Die Sowjetunion – und die Juden

070Die Überschrift ist zweifellos etwas spektakulär, denn es geht hier nicht vordergründig um die Juden, sondern um den Sozialismus. Konsequent setzte Stalin den Aufbau des Sozialismus fort, darunter auch die Nationalitätenpolitik Lenins, und er führte dieses Riesenland zum Sieg des Sozialismus. Was diese gewaltige Entwicklung für die Völker der Sowjetunion bedeutete, kann man erst ermessen, wenn man die Lebensverhältnisse der einfachen Menschen, die Rechte der unterschiedlichen Bevölkerungruppen, darunter auch der Juden, betrachtet. Erstmals in der Geschichte der Menschheit war hier ein Staat entstanden, der frei von Ausbeutung war, und der allen Menschen eine gesicherte und menschenwürdige Perspektive bot.

Der Sieg des Sozialismus

DneprogesAlle Werktätigen der Sowjetunion konnten stolz auf die Erfolge sein, die sie unter der Führung der kommunistischen Partei erreichten. Kein westlicher Kriegsexperte glaubte an einen militärischen Sieg der Sowjetmacht. Kein rechter Sozialdemokrat hielt eine sozialistische Macht in der Sowjetunion für möglich. Schon 1920 waren die Interventionsfeinde des Sowjetlandes vernichtet. Der Krieg der ausländischen Interventen und der russischen Weißgardisten gegen die Sowjets endete mit dem Sieg der Kommunisten. Die Rote Armee hatte die Feinde zerschmettert. Zielstrebig wurde der friedliche wirtschaftliche Aufbau in Angriff genommen. Konsequent plante und leitete der sozialistische Staat die Industrialisierung. Der Bau solch gewaltiger Projekte wie des Dnepr-Wasserkraftwerkes und des Stalingrader Traktorenwerkes begann. Es mußten völlig neue Industriezweige geschaffen werden, die es im gesamten zaristischen Rußland zuvor nie gegeben hatte.

Umgestaltung der Landwirtschaft

Auf dem XIV. Parteitag im April 1929 wurde der erste Fünfjahrplan beschlossen, ein Plan zur Ausrüstung der Industrie und Landwirtschaft mit modernen technischen Mitteln. Auf seiner Grundlage konnte die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft verwirklicht werden. Damit gelang es, die Bauern für den Eintritt in die Kollektivwirtschaften zu gewinnen, da nur durch sozialistische Gemeinschaftsarbeit und durch Industrialisierung die Landwirtschaft einen Aufschwung in der Arbeitsproduktivität erreichen konnte. Noch 1927 verrichteten die Bauern etwa drei Viertel der Feldarbeiten manuell. Fast die Hälfte aller Getreidekulturen wurde mit der Sense oder der Sichel geerntet, und 40% des Getreides wurden mit dem Dreschflegel bearbeitet.

„Neuland unterm Pflug“

UdSSR LandwirtschaftWie groß die Schwierigkeiten waren, zeigt Michail Scholochow in seinem Buch „Neuland unterm Pflug“. Altes Besitzdenken und Vorurteile galt es zu überwinden. Hart war der Klassenkampf gegen die Kulaken, die Feinde der Sowjetmacht, die als Klasse beseitigt werden mußten. Scholochow beschreibt diese Entwicklung und den aufopferungsvollen Kampf, den solche Kommunisten wie der von den Putilowarbeitern mit der Kollektivierung beauftragte Semjon Dawydow geführt haben.
Aber ihr Kampf war nicht umsonst, wenn auch die Kulaken nichts unversucht ließen, die Kollektivierung durch Mord, Brandstiftung und offenen Aufruhr zu verhindern. Fehler und Verzerrungen der Parteilinie bei der Verwirklichung der Kollektivierung – z.B. eine zu große Ungeduld bei der Gewinnung der Bauern für die Kollektivwirtschaften – konnten zwar zu örtlichen Schwierigkeiten führen, aber aufzuhalten war die neue Entwicklung nicht.

Sozialistische Bündnispolitik

Der Sozialismus machte um die Landwirtschaft keinen Bogen. Betrug die Saatfläche der Kollektivwirtschaften 1928 1.390.000 Hektar, im Jahre 1929 4.262.000 Hektar, so hatte sie 1930 die 15-Millionen-Grenze bereits überschritten und erreichte bald darauf 36 Millionen Hektar. Damit konnte sich die Sowjetmacht in allen ihren Maßnahmen nicht nur auf die sozialistische Industrie, sondern auch auf die sozialistische Landwirtschaft stützen. Neben dem Proletariat formierte sich eine von Ausbeutung befreite Bauernklasse, die Klasse der Genossenschaftsbauern. Und eine neue Intelligenz ging aus dem Volk hervor. Auf diesen neuen sozialen Verhältnissen baute die Bündnispolitik der Arbeiterklasse auf.

Die Stalinsche Nationalitätenpolitik

3-1Dieses Klassenbündnis, das von der kampferprobten Leninschen Partei geführt wurde, sicherte auch gleichzeitig die Entwicklung der Sowjetunion zu einem sozialistischen Nationalitätenstaat, zu einem Bund freier, gleichberechtigter Republiken. Wie Lenin mehrfach feststellte, war das zaristische Rußland ein Völkergefängnis. Oftmals hatten die unterdrückten Völker das zaristische Joch abzuwerfen versucht, aber jedesmal wurden ihre Aufstände grausam niedergeschlagen. Erst die Große Sozialistische Oktoberrevolution sicherte allen Völkern Rußlands eine freie Entwicklung.

Die Rechte der Völker der Sowjetunion

In der „Deklaration der Rechte der Völker Rußlands“ vom 2. November 1917 wurden die Gleichheit und Souveränität der Völker Rußlands verankert und weitere Prinzipien festgelegt, um zu einem freiwilligen und ehrlichen Bündnis der Völker zu kommen. Die sechzigjährige Praxis hat die Richtigkeit dieser Thesen bis auf den heutigen Tag bestätigt.
Die Imperialisten allerdings versuchen auch heute noch, die Nationalitätenpolitik der Sowjetunion zu diskreditieren. So „entdeckten“ sie Anfang der siebziger Jahre eine „Unterdrückung“ der Juden. Wie aber sieht es damit tatsächlich aus?

Die sowjetischen Juden

Auf tausend Bürger jüdischer Nationalität kommen mehr Hochschulabsolventen als in jedem anderen Land. Zu den Deputierten der Sowjets zählen 8.000 Juden. 340.000 Staatsbürger jüdischer Nationalität erhielten Orden und Medaillen. Die 2,2 Millionen Bürger jüdischer Nationalität haben eigene Theater, Zeitungen und Zeitschriften. Für sie gelten die gleichen Grundsätze wie für alle Nationalitäten in der Sowjetunion. Genehmigt wurden auch Ausreiseanträge, um die für diese Bevölkerungsgruppe besonders komplizierten Probleme der Familienzusammenführung nicht zu erschweren. Nicht immer standen echte humanitäre Gründe hinter solchen Anträgen. Manche Bürger jüdischer Nationalität waren der Propaganda imperialistischer Medien und Zentralen erlegen. So verzichteten z.B. in den Jahren 1973 und 1974 rund 1.500 sowjetische Juden auf ihre bereits genehmigte Ausreise nach Israel, nachdem sie die Argumentationen und Verleumdungen der Imperialisten durchschauten. Andere stellten Antrag auf Rückkehr in ihre Heimat.

Gleichberechtigung der Völker

Die Gleichberechtigung von Rassen, Nationalitäten, Völkerschaften, nationalen Minderheiten und ethnischen Gruppen ist von Anfang an ein Grundzug der sowjetischen Nationalitätenpolitik. Das Gesetz sieht harte Strafen (Freiheitsentzug bis zu drei Jahren) für die Erregung von nationalen Feindseligkeiten oder Rassenfeindschaft vor, ebenso verlangt es die Bestrafung bei Gewähren von Privilegien für bestimmte Nationen oder Rassen.

Menschenrechte im Sozialismus

ussr_144Zu dem gewaltigen Umwälzungsprozeß, der sich in der Sowjetunion im Ergebnis der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution vollzog, gehören nicht nur die Veränderung der politischen und ökonomischen Machtverhältnisse, nicht nur die Schaffung neuer sozialistischer Produktionsverhältnisse und die bisher nicht gekannte Entfaltung der Produktivkräfte, sondern auch die Verwirklichung der Grundsätze sozialistischer Nationalitätenpolitik, die Schaffung und Erhaltung sozialistischer Gesetzlichkeit und vieles andere mehr. Diese Voraussetzungen bildeten zugleich die Grundlage für die weitere Entfaltung der Menschenrechte in der Sowjetunion als ein sichtbares Ergebnis der Arbeit und Entwicklung der machtausübenden Arbeiterklasse im Bündnis mit den Genossenschaftsbauern und der Intelligenz.

Der sozialistische Rechtsstaat

In der Verfassung wurden jene Rechte ausgestaltet, die dem Werktätigen seine Existenzmittel, die Beteiligung an der schöpferischen Arbeit, das Vertrauen auf die nahe Zukunft, die Entwicklung seiner Fähigkeiten und Kenntnisse gewährleisten. Dazu gehören das Recht auf Arbeit, das Recht auf materielle Versorgung im Alter sowie im Falle von Krankheit und Invalidität und das Recht auf Bildung. Es wäre verlorene Liebesmühe, diese Rechte in bürgerlichen Staaten zu suchen. Weder damals noch heute. In der sozialistischen Gesellschaftsordnung jedoch, in der die Sorge um den Menschen und seine Persönlichkeit im Mittelpunkt steht, konnten diese Rechte sämtlichen Staatsbürgern eingeräumt werden.

Das Grundrecht auf Arbeit

Dagestan-2Dieser Grundrechtskatalog wurde nach 1945 auch das Vorbild aller Verfassungen in den neuen sozialistischen Staaten, die ebenfalls ihre Kapitalisten und Großgrundbesitzer enteignet und entmachtet hatten, Das unterstreicht die große internationale Bedeutung, die der ersten Verfassung des siegreichen Sozialismus zukommt. Sie war nicht nur für die vom Ausbeuterjoch befreiten Arbeiter und Bauern in den sozialistischen Ländern von Bedeutung, ihre Errungenschaften und Rechte bildeten und bestimmten immer mehr das Ziel des Kampfes der Arbeiterklasse in den kapitalistischen Ländern. Das Recht auf Arbeit wurde als Forderung der Arbeiterklasse in den kapitalistischen Staaten erhoben.

Warum ist der Sozialismus unser Vorbild?

Die Sowjetunion hatte bewiesen, daß es möglich ist, ein Recht auf Arbeit zu garanteren, wenn Ausbeutung und Unterdrückung beseitigt werden. Die Diktatur des Proletariats erbrachte – und nicht nur mit diesem Recht – den eindeutigen Nachweis, daß sie menschlicher als alle Ausbeuterstaaten ist. Ja, noch mehr! Die Diktatur des Proletariats ermöglichte erst die Verwirklichung und Garantie echter Menschenrechte. Nimmt es da wunder, wenn bis auf den heutigen Tag die Imperialisten alle ihre bezahlten Klopffechter und Ideologen einspannen, um die Diktatur des Proletariats, den ersten sozialistischen Staat der Welt und mit ihm das ganze sozialistische Weltsystem zu verleumden?

Siehe auch:
Der Weg der Sowjetmacht zum Sieg des Sozialismus

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3 Antworten zu Die Sowjetunion – und die Juden

  1. gunst01 schreibt:

    Allein der Holodomor in der Ukraine, verursacht durch das dilettantische Vorgehen bei der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, forderte 14.5 Mill Tote. Rechnet man die Millionen an Toten während der stalinistischen Säuberungen und aus dem Gulagsystem hinzu, bekommt Stalins Vorbild eine tiefschwarze Färbung.

  2. hjkessel schreibt:

    … gunst01, wenn es gestattet ist, zwei Link’s zu Ihrem Kommentar, der allerdings mit dem Thema “ Die Sowjetunion und die Juden, nur ganz entfernt etwas zu tun haben.

    … der erste Link ist mit den Aussagen Sascha’s identisch. Der zweite Link kann als Anleitung verstanden werden.

    https://biffidu.wordpress.com/2015/05/03/klarstellung-analyse-ein-exkurs-in-die-geschichte-zum-thema-holodomor-in-der-ukraine/

    https://biffidu.wordpress.com/2015/04/26/40-tipps-fur-antikommunisten/

    Ähnliche Widerstände gab es bei der Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR. Auch damals wurde den jungen Genossenschaften durch kriminelle Handlungen Schaden zugefügt und heute werden die damaligen Täter als “ Kämpfer für die Freiheit “ stilisiert.

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