Bücher. Hermann Kant zum 90.

„Wenn man älter geworden ist, weiß man, wieviel Möglichkeiten man hatte, wie viele man ausließ und aus wie wenigen man etwas machte.“ – Der Aufenthalt (Hermann Kant)

Als Schüler hat man das Problem mit der Pflichtliteratur. Bundesarchiv Bild 183-T0531-0025, Berlin, VIII. Schriftstellerkongress, Hermann Kant.jpg
Und dann gibt es das Problem mit dem Lesen.
Alles, viel, Queerbeet. Da gibt es die muttersprachliche Literatur, die ausländische, übersetzte. Bestseller, Geheimtips.
Es gibt Bücher, die man nicht nur einmal, nicht nur zweimal liest. Und es gibt Bücher, die in Erinnerung bleiben. Bücher von Dichtern, Schriftstellern. Kulturerbe. Nationalliteratur.
Böll, Hesse, Kellermann, Mann, Heym, Brězan, Görlich, Kant, Strittmatter. Sie alle verbindet eins: Sie lassen uns ihre Zeit, ihren Blick nacherleben. Und es ist die Sprache, die den Leser in seinen Bann zieht. So geht es mir mit Hermann Kant, der heute seinen 90. Geburtstag feiert. Nicht nur „Die Aula“ oder „Der Aufenthalt“ haben mich gefesselt. So, wie Strittmatters „Tinko“ oder Kings „Shining“ fesseln, läßt einen die Erzählweise Kants nicht los, wenn man unvoreingenommen seine Bücher in die Hand nimmt.

Um so unverständlicher war es für mich, als ich diesen Artikel im Nordkurier las.

Der Bürgermeister von Neustrelitz, geboren 1960 in Neustrelitz, bekennt sich zur „Residenzstadt“ und wendet sich gegen einen langjährigen Einwohner, der viel für die Literatur getan hat, der seine Zeit beschreibt, der die Menschen seiner Umgebung beobachtet, der sich nicht scheut, Konflikte zu benennen.

Danke, lieber Genosse Hermann Kant. Danke für die spannende Lektüre.


Nachtrag: Und danke, Giskoe, für Deine Anregung. Der Bürgermeister von Neustrelitz ist ein Lakai der Bourgeoisie und ein Kommunistenhasser. Sonst wäre er ja in diesem Lande wohl auch nicht in dieses Amt gekommen. Es ist lächerlich und primitiv, einem der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt zu verwehren. Doch Hermann Kant steht über diesen Dingen. Dagegen sind solche Leute, wie der „Dichter“ Reiner Kunze und der „Literaturpapst“ Reich-Ranicki nichts weiter als dümmliche, aufgeblasene Schwachköpfe! Man wird sie bald vergessen! Hermann Kant aber bleibt in alle Ewigkeit…

Siehe:
Ein Leben in der DDR: Der Schriftsteller Hermann Kant
Hermann Kant und die DDR-Literatur
Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann sagte: Antikommunismus ist die Grundtorheit unserer Epoche!
Wie gelang nach 1945 die Säuberung der Justiz in der DDR vom faschistischen Ungeist?
Oscar Niemeyer: Kommunisten…
Was ist eigentlich Bolschewismus?
Sie werden es nicht verstehen…

Dieser Beitrag wurde unter Bildung und Erziehung, Kommunisten, Meine Heimat DDR, Sozialistische Literatur, Sozialistische Wirklichkeit, Was ist Sozialismus? veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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