Rafik Kulijew: Über das Bildungssystem

Verdummung_Schule

                                                                               Religionsunterricht in einer russischen Schule

Die herrschende kapitalistische Ausbeuterklasse weiß sehr genau, wie sie die Menschen von der Politik abhalten kann. Die Verblödung funktioniert! Doch wer weiß, wie lange noch. Schuld daran trägt in erster Linie das kapitalistische Bildungssystem. Die Methodik der frühzeitigen Indoktrination unwissenschaftlicher Denkweisen und scheindemokratischer Verhaltensweisen bleibt nicht ohne Folgen. Zudem wird tagtäglich die Bevölkerung mit Unterhaltungssendungen zugeschüttet, die Fußballstadien, Volkswandertage und Unterhaltungsprogramme haben keinen Mangel an Besuchern zu beklagen. Und in schöner Regelmäßigkeit finden Wahlen statt, wo die Bürger bestenfalls zwischen Pest und Cholera wählen können. In seinem Beitrag vergleicht der russische Publizist Rafik Kulijew das sowjetische mit dem heutigen Bildungssystem in Rußland. Was er herausgefunden hat, gilt auch hier bei uns.

ÜBER DAS BILDUNGSYSTEM

Rafik Kulijew

26.05.2016

„Gehen wir von der physischen auf die geistige Lage der Arbeiter über.
Wenn die Bourgeoisie ihnen vom Leben so viel läßt, als eben nötig ist,
so dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie ihnen auch nur so viel Bildung gibt,
als im Interesse der Bourgeoisie liegt.“
F.Engels [1]

Oft wird die Frage gestellt, welche Art von Bildung wohl besser ist, die sowjetische oder die moderne russische, d.h. die bürgerliche Bildung? Und die Antwort ist, je nachdem, wer auf diese Frage antwortet – die Verteidiger der sowjetischen oder der bürgerlichen Bildung –, natürlich sehr unterschiedlich. Wir wollen uns hier nicht die Aufgabe stellen, alle Argumente zu besprechen, die von den Verteidigern der sowjetischen Bildung bzw. der bürgerlichen Bildung vorgebracht werden, jedoch sei festgestellt, daß sogar die Verteidiger der bürgerlichen Bildung nicht leugnen können, daß die sowjetische Bildung in jeder Beziehung der bürgerlichen Bildung überlegen war: in methodischer Hinsicht, was das Wissen anbelangt, das durch die Ausbildung vermittelt wurde, und was die geistige Entwicklung der Ausgebildeten betrifft.

Was ist der Unterschied zwischen kapitalistischer und sozialistischer Bildung?

Aber allein aus die Tatsache heraus, daß die Verteidiger der bürgerlichen Bildung die Überlegenheit der sowjetischen Bildung gegenüber der bürgerlichen Bildung anerkennen, wäre es ein Fehler zu glauben, man könne unter den Bedingungen der bürgerlichen Gesellschaft auf der Grundlage des sowjetischen Bildungssystems ausbilden. Jede Art von Bildung beruht auf einer bestimmten Weltanschauung: auf materialistischem oder idealistischem Verständnis der Natur und der Gesellschaft, je nachdem welche Gesellschaft die herrschdende ist. In diesem Sinn, ist auch die sowjetische Bildung überhaupt nicht mit der bürgerlichen zu vergleichen, da sie auf einander diametral entgegengesetzten Weltanschauungen aufgebaut sind: das sowjetische Bildungssystem ist auf dem materialistischen Verständnis der Gesellschaft aufgebaut, während das bürgerliche Bildungssystem auf dem idealistischen Verständnis der Gesellschaft aufgebaut ist.

Ist es Materialismus oder Idealismus?

Zur Vermeidung möglicher Mißverständnisse muß man hier jedoch folgende bemerken: Da die Bourgeoisie das materialistische Verständnis der Natur nicht verneint, gleichzeitig aber das materialistische Verständnis der Gesellschaft nicht anerkennt, sollen im vorliegenden Beispiel die Bildungssysteme nur den allgemeinsten Zügen, in der Verbindung mit dem materialistischen bzw. idealistischen Verständnis der Gesellschaft, betrachtet werden. Wenn man sich damit zurechtfinden will, was eigentlich unter einer Gesellschaft zu verstehen ist, muß man zuerst klären, was das Primäre, das Wesentliche und Bestimmende ist: die Natur (die Materie) oder das Bewußtsein. Je nachdem wie diese Frage beantwortet wird, gibt es zwei gegensätzliche Betrachtungsweisen: eine materialistische oder eine idealistische.

Materialismus bedeutet: Das Sein bestimmt das Bewußtsein.

Nach materialistischem Verständnis ist bei der Entwicklung der Gesellschaft die Materie das Primäre, während das Bewußtsein sekundär ist – es ist ein Produkt der Materie. Das ist ganz offensichtlich der Fall. Es folgt aus der einfachen Tatsache, daß die Menschen, bevor sie sich mit Wissenschaft, Kunst, Philosophie, Politik usw. beschäftigen, zuerst essen und trinken müssen, Wohnung und Kleidung benötigen. Und man muß arbeiten, um materiellen Wohlstand zu erzeugen. Daraus folgt, daß „die Produktion der unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwicklungsstufe eines Volkes oder eines Zeitabschnitts die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen der betreffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch erklärt werden müssen – nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt.“ (Friedrich Engels, Rede am Grab von Karl Marx, 1883) [2].

Warum haben im Sozialismus die Naturwissenschaften den Vorrang?

Es versteht sich von selbst, daß eine solche kategorische Notwendigkeit, zu produzieren, und nicht einfach nur, zu produzieren, sondern erweitertem Maße zu produzieren, es in erster Linie erfordert, die Natur und die Gesetze ihrer Entwicklung zu studieren, sich Wissen anzueignen über die Eigenschaften und die Wechselwirkungen der Gegenstände der Natur, die am Produktionsprozeß als der Rohstoff und als Werkzeuge beteiligt sind. Deshalb war in der UdSSR, wo ein ungeteiltes materialistisches Verständnis der Gesellschaft herrschte, – das heißt das Verständnis der Notwendigkeit „der maximalen Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft durch ununterbrochenes Wachstum und stetige Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik“ (J.Stalin, Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR, 1952,) [3], – das Bildungssystem auf der Priorität der Naturwissenschaften (Mathematik, Physik, Chemie, technische Wissenschaften) vor den Geisteswissenschaften (Rechtswissenschaft, Wirtschaft, Philosophie, Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie, Psychologie usw.) aufgebaut. Diese Tatsache des öffentlichen Lebens der UdSSR bedingte, daß in der UdSSR die Fachleute für die Lösung volkswirtschaftlicher Aufgaben (Ingenieure, Technologen, Konstrukteure, Projektanten usw.) besser vorbereitet wurden, als Fachleute für die Lösung von Vermögens- und Rechtsfragen (Juristen, Ökonomen, Anwälte usw.).

Warum beruht das kapitalistische Bildungssystem auf idealistischen Prinzipien?

Daß in der UdSSR die Spezialisten für die Lösung volkswirtschaftlicher Aufgaben besser ausgebildet waren, als für die Lösung von Vermögens- und Rechtsfragen, ist eine unumstößliche Tatsache. Diese unumstößliche Tatsache erklärt sich außerdem damit, daß in der UdSSR, gerade wegen der ungeteilten Herrschaft des gesellschaftlichen Eigentums, die Zahl der Vermögensstreitigkeiten und die Kriminalitätrate im Vergleich zu den kapitalistischen Ländern erheblich niedriger lagen; in der UdSSR waren solche Verbrechen, wie Kreditbetrug, Börsenspekulation, feindliche Übernahme von Unternehmen, Grundbesitz, Wohnfläche usw. überhaupt ausgeschlossen waren. Völlig konträr dazu verhalten sich die Dinge beim Bildungssystem in der bürgerlichen Gesellschaft. Im Kapitalismus herrscht ein idealistische Verständnis der Gesellschaft. Was ist damit gemeint? Das bedeutet, daß in der bürgerlichen Gesellschaft die Auffassung vorherrscht, daß nicht die materiellen Bedürfnisse der Menschen die Triebkraft der Entwicklung der Gesellschaft seien, sondern die Ideen, die in den Köpfen der Menschen entstehen: „Ideen lenken die Welt“ – sagen die Idealisten. Doch wenn man dieser Auffassung zustimmt, so muß man folglich auch dem zustimmen, daß die Entwicklung der Gesellschaft nicht durch die Produktion des unmittelbaren materiellen Wohlstands bedingt ist, sondern durch die Verwirklichung von Ideen.

Bürgerliche Ideologen vertreten unwissenschaftliche Standpunkte

Deshalb ist das Bildungssystem der Russischen Föderation, wo ein idealistisches Verständnis der Gesellschaft herrscht, auf der Priorität der Geisteswissenschaften vor den Naturwissenschaften aufgebaut. Da jedoch die Geisteswissenschaften (Philosophie, Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft usw.) mit den Dingen zu tun haben, die nicht wiederholt werden, halten sie auch keinen genau quantitativen Messungen, mit einem Wort: der experimentellen Prüfung, stand, und so eröffnen sich hier große Möglichkeiten für das Ausdenken unsinniger Ideen aus dem Kopf und wutschäumenden Versuchen zu beweisen, daß nichts richtiger ist als das. In den Naturwissenschaften ist so etwas einfach nicht möglich, weil man es hier mit Erscheinungen zu tun hat, mit Tatsachen, die wiederholbar sind und streng nach genauen quantitativen Messungen, mit einem Wort: experimentell, bestätigt werden. Tatsachen sind ein eigen Ding, über sie läßt sich nicht streiten. Diese Tatsache des gesellschaftlichen Lebens bedingt, daß im kapitalistischen Rußland Fachleute für die Lösung von Vermögens- und Rechtsfragen besser vorbreitet sind, als Fachleute für die Weiterentwicklung der materiellen Produktion.

Es geht nicht nur um die Ideologie…

Darüberhinaus streiten sich in der bürgerlichen Gesellschaft, wo ausnahmslos das Privateigentum herrscht, alle miteinander um das Eigentum. Deshalb gibt es auch in der Russischen Föderation weitaus mehr Juristen, Ökonomen, Anwälte und Spezialisten für den Verkauf von allem und jedem, als Fachleute für die Verwirklichung der materiellen Produktion. Dabei muß man noch hinzufügen, daß die riesige Zahl von Spezialisten für die Klärung von allerlei Streitfragen und Konflikten in der bürgerlichen Gesellschaft auch dadurch bedingt ist, daß selbst die Bildung auf diesem Gebiet eine kommerzielle Angelegenheit ist, was natürlich die Ausprägung von Scheinfachleuten mit den Scheindiplomen und -dissertationen fördert.

Was ist der Grund für die alltägliche Verblödung?

Da in der bürgerlichen Gesellschaft die herrschende Kapitalisten-Klasse schließlich das Arbeitsvolk ausbeutet, kann man die Herrschaft in dieser Gesellschaft nur durch Gewalt, Betrug und Schmeichelei verwirklichen. Die Bourgeoisie greift nur dann zur Gewalt, wenn sie fürchtet, ihre Macht zu verlieren. Solange ihr die Macht nicht bedroht ist, verwendet sie den Betrug und die Schmeichelei. Und um die Öffentlichkeit zu betrügen, muß man sie einfach in einen solchem Zustand versetzen, wo sie die Fähigkeit verloren hat, Lüge von Wahrheit zu unterscheiden. Und das gelingt nur, wenn man gleichzeitig zwei Dinge für richtig hält: der Räuber hat recht, weil ausrauben will, und das Opfer hat recht, weil es nicht ausgeraubt werden will. Die ganze Heuchelei der Bourgeoisie besteht auch darin, daß sie riesige Mengen Geld für die Propagierung der Religion ausgibt mit dem Ziel der Verblödung der Gesellschaft, obwohl sie sehr gut versteht, daß die religiöse Weltanschauung falsch ist.

Der bürgerliche Unsinn des Pluralismus

Die bürgerliche Gesellschaft ist immer auf einem völlig widersprüchlichen Pluralismus aufgebaut, d.h. auf die Identifizierung zweier entgegengesetzter Standpunkte; bei einer solchen Sachlage verliert der Begriff „Wahrheit“ jeden Sinn. Dagegen gibt es für jede beliebige Frage nur eine wahre Lösung, und in diesem Sinn ist die Wahrheit immer eindeutig. Nehmen wir als Beispiel die Wirtschaft: In der UdSSR wurde in der Wirtschaft einzig und allein allein die Lehre von K.Marx angewendet, die als Grund für Wirtschaftskrisen den Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privatkapitalistischen Form der Aneignung der Ergebnisse der Produktion genau erklärte. Daraus folgt, daß sich die Krisen, solange dieser Widerspruch bestehen bleibt, periodisch wiederholen, wie der Wechsel der Jahreszeiten. Der Beweis – ständig wiederholen sich die Wirtschaftskrisen alle 8-10 Jahre. In der bürgerlichen Gesellschaft existieren Dutzende von Wirtschaftslehren, und sie alle widersprechen einander. Jeder, der nicht gerade faul ist, kommt mit neuen Prognosen über die Entwicklung der Wirtschaft, und auch diese diese Prognosen widersprechen einander. Das ist etwa so ähnlich, als wenn Meteorologen zweier unterschiedlicher Wetterwarten, sagen wir: über Moskau, gleichzeitig eine Temperaturvorhersage von -10°C und von 25°C abgeben würden. In der bürgerlichen Gesellschaft, d.h. in der heuchlerischesten aller menschlicher Gesellschaften, gibt es keine Wirtschaftswissenschaft, und es kann sie nicht geben.

Lenin: „Man muß die Bourgeoisie stürzen….“

Karl Marx hat in seinem genialen Werk „Das Kapital“ überzeugend bewiesen, daß alle modernen bürgerlichen Wirtschaftstheorien nichts anderes sind als jämmerliche Versuche, alle unsinnigen vormarxschen Wirtschaftslehren, von denen bei Karl Marx nicht ein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist, erneut zu beleben. Alle Wirtschaftsprognosen und die internationalen Wirtschaftsforen, die durchgeführt werden, um angeblich Bedingungen für die weitere Entwicklung der Wirtschaft zu schaffen, sind nichts als eine Ablenkung des Arbeitsvolkes von tatsächlichen Gründen der sozialen Katastrophen. Sie sind das sinnlose Geschwätz einer Bande von Schurken und Scharlatanen, wie sie sich in Rußland in der Hochschule für Ökonomie versammelt haben: J.Kusminow, J.Jassin, A.Kudrin, A.Uljukajew, J.Gontmacher, J.Gurwitsch, W.Maus und andere. Bei einer solchen Sachlage der bürgerlichen Gesellschaft kann man nur mit Lenin sagen: „In ganz Europa muß man die Bourgeoisie stürzen, nicht aber sie zu überzeugen suchen.“ (W.Lenin, Petrograder Stadtkonferenz der SDAPR (B), 1917) [4]

Für die Arbeiterklasse!
Rafik Kulijew

Zitate:
[1] Friedrich Engels: Lage der arbeitenden Klasse in England. In: Marx/Engels Werke, Dietz Verlag Berlin, 1962, Bd.2, S.338.
[2] Friedrich Engels: Das Begräbnis von Karl Marx. In: Marx/Engels Werke, Dietz Verlag Berlin, 1987, Bd.19, S.335f.
[3] Josef Stalin: Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR. 7. Die Frage der ökonomischen Grundgesetze des modernen Kapitalismus und des Sozialismus. Государственное издательство политической литературы, 1952.
[4] W.I. Lenin: Petrograder Stadtkonferenz der SDAPR (B). In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1959, Bd.24, S.131.
(Übersetzung: Florian Geißler)

http://bolshevick.org/k-voprosu-o-sisteme-obrazovaniya/

pdfimages  Kulijew Über das Bildungssystem


Siehe auch:
Warum fehlt der Jugend heute die Allgemeinbildung?
Sozialismus: Im Kampf gegen die Unbildung
Das einheitliche sozialistische Bildungssystem in der DDR
Didaktische Konzeptionen der politischen Bildung in der BRD

Dieser Beitrag wurde unter Bildung und Erziehung, Gegen die Religion, Kapitalistische Wirklichkeit, Marxismus-Leninismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Rafik Kulijew: Über das Bildungssystem

  1. gunst01 schreibt:

    Warum ist die UdSSR denn wirtschaftlich gescheitert, wenn sie doch die reine Lehre von Marx angewendet hat?

    • sascha313 schreibt:

      Wenn man diese Frage beantworten will, muß man sich mit der Geschichte der Sowjetunion bekanntmachen! Schon Ihre Fragestellung zeigt, daß Sie das bisher nicht getan haben. Kann man alles nachholen:
      Kurt Gossweiler: Wie konnte der konterrevolutionäre Umsturz in der Sowjetunion gelingen?

      1. Die UdSSR ist wirtschaftlich NICHT „gescheitert“ (auch die DDR nicht!) – trotz zwangsläufig (!) hoher Ausgaben für die Landesverteidigung. Die Bedrohung ging stets von den reaktionären Kräften aus. Hier vom (west)deutschen und USA-Imperialismus.
      2. Die „reine Lehre“ gibt es nicht. Wohl aber den Marxismus-Leninismus als wissenschaftliche Weltanschauung. Dazu gehören
      a) der dialektische und historische Materialismus (marxist.-leninist.Philosophie)
      b) die politische Ökonomie und
      c) der wissenschaftliche Kommunismus.
      Und dann gibt es da natürlich auch Fehler und Irrwege. Aber da es eine Wissenschaft ist, kann man die Richtigkeit der Theorie sehr schön an Hand der Praxis überprüfen!
      3. Der Aufbau des Sozialismus geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern nur im starken Gegensatz zur bisherigen herrschenden Klasse, deren Privateigentum an den Produktionsmitteln enteignet wurde. Deshalb sind verschärfte Klassenkämpfe vorherzusehen. Jeder Wechsel von einer Gesellschaftsordnung zur anderen ist mit Klassenauseinandersetzungen verbunden; die gibt es ohnehin ständig.
      4. Der Sozialismus ist nicht gescheitert, sondern er wurde durch fehlende revolutionäre Wachsamkeit seitens der Arbeiterklasse und den Revisionismus innerhalb ihrer führenden Partei beseitigt! Und das begann schon mit der Ermordung Stalins (1953). Es war also eine Konterrevolution und kein „Scheitern“!
      5. Die alles entscheidende Frage ist: Wem gehören die Produktionsmittel? Im Sozialismus sind sie Volkseigentum. Das verhindert, daß sich einzelne an diesem Eigentum (bzw. mit Hilfe dieses Eigentums) bereichern.

      Also: Lesen – und dann wieder fragen!

    • Doed schreibt:

      Die Katastrophe wurde willentlich von Herrn Gorbatschow eingeleitet und hat damit sämtlichen sozialistischen Ökonomien massive Schwierigkeiten bereitet. Nicht umsonst, ist dieser Mensch in Russland völlig unbeliebt bis verhasst.

      • sascha313 schreibt:

        Sicher, Gorbatschow ist ein Gauner! Lies mal nach bei Kurt Gossweiler: „Die vielen Schalen der Zwiebel Gorbatschow“. Doch ohne die Verbrechen Gorbatschows kleinreden zu wollen – der eigentliche Einbruch begann zum XX.Parteitag der KPdSU 1956, als Chruschtschow mit seiner verbrecherischen Rede die Delegierten überfiel. (siehe auch: Grover Furr!) Und wenn man noch genauer hinschaut, begann es schon 1953 mit der Ermordung Stalins (bzw. mit den vielen kleinen Hinterhältigkeiten gegenüber Stalin. Hast Du mal gelesen, was Chruschtschow zum XIX. Parteitag für speichelleckerische Reden hielt?). Von da an hatten die Verräter freie Hand. Sie ermordeten Berija, bedrohten Shukow und Breshnew und ließen die Sowjetunion so langsam verhungern. Es war nicht nur das Verteidigungsbudget, das die Menschen spüren ließ, daß es so allmählich bergab geht.

  2. Vorfinder schreibt:

    „In ganz Europa muß man die Bourgeoisie stürzen, nicht aber sie zu überzeugen suchen.“(Lenin) Hätte S. Wagenknecht diesen wahren Satz auf dem PT ausgesprochen (und auch gemeint), hätte sie sich all die Träumereien einer Gestaltung=Überzeugung des Kapitalismus sparen können. Sie hätte es tun sollen, wenn die Linke das Proletariat nicht weiterhin verraten will.

  3. Harry 56 schreibt:

    Die süße Katja voll für imperialistischen Menschenhandel, williges billiges Menschenfleisch alias „Migration“ für die besitzenden Klassen der BRD und anderer „Industrienationen“, doch sehr betrübt über die arme arme Sozialdemokratie….., und die Claqueure bekommen wohl schon feuchte Unterhosen, alle diese „Genossen“……
    Hätte dieser BRD-Gauck nicht die gleiche Rede halten können?

    Hört alle gut zu:

    Beste Wünsche für den baldigen Untergang für diese „Linken!

    • sascha313 schreibt:

      Einfach widerlich – diese Person! Und die Claqueure erst…

      Gleichzeitig aber gab und gibt es auf der anderen Seite wunderbare und würdige Vorbilder unter den Kommunisten (von denen sich diese Bourgeois sehr gründlich unterscheiden!)

      • Harry 56 schreibt:

        Ja, einfach widerlich, diese Person!

        Widerlich, weil diese „Linke“ zusammen mit allen anderen „linken“ Systemdienern, wie Antifas, Ökos, Grünen, SPDlern, „Gewerkschaftlern“ und vielen weiteren „libertären“ Schmeißfliegen des imperialistischen Systems aus folgenden Gründen:

        https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Vergewaltigung-Zwei-Jahre-Gefaengnis-fuer-Iraker,prozessbadschwartau100.html
        wohl gegen weitere – ANGEBLICHE(!) – „VERSCHÄRFUNG“(!!!) des EU/BRD-„Asylrechtes“ sind, darauf auch noch sehr stolz.

        Natürlich fordern sie kein wirkliches Asyl für einen Julien Assange, welcher seit bald 4 Jahren in einem kleinen Zimmer in der Londoner Botschaft von Ecuador hausen muss, gar für einen Edward Snowden….

        Diese junge Dame „bedauern“ wir mal schön, hatte halt ein wenig „Pech“ gehabt so spät abends, natürlich nur ein „trauriger Einzelfall“…., dieser angebliche irakische „Jugendliche“(?) war sicherlich noch wegen „Saddam“ traumatisiert……, die Hauptsache, es kann weiter gehen wie gehabt!

        Daher bloß keinen Rassismus, bloß keinen Haß,, bloß keine Ausländerfeindlichkeit, bloß keine Hetze, weithin ganz ganz viel Asylrecht für ALLE zu Gunsten des Besitzbürgertums und seiner Sozial,- Arbeitsmarkt,- und Integrationsindustrie sowie zahllosen Anwaltskanzleien.

        Können sich unsere wahren „Eliten“ noch bessere, noch schäbigere(Gutmenschen)Kapitalismusknechte wünschen?

        Ja, diese „linke“ vermeintliche „naive“ Katja samt Claqueuren-Mischpoke ist wirklich in bester Gesellschaft!

        Einfach nur noch würgende Grüße…

    • Doed schreibt:

      Passt das nicht eher in den Blogeintrag für den Landesparteitag?
      Also ich sehe jetzt nichts gauck-ähnliches. Allerdings zielt die Kritik nicht annähernd auf den Kapitalismus bzw. seinem Wesen. Ich denke da fehlt einiges an historischem und theoretischem Wissen, wie es hier auf dem Blog zu lesen gibt. Die Frau mag vielleicht etwas naiv sein, aber wohl nicht bösartig, oder? Auffällig sind die vielen Negativ-Bewertungen des Videos.

      • Vorfinder schreibt:

        Lieber Doed, man muss sich bitte davon lösen zu glauben, es gäbe da Zufälle oder „bloß“ Naives. Diese Kipping ist in dieser Partei NICHT zufällig Vorsitzende. Diese Partei wurde 1990 von Verrätern, Revisionisten, Opportunisten … gekapert. Inzwischen sind dort u.a. Antideutsche dominierend. Eine „linke Partei“ verrät das Proletariat schon, wenn sie immer und immer wieder die sich zuspitzenden Widersprüche des Kapitalismus glättet, indem sie auf Überzeugung der Bourgeoisie setzt, statt auf deren Sturz. Diese Partei deckelt seit der Konterrevolution die Möglichkeit eines Aufstandes der ausgebeuteten Klasse. Die Partei „Die Linke“ ist nicht lediglich eine Partei des Verrats oder „bloß“ der Naiven, sie ist insbesondere und ganz gezielt eine Partei der Irreführung der Massen. – Wie kann das nicht bösartig sein???

        Heute ist Internationaler Kindertag. Wir erinnern uns, in der DDR waren die Kinder glücklich, konnten unbeschwert feiern, diesen Tag, jeden Tag an dem ihnen der Sozialismus Frieden und Zukunft sicherte.

  4. Vorfinder schreibt:

    Noch ein Hinweis. An sich gehört das auch eher hin zu dem Beitrag vom Parteitag der „Linken“, da aber die Sache nun hierhin gegangen ist, bleibe ich unter diesem Strang.

    Zwar gilt der Hinweis, Stalins Text, eher in Bezug auf historische Verantwortung und Aufgabe einer wahren Kommunistischen Partei, aber in Teilen, was z.B. das Kräfteverhältnis von der Partei „Die Linke“ und der SPD anbelangt, gilt das von Lenin wie Stalin festgestellt auch in Bezug auf heutige Verhältnisse.

    Stalin schreibt über Voraussetzungen für eine sozialistische Revolution und stellt fest:

    „Aber dieser Umstand darf nicht als die einzige, für die deutsche Revolution günstige Voraussetzung angesehen werden. Für den Sieg dieser Revolution ist außerdem notwendig, dass die Kommunistische Partei die Mehrheit der Arbeiterklasse vertritt, dass sie zur entscheidenden Kraft in der Arbeiterklasse wird. Es ist notwendig, dass die Sozialdemokratie entlarvt und zerschlagen wird, dass sie zu einer verschwindenden Minderheit in der Arbeiterklasse hinabgedrückt wird. Ohne dies ist an die Diktatur des Proletariats gar nicht zu denken. Damit die Arbeiter siegen können, muss sie ein Wille beseelen, muss sie eine Partei führen, eine Partei, die das unbestrittene Vertrauen der Mehrheit der Arbeiterklasse besitzt. Wenn es innerhalb der Arbeiterklasse zwei miteinander konkurrierende gleich starke Parteien gibt, dann ist selbst bei günstigen äußeren Bedingungen ein dauerhafter Sieg unmöglich.“ (Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1952, Bd.7, S.30)

    Schon Lenin und Stalin stellen fest, es ist unerlässlich, will unsere Klasse den Sieg erringen, muss die Sozialdemokratie entlarvt und zerschlagen werden. Jeder kann, auch aktuell am Parteitag der Linken, feststellen, die Partei „Die Linke“ biedert sich bei der Sozialdemokratie an (ist im Grunde der linke Arm der Sozialdemokratie). Nein, diese „Linke“ ist nicht auf dem Weg, die Sozialdemokratie zu entlarven und zu zerschlagen. Diese „Linke“ hat sich eingerichtet in der Illusion, in der Irreführung, die Bourgeoisie überzeugen zu können – eine ewige sozialdemokratische Träumerei.

    Warum muß uns der Verrat, die Irreführung durch die Partei „Die Linke“ beschäftigen?
    Es betrifft uns, weil diese linke Partei derzeit diejenigen Menschen anspricht, die sich gegen die herrschenden Verhältnisse stellen oder beginnen sich gegen diese zu stellen. Und eine andere bundesweit (!) agierende linke Kraft gibt es in der BRD eben nicht. Wir sehen u.a. aktuell am Beispiel von Frankreich aufdämmern, was weiterer Sozialraub etc. auch in der BRD mit sich bringe wird.

    Wo aber ist die linke Partei, die den Massen Richtung gibt?
    Nach Marx´ Worten muß die (Kommunistische) Partei den Menschen ihre eigenen Aktionen erklären. An einer wahren Kommunistischen Partei fehlt es, insbesondere wegen Spaltung durch Revisionismus und Antistalinismus/Antikommunismus in diesem Land noch immer. Und die Linke geht nicht gegen die Sozialdemokratie an, suhlt sich im Begehren den Kapitalismus mitgestalten zu dürfen und verleitet die Massen zum Hinhalten, zu der Illusion, mit der Wahl der Linken würden sich die Verhältnisse der Unterdrückten grundlegend bessern.

    Stalin erklärt, dass wir es besser wissen können. Dieses Wissen müssen wir heraus tragen. Widerstand beginnt mit zugespitzter Unterdrückung, aus Wissen aber speist sich der Sieg unserer Klasse. Dieser Stalin Text ist nicht all zu lang. Lest und entlarvt die Sozialdemokratie, die Partei „Die Linke“. http://www.stalinwerke.de/band07/b07-011.html

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