Der ungarische Kommunist Mátyás Rákosi

Rákosi

Mátyás Rákosi (1892-1971)

Im Meyer’s Lexikon aus der DDR von 1980 wird sein Name nicht mehr erwähnt. Doch Dr. Kurt Gossweiler schreibt in seiner „Taubenfußchronik“:

„Es machte mich auch stutzig, und argwöhnisch, daß im Ergebnis dieses XX.Parteitages und mit Chruschtschows Hilfe solch offenkundig antileninistische ‚Kommunisten‘ wie Gomulka in Polen und Imre Nagy in Ungarn, an die Spitze der dortigen Parteien manövriert wurden, während ein solch kampferprobter und standhafter Marxist-Leninist wie Mátyás Rákosi als Führer der ungarischen Kommunisten gestürzt und als Mörder und Blutsäufer verleumdet und geächtet wurde.“ [1]

Monatelang haben wir uns angestrengt, um zu erreichen daß auch bei uns der sozialistische Wettbewerb Wurzeln schlägt, aber wir erzielten keine entscheidenden Erfolge. Doch als wir uns an die Werktätigen wandten, um sie zu fragen, wie man den siebzigsten Geburtstag unseres teuren Stalin durch Arbeitsaufgebote feiern könnte, war auf einmal das Eis gebrochen. Wie das Wasser durch gebrochene Deiche, brach eine Welle der schöpferischen Arbeit über uns herein, und wie durch einen Zauber, erschienen die ungarischen Stachanows: die Pozsonyi, die Muszka und die anderen. Es ist erst jetzt so, bei der Gelegenheit der Arbeitsaufgebote zu Ehren Stalins, daß auch bei uns die Arbeit „eine Sache der Ehre und des Ruhmes“ geworden ist. Und es ist jetzt so, daß die Worte der Kantate „Im Namen Stalins, erbaut sich die Welt!“ Wirklichkeit wurden.

(aus: MATYÁS RÁKOSI, „STALIN IST SIEBZIG GEWORDEN“)

imageAlbum „La Vie de MÁTYÁS RÁKOSI par l’image“ Szikra Budapest 1952 p.108

Eine Anekdote: Im Jahre 1949 fand anläßlich des 70. Geburtstages von J.W. Stalin im Bolschoj Theater eine Festveranstaltung statt. Stalin war nicht gerade bester Laune, er hörte den Reden nicht zu, verließ das Präsidium und ging hinter die Kulissen, um eine zu rauchen. Dabei traf er den ungarischen Parteichef Mátyás Rákosi.
– Genosse Rákosi, wie alt sind Sie? fragte Stalin.
– Sechsundfünfzig Jahre, – erwiderte Rákosi.
– Aha, also ein Komsomolze, – antwortete Stalin lächelnd und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter.

Doch im einem alten DDR-Lexikon von 1953 lesen wir [2]:

Rákosi Lexikon

Quellen:
[1] Kurt Gossweiler, Die Taubenfußchronik oder Die Chruschtschowiade 1953-1964, Stefan Eggerdinger Verlag München, 2002, Bd.1, S.19.
[2] Lexikon von A-Z in einem Band, VEB Bibliographisches Insitut Leipzig, 1953, S.817.

Hier noch zwei ungarische Texte:
Rákosi Mátyás, Békéért és a szocializmus építéséért
(Mátyás Rákosi, Für Frieden und den Aufbau des Sozialismus)
Kiss Károly, RÁKOSI ELVTÁRS ÉLETÉRŐL
(Károly Kiss, Aus dem Leben des Genossen Rákosi)

Siehe auch:
Die blutige Fratze der Konterrevolution
Der erste Weltkrieg (Stellungnahme ungarischer und österreichischer Kommunisten)
Von einem Romagetto ins nächste: Zwangsräumung in Miskolc

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6 Antworten zu Der ungarische Kommunist Mátyás Rákosi

  1. Istvan Sarady schreibt:

    Damals war man in der Hut-Industrie gezwungen, Hüte mit Nr. 68 zu produzieren….1948…
    Es gab ein Witz darüber…von Kalman Latabar….Ich war damals 6 Jahr alt (oder jung)

  2. sascha313 schreibt:

    Nagyon érdékes… Glauben Sie diesen Unsinn???

    • Istvan Dr. Sarady schreibt:

      Rákosi a magyar Hiradót nézte a moziban, hogy tényleg lássa, hogyan ´tapssal ünnepli öt a magyar nép: Ott ül elégedetten mosolyogva. mikor valaki leveri róla a 68-as kalapot. rácsap a kopasz fejére és mondja: „Tapsolj kopasz, mert különben elvisznek az Ávósok“!

      Ha Neked ez „Unsinn“, akkor nem éltél Magyarországon 1948-49-ben!

  3. Pingback: Nazis in Ungarn | Sascha's Welt

  4. Karl schreibt:

    Am 17 März 1953 fanden Wahlen in Ungarn statt.Ihr Ergebnis war ein starkes Vertrauensvotum für die von M. Rakosi geführte Regierungund den von ihm vorgeschlagenen erweiterten Fünfjahrplan. Das pa?te Chruschtschow und seinen Anhängern überhaupt nicht. Rakosis Fühnfjahrplan hätte nämlich Ungarn eine bedeutene Schwerindustrie und eine starke ,mechanisierte und kollektivierte Landwirtschaft geschaffen. Das hätte wiederum die Möglichkeiten Ungarns verbessert,seine Selbständigkeit zu behaupten.

    Wer war M.Rakosi? Rakosi war einer der Führer der Revolution in Ungarn 1919 und Handels Kommissar in der Regierung Bela Kuns . Als die Reaktionäre mit Hilfe der rumänischer Truppen die Revolution niederschlugen,flüchtete er in die Sowjetunion und arbeitete in den Jahren 1920-1924 im Exekutivkomitee der Komintern. Danach kehrte er nach Ungarn zurück und gründete die illegale Kommunistische Partei. 1925 wurde er verhaftet und zu acht Jahren Haft verurteilt. Kurz nach der der Freilassung wurde er erneut verhaftet und in einem international beachteten Prozeß ,im dem er als Vorbild eines Revolutionärs auftrat,lebenslänglich verurteilt. Die Sowjetunion befreite ihn durch einen Tausch mit einem festgenommenen Spion. Rakosi lebte daraufhin in Sowjetunion ,bis er mit der Befreiung Ungarns heimkehren konnte. Er wurde dann Generalsekretär der wieder aufgebauten Kommunistische Partei. Die Arbeiter hielten zu ihm, und die Marxisten-Leninisten in der Einheitspartei schlossen sich um ihm zusammen. Das konnte weder durch Nacy noch durch die „Rheablitierung“ Rajeks getrübt werden. Rakosi war faktisch sopopulär unter den Arbeitern,daß Nagy und seine Anhänger seine Politik oder die Verurteilung Rajeks nicht öffentlich anzugreifen wagten. Sie zogen es vor, die Partei mit der Behauptung,sie habe „den Kontakt zu den Massen verloren“,anzugreifen.

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