Fritz Schmenkel – Held der Sowjetunion

Schmenkel

Fritz Schmenkel (links) mit sowjetischen Partisanen

In einem Bericht über den mutigen deutschen Kommunisten Fritz Schmenkel schreibt der Autor Alexandr Semzow:

Nach dem Antifaschisten Fritz Schmenkel, dem die Sowjetregierung postum den Titel „Held der Sowjetunion“ verliehen hatte, war in Plauen eine Straße benannt worden. Damit brachte die Stadt der Textilarbeiter und Maschinenbauer die Dankbarkeit des Volkes für seinen Sohn, der im Kampf gegen die Hitlertyrannei sein Leben hingab, zum Ausdruck.

Ein deutscher Kommunist desertiert in die Sowjetunion

In der schwersten Zeit des Großen Vaterländischen Krieges, im Spätherbst 1941, verließ der vom Kommunistischen Jugendverband Deutschlands erzogene Fritz Schmenkel, Gefreiter des I. Artillerieregiments der 186. Infanteriedivision der 4. Heeresgruppe Mitte in Hitlers Wehrmacht, seinen Truppenteil und trat dem Partisanenverband „Tod dem Faschismus“ bei. Der Verband operierte im Gebiet Smolensk. In seinen .Reihen kämpfte Fritz Schmenkel gegen die Naziwehrmacht, für unser Sowjetland und zugleich auch für sein deutsches Vaterland.

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Und so urteilten die sowjetischen Genossen über ihn

Hier das von Dmitri Gorskich, dem Kommissar des Verbandes „Tod dem Faschismus“ ausgestellte Zeugnis:

„Fritz Schmenkel hat aktiv an den Kampfoperationen des Verbandes teilgenommen. Ihm wurden immer die gefährlichsten Abschnitte anvertraut, und er hat stets gezeigt, daß er uns Partisanen treu ergeben ist. Dreimal war der Verband eingekesselt, schlug sich in kleinen Gruppen heraus, und Schmenkel stellte sich jedesmal mit seinem MG an dem von uns festgesetzten Sammelpunkt.“

Pjotr Filippow, der Stabschef des Verbandes „Tod dem Faschismus“ schreibt über Schmenkel:

„In den Gefechten war er tapfer, kühn und unerschrocken. Nie klagte er über Müdigkeit, schlechte Verpflegung oder Schwierigkeiten.“

Wiktor Spirin, jetzt Diesellokmechaniker in Karnyschlow, Gebiet Swerdlowsk, führte
zusammen mit Schmenkel Kampfaufträge aus. Er sagt:

„Bei den Partisanen hatte Fritz viel Autorität. Alle hatten ein gutes Verhältnis zu ihm, auch die Bevölkerung.“

Wjatscheslaw Makurow, der im Stadtparteikomitee von Jarzewo tätig ist, schließt seine Erinnerungen an Schmenkel mit folgenden Worten:

„Er war im Geiste Kommunist und ein echter Deutscher, ein deutscher Patriot.“

So liebevoll gedenken sowjetische Menschen Fritz Schmenkels. Mit seinem Beitritt in den Partisanenverband „Tod dem Faschismus“ legte er schon damals, als der Krieg noch in vollem Gange war, einen Stein in das Fundament der Freundschaft zwischen den Völkern der Sowjetunion und der Deutschen Demokratischen Republik.

Er wurde von den Nazis gefaßt und hingerichtet

Unter den Papieren über ihn befindet sich die Mitteilung eines Militärpolizeiinspek­teurs der faschistischen deutschen Wehr­macht namens Krischan an Frau Erna Schmenkel, in der es heißt, daß „der Gefreite Fritz Schmenkel, geboren am 14.2.1916, vom Kriegsgericht am 15. Februar 1944 zum Tode verurteilt und das Urteil nach Bestätigung durch die zuständigen Justizbehörden am 22. Februar vollstreckt worden ist. Er ist auf dem Friedhof von Minsk begraben.“ Der Polizeibeamte teilte der Witwe mit, daß es streng verboten sei, Fritz Schmenkels Tod anzuzeigen und in der Presse einen Nachruf zu veröffentlichen.

„Ich sterbe für die gerechte Sache.“

Schmenkel war in einer Dezembernacht des Jahres 1943 zur Ausführung eines Befehls aufgebrochen und beim Überschreiten der Front von den Faschisten gefaßt worden. So fand unser treuer Kamerad Fritz Schmenkel den Tod. Die Witwe konnte einiges über seine letzten Stunden in Erfahrung bringen. Pastor Eberhard Müller teilte ihr mit, er sei bis zuletzt bei ihm in der Zelle gewesen und habe von ihm einen Abschiedsbrief an Frau und Kinder entgegengenommen. Darin schrieb Fritz: „Ich sterbe für die gerechte Sache.“

Frau Erna Schmenkel wohnte in Plauen und arbeitete in einer Spinnerei. Sie war Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. In Plauen wohnen auch seine Kinder und Enkel, arbeitende Menschen, wie er selbst es war. Für sie ist ihr tapferer Vater und Großvater gefallen, ein einfacher Arbeiter, ein Sohn des deutschen Volkes, Held der Sowjetunion, Fritz Schmenkel.

Quelle: Der Sozialismus – Deine Welt. Verlag Neues Leben Berlin, 1975, S.174-176. Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)


 Im Museum des Großen Vaterländischen Krieges in Minsk befinden sich folgende Zeugnisse über den heldenhaften Kampf des Genossen Fritz Schmenkel:

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Was geschah im Februar 1944 im Minsker Gebiet?

In Januar 1943 führte die faschistische deutsche Wehrmacht eine große Truppenoperation gegen die Partisanen im Minsker Gebiet durch. Diese Operation hatte allerdings nur mäßigen Erfolg. Zwar wurde die Partisanenabteilung zerstreut und erlitt großen Verluste, doch bereits nach einem Monat hatten sich die Partisanen wieder vereinigt. Ihnen schloß sich auch der deutsche Kommunist Fritz Schmenkel an. Ungeachtet an aber starker Fröste setzten die Partisanen ihren Kampf fort. Im März befreite eine Abteilung der Roten Armee das Gebiet und Genosse Schmenkel bekam seine erste Kampfauszeichnung, den Rotbannerorden.

Im Sommer wurde dann eine Diversionsgruppe von Partisanen im Raum Orscha tief ins deutsche Hinterland abgesetzt. Diese Abteilung erfüllte einen Monat lang die gestellten Aufträge, doch dann änderte sich die militärische Lage. Fritz Schmenkel wurde schwer verwundet und geriet in deutsche Gefangenschaft. Ein faschistisches Militärgericht verurteilt ihn zur Todesstrafe und das Urteil wurde am  22. Februar 1944 im okkupiertem Minsk vollstreckt.

Der sowjetische Geheimdienst klärte auf

Die Heldentat des deutschen Internationalisten wäre unbekannt geblieben, wenn es nicht eine Zufälligkeit gegeben hätte. 1961 untersuchte der KGB die Verbrechen einer Polizistenbande, die von sowjetischen Partisanen vernichtet worden war. Dabei stellte sich heraus, daß Fritz Schmenkel diese Operation der Partisanen geleitet hatte. Drei Jahre dauerten die Forschungen, es wurden Zeugen gesucht, und 1964 wurde dann dem mutigen deutschen Kommunisten für seinen Beitrag am Kampf gegen die faschistischen Eroberer der Titel eines Helden der Sowjetunion verliehen. Seine Enkel können stolz auf ihn sein.

So wurde Fritz Schmenkel in der DDR geehrt:

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4 Antworten zu Fritz Schmenkel – Held der Sowjetunion

  1. Mimi schreibt:

    Das passt nicht hier her. Mich würde aber mal ein Artikel interessieren zur Unterscheidung: Gleichheit, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und zur Problematik Individualität und Einordnung ins Kollektiv. Werden die Menschen sich jemals auf der Erde einig werden bei den unterschiedlichen Interessen und Ansichten? Ist der Kommunismus ein Minimalstaat?

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Mimi, ich werd‘ versuchen, demnächst mal auf dieses Thema einzugehen. Das ist eine alte Frage, die die Philosophen schon immer interessiert hat. Der Kommunismus ist nicht die „Minimalvariante“, sondern eher das Gegenteil. Der Kommunismus ist die Verwirklichung aller individueller Potenzen – nur eben plamäßig und gelenkt. Was hätte es für einen Zweck, wenn es fünftausend Sozialpsychologen gäbe, wo andererseits vielleicht fünftausend Lehrer oder Ingenieure fehlten… Lies mal den Anti-Dühring von Engels!

      • Harry 56 schreibt:

        Der „Anti-Dühring“ ist wirklich noch immer eine der besten und unübertroffensten Einführungen in den wissenschaftlichen Sozialismus, kompakt, doch sehr verständlich.
        Kann man nur immer wieder weiterempfehlen!

        Beste soz. Grüße

    • Harry 56 schreibt:

      Unterschiedliche Interessen und Ansichten resultieren in den meisten Fällen aus sehr unterschiedlichen Lebenslagen heraus.
      In einer jeden Klassengesellschaft sind Reichtum und die damit einhergehende gesellschaftliche Macht extrem ungleich verteilt.
      Daraus folgt ein ewiger Konkurrenzkampf praktisch aller Menschen untereinander, jeder gegen jeden – „homo homini lupus“ – um einen möglichst großen eigenen Anteil am vorhandenen Reichtum und gesellschaftliche Einflußmöglichkeiten.
      Dieser ewige Konkurrenzkampf findet auf verschiedensten Ebenen statt, teils im Rahmen der jeweiligen geltenden Gesetze, teils auch außerhalb dieser, bis hin zur organisierten Kriminalität, schwersten Verbrechen aller Art,
      Begleitet wird alles dieses Treiben von einer ständigen Flut an Lügen und Heuchelei, ob rein privat oder in der Öffentlichkeit.
      So stehen nun mal die Dinge gerade auch im heutigen Kapitalismus.
      Kann es innerhalb von diesem da einen Ausweg geben, könnten unter solchen zunehmend immer barbarischeren Verhältnissen tatsächlich neuere und viel höherwertigere Beziehungen aller Menschen untereinander gedeihen?
      Das können wir vergessen!

      Doch wie könnten da die Dinge in einem schon entwickelteren Sozialismus, gar Kommunismus aussehen?
      Wird es da nicht auch noch unterschiedliche Interessen und Ansichten geben? Gewiß!
      Da aber in dieser höheren Phase der allgemeinen menschlichen gesellschaftlichen Entwicklung die extreme Ungleichheit an Reichtum und Macht verschwunden sein werden, können die dann noch immer vorhandenen, nun aber viel geringeren unterschiedlichen Interessen und Ansichten auf eine höchst demokratische Weise ausgeglichen werden können, ohne Gewalt bzw. permanente (gesetzliche als auch ungesetzliche)Gewaltandrohung, Lügen und Heuchelei, Verbrechen aller Art.
      Wie im heutigen Kapitalismus wird auch in einem zukünftigen Sozialismus und Kommunismus das Sein das Bewusstsein bestimmen, ein anderes Sein aber folglich ein anderes, neues, sozialistisches und schließlich kommunistisches Bewusstsein hervorbringen.

      Dies alles ist eigentlich sehr einfach zu verstehen, allerdings erst und nur dann, wenn man vorwärts blickt, den kapitalistisch – bürgerlichen „Zeithorizont“ samt seinem bürgerlichen Bewusstsein bewusst und willentlich überschreitet.
      Ein budhistisches „Shangrila“ wird es auf dieser Erde bestimmt niemals geben. Möglich und erstrebenswert ist aber eine wahrhaft menschliche Gesellschaft, wo die Menschen – wie es Marx & Engels bereits so schön formulierten – „aus dem Tierreich endlich heraustreten“.

      In diesem Sinne beste soz. Grüße

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