Das historische Gedächtnis…

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ein Held des Großen Vaterländischen Krieges

Fragen und Gedanken eines Russen: „Was ist das nur für eine seltsame Sache mit dem historischen Gedächtnis? Die angeblichen „sowjetischen Verbrechen“ haben sich, ähnlich wie die Umsiedlung der Tataren aus Krim oder der Tschetschenen in „russische Verbrechen“ verwandelt. Dabei werden die Verbrechen der Krimtataren und der Tschetschenen in den Jahren des Krieges, wo sie massenhaft mit den Faschisten zusammenarbeiteten, überhaupt nicht mehr erwähnt. Warum erinnert sich plötzlich niemand mehr an die Vertreibung der Serben aus dem Kosovo und ihre Ermordung, obwohl das erst vor kurzem geschah. Sind denn die Konzentrationslager der USA, wohin deren Bürger japanischer Nationalität während des Krieges deportiert wurden, schon vergessen. Warum wird denn über Zypern geschwiegen? Warum macht niemand der Türkei Vorwürfe? Ist etwa die Deportation der Polen und Ukrainer nach dem Wolhyner Massaker vergessen? Obwohl man das im Zusammenhang mit Katyn, trotz Nürnberg, versucht hatte, den Russen anzuhängen. Ist die Teilnahme der Europäer am Holocaust schon vergessen? Hören Sie zu, Sie alle, die das vergessen haben oder die so tun als ob sie es vergessen hätten: Wir erinnern uns alle daran! Wir werden nichts vergessen und unsere Kinder und Enkel auch nicht!“  – Lesen Sie nun hier, wie das ist mit der deutschen „Vergangenheitsbewältigung“!

Kein ernst zu nehmender Mensch bestreitet heute noch, daß es möglich und erforderlich ist, aus der Vergangenheit nützliche Erkenntnisse für die Gegenwart zu gewinnen, aus der Geschichte Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Die Frage Ist nur: Lehren für wen, für welche gesellschaftlichen Kräfte?

Wie hat die Monopolbourgeoisie die Geschichte verarbeitet?

Auch die 1945 geschlagenen deutschen Imperialisten waren bestrebt, bestimmte Lehren aus ihrer Niederlage zu ziehen. Im Gegensatz zu den demokratischen Kräften des deutschen Volkes, die aus zwei Weltkriegen und jahrzehntelanger imperialistischer Herrschaft die wichtigste historische Lehre darin sahen, Bedingungen zu schaffen, damit nie wieder ein Krieg von deutschem Boden ausgehen kann, ging es der deutschen Monopolbourgeoisie und ihren Ideologen im wesentlichen darum, zu untersuchen, wie man die Niederlage hätte verhindern können, was man hätte „besser machen“ können, oder was man im Wiederholungsfalle „besser machen“ müßte.

… nur scheinbar aus der Geschichte gelernt!

Diese Fragestellung bestimmte von vornherein die Position der führenden Historiker des BRD-Staates und ihrer Versuche zur imperialistischen „Bewältigung der Vergangenheit“.lnfolge der gewandelten weltpolitischen Bedingungen war es ihnen jedoch nicht möglich, die alte, vor 1945 praktizierte Geschichtskonzeption unverändert weiterzuführen. Man sah sich zu einer Scheinrevision gezwungen, die darauf hinauslief, durch einen äußeren Formen- und Methodenwandel den alten Inhalt des reaktionären bürgerlichen Historismus den neben politisch-ideologischen Bedürfnissen des deutschen Imperialismus anzupassen.

Antikommunismus und preußische Traditionen

Bei durchgehenden Bemühungen, die reaktionäre ideologische Kontinuität zu bewahren und zu vertiefen, bestand eines der Hauptmerkmale dieser Scheinrevision in dem Versuch, die Grundelemente des traditionellen preußisch-deutschen Geschichtsdenkens mit der stärker positivistisch gefärbten imperialistischen Geschichtsideologie der USA, Englands und Frankreichs „auszusöhnen“. Eine der wesentlichen Grundlagen hierfür war die in die Geschichte zurückprojizierte, vom Antikommunismus geprägte Abendland- und Europaideologie. Das aggressive NATO-Bündnis sollte historisch untermauert werden.

Der neue deutsche „Historismus“

Stärker denn je sind aber die maßgeblichen Historiker des BRD-Staates darum bemüht, die Geschichtsideologie nicht nur passiv zur historischen Rechtfertigung des politischen Geschehens der Gegenwart zu nutzen, sondern sowohl zur Manipulierung eines dem staatsmonopolistischen Herrschaftssystem adäquaten Geschichts- und Staatsbewußtseins beizutragen als auch einen aktiven Einfluß auf die Konzipierung und Durchsefzung der imperialistischen Gesamtstrategie und Taktik auszuüben. Dem gelten die zielgerichtete Untersuchung geeigneter historischer Modellfälle und eine forcierte Politisierung der Geschichtsideologie ebenso wie die „Modernisierung“ des traditionellen „deutschen Historismus“ mittels theoretischer Anleihen bei der bürgerlichen Soziologie und Philosophie – vornehmlich existentialistischer und neopositivistischer Prägung –, die Hervorkehrung dieses Historismus als Grundelement der reaktionären Weltanschauung sowie die Betonung einer prognostischen, zukunftsoptimistischen Funktion der Geschichtsideologie.

Maßgeblicher Einfluß der USA auf die deutsche Geschichtsklitterung

Man betrachtet die imperialistische Geschichtsforschung als „eine politische Disziplin in dem Sinne“, daß „sie den politischen Entscheidungen der Gegenwart vorausdenkt“ [1]. Im Ergebnis dieser Bemühungen erreichte die Verflechtung zwischen reaktionärer Geschichtsschreibung und reaktionärer Politik eine bisher noch nie dagrwesene lntensitdt. Das kommt nicht zuletzt in den zahlreichen politischen Beraterfunktionen zum Ausdruck, die führende Historiker sowohl in den BRD-Regierungsorganen (Beraterkreis des Bundeskanzlers, Beirat für Fragen der Inneren Führung, Beirat für politische Bildung der Jugend u.a.) als auch in führenden Monopolvereinigungen (Wirtschaftspolitische Gesellschaft, Deutsche Forschungsgemeinschaft u.a.) einnehmen. [2] Das wird vornehmlich auch in dem engen Zusammenhang zwischen der Geschichtsschreibung und der unter maßgeblichem Einfluß der USA entwickelten sogenannten Politischen Wissenschaft sichtbar. .

Der Kapitalismus erscheint als „natürlicher Höhepunkt“

Diese Bestrebungen äußern sich in dem sogenannten Trend zur Zeitgeschichte, einer verstärkten Orientierung auf den geschichtlichen Abschnitt von der Französischen Revolution 1789-94 bis zur Gegenwart. Die besondere Funktion der führenden Historiker im Gesamtsystem der bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften in Westdeutschland besteht darin, die im gegenwärtigen staatsmonopolistischen System vorherrschenden reaktionären Gesellschaftslehren, besonders die der „formierten Gesellschaft“, historisch zu begründen, d.h. die geschichtliche Gesamtentwicklung speziell der letzten 150 Jahre so darzustellen, daß das heutige kapitalistische Herrschaftssystem als natürlicher Höhepunkt dieser Entwicklung erscheint. Dementsprechend konzentriert sich auch die bürgerliche Geschichtswissenschaft in ähnlicher Weise wie die anderen Disziplinen der bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften sowie der Publizistik in Westdeutschland auf die schon skizzierten Lehren und Leitideen.

Eine angeblich „offene Gesellschaft“

Den vorherrschenden Geschichtsdarstellungen liegt – ungeachtet ihrer unterschiedlichen Modifikationen durch die verschiedenen historiographischen Strömungen und, Historiker im einzelnen – generell eine historische Dreiphasentheorie von der Entwicklung der Industriegesellschaft zugrunde: die Entwicklung von der „Klassenkampfgesellschaft des 19. Jahrhunderts“ über die „pluralistische Verbandsgesellschaft“ der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur heutigen „modernen Industriegesellschaft“. Die zeitgeschichtlichen Darstellungen über diese „dritte Phase der nichttotalitären Industriegesellschaft“ [3] basieren hauptsächlich auf Gesellschaftsauffassungen, die mit der Theorie der „formierten Gesellschaft“ korrespondieren oder ihre Wurzel in der neopositivistischen Theorie von der „offenen Gesellschaft“ haben. [4]

Der amorphe Begriff des „Industriezeltalters“

Hauptanliegen dieser Darstellungen ist es, den Grundwiderspruch und den Charakter der modernen Epoche im Sinne des Antikommunismus zu entstellen und zugleich das staatsmonopolistische Herrschaftssystem historisch zu rechtfertigen. Die konkret historischen Darstellungen operieren hauptsächlich mit zwei theoretischen Entstellungen der Wirklichkeit: Erstens wird die Technik zur Haupttriebkraft der historischen Entwicklung seit Anfang des 19. Jahrhunderts erklärt, und zweitens wird ein Widerspruch zwischen dem Staat (als einem klassenindifferenten Gebilde) und der Gesellschaft konstruiert und zum bestirnmenden Widerspruch des gesamten „Industriezeitalters“ gemacht.

Verwischung der Klassengegensätze

Dabei ist die charakterisierte Wertung der Technik unmittelbar mit der reaktionären Elitetheorie, der modernisierten Form bürgerlicher Geschichtsauffassung („Männer machen Geschichte“), verbunden und folglich mit der Leugnung der schöpferischen Rolle der Volksmassen. Der willkürlich gesetzte Widerspruch zwischen Staat und Gesellschaft schließt alle wesentlichen Elemente der Demokratiefeindlichkeit herkömmlicher bürgerlicher Geschichtsideologie in sich ein. Als entscheidender geschichtlicher Einschnitt in der Entwicklung der Industriegesellschaft werden die Jahre des ersten Weltkriegs bezeichnet. Seit dieser Zeit datiere die volle Herausbildung der Industriegesellschaft; mit ihr habe sich die pluralistische Verbandsgesellschaft entwickelt und neue Formen des politischen Herrschaftsmechanismus notwendig gemacht. [29]

Die verlogene Totalitarismusdoktrin

Der historisch „normale“ Herrschaftsmechanismus sei in dieser Zeit der bürgerlich-parlamentarische Parteienstaat gewesen. Als historisch „entarteter“ Herrschaftsmechanismus habe sich dagegen 1917 mit der „Revolution in Rußland“ die „totalitäre Herrschaft“ herausgebildet, die dann später durch die faschistischen totalitären Systeme in Italien und Deutschland ergänzt worden sei. Der Totalitarismus sei 1917 zum Grundphänomen unserer Epoche geworden. [30] Die antikommunistische Totalitarismus-Doktrin gipfelt schließlich in der großen Lüge von der Wesensgleichheit zwischen dem Faschismus einerseits und dem Sozialismus andererseits. Hier tritt die antikommunistische Grundkomponente der Lehre von der Industriegesellschaft offen zutage.

Zusammenfassung:

Ausgehend von der Entstellung des Charakters und des Grundwiderspruchs der gegenwärtigen Epoche, läßt sich mit diesen Konstruktionen die historische Realität beliebig fälschen. In erster Linie wird die verhängnisvolle Kontinuität in der Aggressionspolitik des deutschen Imperialismus vom Wilhelminischen Reich über die Weimarer Republik und den Hitlerfaschismus bis zum heutigen BRD-Regime geleugnet. Ferner, leugnet mon die Wurzeln und Ursachen sowie den Klassencharakter des Faschismus, setzt im Zeichen der antikommunistischen „Bewältigung der Vergangenheit“ Faschismus und Sozialismus gleich und verschleiert schließlich die Perspektivlosigkeit des kapitalistischen Systems. Mit der Abendland- und Europa-Ideologie beabsichtigen die maßgeblichen westdeutschen Historiker vor allem, die politische und ideogische „Aussöhnung“ mit den imperialistischen Westmächten historisch zu begründen sowie die Bonner Revancheforderungen zu verschleiern.

Quelle:
Autorenkollektiv: Manipulation. Die staasmonopolistische Bewußtseinsindustrie. Dietz Verlag 1968, S.121-130. (Gekürzt. Veraltete Begiffe, wie „Bonner Regime“, wurden stillschweigend aktualisiert. N.G.)

Anmerkungen:
[1] W.Besson: Geschichte als Politische Wissenschaft. In: Das Parlament, Beilage „Aus Politik und Zeitgeschichte“, 14. November 1962.
[2] Siehe G.Lozek/H.Syrbe: Geschichtsschreibung contra Geschichte, Dietz Verlag, Berlin 1964, S.20ff.
[3] Siehe R.Opitz: Der große Plan der CDU: die „Formierte Gesellschaft“. In:
Blätter für deutsche und internationale Politik, Köln 1965, Heft 9, S.754.
]4] K.R.Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Bern 1957 und 1958.
[5] Siehe Th.Schieder: Staat und Gesellschaft im Wandel unserer Zeit. Studien
zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, München 1958. – H. Freyer:
Theorie des gegenwärtigen Zeitalters, Stuttgart 1956.
[6] Siehe H.Rothfels: Zeitgeschichtliche Betrachtungen, Göttingen 1959, S.16.


Ist der Marxismus veraltet?

Mehr als 100 Jahre haben bürgerliche Ideologen und Politiker, rechte und »llnke« Opportunisten unentwegt erklärt, daß der Marxismus endgültig tot sei. Seit der Entstehung des Leninismus behaupten sie, er habe mit dem Marxismus wenig oder gar nichts zu tun und sei nur eine aus den spezifischen russischen Bedingungen hervorgegangene Theorie ohne allgemeine Gültigkeit. Welche Lebenskraft muß aber eine Lehre besitzen, die seit dem Erscheinen des »Manifestes der Kommunistischen Partei« Jahr für Jahr für widerlegt oder für tot erklärt wird, tatsächlich aber die realen gesellschaftlichen Ereignisse und Erscheinungen bis in unsere Tage so grundlegend beeinflußt, daß die sozialistische Zukunft der ganzen Menschheit immer plastischer hervortritt?
Das veranlaßt den Imperialismus, mit allen Mitteln seine zum Untergang verurteilte Ausbeuterordnung gegen die Ideen des gesellschaftlichen Fortschritts zu »schützen« und läßt die aggressivsten Kreise des Imperialismus nicht davor zurückschrecken, aus Feindschaft und Haß gegen Theorie und Praxis des Sozialismus die Völker der Erde mit einem atomaren Inferno zu bedrohen.

Sozialismus! Einen anderen Weg gibt es nicht…

Die erfolgreiche Entwicklung der Länder des realen Sozialismus hat bestätigt, daß dem Weg zum Sozialismus die vom Marxismus-Leninismus aufgedeckten allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegen, die von den kommunistischen und Arbeiterparteien schöpferisch auf die konkreten Bedingungen ihrer Länder angewendet werden müssen. Alle Erfahrungen der SED haben bestätigt, daß eine revolutionäre Kampfpartei an der Spitze der Arbeiterklasse und im Bunde mit allen Werktätigen nur auf der Grundlage der allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten der sozialistischen Revolution und des sozialistischen Aufbaus erfolgreich den Kampf für die grundlegenden Klasseninteressen und den gesellschaftlichen Fortschritt führen kann. Das sollte für jede Kommunistische Partei ein objektives Kriterium sein. Einen anderen Weg zur Errichtung der sozialistischen Gesellschaft gibt es nicht.
(Quelle: Studienhinweise zum Parteilehrjahr der SED 1982/83. Zur aktuellen Bedeutung der Leninschen Theorie über den Imperialismus, S.12f. – wie aktuell heute im Jahre 2016!!! Auch hier wurden veraltete Bezeichnungen durch zeitgemäße ersetzt. N.G.)

Siehe auch:
Geschichtsfälscher: Die Lüge von der angeblichen „verdienstvollen Befreiung“ Europas durch die USA
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