Kriegstreiber „Bundeswehr“

kriegAnstatt daß wir hier und heute am 1. Juni über den Internationalen Kindertag berichten können, treiben uns aktuelle Meldungen aus der Welt des Kapitalismus zunehmend die Zornesröte ins Gesicht. Da feiert sich eine „Truppe“ als innovativ und zukunftsträchtig, die nichts anderes im Sinn hat als den KRIEG (getarnt als „Hilfseinsätze“ und als „Friedensmission“). Mord und Totschlag als Programm? Ja. Denn es gibt wahrhaftig nichts, wodurch sich die deutsche Bundeswehr in ihrer Existenz mehr bedroht fühlen dürfte, als den dauerhaften Frieden. Was wäre denn eine Welt ohne Kriege, und was würde dann mit Hunderttausenden Soldatinnen und Soldaten in diesem Lande geschehen? Sie wären alle arbeitslos, müßten Sozialhilfe beantragen und könnten sich keine schicken Autos, iPhones und die neusten Klamotten mehr leisten. Sie alle müßten auf ihr schönes Eigenheim verzichten und beim Arbeitsamt Schlange stehen. Was für eine Horrorvision!

Nein. Der Kapitalismus braucht den Krieg, wie der Mensch die Luft zum Atmen. Kriege um neue Rohstoffe, billige Arbeitskräfte und um die Erweiterung der Absatzmärkte sind und waren schon immer das Lebenselexier des Kapitalismus. Was wundert uns also das Bestreben der Monopolkapitalisten und Militärs, der Waffenproduzenten und bürgerlichen Politiker, wenn sie für diese Branche erneut Promotion betreiben und weitere Milliarden verschleudern, die dem deutschen Volk fehlen und den Hungernden und Ausgebeuteten entzogen werden. Lesen wir also hier, was die Kriegstreiber vorhaben:

Die Kriege der nächsten Jahre

BERLIN

german-foreign-policy vom 01.06.2016 – Bei der heute in Berlin beginnenden Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) zeigt die Bundeswehr ihre Fähigkeit zur Führung von Interventionskriegen. Auf dem Programm stehen etliche „Leistungsdemonstrationen“ der Truppe, bei denen dem Messepublikum unter anderem die „Evakuierung“ deutscher Staatsbürger aus einer „Krisenregion“ vorgeführt wird. Dabei kommen neben Eliteeinheiten insbesondere Kampfhubschrauber zum Einsatz, die unter Militärs allgemein als ideale Waffe für Anti-Guerilla-Operationen gelten. Die Leitung der ILA hat ihrerseits einen zentralen Bereich auf dem Messegelände eingerichtet, in dem die Luftfahrtindustrie über spezielle Helikopter für polizeiliche und militärische Aufgaben informiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung sind erneut unbemannte Flugsysteme, auch bekannt als Unmanned Aerial Systems (UAS) oder Drohnen. Die Bundeswehr präsentiert allein vier verschiedene Typen von UAS, mit deren Hilfe etwa in Afghanistan feindliche Stellungen zur Vorbereitung gezielter Angriffe ausgekundschaftet wurden. Am Stand der US-Luftwaffe ist die Kampfdrohne MQ-9 „Reaper“ („Sensenmann“) zu sehen; das UAS wird weltweit für illegale Tötungen sogenannter Terrorverdächtiger eingesetzt, bei denen regelmäßig zahlreiche Zivilisten ums Leben kommen.

Markenkern Militär

Wie die deutschen Streitkräfte mitteilen, firmieren sie bei der heute in Berlin beginnenden Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) erneut als „größter Einzelaussteller“. Man werde sich nicht nur als „attraktiver Arbeitgeber“, sondern auch als „hochtechnologische Armee“ mit einem „eindrucksvolle(n) Fähigkeitsspektrum“ darstellen, heißt es. Demonstriert werden soll zudem die „erfolgreiche, kooperative Zusammenarbeit mit der Luftfahrtindustrie zur Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Luftfahrzeuge der Bundeswehr“.[1] Die Leitung der maßgeblich vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) organisierten ILA betrachtet die Messe ihrerseits explizit als „Schaufenster für die militärische Luftfahrt“. „Verteidigung“ sei ein „wichtiger Markenkern“, erklären die Veranstalter; geboten würden „wesentliche Technologien und Lösungen für die sicherheitspolitischen Herausforderungen von heute und morgen“.[2]

Kampfretter

Wie sich die künftigen „sicherheitspolitischen Herausforderungen“ darstellen, will die Bundeswehr nach eigenem Bekunden bei sogenannten Leistungsdemonstrationen auf dem ILA-Gelände zeigen. Neben Angriffsaktionen diverser Kampfjets der Typen „Tornado“ und „Eurofighter“ werden dem Messepublikum „militärische Evakuierungsoperationen“ vorgeführt, bei denen unter anderem Helikopter vom Typ „CH-53“ zum Einsatz kommen sollen. Der Truppe zufolge ist der Hubschrauber in der Lage, „Personen und Material weltweit (zu) transportieren“ – „in nahezu allen Klimazonen, selbst bei widrigsten Witterungsbedingungen, bei Tag und Nacht und in allen Bedrohungsstufen“. Der Präsentation liegt laut Bundeswehr folgendes Szenario zugrunde: „In einer Krisenregion gerät die politische Situation außer Kontrolle. Deutsche Staatsbürger müssen ausgeflogen werden. Ein zur Rettung eingesetzter (Airbus) A400M wird kurz nach dem Start beschossen, schwer beschädigt und muß in unzugänglichem Gebiet notlanden.“ Dies rufe die „Kampfretter“ des Hubschraubergeschwaders 64 aus dem zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg gelegenen Fliegerhorst Holzdorf „auf den Plan“, heißt es: „Mit zwei CH-53 überqueren sie im Tiefflug die Absturzstelle und erkunden die Lage. Während ein Hubschrauber aus der Luft sichert, schwebt der andere heran und landet. Dann geht alles sehr schnell. Die Kampfretter verlassen den Hubschrauber und sichern die Umgebung, während die Verletzten und Unverletzten über die breite Laderampe in den Hubschrauber gebracht werden.“[3]

Aufstandsbekämpfung

Daß es sich bei der sogenannten militärischen Evakuierung weniger um eine caritative Maßnahme denn um eine Operation zur Aufstandsbekämpfung handelt, wird die Bundeswehr im Rahmen einer weiteren „Leistungsdemonstration“ auf der ILA zeigen. Dabei sollen der Truppe zufolge Fallschirmjäger in eine als „heiße Zone“ deklarierte „feindliche Umgebung“ eindringen, um dort anwesende Personen zu befreien: „Das Moment der Überraschung schwächt den Gegner.“ Als wesentliches Fortbewegungsmittel fungieren auch hier Hubschrauber; sie transportieren unter anderem Kampfhunde ins Einsatzgebiet, denen die Aufgabe zugedacht ist, „flüchtende Personen“ zu „stellen“.[4] Analog zum deutschen Militär erachtet die Leitung der ILA Helikopter offenbar als wesentliches Instrument für weltweite Anti-Guerilla-Operationen. So hat man auf dem Messegelände eigens einen „zentrale(n) Anlaufpunkt“ für die gesamte „Drehflügler-Branche“ eingerichtet („HeliLounge“), wo sowohl „Grenzschutz- und Polizeieinsatz“ als auch Such- und Rettungsmaßnahmen unter Kriegsbedingungen („Combat Search and Rescue“) thematisiert werden.[5]

Drohnenkrieg

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen ILA sind einmal mehr unbemannte Luftfahrzeuge, die auch als Unmanned Aerial Systems (UAS) oder Drohnen bezeichnet werden. Allein die Bundeswehr wird in ihrem Messebereich vier verschiedene UAS präsentieren: die Spionagedrohnen MIKADO, LUNA und ALADIN sowie das „Kleinfluggerät für Zielortung“ KZO. Sie alle sind bereits kampferprobt – in Afghanistan etwa dienten sie unter anderem dazu, feindliche Stellungen zur Vorbereitung gezielter Angriffe auszukundschaften. Das von der Rüstungsfirma Rheinmetall vertriebene „Aufklärungssystem“ KZO kann zudem mit einer Kampfdrohne namens WABEP gekoppelt werden – zur „punktgenaue(n) Bekämpfung stationärer und beweglicher Ziele“ (german-foreign-policy.com berichtete [6]). Nicht ohne Stolz verweisen die Veranstalter der ILA in diesem Zusammenhang auf ein weiteres Exponat: Auf dem Messegelände wird das UAS MQ-9 „Reaper“ („Sensenmann“) der Waffenschmiede General Atomics zu sehen sein, das die US-Armee weltweit für Tötungen sogenannter Terrorverdächtiger nutzt. Daß diese Gewaltoperationen vom Völkerrecht nicht gedeckt sind und regelmäßig zu zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung führen, interessiert die Leitung der ILA offenbar nicht – sie spricht euphemistisch von „Luftnahunterstützung“.[7]

Tarnkappen-UAS

Für einen besonders innovativen Beitrag zur „Weiterentwicklung der Technologie unbemannter Luftfahrzeuge“ halten die Veranstalter nach eigenem Bekunden das Drohnenprojekt „Sagitta“ (lateinisch „Pfeil“), das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei der ILA der Öffentlichkeit vorstellen wird.[8] Auf Initiative des deutsch-europäischen Rüstungskonzerns Airbus Defence and Space haben sich das DLR, die Technische Universität München, die Münchner Bundeswehruniversität, die Technische Hochschule Ingolstadt und die Technische Universität Chemnitz dabei zur Aufgabe gemacht, den Prototyp eines Tarnkappen-UAS zu entwickeln. Laut DLR soll „Sagitta“ militärische „Missionen“ nicht nur „autonom“, sondern auch „unentdeckt“ durchführen können. Hierzu sei eine „Minimierung der Radarsignatur“ erforderlich, die sowohl durch eine „möglichst kanten- und öffnungsfreie Form“ gewährleistet werde wie durch die Fähigkeit, „längere Strecken auf dem Rücken zu fliegen“, heißt es.[9]

Nebensächlich

Bei all ihren demonstrativen Bekenntnissen zu militärischen „Innovationen“ zeigt sich die Leitung der ILA gleichsam traditionsbewußt. So feiern die Veranstalter in Presserklärungen nicht nur die Wiedererlangung der deutschen „Lufthoheit“ nach dem Zweiten Weltkrieg und die Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 [10], sondern verweisen zudem auf ein historisches „Highlight“ der jetzigen Messe – eine Flugvorführung der Messerschmitt Me 262, die als „das erste in Serie gebaute Flugzeug mit Strahltriebwerken“ vorgestellt wird [11]. Daß KZ-Häftlinge unter mörderischen Bedingungen den ersten und einzigen Düsenkampfjet der Nazi-Wehrmacht herstellen mußten, erscheint den Veranstaltern offenbar nebensächlich – und bleibt denn auch unerwähnt.

[1] Die Bundeswehr präsentiert sich auf der Berlin Air Show 2016. http://www.bundeswehr.de 02.05.2016.
[2] ILA 2016: Schaufenster für die militärische Luftfahrt. http://www.ila-berlin.de.
[3] Ein Transporthubschrauber für alle Fälle. http://www.bundeswehr.de 26.05.2016.
[4] Quickstop in der heißen Zone. http://www.bundeswehr.de 30.05.2016.
[5] ILA Berlin Air Show 2016 präsentiert sich als Innovationsplattform der globalen Aerospace-Industrie. http://www.ila-berlin.de 30.05.2016.
[6] Siehe dazu Die Ära der Drohnen (I).
[7], [8] Innovative Entwicklungen beim unbemannten Fliegen. http://www.ila-berlin.de 09.05.2016.
[9] SAGITTA – Open Innovation. http://www.dlr.de.
[10] 107 Jahre Spiegelbild der Luft- und Raumfahrtgeschichte. http://www.ila-berlin.de 27.05.2016.
[11] Ready for Take Off: ILA Berlin Air Show 2016 präsentiert modernstes Fluggerät mit innovativen Technologien. http://www.ila-berlin.de 23.05.2016.

Quelle: German Foreign Policy via Kommunisten-Online

Dieser Beitrag wurde unter Für den Frieden, Kriminelle Gewalt, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Kriegstreiber „Bundeswehr“

  1. eipram schreibt:

    Deutsche Schüler werden in heutigen deutschen Schulen dafür vorbereitet und fit gemacht, auf solche Propaganda hereinzufallen! Die neue „leichte Sprache“ wurde vermutlich eigens dafür eingeführt bzw. konzipiert! Ist ja auch kein Wunder, wer liest und schreibt denn heute noch, von Mathematik ganz zu schweigen!
    Alle Schüler sollen ja nur noch Spaß haben in der Schule, deshalb werden Schulen immer mehr zu eigentlichen Spielplätzen umfunktioniert und Lehrer sind keine Lehrer mehr sondern sogenannte Begleiter, die mehr oder minder dafür Sorge tragen, dass Schüler sich demnächst alles selbst beibringen!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s