Gibt es verschiedene „Sozialismus-Modelle“ oder ist das ein antikommunistischer Betrug?

Hände weg von Stalin

Keine Umschreibung der Geschichte – Hände weg von Stalin!

Die Revisionisten sind eine furchtbare Brut. Sie kamen aus ihren Löchern hervor, als der Sozialismus massiv angegriffen wurde. Ihr Handeln war von Feigheit bestimmt, sie paßten sich den Spielregeln der Ausbeuterklasse an und verrieten alles, was während der Oktoberrevolution 1917 zum Sieg der Arbeiterklasse über ihre Ausbeuter geführt hatte. Sie versuchten, zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie zu vermitteln, wo es nichts zu vermitteln gab. Sie fälschten den Marxismus und nahmen ihm seine revolutionäre Kraft. Im folgenden nun so ein „Modell des Sozialismus“, welches auch heute noch vorzufinden ist. Der französiche Philosoph Roger Garaudy (1913-2012) ist hier einer der Fälscher des Sozialismus. Lesen Sie nun, warum seine Theorien falsch sind und der Arbeiterklasse großen Schaden zufügen. Garaudy ist ein Handlanger der Bourgeoisie und ein Antikommunist!

Der Marxismus-Leninismus und seine „Verbesserer“

Der Marxismus-Leninismus hat den Gesamtplan für den Übergang der Gesellschaft vom Kapitalismus zum Kommunismus wissenschaftlich begründet. In diesem Plan ist die Diktatur des Proletariats nur eine Etappe der revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft. Weder hat einer der Klassiker des Marxismus die Diktatur des Proletariats verabsolutiert noch nur ein einziges Mal den Gedanken geäußert, die Demokratie aus der sozialistischen Gesellschaft auszuschließen. Das, was die marxistisch-leninistische Analyse des politischen Systems zur Führung der Gesellschaft charakterisiert, ist ihre wissenschaftliche, parteiliche Einstellung zum Wesen von Staat und Demokratie. Mit dieser Analyse können sich die modernen Revisionisten. nicht einverstanden erklären. Der marxistisch-leninistischen Lehre von der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft, von der Diktatur des Proletariats und von der sozialistischen Demokratie stellen sie ihre Theorie von den „verschiedenen Modellen des Sozialismus“ entgegen.

Warum sind die Revisionisten gegen das „sowjetische Modell“?

Seinen politischen und ideologischen Frontalangriff gegen das „sowjetische Modell des Sozialismus“ bereitete Roger Garaudy schon in seinem Buch „Marxismus des 20. Jahrhunderts“ (1966) vor. Während der Ereignisse in der Tschechoslowakei stellte er sich völlig an die Seite der rechten Kräfte, die die nationale Katastrophe des Landes betrieben. Um seinen Verrat am proletarischen Internationalismus und am revolutionären wissenschaftlichen Sozialismus zu dokumentieren, gab er 1968 den Sammelband „Freiheit auf Bewährung“ heraus, Offensichtlich genügte ihm dies noch nicht, denn er proklamierte offen seine Stellungnahme gegen die brüderliche Hilfe, die die sozialistischen Länder der Tschechoslowakei erwiesen haben, in seinem Interview vom 21. Oktober 1968, das in der Zeitung „Nouvel Observateur“ unter dem Titel „Der Mensch – ein Problem für die Kommunisten“ [1] erschien. Die Logik der revisionistischen Einstellung veranlaßte Roger Garaudy zur Abfassung der Broschüre „Für ein französisches Modell des Sozialismus“ (1968) und der Bücher „Die große Wende des Sozialismus“ (1969) und „Die ganze Wahrheit“ (1970).

Was steckt hinter dem Sozialismus-Modell des Roger Gauraudy?

Was nun die Frage der philosophischen Ausgangspositionen Roger Garaudys für das von ihm so genannte „neue“ Modell .des Sozialismus betrifft, so muß man einige Seiten des Buches „Der Marxismus des 20. Jahrhunderts“ lesen. Sie werden uns dann überzeugen, daß er mit dem Austausch der Widerspiegelung gegen den amorphen Begriff „Modell“ den Boden der Leninschen Erkenntnistheorie verläßt und uns eine „korrigierte“, „gemäßigte“ philosophische Variante des abstrakten Humanismus vorschlägt. Dieser abstrakte Humanismus veranlaßt ihn später, für den Menschen, für seine „subsidiären Rechte“, für die Freiheit überhaupt, für die „reine und unbeschränkte Demokratie“, die vom „osteuropäischen Sozialismus“ unterdrückt werde, einzutreten. (…)

Auf den antikommunistischen Spuren Chruschtschows

In seinen Gedanken über sein „französisches Modell des Sozialismus“ bringt Roger Garaudy dieses mit der Rolle einer Partei völlig „neuen Typs“ in Verbindung. Er bedauert es sogar, daß die französischen Kommunisten nicht den XX. Parteitag der KPdSU benutzt haben, um sie zur Unterscheidung von der Partei Lenins zu gründen, die unter rein russischen Bedingungen entstanden war. [2] Diese neue Partei stellt sich Roger Garaudy als nicht auf den Prinzipien des demokratischen Zentralismus, sondern des „kybernetischen Demokratismus“ beruhend vor. Alle äußern ihre Meinung, diese wird summiert und dann die Entscheidung angenommen, die ein mechanisches Endergebnis aller existierenden Meinungen ist. Die vulgär-soziologische Einstellung wird hier ganz offensichtlich. Aufgegeben sind die politischen, klassenmäßigen und ideellen Prinzipien für den Aufbau der Partei und ihrer Führung als Avantgarde der Arbeiterklasse.

Eine Ideologie, wie die der Nazis…

Nach Roger Garaudy darf die Partei nicht einmal eine eigene offizielle Philosophie haben. Die Philosophie der Partei, so behauptet er, „darf grundsätzlich weder idealistisch noch materialistisch, noch religiös, noch atheistisch sein“. Im Dialog zwischen den Kommunisten und den Katholiken ist er für eine Synthese der beiden Ideologien, „die etwas anderes und mehr sein sollte, ein höherer Gesichtspunkt, überlegen den zwei ursprünglich entgegengesetzten Meinungen“ [3] Das ist die von Roger Garaudy erträumte „neue Partei“. Eine Partei ohne revolutionäre Disziplin, ohne Einheit des Willens und des Handelns, eine Partei ohne marxistisch-leninistische Ideologie, eine Partei des „totalen Humanismus“, in der jeder, der von irgendeinem Sozialismus träumt, mit allen seinen, philosophischen Einfällen und Idealen Einfluß auf seine Entwicklung wird nehmen können. Eine solche Partei kann tatsächlich den Hitlerischen „Nationalsozialismus“ mit derselben Begründung ein „Modell des Sozialismus“ nennen, wie die Anarchisten und rechten Sozialdemokraten ihre Utopien. Aber eine solche Partei hat nichts mit der revolutionären Sache der Arbeiterklasse gemein. Sie kann nur als eine neue konterrevolutionäre Kraft im Kampf gegen die kommunistische Weltbewegung entstehen. . …

Die „direkte Demokratie“ der Revisionisten (via Internet?)

Beim Umreißen der Konturen des künftigen „französischen Modells“ des Sozialismus, das durch die „Integration der Vielfalt“ und „eine gegenseitige Koordinierung zwischen der Zivilisation des Ostens, Westens und Südens“ verwirklicht wird, beschäftigt sich Roger Garaudy auch mit den Fragen der Demokratie. Seiner Meinung nach kann in dieser „neuen“ Gesellschaft durch die „elektronischen Rechenmaschinen und den Fortschritt der Information“ eine „Art permanenter Plenarversammlung eines ganzen Volkes“ zustande kommen, „wo jede individuelle Meinung jederzeit registriert und zusammengezählt, jede Information programmiert und ausgestrahlt wird …Auf diese Weise wird als Ergebnis der wissenschaftlich­ technischen Revolution eine „direkte Demokratie von völlig neuem Typus“ verwirklicht werden. [4] .

….ist eine ignorante, verlogene Phrase der Liberalen (Lenin)

Wenn wir die Frage der „Integration der Vielfalt“ der Zivilisation beiseite lassen, die Roger Garaudy deutlich der Konvergenztheorie entlehnt hat [5] und die gar nichts zur Klärung des komplizierten Prozesses der Beseitigung der Gesellschafts- und Staatsordnung des Kapitalismus und zur Schaffung der materiell-technischen und ökonomischen Basis des Sozialismus beiträgt, so wird klar, daß sich Roger Garaudy bemüht, die sogenannte reine absolute Demokratie wiederherzustellen, die Lenin eine ignorante, verlogene Phrase der Liberalen nennt, die die Arbeiter in die Irre führt.

Der Revisionismus führt zu weiterer Versklavung

Die Demokratie kann nur ein bestimmter Typ Klassendemokratie sein: eine Sklavenhalterdemokratie, eine feudale, bürgerliche und sozialistische Demokratie. Aus den Darlegungen Roger Garaudys ist ersichtlich, daß er sich seine „elektronische Demokratie“ schon in der Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus als existent vorstellt .. Aber wenn in dieser Periode des scharfen Klassenkampfes, in der sich die Grundfrage „Wer-wen?“ in allen Sphären des gesellschaftliehen Lebens entscheidet, die Meinung der Bourgeoisie „notiert, gespeichert und summiert“ wird, so wird sie immer mit ein- und derselben Forderung verbunden sein: Restauration des Kapitalismus. Um das festzustellen, braucht man keine elektronische Rechentechnik in Gang zu setzen.

Verweise:
[1] Vgl. die Kritik der Positionen Roger Garaudys von P.Gindev in seinem Aufsatz „Трите кпачки надясно на Роже Гароди“ („Die drei Schritte nach rechts des Roger Garaudy“) in der „Отесчествн фронт“, Sofia Nr. 7497/1968, und in seinem Buch Demokratire, Freiheit und Verantwortlichkeit, S.180-193.  
[2] R.Garaudy: „Die großen Wende des Sozialismus“, Wien-München-Zürich, 1970, S.228.
[3] ebd. S.234 u. 235.
[4] ebd. S.227.
[5] vgl. „Zur Frage der Konvergenztheorie“, P.Gindev „Die ideologischen Diversionen“, Sofia, 1970, S.82-86 (П.Гиндев, Идеологическите диверсии на антикоммунизма, София 1970)

Quelle:
Panajot Gindev: Die Diktatur des Proletariats und ihre „Kritiker“, Akademie Verlag Berlin, 1973. S.89-99 (gekürzt)

Siehe auch:
Marxfälscher und andere Revisionisten unserer Zeit
Wie Renegaten die Linkspartei beraten
Wie Friedrich Engels dem Herrn Dr.Dühring die Leviten las...

images Gindev Sozialismusmodelle

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3 Antworten zu Gibt es verschiedene „Sozialismus-Modelle“ oder ist das ein antikommunistischer Betrug?

  1. Harry 56 schreibt:

    Sind bestimmte gesellschaftliche Ordnungen, überhaupt Gesellschaften realisierte „Modelle“? Alle Gesellschaften sind das Produkt des gegenseitigen Handelns der Menschen unter bestimmten historischen Bedingungen, bestimmten materiellen Voraussetzungen. Es werden unter diesen Umständen immer zuerst persönliche, gruppenspezifische, ständische und natürlich klassenmäßige Interessen zumeist gegeneinander, manchmal auch auf bestimmte Zeit mit ganz bestimmten gemeinsamen Zielen miteinander definiert und durchgesetzt.

    Der Erfolg aller dieser Unternehmungen hängt nun keinesfalls ab von irgend welchen offenen „ergebnisoffenen“ Dialogen aller Art, „herrschaftsfreien Diskursen“ der jeweiligen Protagonisten (Jürgen Habermas etc…) sondern allein von der realen gesellschaftlichen Macht, welche alle diese Menschen in der Lage sind für IHRE Interessen zu organisieren und durchzusetzen. Es kann folglich weder verschiedene Sozialismus- „Modelle“ noch verschiedene Kapitalismus- „Modelle“ geben.

    Ob Antike(Sklaverei) in Europa , ebenso der Feudalismus in Europa, Asien…., weiter der nun weltweite Kapitalismus und der schon mal teilweise angegangene Sozialismus, es handelte und handelt sich nirgendwo und zu keine Zeit um ersonnene „Modelle“, welche nach langen „Dialogen“ irgend wann dann mal ins Werk gesetzt wurden, sondern immer um entweder einfach übernommene,oder irgend wann errichtete (Revolutionen, Umstürze, Putsche…) und gestützte Gesellschaften mit Menschen, welche in den meisten aller dieser Gesellschaften objektiv sehr unterschiedliche Interessen hatten, diese, zumeist gegeneinander, also in Klassenkämpfen, mal mehr, mal weniger erfolgreich durchsetzen konnten.

    Nur in erfolgreichen Revolutionen, Umstürzen können bisher benachteiligte, unterdrückte Interessen erfolgreich zu gesellschaftlich vorherrschenden Interessen durchgesetzt werden, natürlich immer zu Lasten bisheriger vorherrschender gesellschaftlicher Interessen, d.h. bisherige Herrschende und Ausbeuter werden gestürzt..

    Man sieht, alles Gerede von irgend welchen gesellschaftlichen „Modellen“ ist auch wieder nur dieses abstrakte leere bürgerliche Geschwätz von zumeist bürgerlichen akademischen Hofnarren, „eloquenten“ Blendern der Bourgeoisie, des Kapitals. Lohnt es tatsächlich, sich endlos mit diesem billigen bürgerlichen Geschwätz abzugeben?

    Beste soz. Grüße

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