren stärksten Feind besiegt. Die Entartung kam indes auf „Taubenfüßen“. Nachdem der XX. Parteitag der KPdSU in der Sowjetunion eine Wendung herbeigeführt hatte und der Revisionismus die Oberhand über den Marxismus-Leninismus gewann, setzte eine dramatische Rückwärtsentwicklung ein, an der schließlich das gesamte sozialistische Lager zerbrach.

W.M. Bereshkow war während des 2. Weltkriegs als sowjetischer Dolmetscher im diplomatischen Dienst tätig. In seinen 1976 in der DDR erschienenen Erinnerungen beschrieb er die damalige Situation wie folgt:

Wir dürfen nicht vergessen, daß es in der kapitalistischen Welt noch immer eine Reihe, und zwar recht einflußreiche Gegner der Entspannung gibt. Sie werden mehr als einmal versuchen, die bisherige Entwicklung rückgängig zu machen. Doch die Lehren der Geschichte zeigen, überzeugend, wie wichtig es ist, derartigen Versuchen die Geschlossenheit überzeugter Kämpfer für den Frieden, der gesamten fortschrittlichen Menschheit entgegenzustellen.

Was geschah im Vorfeld der 2. Weltkrieges?

Wenn ich über Ereignisse der Vergangenheit, deren Zeuge ich gewesen bin, berichte, möchte ich zeigen, welch große Bedeutung zu jener Zeit der Kampf der Sowjetunion für den Frieden, ihre Appelle zur Schaffung eines Systems der kollektiven Sicherheit, zur Einheit der demokratischen Kräfte mit dem Ziel der Unterbindung der Aggression gehabt haben. Doch damals – in den dreißiger Jahren – waren die sogenannten westlichen Demokratien zu einem ernsthaften Übereinkommen mit der Sowjetunion nicht bereit. Im Gegenteil, sie taten alles, um den damals einzigen sozialistischen Staat auf unserer Erde zu isolieren, und ermunterten Hitler zur Aggression gegen die UdSSR.

„Nichtangriffspakt“ zwischen Deutschland und der Sowjetunion

Gerade weil Großbritannien und Frankreich beharrlich dagegen waren, mit der Sowjetunion in der Praxis zusammenzuarbeiten und die Abwehr der faschistischen Aggression zu organisieren, sah sich die Sowjetregierung gezwungen, im Jahre 1939 das Angebot Berlins zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes* anzunehmen. Damit gelang es, den Krieg für nahezu zwei Jahre von der Sowjetunion fernzuhalten, Zeit für die Vorbereitung auf die unvermeidliche Auseinandersetzung mit dem faschistischen Ungeheuer zu gewinnen.

Gleichzeitig führte die damals entstandene Situation dazu, daß die Westmächte, die der Sowjetunion eine Falle stellen wollten, selbst in tödliche Gefahr gerieten. Nachdem Hitlerdeutschland das bürgerliche Polen zerschlagen hatte, okkupierte es Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und dann auch Frankreich. Großbritannien bewahrte seine Insellage vor dem Schlimmsten. So schuf der objektive Verlauf der Ereignisse die Voraussetzungen für die Entstehung der Antihitlerkoalition, die nach dem Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion schließlich Wirklichkeit wurde. (…)

Hitlerwehrmacht

Ein deutscher Soldat nach der Brandstiftung in einem sowjetischen Dorf. Am 22. Juni 1941 begann der heimtückische Überfall der Hitlerwehrmacht auf die Sowjetunion

Doch die Beziehungen waren kompliziert…

Einerseits einte sie das Streben, den gemeinsamen Feind zu schlagen, andererseits mußte die Tatsache, daß der Koalition Staaten unterschiedlicher gesellschaftlicher Systeme angehörten, ihr Verhältnis zueinander zwangsläufig beeinflussen. Faktisch war es der erste Versuch einer Zusammenarbeit kapitalistischer Staaten mit sozialistischen in diesem Ausmaß, noch dazu unter den höchst komplizierten Bedingungen eines beispiellosen Krieges.

Was wollten die Westmächte?

Die imperialistischen Kreise Großbritanniens und der USA setzten offensichtlich auf die Schwächung sowohl ihrer Hauptkonkurrenten – Deutschland und Japan – als auch ihres Verbündeten, der Sowjetunion. Die UdSSR und Deutschland, so spekulierten sie, werden sich im bewaffneten Kampf gegenseitig so weit schwächen, daß es den USA und Großbritannien ein leichtes sein wird, für sich vorteilhafte Friedensbedingungen zu diktieren.

Mit diesen Bestrebungen waren viele dramatische Momente des zweiten Weltkrieges verbunden: die hinausgeschobene Eröffnung der zweiten Front in Europa, Churchills Balkanabenteuer, die Verzögerungen bei der Lieferung englisch-amerikanischen Kriegsmaterials an die Sowjetunion in den für sie schwersten Monaten des Krieges usw. Die gleichen Bestrebungen bestimmten auch die Nachkriegspolitik der USA und Großbritanniens voraus – sie lagen dem von den imperialistischen Mächten entfesselten kalten Krieg gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder zugrunde.

Der Haß gegen die neue Gesellschaftsordnung

Blickt man heute … zurück, so kann man nicht übersehen, daß die Politik der führenden kapitalistischen Staaten im Grunde seit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Rußland von ihrem Haß gegen die neue Gesellschaftsordnung bestimmt war. Die herrschenden Kreise dieser Mächte waren der Ansicht, daß der Geschichte im Oktober 1917 ein „Fehler“ unterlaufen, daß die Geburt der sozialistischen Ordnung auf einem Sechstel der Erde „gesetzwidrig“ sei. Und sie versuchten mit einer Beharrlichkeit, die eines besseren Zwecks würdig gewesen wäre, wieder und wieder, diesen „Fehler“ zu „korrigieren“, das heißt, das sozialistische Land zu liquidieren, die Welt in den Zustand der ungeteilten Herrschaft des Kapitalismus zurückzuversetzen.

Interventionsmächte auf Eroberungskurs

Die Intervention der 14 Mächte gegen den jungen Sowjetstaat, die dreisten Überfälle der japanischen Militaristen auf die Sowjetunion, die Provokationen und Diversionen jeder Art, die Ermunterung und Unterstützung Hitlers in seinem Streben, im Osten „Lebensraum“ zu erobern, die Versuche, die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg, in dem man sie im Grunde allein gegen das über die Ressourcen fast ganz Europas verfügende Hitlerdeutschland kämpfen ließ, zu schwächen, und schließlich die Spekulationen auf das Atommonopol der USA und die Entfesselung des kalten Krieges – all das sind ruhmlose Etappen ein und derselben Politik, einer Politik, die der sozialistischen Ordnung das Existenzrecht absprach und die Möglichkeit der friedlichen Koexistenz zweier entgegengesetzter Gesellschaftssysteme auf unserem Planeten negierte.

Quelle:
W.M.Bereshkow, Jahre im diplomatischen Dienst, Dietz Verlag Berlin, 1976, S.6-8.

(Der 1916 im vorrevolutionären Rußland geborene und 1998 in den USA verstorbene Bereshkow war ein sowjetischer Dolmetscher im diplomatischen Dienst, er übersetzte auch für Hitler, für Stalin und Gromyko. Doch er war kein Kommunist. Daß er später auf die Seite des politischen Gegners überwechselte, in den USA promovierte und von dort aus diffamierende Äußerungen und Lügen über Stalin und seine sowjetische Heimat verbreitete, ändert nichts an der Richtigkeit seiner damaligen Feststellungen.)

*Anmerkung: Es war kein „Nichtangriffs’pakt‘ “, sondern ein „Vertrag“. Auf Russisch hieß es: „договор о ненападение“ (Nichtangriffsvertrag).

Siehe auch:
22. Juni 1941 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR
Die Präventivkriegslüge: Fakten anstatt Behauptungen
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?

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4 Antworten zu Der Kampf der Systeme

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  3. gunst01 schreibt:

    Man darf bei der Betrachtung von Geschichte ruhig auch mal die rosarote Verklärungsbrille ablegen. Die Zahl der Opfer, die bei Kollektiviereungen wie in der Ukraine, oder durch die Säuberungen Stalins zu beklagen waren, überstiegen die Kriegstoten bei weitem. Neben dem Feindbild der Westens gab es eben auch das innere Feindbild der Sowjetunion. Böse Zungen behaupten ja, dass das Konvolut Marx´scher Ideologie nur erschaffen wurde, um jenes Feindbild wieder auferstehen zu lassen das der Kirche längst abhanden gekommen war. Jedenfalls hat sie Stalins Aufstieg tatkräftig begleitet und auch Hitler beim Verfassen von Mein Kampf literarisch auf die Sprünge geholfen damit seine Thesen auch knackig klingen.

    • sascha313 schreibt:

      Ihre Meinung in Ehren, aber mit einer rosaroten Brille hat das nun wirklich nichts zu tun. Sie sind einfach falsch informiert, was im übrigen auch kein Wunder ist bei der ständigen Wiederholung Goebbelsscher Lügen. Kommt hinzu, daß solche Märchenerzähler wie Solzhenizyn und Sacharow auch nichts anderes beizutragen hatten (was dann ja auch fürstlich entlohnt wurde! – der CIA-Agent Böll ist mein Zeuge). Und die Bundesbürger haben eben das in der Schule auch gelernt. Das ist ihnen nicht übelzunehmen – doch es ist falsch!

      Solche Geschichten wie über einen angeblichen „Holodomor“ in der Ukraine – so haarsträubend wie sie klingen, sind Lüge. Die Säuberungen gab es – und sehr zurecht. Lesen Sie nach! Und wenn Sie nach den Opferzahlen fragen, dann fragen sie besser ernstzunehmende Historiker, und nicht solche Geschichtsfälscher wie Conquest & Co.

      Und bevor Sie über Marx urteilen, sollten Sie erstmal lesen, was er schrieb. Ein Konvolut ist das nicht, sondern eine Wissenschaft! … böse Zungen gab es immer (meistens dort, wo die Wahrheit bekämpft wurde). Und Sie haben recht – Hitler hat einige Anleihen bei Marx genommen, und zwar in betrügerischer Absicht. Nicht nur der National„sozialismus“ war eine Fälschung.

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