Geschichte: Reparationen an die Sowjetunion nach 1945

48815_900Am 8. Mai 1945 hatte die Sowjetunion mit erheblich verspäteter Unterstützung durch die westlichen Allierten das faschistische Deutschland besiegt. Die Wehrmacht hatte bedingungslos kapituliert und das aggressive Nazireich war zerschlagen worden. Damit war zumindest in Europa der Krieg beendet. Die Sowjetunion hatte die Hauptlast dieses Krieges zu tragen und sie erlitt die größten Verluste. Die Faschisten waren wie wilde Tiere über die friedliche Sowjetunion hergefallen und hatten alles verwüstet und niedergebrannt, was ihnen im Wege stand. Sie hatten Millionen Menschen ermordet und das Land erbarmungslos ausgeplündert. Durch Reparationen war das natürlich niemals wiedergutzumachen. Dennoch erließ die Sowjetunion der DDR auf Weisung Stalins am 16. Mai 1950 die restlichen Reparationen bis auf einen Betrag in Höhe von 3171 Millionen Dollar, die innerhalb von 15 Jahren noch zu zahlen waren. Damit wurden der DDR  über die Hälfte der noch zu zahlenden Kriegsschulden erlassen. Nach 1947 verweigerte das westdeutsche Marionettenregime jegliche weiteren Reparationszahlungen an die UdSSR. Darüber informierte die SED die deutsche Bevölkerung…

Zehn Fragen – zehn Antworten

1. Warum mußte Deutschland Reparationen leisten?
Weil durch den faschistischen Raubkrieg anderen Völkern große Schäden zugefügt worden sind.

2. Wie ist unsere Stellung zur Frage der Wiedergutmachung der durch den Hitlerkrieg angerichteten Schäden?
Diese Verpflichtung des deutschen Volkes zur Wiedergutmachung haben alle anständigen Deutschen stets anerkannt. Vor allem hat es die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands und unsere Regierung von vornherein und ständig als eine Ihrer Aufgaben betrachtet, allen Menschen klarzumachen, daß die Anerkennung dieser Verpflichtung, d.h. die ehrliche Bereitschaft aller deutschen Menschen zur Wiedergutmachung eine wesentliche Voraussetzung für eine friedliche und demokratische Entwicklung Deutschlands ist.

3. Welches Land hat kein Recht auf Reparationsansprüche?
Die USA – weil sie innerhalb ihres Territoriums durch Kriegseinwirkungen keinerlei Schäden erlitten haben. Auch in den übrigen westlichen Ländern waren die Kriegsschäden verhältnismäßig gering. Es ist jedoch bezeichnend für die Politik des imperialistischen Amerika, daß es trotzdem an der Spitze seiner westlichen Trabanten Westdeutschland besonders gierig und brutal ausraubt.

4. In welchem Land waren die Kriegsschäden besonders groß?
Jeder, der den Krieg als Soldat selbst erlebt hat, weiß, daß die Sowjetunion dieses Land ist. Während der Kampfhandlungen und durch die systematische Zerstörung des Landes beim Rückzug der faschistischen Wehrmacht („verbrannte Erde“ – erinnern wir uns an die Wochenschauen in den letzten Jahren des Krieges!) wurden u.a. vernichtet: 1.700 Städte, 70.000 Dörfer, 32.000 Industrieunternehmen, 65.000 km Eisenbahnstrecke, 98.000 Kollektivwirtschaften, 84.000 Schulen, 70.000.000 Stück Rindvieh wurden abgeschlachtet oder nach Deutschland geschafft. Die sieben Millionen Toten des Sowjetvolkes aber, die diesem faschistischen Raubkrieg zum Opfer fielen, können selbst mit Bergen von Gold nicht aufgewogen werden.

5. Was wäre geschehen, wenn uns die Sowjetunion diese Summe oder auch nur die Hälfte davon in Rechnung gesetzt und eingetrieben hätte?
Hätte sie das getan – und sie hatte die Berechtigung dazu, denn Hitlerdeutschland hatte bedingungslos kapituliert –, dann hätten alle Industrie- und Handwerksbetriebe in ganz Deutschland demontiert werden müssen oder aber die Gesamtproduktion Deutschlands wäre auf Jahrzehnte hinaus als Reparationsleistung nach der Sowjetunion gegangen. Das hätte die Auslöschung der Existenz Deutschlands oder eine ewige Versklavung des deutschen Volkes bedeutet.

6. Warum hat die Sowjetunion nicht so gehandelt?
Weil sie ein sozialistischer Staat ist. Weil zu den Prinzipien eines sozialistischen Landes die Anerkennung der Lebensrechte und der nationalen Selbständigkeit aller Völker und die Freundschaft mit allen Völkern gehört. Weil das sowjetische Volk und sein großer Führer Stalin niemals – auch nicht während des Krieges – das deutsche Volk mit dem faschistischen Regime gleichgesetzt hat.

7. Welche Reparationsforderungen hat die Sowjetunion nach dem Sieg der Sowjetarmee gegenüber Deutschland erhoben?
Die Sowjetunion hat uns von vornherein nur einen geringen Bruchteil ihrer Kriegsschäden in Rechnung gesetzt. Die in Jalta und Potsdam festgelegten Reparationsverpfliohtungsn Deutschlands gegenüber der Sowjetunion betragen zehn Milliarden Dollar. Aus dieser Summe wurden und werden auch die Wiedergutmachungsansprüche des Landes befriedigt, das neben der Sowjetunion die größten Kriegsschäden erlitten hat, nämlich Polens.

8. Auf welche Weise werden die Reparationsverpflichtungen der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber der Sowjetunion erfüllt?
Darüber gibt das Gesetz über den Volkswirtschaftsplan 1950 Aufschluß. Es heißt dort im §16: „Die Reparationsverpflichtungen sind – wie in den Vorjahren –, auch im Volkswirtschaftsplan 1950 genau nach Warenart. Menge und Wert festgelegt“. Die DDR hat also ihre Reparationsverpflichtungen durch Lieferungen aus der laufenden Produktion. Im Jahre 1950 betrug der Anteil der Reparatioasleistungan an der Brutto-Produktion 4,4 Prozent.

9. Wie unterscheidet sich die Reparationspolitik der Sowjetunion von der Reparations­politik der imperialistischen Mächte, insbesondere der USA?
Der offenen und klaren sowjetischen Reparationspolitik. Festlegung einer Gesamtreparationssumme, die sowohl in ihrer Höhe als in den Bedingungen ihrer Erfüllung die Lebensinter.essen unseres Volkes berücksichtigt, steht die durch und durch verlogene Reparationspolitik der imperialistischen Westmächte unter Führung der USA gegenüber.
Sie hetzen gegen die berechtigten Ansprüche der Sowjetunion und rauben und plündern hinter einem Vorhang verlogener Phasen Westdeutschland aus. Sie halten mit der einen Hand Apfelsinen und Specksohlenschuhe vor die Augen der westdeutschen Bevölkerung und legen gleichzeitig die andere Hand auf Deutschlands größte Quelle nationalen Reichtums, auf das Ruhrgebiet, raubten die deutschen Patente, deren Wert nach amerikanischen Angaben allein mit 10 Milliarden Dollar (= die gesamten sowjetischen Reparationsforderungen!) angegeben wird…

10. Wie wurden die Reparationsforderungen der Sowjetunion erfüllt?
Die Sowjetunion forderte die Wiedergutmachung von nur 1,5 Prozent der durch den faschistischen Krieg in ihrem Land angerichteten Schäden. In den Jahren 1945 bis 1950 leistete die DDR jährlich im Durchschnitt Reparationszahlungen in Höhe von 730 Millionen Dollar. Diese jährliche Reparationsleistung wurde ab 1951 auf 205 Millionen Dollar jährlich gesenkt. (Zum Vergleich: nach offiziellen Angaben der Bonner Marinonetten-Regierung mußte Westdeutschland – an die Westmächte – jährlich allein Besatzungskosten, in Höhe von rund 1500 Millionen Dollar aufbringen, das war siebenmal soviel wie die künftigen Reparationsleistungen der DDR an die Sowjetunion)

Quelle: Die Zeit der Erfolge ist gekommen. Hrsg. vom Landesvorstand der SED Thüringen, Abt. Massenagitation. o.D.


Die Schadensersatzforderungen der Sowjetunion

Nach dem vom deutschen Faschismus und seinen Verbündeten entfesselten zweiten Weltkrieg, der vielen Ländern, vor allem der Sowjetunion große materielle Schäden zufügte, wurden Deutschland Reparationen auferlegt. Die Sowjetunion, die bei der Zerschlagung der faschistischen Aggressoren die entscheidende Rolle spielte, ging bei der Lösung der Wiedergutmachungsfragen davon aus, daß das faschistische Deutschland und seine Verbündeten einen ungerechten Eroberungskrieg geführt hatten, dessen Planung, Vorbereitung, Entfesselung und Führung eines der schwersten internationalen Verbrechen darstellt.

A. Demokratische Prinzipien
Entsprechend ihrer friedlichen Außenpolitik schlug sie für die Nachkriegsregelung einschließlich der Wiedergutmachungsfragen demokratische Prinzipien vor. Diese Prinzipien fanden ihren Niederschlag in den Friedensverträgen von 1947 mit Italien, Finnland, Rumänien, Ungarn und Bulgarien, in denen folgende grundlegende Prinzipien fixiert wurden:

B. Sachleistungen
Wiedergutmachung des zugefügten Schadens in einer Höhe, die für die besiegten Länder tragbar ist; Zahlung von Reparationen in Sachwerten, aber nicht in Geld (außer Auslandsguthaben) . Entgegen den Bestrebungen der Westmächte, von den besiegten Staaten Reparationen in ausländischer Valuta zu verlangen (Dollar oder Pfund Sterling), gelang es der Sowjetunion, in die Friedensverträge Artikel aufzunehmen, nach denen Sachleistungen als Reparationen zu entrichten sind, und zwar in Form industrieller Ausrüstungen der Kriegsindustrie (Demontage), Einziehung von Auslandsguthaben sowie Leistungen aus der laufenden Industrieproduktion.

C. Reparationen an die Sowjetunion: 10 Milliarden Dollar
Über die von Deutschland zu fordernden Reparationen wurde bereits auf der Konferenz von Jalta 1945 u.a. festgelegt: einmalige Entnahme aus dem sich sowohl auf deutschem Gebiet als auch außerhalb Deutschland befindenden Nationalreichtum Deutschlands, jährliche Warenlieferungen aus der laufenden Industrieproduktion. Auf der gleichen Konferenz wurde ein Vorschlag der sowjetischen Regierung angenommen, wonach die Gesamtsumme der von Deutschland zu erhehenden Reparationen 20 Milliarden Dollar betragen sollte, wovon 50 Prozent an die Sowjetunion zu zahlen waren.


Die Festlegungen der Potsdamer Konferenz

Die in den Beschlüssen der Konferenz von Jalta über die Reparationszahlung enthaltenen Bestimmungen wurden in den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz 1945 weiterentwickelt und präzisiert. Auf der Potsdamer Konferenz wurde folgende Übereinstimmung über die von Deutschland zu zahlenden Reparationen erzielt:

  1. Reparationsforderungen der UdSSR werden auf dem Weg der Entnahme aus der sowjetischen Besatzungszone Deutschland und auf Kosten dt. Auslandsguthaben in Bulgarien, Finnland, Ungarn, Rumänien und Ost-Österreich befriedigt;
  2. die UdSSR befriedigt die Reparationsansprüche Polens aus dem sowjetischen Teil der Reparationen;
  3. Die Reparationsansprüche der USA, Großbritanniens u.a. Länder, die ein Recht auf Reparationen haben, werden aus den westlichen Besatzungszonen und aus entsprechenden dt. Auslandsguthaben befriedigt;
  4. in Ergänzung der Reparationen, die die UdSSR aus ihrer eigenen Besatzungszone erhält, sollte sie zusätzlich aus den westlichen Besatzungszonen Deutschland erhalten:

a) 15 Prozent der verwendungsfähigen und vollständigen industriellen Ausrüstungen, vor all.em der metallurgischen und der chemischen Industrie und des Maschinenbaus, im Austausch für einen entsprechenden Wert an Erzeugnissen nach Vereinbarung;

b) 10 Prozent derjenigen industriellen Ausrüstungen, die für die dt. Friedenswirtschaft entbehrlich und aus den westlichen Zonen zu entnehmen und auf Reparationskonto an die Sowjetunion zu übertragen sind, ohne jede Zahlung oder Gegenleistung.

Westdeutschland verweigert die Zahlung

Die Beschlüsse der Jalta-Konferenz und der Potsdamer Konferenz über Reparationsleistungen aus den westlichen Besatzungszonen Deutschland an die Sowjetunion wurden von den Westmächten nicht erfüllt. 1947 stellten die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Reparationslieferungen an die Sowjetunion aus den westlichen Besatzungszonen Deutschlands ein. Die Deutsche Demokratische Republik erfüllte gewissenhaft ihre Verpflichtungen. Im August 1953 be­schloß die Sowjetregierung im Einverständnis mit der Regierung der Volksrepublik Polen, ab 1. Januar 1954 die Einziehung von Reparationen aus der DDR einzustellen (SAG-Betriebe).

Quelle: Sachwörterbuch der Geschichte Deutschlands und der deutschen Arbeiterbewegung, Dietz Verlag Berlin 1970, S.373f.


FAZIT: Im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs waren Deutschland, ebenso seinen Verbündeten, Rumänien, Italien, Bulgarien, Ungarn und Finnland, Reparation auferlegt worden. Die Empfänger dieser Zahlungen sollten die UdSSR, die USA, Großbritannien, Frankreich und andere Länder sein.

In November 1943 wurde in der UdSSR eine Reparationskommission zur Berechnung des Schadens der deutschen Aggression geschaffen. Der materielle Schaden wurde insgesamt mit 262 Mrd. Dollar bewertet. Wobei unter Berücksichtigung des Koeffizienten (13,09) für die Berechnung nach heutigen Maßstäben tatsächlich ein materieller Schaden in Höhe von 3 Billion 400 Mrd. US-Dollar angesetzt werden muß. Die Frage der Reparationen war auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam behandelt worden. Infolge dieser Verhandlungen bestand die UdSSR nur auf Auszahlung von 10 Mrd. Dollar, d.h. 3,8 % des tatsächlich entstandenen Schadens. Das niedrige Niveau der Forderungen war in erster Linie durch die Veränderung der weltpolitischen Situation begründet. Deutschland war damals in zwei Teile geteilt, und in der Folge wurde die Organisation des Warschauer Vertrags geschaffen. Das heißt, die Schulden waren gegen eine wesentliche Vergrößerung des Einflusses der UdSSR in Osteuropa eingetauscht worden. Unter Berücksichtigung bereits gezahlter Summen betragen die Reparationsschulden Deutschlands nach heutigem Kurs noch 3 Billion 271 Mrd. Dollar. Unabhängig davon ist Rußland heute ebenos ein kapitalistisches Land, wie die BRD. Zwar haben die Bürger Rußlands ein Recht darauf, daß diese Frage neu aufgerollt wird, doch es ist überaus fraglich, ob diese Gelder dann auch dem Volk (d.h. den tatsächlich Betroffenen) zugute kommen.

Siehe: topwar.ru

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Eine Antwort zu Geschichte: Reparationen an die Sowjetunion nach 1945

  1. socialistrising schreibt:

    Hat dies auf Russian-Soviet-Affairs – Intl Rel. rebloggt und kommentierte:
    Wichtige Hintergruende die jeder wissen sollte !

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