Woroschilow urteilt über Stalin

Reschetnikow_StalinGenosse Stalin vereint in sich die typischen Merkmale des proletarischen Klassenkämpfers. Die klassenmäßige Zusammensetzung der Armee war ihm sehr wichtig, es sollten ihr tatsächlich Arbeiter und Bauern angehören, die „keine fremde Arbeit ausbeuten“. Er maß der politischen Erziehung der Armee große Bedeutung bei. Wiederholt regte er an, Kommunisten zu mobilisieren, und zwar hielt er es für unbedingt notwendig, daß ein bedeutender Prozentsatz als gemeine Soldaten kämpfte. Bei der Wahl der Kriegskommissare stellte er hohe Anforderungen. Das damalige Allrussische Büro für Kriegskommissare bekam von ihm wegen Entsendung „Grüner Jungens“ scharfe Kritik zu hören. Er sagte: „Die Kriegskommissare müssen die Seele des militärischen Unternehmens sein und die Spezialisten mitreißen.“ [1]

Auch dem politischen Zustand im Rücken der Armee maß er große Bedeutung bei. Außergewöhnlich streng ging Genosse Stalin bei der Wahl von Menschen vor. Ohne Rücksicht auf ihren Rang, tatsächlich „ohne Ansehen der Person“, setzte er ohne Gnade unfähige Spezialisten, Kommissare, Partei- und Sowjetfunktionäre ab. Auf der anderen Seite aber trat er stets wie kein zweiter für jeden ein, der seiner Ansicht nach das Vertrauen gerechtfertigt hatte, das die Revolution in ihn setzte. Verdiente rote Kommandeure, die er persönlich kannte, behandelte er in diesem Sinne.

Als Genosse Parchomenko, der spätere Oberbefehlshaber der 14. Kavalleriedivision, der nachher im Kampf gegen die Alachnobanden fiel, ein wirklicher proletarischer Held des Bürgerkrieges, Anfang 1920 infolge eines Mißverständnisses zur höchsten Strafe verurteilt wurde, verlangte Genosse Stalin, als er davon erfuhr, seine sofortige bedingungslose Freilassung. Solche und ähnliche Beispiele lassen sich in großer Zahl anführen.

Wie kaum ein anderer Mensch von überragendem Format schätzte und ehrte er die Funktionäre, die ihr Leben der proletarischen Revolution widmeten. Das wußten nicht nur die Befehlshaber, das wußten alle, die Gelegenheit hatten, unter seiner Führung für unsere Sache zu kämpfen. Das war Genosse Stalin während des Bürgerkrieges. Er blieb derselbe in all den folgenden Jahren, in denen der Kampf um den Sozialismus weiterging. (…)

In diesem ruhmreichen Abschnitt der Geschichte besteht das große Verdienst unseres Stalin besonders darin, daß er die organisierte Streitmacht, die Armee, mit festem Griff mitten im Kampf um den Sieg geschaffen hat. Den Kampf selbst, der im Interesse des Sieges eine straff organisierte militärische Macht erforderte, nutzte Stalin mit souveräner Beherrschung als organisierenden, schöpferischen Faktor aus.

Die Blätter der heldenhaften Geschichte unserer Revolution, die dem Bürgerkrieg gewidmet sind, werden als Schöpfer und Organisator der Streitkräfte des siegreichen Sozialismus in goldenen Buchstaben Stalins Namen tragen.

„… Entweder bringen wir es fertig, eine streng disziplinierte, reguläre, wirkliche Arbeiter- und Bauernarmee zu schaffen, und behaupten die Republik, oder wir bringen das nicht fertig, und dann ist unsere Sache zugrunde gerichtet“, [2] sagte Stalin auf dem VIII. Parteitag der KPR(B).

Diese Worte sind im März 1919 gesprochen worden, als die tobende Konterrevolution ihren Kulminationspunkt noch nicht erreicht hatte, als die Koltschak, Denikin, Judenitsch, von der imperialistischen Bourgeoisie Englands, Frankreichs, Amerikas, Japans und anderer Länder freigebig mit Gold unterstützt, mit ihren Horden vom Osten und Westen, vom Süden und Norden auf den Mittelpunkt der proletarischen Revolution zukrochen, auf ihr Herz — auf Moskau.

Stalin selbst hat sein Urteil abgegeben, in welchem Zustand die Rote Armee zu damaliger Zeit war, und die Aussichten umrissen, wie eine wirkliche, disziplinierte Rote Armee der Arbeiter und Bauern beschaffen sein müßte, um all die vielen, von der zaristischen Generalität geführten Heere der Konterrevolution zu schlagen.

Solche Armee haben wir geschaffen. Wir haben sie geschaffen, weil Lenin und Stalin persönlich diese für damalige Zeit so schwierige Aufgabe gemeinsam in Angriff nahmen und mit titanischer Energie zu Ende führten.

[1] Telegramm aus Zarizyn, 1918.
[2] J.W.Stalin, Werke, Band 4, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1951, S. 221.

Quelle:
K.J. Woroschilow, Stalin und die Streitkräfte der UdSSR, Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin, 1953, S.39-41 und 48-49

Siehe auch:
Alfred Kantorowicz: Stalin der Humanist
Der Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR
Der gezähmte Taifun

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7 Antworten zu Woroschilow urteilt über Stalin

  1. gunst01 schreibt:

    Aus dem Buch wie betrachte ich Stalin mit der rosaroten Brille. In Wirklichkeit hat er mit seinen Säuberungen die Rote Armee völlig runiert und dadurch Deutschland einen enormen Vorteil verschafft. Aber er wurde sicher nicht ohne Grund von Jesuiten dazu erzogen.

  2. hjkessel schreibt:

    Guten Morgen Sascha,

    …ohne Zweifel ist die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges noch nicht zu Ende geschrieben. Viele Historiker oder Menschen die sich dazu ernennen sind im Interesse der verschiedensten politischen und gesellschaftlichen Strömungen unterwegs um gerade diese Seite der Geschichte umzuschreiben. Wenn man die Ereignisse der letzten 25 Jahre betrachtet, nicht ohne Grund.

    Für mich wäre interessant, wie ging man gegen Denunzianten vor, die es ohne Zweifel während der Umstrukturierung der Roten Armee gab und nicht nur dort.

    • sascha313 schreibt:

      Es ist mir nicht bekannt, ob das schon mal jemand untersucht hat. Die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges ist beendet. Lügen darüber werden heute jedoch immer aufs Neue erfunden (und dümmlich nachgeplappert), was nicht verwunderlich ist, denn der Sozialismus, vor allem auch Stalin, ist den Herrschenden von heute immer noch ein Dorn im Auge.

  3. Vorfinder schreibt:

    Unser Pfund ist, der Quell Stalin, also der Kommunismus. Der Kommunismus spricht gerade Jugendliche an. Den Jugendlichen geht es um Zukunft. Kommunismus ist Zukunft, nur müssen wir das vermitteln, wirklich lebendig vermitteln. Mahnwachen sind da weniger der Ort. Wir müssen mit den Menschen reden, wirklich reden, nicht drüber weg sprechen – und es braucht das gemeinsame lesen der Klassiker. Jugendliche suchen Orientierung. Stalin ist Orientierung in Werk, Wirken und Persönlichkeit. Die Bourgeoisie versucht einzutrichtern, dass diese Zeiten vorbei sind oder eben Verbrechen waren – klar, was der Bourgeoisie an den Kragen geht, ist denen Verbrechen. Der Fehler der Linken, allgemein, ist eben, es wurden die Waffen, die unsere wissenschaftliche Weltanschauung liefert, aus der Hand gegeben.

    Der Auftrag an uns ist, unsere Menschen mit Wissen zu bewaffnen. Dieser Blog ist Waffe, raustragen und anwenden müssen wir, jeder. Vorsatz fürs neue Jahr: jeder von uns sucht in seiner Nachbarschaft fünf Interessiert, denen er z.B. Artikel dieses Blog vorstellt, und gemeinsam Klassiker lesen, nicht verbiestert, sondern in Entdeckung! Der persönliche Weg schafft mehr, als so mancher Aufruf gegen das herrschende System. Erstmal müssen die Menschen ja verstehen, wirklich für sich verstehen, dass der Kapitalismus IHR Feind ist, unversöhnlich.

  4. Maik schreibt:

    Ich wollte einfach nur DANKE sagen, für Deine unermüdliche, WICHTIGE Arbeit die Du leistest.

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