Im Streit mit nichtkommunistischen Strömungen

OktoberRechthaberei, Überheblichkeit, oberlehrerhafte Belehrungen sind keine geeignete Basis für die Erziehung der Menschen zum Klassenbewußtsein. Stalin hat sich mehrfach und ausführlich mit der Frage beschäftigt, welche Eigenschaften die führenden Kader der kommunistischen Parteien aufzuweisen haben, damit die Mehrheit der Arbeiterklasse ihnen auch folgt.

Wie sollte man mit anderen Meinungen umgehen?

In seinem Brief an Genossen Me-rt schreibt Stalin: „Ich bin entschieden gegen die Politik des Hinausjagens aller andersdenkenden Genossen. Ich bin nicht darum gegen eine solche Politik, weil ich mit den Andersdenkenden Mitleid hätte, sondern darum, weil eine solche Politik in der Partei ein Regime des Einschüchterns, ein Regime des Furchteinflößens, ein Regime erzeugt, das den Geist der Selbstkritik und der Initiative tötet. Es ist nicht gut, wenn man die Führer der Partei fürchtet, sie aber nicht achtet. Führer der Partei können nur in dem Falle wirkliche Führer sein, wenn man sie nicht nur fürchtet, sondern sie auch in der Partei achtet, ihre Autorität anerkennt. Solche Führer heranzubilden ist schwer, das ist eine langwierige und schwierige, aber unbedingt notwendige Sache, denn ohne diese Bedingung kann die Partei nicht als wirklich bolschewistische Partei bezeichnet werden, kann die Disziplin der Partei keine bewußte Disziplin sein.“ [1] Das ZK der KPR(B) führte beispielsweise unter Stalin eine ganz intensive prinzipielle Aufklärungskampagne für die Grundlagen des Marxismus-Leninismus gegen die Grundlagen des Trotzkismus. Das war äußerst notwendig, um die Mitglieder der Partei und deren Sympathisanten im Geiste von Marx, Engels und Lenin zu erziehen.

Kampf gegen nichtkommunistische Strömungen

Hier richtete Stalin das Wort direkt an die deutschen Genossen: „Es ist äußerst traurig, daß unsere deutschen Genossen nicht die Notwendigkeit empfinden, den Repressalien gegen die Opposition eine breite prinzipielle Aufklärungskampagne vorausgehen zu lassen oder sie durch eine solche zu ergänzen, und somit die Erziehung der Parteimitglieder und der Parteikader im Geiste des Bolschewismus erschweren. Brandler und Thalheimer davonzujagen ist nicht schwer, das ist eine leichte Sache. Aber das Brandlerianertum zu überwinden ist eine komplizierte und ernste Angelegenheit; da kann man mit Repressalien allein die Sache nur verderben — hier muß man den Boden tief umpflügen und die Köpfe ernstlich aufklären. Die KPR(B) entwickelte sich stets durch Widersprüche, das heißt im Kampf gegen nichtkommunistische Strömungen, und nur in diesem Kampf wurde sie stark, schmiedete sie wirkliche Kader. Vor der KPD liegt derselbe Weg der Entwicklung durch Widersprüche, durch einen wirklichen, ernsten und langwierigen Kampf gegen nichtkommunistische Strömungen, besonders gegen die sozialdemokratischen Traditionen, das Brandlerianertum u.ä.. Aber für einen solchen Kampf sind Repressalien allein nicht genügend. Gerade darum denke ich, daß man die innerparteiliche Politik des ZK der KPD elastischer gestalten muß. Ich bezweifle nicht, daß es die KPD verstehen wird, die Mängel auf diesem Gebiet abzustellen.“ [2] Erst dann wird die kommunistische Partei den an sie gestellten Anforderungen im Kampf um eine gerechte Ordnung, erst dann wird sie ihrer führenden Rolle im Klassenkampf gerecht.

Was ist erforderlich, damit die Proletarier des Westens siegen können?

Und wiederum Stalin: „Vor allem Glauben an die eigene Kraft, das Bewußtsein, daß die Arbeiterklasse ohne Bourgeoisie auskommen kann, daß die Arbeiterklasse fähig ist, nicht nur das Alte niederzureißen, sondern auch Neues zu erbauen, den Sozialismus zu errichten. Die ganze Arbeit der Sozialdemokratie besteht darin, den Arbeitern Skeptizismus, Unglauben an die eigene Kraft, Unglauben an die Möglichkeit einzuflößen, mittels Gewalt den Sieg über die Bourgeoisie zu erringen. Der Sinn unserer ganzen Arbeit, unseres ganzen Aufbaus besteht darin, daß diese Arbeit und dieser Aufbau die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder von der Fähigkeit überzeugen, ohne die Bourgeoisie auszukommen und aus eigener Kraft die neue Gesellschaft aufzubauen.“ [3]

[1] J.W. Stalin, Brief an Genossen Me-rt, in: J.W. Stalin, Werke, Bd.7, S.38.
[2] J.W. Stalin a.a.O. S.39.
[3] J.W. Stalin, Der XIV. Parteitag der KPdSU(B), in: J.W. Stalin, Werke, Bd.7, S.304f.

Herunterladen als pdf-Datei: Stalin Streitkultur

Siehe auch:
Über die „Freiheit der Andersdenkenden“
Was ist sozialistische Kaderpolitik?
Was ist ein Kommunist?

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Eine Antwort zu Im Streit mit nichtkommunistischen Strömungen

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