DDR: Gab es einen Schießbefehl?

Waffenbrüder

NVA- und sowjetische Soldatern

Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR war eine Friedensarmee. Niemals war diese Armee an einem Krieg beteiligt. Es war eine moderne, gut ausgerüstete Armee, im Bündnis mit den Bruderarmeen der anderen sozialistischen Staaten des Warschauer Vertrages. Sie war dazu da, unseren sozialistischen Staat zu schützen und im Falle eines Angriffs zu verteidigen. Doch um es gleich zu vorwegzunehmen: Nein! Es gab keinen „Schießbefehl“. Aus dem Vorwort des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, zu einem kleinen Büchlein über den Sinn des Soldatseins: „Noch nie wurden in der deutschen Geschichte Waffen für eine verteidigungswürdigere Sache getragen. Unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer Partei sind in den vergangenen Jahrzehnten Aufgaben von geschichtlicher Größe gelöst worden. Aus den materiellen und moralischen Trümmern des zweiten Weltkrieges und der faschistischen Barbarei wuchs unser Land empor zu einem kräftigen Industriestaat mit hochentwickelter Landwirtschaft, modernem Bildungswesen und regem geistig-kulturellem Leben. Der sozialistische deutsche Staat wird von unseren Freunden in der ganzen Welt geschätzt und geachtet.

Aber keine Minute dürfen wir vergessen, daß jeder unserer Erfolge im erbitterten Klassenkampf gegen die reaktionären Kräfte der deutschen Geschichte errungen worden ist. Die Kräfte des Monopolkapitals herrschen in der BRD auch heute noch. Und mit noch abgefeimteren Methoden versuchen sie, unsere sozialistische Staatsmacht zu schwächen, unsere Vorwärtsentwicklung zu stören, unsere Gedanken und Gefühle zu vergiften. Nach wie vor setzen sie auf den Krieg, auf die gewaltsame Vernichtung des Sozialismus.

Dem zu wehren ist die historische Mission unseres Staates, ist Sache eines jeden Bürgers unserer Deutschen Demokratischen Republik. So sagt es unsere Verfassung. Die aggressiven Absichten der westdeutschen Militaristen rechtzeitig zu erkennen, an der Seite der Sowjetarmee und der anderen Bruderarmeen militärische Provokationen entschlossen zu durchkreuzen und jeden Aggressor kompromißlos auf seinem eigenen Territorium zu zerschlagen – das ist der Auftrag der Werktätigen an ihre Armee.

Dieser Auftrag erfordert mehr als die Einsicht in die Notwendigkeit des Wehrdienstes. Aus dem Bekenntnis zur Verteidigung des Sozialismus/Kommunismus müssen Taten, müssen gute und ausgezeichnete soldatische Leistungen erwachsen: in der politischen Schulung, in der Gefechtsausbildung, in der Disziplin und Ordnung, bei der Sicherung der Staatsgrenzen, des Luftraumes und der Hoheitsgewässer.“

Quelle: Vom Sinn des Soldatseins. Ein Ratgeber für den Soldaten. Redaktion Wissen und Kämpfen, Deutscher MIlitärverlag (DDR), o.O., o.D., S.9f.

Und hier ist nun die Dienstanweisung über den Schußwaffengebrauch in der NVA
(Danke an Petra für die Kopie!):

auszug-schusswaffenanwendungsordnung-1978

Quelle: Die Trommler – Archiv.

Siehe auch: Gesetz über die Staatsgrenze der DDR (vom 25. März 1982)

Die NVA hat ihren Auftrag vorbildlich erfüllt. Die Soldaten, Offiziere und Generäle haben sich niemals von den Provokation durch westliche Agenten zun unbedachten Handlungen verleiten lassen. Die Entmachtung der DDR-Regierung und die Annexion der DDR erfolgte vielmehr auf kaltem Wege. Verantwortlich dafür waren führende sowjetische Parteifunktionäre im Komplott mit hochrangigen Vertretern des USA-Regimes und der westdeutschen Bundesrepublik. Mißachtet wurden die Lehren des Marxismus-Leninismus. Mitachtet wurde, wovor auch Stalin schon gewarnt hatte:

Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert.

Quelle: Stalin, Werke, Bd.9, S.24.

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14 Antworten zu DDR: Gab es einen Schießbefehl?

  1. prkreuznach schreibt:

    Sascha, Du musst der dieser Behörde danken, die da mal „Gauck-Behörde“, dann „Birthler-Behörde“ und nun „Jahn-Behörde“ genannt wird. Auf deren Internetseite kann man sich Kopien von Dokumenten herunterladen. Allerdings ist das nicht gleich zu finden. Ich hab´s aber per Zufall gefunden.

    Es gab da noch andere Dienstanweisungen. Da müssten die damaligen Angehörigen der NVA und Grenztruppen sich melden, um hier zu kommentieren. Hier ist das, was ich gefunden habe.

    Du hast die Bilddatei verwendet. Nachfolgend nochmal der Link zur PDF-Datei. Ich habe noch zwei weitere Dokumente(Links zu PDF-Dateien) beigefügt. Die können sich alle Interessierten runterladen.

    Schusswaffenanwendungsordnung 1978
    https://dietrommlerarchiv.files.wordpress.com/2015/11/schusswaffenanwendungsordnung-1978-kopie-2.pdf

    Schusswaffenanwendungsordung 1962
    https://dietrommlerarchiv.files.wordpress.com/2015/11/anwendung-schusswaffe-1962-kopie-21.pdf

    Handbuch für den Grenzdienst
    https://dietrommlerarchiv.files.wordpress.com/2015/11/handbuch-fc3bcr-den-grenzdienst-jpg.pdf

    Das letztgenannte Dokument habe ich von Facebook entnommen. Das stammt nicht von dieser Behörde.

    • Harry 56 schreibt:

      Was ein jeder auch immer halten mag von den DDR-Regelungen zum Gebrauch von Schußwaffen an der NATO-Grenze, so bleibt es eine einfache Tatsache, dass die Zahl derjenigen Menschen, denen diese Regelungen ein sicheres und gutes Leben, in vielen Fällen das nackte Leben selbst gerettet haben, die Zahl derjenigen um gigantische Ausmaße übertrifft, welche durch diese Regelungen leider zu Schaden, leider in einigen Fällen auch zu deren Tod geführt haben.

      Fakt bleibt auch, dass alle diese „Opfer“ sich freiwillig und vorsätzlich in Gefahr begeben haben, während die unzähligen Opfer des Kapitalismus, seiner barbarischen und verbrecherischen Gesellschaft in vielen Fällen ohne jegliches eigenes Zutun zu Schaden kommen, bis hin zu gewaltsamen Toden.

      Dies sollten wirklich mal alle Kläffer und deren Papageien, sonstigen „Verurteiler“ von „Mauer & Stacheldraht“ bedenken.
      Sie alle zusammen sollten auch bedenken, wissen, dass zwischen dem 13.August 1961 und dem 9.November, jenem Tag, als die Mauer keinesfalls wie immer wieder völlig falsch behauptet „fiel“, „geöffnet“ wurde, sondern lediglich fast alle Personenkontrollen plötzlich aufgehoben wurden, Millionen von Bürgern der DDR diese „Mauer“ und sonstige Grenzsicherungsanlagen mit ordentlichen Reisedokumenten ausgestattet, gen „Westen“, Richtung sonstigen NATO-Gebieten völlig unversehrt und un-„schikaniert“ passierten, ebenso auch in umgekehrter Richtung.

      Schon das einfachen Verschweigen, Vertuschen dieser absoluten Tatsachen zeigt doch die böse und verlogene Absicht der Propaganda, der Hetze, der
      Volksverdummung aller dieser „Mauer-Verurteiler“, tatsächlichen Kapitalismus-Beschöniger. oft auch nur zufälligen Kapitalismus-Profitierer, Mitmacher, Opportunisten etc….

      Nun noch allen hier ein gutes Neues Jahr, viel Gesundheit und Glück und weiterhin viel Mut, für die Wahrheit einzustehen, für sie zu kämpfen!

      Beste soz.Grüße!

    • Inson schreibt:

      Da gibt es Nichts zu kommentieren. So lauteten für alle bewaffneten Organe der DDR die Vorschriften zur Anwendung der Schusswaffe. Der sogenannte „Schiessbefehl“ ist eine Lüge!

  2. Ralf schreibt:

    Stimmt,die Vorschriften für Schußwaffengebrauch waren die selben,das ist das was ich weiß,allerdings weiß ich nicht ob es diesen Schießbefehl gab oder nicht das können nur Grenzer sagen.

  3. Harry 56 schreibt:

    Die Frage nach einem „Schießbefehl“, ob es nun gab oder auch heute noch immer gibt, ist ja fast schon lächerlich, kindisch.
    Fragt doch mal einfach heutige BGS-Leute oder Grenzer eines sonstigen x-beliebigen sonstigen Staates, ob sie an den Grenzen bloß mit Wasserpistolen herumhantieren, bei Gefahren mit Gummibärchen werfen oder mit China-Böllern „erschrecken“.

    Spaß nun mal beiseite, ähnliche Regelungen wie in der einstigen unabhängigen DDR (war auch UNO-Mitglied !…)wird es praktisch in jedem Staat dieser Wellt geben.

    Wozu darüber überhaupt noch scheinbar aufgeregt sinnlos „fragen“ und diskutieren? Wirklich, Leute….. 🙂

    • prkreuznach schreibt:

      ….weil wir mit sinnlosen Argumentationen und Behauptungen bombardiert werden. Das DDR-Museum Berlin hat im März 2015 eine Aktion gegen mich gestartet. Andere nahmen das auf und haben dann auf mir herumgehackt. Viele sind aufgrund der ständigen Propaganda für sachliche Argumente nicht zugänglich. Darum müssen wir stets die Wahrheit sagen, weil es doch z.B. junge Menschen gibt, die wissen wollen, wie es wirklich war.

      • sascha313 schreibt:

        Richtig so, Petra, Dafür steht Harry wohl etwas zu sehr „über den Dingen“…das passiert leicht (entschuldige, Harry!), wenn man offenbar den Kontakt zur Jugend verloren hat.

      • Harry 56 schreibt:

        Ich kann deine Antwort und deine Motive sehr gut verstehen! Daher kann und möchte ich dir an dieser Stelle mit besten Gewissen versichern, dass ich diesem ganzen Schwindel und Geschwätz, dieser ganzen billigen und ganz und gar nicht undurchsitigen Hetzerei immer schon entgegengetreten bin. Dabei habe ich mich auch immer bemüht, gerade auch jungen Menschen, welche diese Zeit entweder gar nicht mehr erlebt haben, oder solchen, welche damals noch Kinder, Jugendliche waren, von den tatsächlichen Verhältnissen rund um dieses Thema so gut wie nur möglich aufzuklären.

        Das DDR-Museum in Berlin, Karl-Liebknecht-Strasse 1 in Berlin, direkt am Spree-Ufer, habe ich 2013 zusammen mit einem meiner Kinder selbst besucht. Und natürlich, eine „Stasi“-Zelle, ebenso ein Vernehmzimmer mit entsprechenden Gesichtsblendungs-scheinwerfern durfte da nicht fehlen! Dennoch, ein wenig enttäuscht bin ich im Nachhinein schon. Hätte man in diesen Vernehmraum mit Gesichtstrahler nicht noch den Erich Mielke als Wachsfigur mit möglichst „nordkoreanischen“, völlig „versteinerten“, finsteren Gesichtzügen mit reinpacken können? Hätte man sich da nicht von den keinesfalls unbegabten Machern dieser James Bond Movies ein paar „wertvolle“ Tips holen können? Dann wäre doch dieses DDR-Gruselkabinett wirklich vollabgerundet, oder? Sollten wir unbedingt mal bei den verantwortlichen Herrschaften, diesen System-Konsorten, gelegentlich „anregen“! 🙂

        Ich bleibe aber heute nicht mehr nur wie in früheren Zeiten beim einfachen Widerlegen und Richtigstellen, sondern bemühe mich auch immer, die eigentlichen ganz und gar AKTUELLEN Motive dieser Lügereien und Hetzereien, Verunglimpfungen und Verleumdungen aufzuzeigen, nämlich alle heutigen, und zwar sehr realen Untaten und Verbrechen, Landes- und Volksverrätereien aller jetzigen gekauften willigen Politiker von NATO, Kapital & Besitzbürgertum zu beschönigen, zu rechtfertigen, zu bagatellisieren, diese Welt so, ganz frei nach Leibniz, als „die beste aller möglichen Welten“ zu repäsentieren, besser eigentlich: vorzugaukeln! Geschichte als „Übereinkunft zu einer Lüge“ (Copyright by Voltaire oder Napoleon?) mal wieder in voller Aktion……

        Finally, nochmals, auch wenn es mental schon manchmal wirklich weh tut, kurz und einfach zusammengefasst: Die Staatsgrenze der DDR zum NATO-Gebiet Westberlin als auch zum übrigen NATO-Aufmarschgebiet in Westdeutschland war löchrig wie ein Schweizer Emmentaler, allein rund um Westberlin gab es um die 20 Übergänge, Millionen schlüpften hin und zurück, häufig nur mit äußerst flüchtigen Pass- und Zollkontrollen. (Hab ich sogar mehrfach ganz persönlich so erlebt und beobachtet!)

        Allerdings: Für angelocktes, gekauftes, verführtes „Frischfleisch“ aus aller Herren Länder für Ladentheken, Kohlegruben, Hotels(Billig-Zimmermädchen…) überhaupt mieseste billigste Jobs aller Art, ganz zu schweigen für Straßenstrich, organisierte internationale Zuhälterei, Bordelle für verkommene gekaufte Politiker und ähnliches Gelichter war diese Staatsgrenze, ihre Sicherungsanlagen, alle sonstigen Bestimmungen relativ – ich sage ganz bewusst und ein wenig einschränkend relativ! – unpassierbar.

        Heue beginnen sogar immer mehr Menschen auch hier in Westdeutschland diese Tatsachen langsam zu begreifen, fordern schon immer lauter WIRKSAME GRENZKONTROLLEN angesichts dieses aktuellen gewaltigen, hoch-professionell organisierten, von den heutigen BRD- „Gröfazen“ mit-angeleierten MENSCHENHANDELS, natürlich nun, heute rein verlogen und euphemistisch als „Flüchtlingskrise“ betitelt.(Welche scheinbar einfach nur so vom Himmel fällt, „alle“ —- „überrascht“ haben soll…….)

        Beste soz. Grüße an alle hier!

    • Rheinlaender schreibt:

      Danke Harry. Eigentlich gibt es an jeder Grenze der Welt einen Schiessbefehl. Selbst an der deutsch / niederländischen Grenze. Ein Freund meines Stiefvaters ist 1970 für zwei Jahre inhaftiert worden, weil er Kartoffeln, Kaffee, Zigaretten geschmuggelt hat. Unser schwer behinderter Familienfreund hatte vielleicht 100 DM Gewinn im Monat gemacht. Andere sind direkt erschossen oder vom BRD Grenzschutz misshandelt oder sexuell missbraucht (Anal Untersuchung) worden.
      Aber die BRD Faschisten jubeln immer auf, wenn es um einen DDR Schiessbefehl geht.
      Dabei gab es die Zuhälter / Schläger / Verbrecherbanden in der BRD – „Fluchthelfer“ – um teure DDR Fachkräfte abzuwerben. Nur mal so : Eine 25 jährige Fachkraft würde heute dem Staat weit über 200.000 Euro kosten. Wieso hat die BRD nicht dieses Geld bezahlt, wenn sie schon die Ware Mensch einkaufen will. In vielen kapitalistischen Firmen ist es üblich, dass Du oder das abwerbende Unternehmen die Ausbildungs – und vor allem die noch höheren Unterhaltskosten – bei einem Wechsel bezahlen musst.
      Das wichtigste ist aber, dass die BRD durch das Absaugen der DDR Fachkräfte den sozialistischen DDR Staat kaputt machen wollte. Genau wie es in den 70ern die USA mit der „Auswanderungspolitik“ in Verbindung mit Kuba / China betrieben haben. Aber Kuba war clever und hat dann 100 tausende Geisteskranke, Kriminelle und Alte nach Florida geschickt.

  4. Harry 56 schreibt:

    Hi Rheinländer,

    was wir gegenwärtig mit dieser angeblichen „Flüchtlingskrise“, einschließlich den jüngsten damit sehr direkt verbundenen Ereignissen in Köln und anderen deutschen Städten, ebenso aus anderen europäischen Städten da so hören können, das alles folgt doch sehr alten erprobten Rezepten der imperialistischen Menschenhändler schon seit – Jahrzehnten!

    „Flüchtlingszüge“, organisiertes hysterisches „Welcome“-Geschrei, „Flüchtlinge“ in Turnhallen, sonstigen Lagern, erlebten wir das alles nicht schon einmal um 1989/90 herum mit der „Maueröffnung“?
    Damals schwadronierte man von „friedlicher Revolution“….., denen dann, später die bekannten „arabischen Frühlinge“ fast Drehbuch- mäßig folgten……, und immer mit letztlich Massen an so genannten „Flüchtlingen“…..
    Mit Geld und allen sonstigen Versprechungen massenhaft angelockte, teils buchstäblich gekauften Leuten, müsste das alles nicht vielen als ein wahres Revival bereits verflossener alter Zeiten vorkommen?

    Das Grenzregime der DDR, alle, welche damals dort ihre einfachsten, staatsbürgerlichen Pflichten taten, sie verteidigten nicht zuletzt auch wirkliche Menschenwürde, Sicherheit, und nicht zuletzt auch gegenseitigen menschlichen Respekt, gegenseitige Achtung der Menschen untereinander.
    Gerade heute sollte das klar sein, angesichts einer angeblichen „Flüchtlingskrise“, in Wahrheit aber einer organisierten großangelegten widerlichen Menschenhändlerei fast schon biblischer Ausmaße.
    Mein Fazit: Das schmutzige bürgerlich-kapitalistische BRD-Regime bleibt sich halt ganz einfach treu.

    Beste soz. Grüße!.

  5. Inson schreibt:

    Hier die entsprechenden Auszüge aus dem Grenzgesetz der DDR, der bewußt so gewählte Kampfbegriff „Schießbefehl“ soll suggerieren, daß der Schußwaffeneinsatz in jedem Fall gerechtfertigt und sogar erwünscht war. Das ist und bleibt eine Lüge!

    Grenzgesetz der DDR (Auszug)

    § 26
    (1.) Wird den Angehörigen der Grenztruppen der DDR bei der Ausübung ihrer Befugnisse Widerstand entgegengesetzt oder werden die von ihnen auf der Grundlage dieses Gesetzes oder der zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften angeordneten Maßnahmen behindert oder nicht befolgt, ist die körperliche Einwirkung zulässig, wenn andere Mittel nicht ausreichen, um ernste Auswirkungen für die Sicherheit und Ordnung im Grenzgebiet zu verhindern.
    (2.) Die Anwendung von Hilfsmitteln ist nur gestattet zur Abwehr von Gewalttätigkeiten, Verhinderung von Fluchtversuchen oder wenn die körperliche Einwirkung nicht zum Erfolg führt. Es sind dabei diejenigen Mittel anzuwenden die im Verhältnis zur Art und Schwere der Rechtsverletzung und des Widerstandes stehen. Die körperliche Einwirkung und die Anwendung von Hilfsmitteln ist nur solange zulässig bis der Zweck der Maßnahme erreicht ist.

    §27
    (1.) Die Anwendung der Schusswaffe ist die äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung gegenüber Personen. Die Schusswaffe darf nur in solchen Fällen angewendet werden, wenn die körperliche Einwirkung ohne oder mit Hilfsmitteln erfolglos blieb oder offensichtlich keinen Erfolg verspricht. Die Anwendung von Schusswaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.
    (2.) Die Anwendung der Schusswaffe ist gerechtfertigt, um die unmittelbar bevorstehende Ausführung oder die Fortsetzung einer Straftat zu verhindern, die sich den Umständen nach als ein Verbrechen darstellt. Sie ist auch gerechtfertigt zur Ergreifung von Personen, die eines Verbrechens dringend verdächtig sind.
    (3.) Die Anwendung der Schusswaffe ist grundsätzlich durch Zuruf oder Abgabe eines Warnschusses anzukündigen, sofern nicht eine unmittelbar bevorstehende Gefahr nur durch die gezielte Anwendung der Schusswaffe verhindert oder beseitigt werden kann.
    (4.) Die Schusswaffe ist nicht anzuwenden, wenn :
    a) das Leben und die Gesundheit Unbeteiligter gefährdet werden können
    b) die Personen dem äußeren Eindruck nach noch im Kindesalter sind oder
    c) das Hoheitsgebiet eines benachbarten Staates beschossen würde.
    Gegen Jugendliche und weibliche Personen ist die Schusswaffe nach Möglichkeit
    nicht anzuwenden.
    (5.) Bei der Anwendung der Schusswaffe ist das Leben von Personen nach Möglichkeit zu schonen. Verletzten ist unter Berücksichtigung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen Erste Hilfe zu leisten.

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