Die Sprache der Macht

Marx in der WieseDa steht er nun, blickt trotzig in die Wiese, und es scheint Gras über die Sache gewachsen zu sein, die einstmals Sozialismus hieß…

Da die ökonomisch herrschende Klasse hierzulande über alle Mittel und Möglichkeiten verfügt, ihre Ideen und Ansichten zu verbreiten, entspricht die unter den heutigen kapitalistischen Machtverhältnissen vorherrschende öffentliche Meinung auch der Auffassung dieser herrschenden Klasse, und sie vertritt deren Ziele. Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn heute viele Menschen einfach das nachquatschen, was ihnen die Zeitungen, die Nachrichten und die Massenmedien eingeflüstert haben. Die Menschen sind sozusagen Opfer der bürgerlichen Demagogie. Ganz gezielt wird die sogenannte öffentliche Meinung beeinflußt. Keine Lüge, kein Betrug und keine Intrige ist dick genug, um nicht als Mittel der Manipulierung der Massen nutzbar zu sein. Das widerspiegelt sich auch in der Sprache und in der Terminologie. „Die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens ist die Sprache.“ (Karl Marx) [1]

Warum sind die Massen so träge?

Das ist nicht einfach zu beantworten. Man könnte zwar sagen: Wohlstand macht träge. Doch so einfach ist das nicht. Unter den heutigen Bedingungen der Herrschaft des Imperialismus ist der Arbeiterklasse weitgehend der Zugang zu Massenmedien versperrt. Die Bildungsträger, Tageszeitungen und die Fernsehanstalten unterliegen fast vollständig dem Meinungsmonopol und Diktat der herrschenden Klasse. Zwar gibt es in den Tageszeitungen eine kleine „Meckerecke“, nämlich die Leserbriefseite, und auch das Internet entzieht sich bisher der Zensur. Doch es ist schwer, ja fast sogar unmöglich, gegen diese mediale Übermacht anzukommen. Und so behalten die Menschen in der Regel ihre Meinung für sich, wem sollten sie sie auch verkünden?

Wie werden Meinungen gemacht?
Wie funktioniert die Sprache der Macht?

Da die herrschende Klasse nicht in der Lage ist, ihre gegen die objektiven Erfordernisse der Gesellschaft gerichtete Politik ohne Zustimmung breiter Teile der Bevölkerung durchzusetzen, wird den Massen mit Hilfe der von der Bourgeoisie gesteuerten öffentlichen Meinung eine Interessengleichheit aller Klassen und Schichten der Bevölkerung vorgegauckelt, um so die Werktätigen für die Interessen der Bourgeoisie in diesem Lande einspannen zu können. Die Sprache, die Terminologie und die Denkweise der Bourgeoisie fließt dann ein in die sogenannte öffentliche Meinung. Das ist die wirksamste Methode, um bei den Massen die Illusion einer Meinungsfreiheit zu erzeugen.

Und wie ist das bei historischen Wendungen?

„Die Geschichte lehrt uns,“ schreibt Georg Klaus, „daß jede Ablösung einer alten Gesellschaftsordnung durch eine neue im Zeichen erbitterter Klassenkämpfe vor sich geht. Diese Klassenkämpfe spiegeln sich im gesellschaftlichen Bewußtsein wider und nehmen dort den Charakter eines Kampfes der Ideen und der Ideologien an, und sie spiegeln sich auch in der Terminologie wider, in der die verschiedenen Klassen ihre Auffassungen formulieren, sowie überhaupt in der Art und Weise, in der die verschiedenen Klassen sprachliche Mittel einsetzen, um ihre Auffassungen zu verbreiten.“ [2] …wie war das nun 1989? Hat Georg Klaus sich hier geirrt? Ist der Marxismus überholt?

Was geschah eigentlich 1989 in der DDR?

Die bestehende Gesellschaftsordnung wurde abgelöst und ein Staat verschwand. Doch warum gab es diese Klassenkämpfe damals nicht? – Die bundesdeutschen Massenmedien vernebeln uns den Blick. Man spricht von einer „friedlichen Revolution“, wo eine Konterrevolution stattfand, und spricht von „Bürgerrechtlern“, die eigentlich nur die Handlanger der Bourgeoisie waren. Zunächst ein klares NEIN. Weder ist der Klassenkampf verschwunden, noch hat Karl Marx (oder haben die Marxisten) sich geirrt. Der Marxismus-Leninismus ist weder überholt noch veraltet. Und es gibt nicht den geringsten Grund, die Hände in den Schoß zu legen und auf die Verheißungen einer glücklicheren, marktwirtschaftlichen (d.h. kapitalistischen) Zukunft zu hoffen. Denn es war keine „neue“ Gesellschaftsordnung, sondern die „alte“ kam wieder zurück. Noch gibt es diese Klassenkämpfe bei uns nicht…

Was wollte das Volk?

Stabü9Das Volk wollte die „Freiheit“, und es hat die „Freiheit“ gekriegt. Aber nicht die gewünschte, sondern eine andere. Nicht die Reisefreiheit, die Freiheit der Bananen, die Freiheit der Wahl des eigenen Pkw’s, die freie Wahl der Jeansmarke oder die „Freiheit der Andersdenkenden“ war es! Das war nicht entscheidend. Nicht die Freiheit von Ausbeutung hat das Volk sich gewünscht (denn die hatte es!), sondern es bekam eine neue Freiheit: die freie Gewalt des kapitalistischen Marktes. Und das haben die meisten gewußt, weil es nämlich im Stabü-Unterricht der 9.Klasse dran war (gemeint ist: der obligatorische Staatsbürgerkunde-Unterricht in der DDR). Heute dagegen gibt es das Schulfach „Religion“…

Der Ton der bürgerlichen Medien hat sich verschärft

Die ideologische Propaganda der Bourgeoisie unterwirft sogar schon ganze Schulklassen unschuldiger Kinder ihrer demagogischen Indoktrination. Und die allgemeine Unwissenheit hat ein neues, niederes Niveau erreicht. Schon damals blieb der Einfluß der bürgerlichen Massenmedien auf die sozialistischen Staaten nicht ohne Folgen. Nicht nur die Bevölkerung, sondern sogar Teile der Parteiführungen in den sozialistischen Ländern (angefangen bei der Sowjetunion) unterlagen dem verführerischen Einfluß der Ideologie des Imperialismus. Doch allmählich werden die Menschen aufwachen, das Proletariat erkennt seine Macht und die Klassenkämpfe werden wieder stärker. Auch bei uns.

Die Gedanken sind frei…

„Die Gedanken“, so schreibt Georg Klaus, „sind das wichtigste Instrument zur Abbildung der Wirklichkeit durch den Menschen. Die sprachlichen Zeichen sind die materielle Existenzform der Gedanken“ [3]. Und wie Karl Marx es ausdrückte: „Für die Philosophen ist es eine der schwierigsten Aufgaben, aus der Welt des Gedankens in die wirkliche Welt herabzusteigen. Die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens ist die Sprache. Wie die Philosophen das Denken verselbständigt haben, so mußten sie die Sprache zu einem eignen Reich verselbständigen. Dies ist das Geheimnis der philosophischen Sprache, worin die Gedanken als Worte einen eignen Inhalt haben. Das Problem, aus der Welt der Gedanken in die wirkliche Welt herabzusteigen, verwandelt sich in das Problem, aus der Sprache ins Leben herabzusteigen.“ [4]

Agitiert nur, agitiert nur, sprachen die Bauern! – Genosse, müssen etwas volkstümlicher reden, damit die Masse Sie auch versteht… [5]

Quellen:
[1] Karl Marx: Die deutsche Ideologie, 2.Apologetischer Kommentar, MEW, Bd.3, S.432.
[2] Georg Klaus: Die Macht des Wortes, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1969, S.39.
[3] ebd., S.28
[4] Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Dietz Verlag Berlin, Bd.3, S.432.
[5] Michail Soschtschenko: Die Kuh im Propeller, siehe: Text oder auf youtube: Manfred Krug

Fazit:
Die Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels werden niemals überholt sein, denn der Marxismus-Leninismus ist Wissenschaft! (Siehe: Diese Ideen kann man nicht besiegen…)

Siehe auch:
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis

Dieser Beitrag wurde unter Marxismus-Leninismus, marxistisch-leninistische Philosophie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Die Sprache der Macht

  1. Pingback: Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis | Sascha's Welt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s