Brief an den Roten Webmaster

logo4.pngZuschrift an den Roten Webmaster:

Lieber Günter,
Ich habe mich gerade gestern wieder einmal etwas ausführlicher mit Fälschungen befaßt. Und ich muß sagen – man kriegt hierzulande wenig Lob für das, was man für die Menschheit und gegen die Dummheit tut! – ich finde es große Klasse, wenn Du Dir jeden Tag Gedanken machst, was man den Lesern Wichtiges an Information und Aufklärung weitergeben kann, damit sie etwas klüger werden.

Denn ein dummes Volk läßt sich leichter hinter’s Licht führen, ein gebildetes dagegen nicht allzu lange. Feigheit und Faulheit waren für Kant ja schon immer das Haupthindernis, welches der Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit im Wege stand: FEIGHEIT, weil man sich nicht zu sagen traut, was man Unrechtes feststellt – aus Angst um den Job. Und FAULHEIT, weil es allemal bequemer ist, den Empfehlungen und Angeboten der Medien zu folgen und  sich einfach treiben zu lassen und – nichts zu tun gegen die schlimmen Mißstände in der Welt, oder bestenfalls zur Beruhigung des Gewissens mal wieder ein paar lumpige Euro in irgendeinen Spendensack zu werfen.

Es gibt ja verschiedene Trends in der bürgerlichen Meinungsmache:

Erster Trend – die Ablenkung. Man sorgt für Unterhaltung, so daß die Leute immer wieder durch Kleinigkeiten und Belanglosigkeiten von den wirklich wichtigen Dingen dieser Welt abgelenkt werden, und das klappt ja auch perfekt! Von Badewannenrennen auf dem Dorfteich bis zum neuesten Auftritt der „Prinzen“ ist da alles drin. Das brave Vergnügungsvolk empfindet die Welt als einen „großen Spielplatz“ – so schrieb ein junger Blogger über seine Reiseerlebnisse in Australien und Kanada. Ein Schweizer „Künstler“ stellt in N.Y. eine Riesen-Schrottfigur mit einer Lampe auf dem Kopf aus, die dann versteigert werden soll – wie schön! Und dann kommen auch wieder Berichte über „die einzigartige Kirschblüte in Japan“.

Zweiter Trend – die Mitleidspose. Man bedauert die „moderaten Rebellen“ in Syrien im ihrem Kampf gegen das Assad-„Regime“ und beklagt ein paar angebliche „Journalisten“, die in Rußland verhaftet wurden. Es werden Krokodilstränen über die Opfer einer Naturkatastrophe vergossen, und man ruft gerade jetzt zu Spenden auf. Ein superreiches „Vorbild“ darf dabei nicht fehlen. Und völlig logisch, wenn der Kraftstoff billiger wird, solange das Erdöl in Syrien gestohlen wird. Völlig klar auch, daß die Müllgebühren steigen – und natürlich kommt man bei den Umweltgesprächen keinen Schritt voran. Es riecht nach Ozon in der Luft, was können wir daran schon ändern…

Dritter Trend – die Verharmlosung. Nach allen Regeln der Kunst wird der Einsatz deutscher Soldaten in Syrien als „solidarische“ Hilfe gegenüber Frankreich dargestellt (was natürlich eine Lüge ist, denn Frankreich ist ebensolch ein Aggressor wie die USA). Oder – und das ist nun nicht gerade neu: Die Atomkraft wird verharmlosend als „Brückentechnologie“ dargestellt – eine Brücke, über die man „sicher“ gehen könne. Ein paar „Experten“ aus Wissenschaft und Technik sind „sogar“ der Meinung, daß es „realistisch“ sei, bis zum Jahre 2050 (!) vollständig zu erneuerbaren Energien überzugehen. (So kann man noch gute 35 Jahre lang mit den alten Schrottmeilern aus dem Jahre 1978 schön Geld verdienen: pro Tag rund eine Million Euro!). Und die Comedy-Branche mischt kräftig mit: Witze tragen dazu bei, daß alles nicht mehr so gefährlich aussieht und nicht mehr so ernst genommen wird. „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Eine schöne – aber doch sehr dumme Redensart!

Vierter Trend – die Werbung. Auf Teufel komm raus wird für alle möglichen Produkte geworben, die Briefkästen sind jeden Tag voller bunter Prospekte. Rundfunksendungen werden unterbrochen durch Hinweise auf die neuesten Schnäppchen: „nur“ 99,98 Euro, und nur noch diese Woche! Die kulturellen Angebote überschlagen sich förmlich (was man so unter „Kultur“ versteht!). Und jede mehr oder weniger illustre „Gesprächsrunde“ über das neueste Buch eines bisher unbekannten Autors oder über irgendeinen Film, den man gesehen haben muß – und dergleichen nette, aber dümmliche Dinge … tragen zur Verblödung bei.

Fünfter Trend – die Rechtfertigung. Unter Hinweis auf die „friedliche Revolution von 1989“ (schon jedes Wort ist eine Lüge!) wird von der Notwendigkeit der „Unterstützung demokratischer Bewegungen“ geredet. Und es wird Krieg geführt „gegen den Terror“. Denn man braucht ja wieder ein Feindbild, wie zuvor schon Ghadaffi oder Saddam Hussein… „seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“ Von Bedenken läßt man sich gar nicht erst schrecken („wir sind ja hier nicht in einem Seminar, sondern im Bundestag!“). Und alle möglichen Figuren der bürgerlichen Politszene rufen dazu auf, man möge doch besser über den „Unrechtsstaat DDR“ informieren. Wenn das nicht Rechtfertigung der eigenen volksverachtenden Politik ist, was ist es dann?

Sechster Trend – die Lügen. Dazu braucht man wahrscheinlich nicht mehr allzuviele Worte zu verlieren. Erstens merkt man sie nicht immer (irgendwann kommt es aber doch heraus, wie die Fälschungen von Goebels über die angebliche Schuld Stalins an der Ermordung der Polen in Katyn, oder die Fälschungen über den sog. „Hitler-Stalin-Pakt“ und vieles mehr. Und zweitens, hat jedes Lügengespinst seinen Zweck bereits erfüllt, wenn die bürgerlicheh Medien damit wieder einmal von den wirklich wichtigen Dingen ablenken konnten. Doch die mutigen Stimmen können nicht zum Schweigen gebracht werden! Die Wahrheit läßt sich eben nicht umbringen!

Siebenter Trend – die Verleumdung der Kritiker. Ganz schnell bekommt man den Stempel des Antismitismus aufgedrückt, wenn man sich kritisch zur Politik des jüdischen Imperialismus äußert. „Es scheint inzwischen zu einem Sakrileg zu verkommen“, schreibt Evelyn Hecht-Galinski, „wenn ein kritisches Wort im Zusammenhang mit den Besatzungsverbrechen oder im Zusammenhang mit dem Zentralrat der Juden fällt. Es ist das Verdienst der Mainstream-Medien, der Talkshows und der TV- sowie Radioanstalten, daß es – mit ein paar kleinen Ausnahmen – nicht mehr möglich ist, kritische Stimmen gegen die Politik des Jüdischen Besatzerstaats zu erfahren. Alles wird weichgespült und in philosemitischer Berichterstattung dargestellt.“ Doch das gilt nicht nur in Bezug auf den jüdischen Besatzerstaat, sondern auch im Falle der USA, wo man sich sogleich dem Vorwurf des Antiamerikanismus ausgesetzt sieht.

Ganz gewiß gibt es noch ein paar mehr solcher Trends. Man sollte sie alle kennen, und man sollte sie kenntlich machen. Denn je mehr das Mitdenken und Selberdenken gefördert wird, desto geringer ist die Wirksamkeit der imperialistischen Propaganda, und desto größer wird der Mut der Volksmassen sein, sich diesen Einflüssen und der Gewalt der bürgerlichen Macht zu widersetzen.

Rote Grüße!
Sascha

Siehe: Kommunisten-Online.de

Und hier ist der Beitrag des Sowjetischen Informationsbüros von 1948:
Sowinformbüro_Geschichtsfälscher


Und hier ist ein Original-Ausschnitt aus dem oben zitierten Aufsatz über die Aufklärung von Immanuel Kant:
Kant Aufklaerung
Quelle:
Immanuel Kant:  Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Kant: Ausgewählte kleine Schriften. Taschenausgaben der Philosophischen Bibliothek, Heft 24, Verlag von Felix Meiner in Leipzig, 1949, S.1.

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2 Antworten zu Brief an den Roten Webmaster

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