Warum sind wir für den Sozialismus?

Masereel RoutesFür manche Menschen, die sich mit dem Alltag der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft so recht und schlecht abgefunden haben, die vielleicht schon resigniert haben und nicht mehr an eine Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse glauben, und für diejenigen, die von den unbegrenzten Möglichkeiten einer hemmungslosen Bereicherung auf Kosten der arbeitenden Menschen profitiert haben, ist der Kapitalismus die einzig mögliche Realität. Über die Alternativlosigkeit der heutigen Verhältnisse schreiben die Zeitungen und all die bunten Illustrierten. Das flüstern einem tagtäglich die bürgerlichen Massenmedien ein. Und das widerspiegelt sich auch im Internet. Freilich ist die Vielfalt und Buntheit des heutigen Lebens verführerisch. Sie lenkt ab von den Sorgen und Nöten der Besitzlosen.  Und sie stellt den Unternehmer als den Fleißigen hin, der, weil er zielstrebig gearbeitet habe, zu großen Wohlstand gekommen sei. Und der nun am Ende seines Lebens großzügig einen Teil seines Vermögens den Armen spende. Doch nichts ist falscher und verlogener als das! Es ist eine Legende! Durch redliche Arbeit konnte noch niemand auf dieser Welt ein Millionenvermögen anhäufen, um sich danach Grundstücke, Immobilien oder teure Luxusgüter zu kaufen. Selbst die in bestimmten Branchen gezahlten Spitzenhonorare sind nicht der Lohn für geleistete Arbeit, sondern entspringen dem geraubten Vermögen einer großen Menschenmenge. Und so ist auch der kleine, oft spießbürgerliche Wohlstand der deutschen Lohnempfänger auch nur eine Art Schweigegeld für zugesicherte Loyalität gegenüber den herrschenden, den besitzenden Eliten. Im Sozialismus dagegen ist alles anders. Da gibt es keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen mehr. Allen steht gleicher Lohne für gleiche Arbeit zu, und sie und nicht nur die Reichen, die Besitzer der Produktionsmittel, haben eine gesicherte Perspektive. Prinzipiell gilt: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen…

…auf daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei

von ROLF LÖTHER und HARALD WESSEL

«Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist, Verhältnisse, die man nicht besser schildern kann als durch den Ausruf eines Franzosen bei einer pro­jektierten Hundesteuer: ‚Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln!’» [1]

Karl Marx schrieb diesen Satz, vor rund 130 Jahren, in seiner Einleitung «Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie». Der Satz ist inzwischen berühmt geworden. Er gilt als prägnante Formel des sozialistischen Humanismus, als kategorischer Imperativ – das heißt unerbittliche und unerläßliche Grundforderung – unserer humanistischen Weltanschauung. Deshalb ist es angebracht, diesen Satz näher zu durchdenken.

Der Mensch als höchstes Wesen für den Menschen – was heißt das?

  • Es bedeutet erstens, daß ein sogenanntes höheres Wesen, eine übernatürliche Kraft, ein allmächtiges geistiges Prinzip, ein Schöpfer der materiellen Welt, nicht existiert. Insofern ist der Mensch selbst das höchste Wesen für die Menschen. Vielleicht gibt es auf anderen, fernen Planeten anders organisierte Lebewesen als auf unserer Erde. Doch auch diese Lebewesen können nur materiellen Ursprungs sein. Und sofern sie, wie die Menschen, zur Fähigkeit des schöpferischen Denkens gelangt sind, würden sie sich vom Menschen zwar in ihrem Erscheinungsbild, nicht aber in ihrem Wesen unterscheiden. Für beide wäre das Denken, das höchste Entwicklungsprodukt der Materie, charakteristisch und wesentlich.
  • Der Mensch als höchstes Wesen für der Menschen – das bedeutet zweitens, daß slch der Mensch von allen anderen Lebewesen unseres Planeten qualitativ unterscheidet. Die humanistische Weltanschauung der revolutionären Arbeiterklasse versteht der Menschen als ein gesellschaftliches Wesen, welches zwar aus dem Tierreich hervorgegangen ist, das sich aber mit Arbeit Sprache und Denken über alle anderer Lebewesen erhoben hat. Natürlich unterliegt der Mensch ats lebendes Wesen auc bestimmten biologischen Gesetzmäßigkeiten. Doch sein Leben und seine Entwicklung sind in erster Linie und ausschlaggebend von den objektiven Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Gesellschaft bestimmt.

Engels bewies: Der Mensch strebt nach Gerechtigkeit!

In seiner bis heute gültigen Schrift über den «Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen» hat Friedrich Engels bewiesen, daß die Arbeit, indem sie bei der stammesgeschichtlichen Entstehung des Menschengeschlechts die überragende Rolle spielte, auch die Natur des Menschen als gesellschaftliches Wesen prägte. Mit der Arbeit entstanden Sprache und Denken. Arbeit, Sprache und Denken sind die sozialen Bindeglieder zwischen den einzelnen Menschen. Sie bewirken das gesellschaftliche Miteinander, das dem Menschen wesenseigen ist. Deshalb fühlt sich der normale Mensch nicht wohl, wenn er geknechtet, erniedrigt und verachtet wird, Deshalb gelten die auf Ausbeutung und Unterdrückung gegründeten Gesellschaftssysteme, die unzählige Menschen zu einem verächtlichen Leben verdammen, als menschenunwürdig. Deshalb forderte Karl Marx, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes und geknechtetes Wesen ist.

Ein Raubtier mit vergrößertem Gehirn?

Als Karl Marx und Friedrich Engels im vergangenen Jahrhundert das wissenschaftlich begründete Programm der revolutionären Weltveränderung verkündeten und die erste revolutionäre Partei der Arbeiterklasse schufen, da predigten die geistigen Vertreter der bürgerlichen Ausbeuterklasse noch ihren abstrakten – das heißt lebensfremden und praktisch unverbindlichen – Humanisrnus. Dieweil die Unternehmer für ihren Profit selbst Kinder bis zum Umfallen schuften ließen, schickten sie die eigenen Söhne auf höhere Schulen, wo Goethes Forderung deklamiert wurde: „Edel sei der Mensch, hülfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.»

Bürgerliche Ideologen pfeifen auf die Humanität

Die Ausbeutung der Arbeiterkinder aber war gewiß nicht edel, hilfreich und gut. Es zeigte sich, daß kapitalistisches Profitstreben und humanistische Ideale praktisch unvereinbar sind. Eines Tages wird die :revolutionäre Arbeiterklasse erneut (wie schon in den Jahren bis zur Konterrevolution) auf einem großen Teil der Erde die Macht in ihren Händen halten und die menschenunwürdigen Verhältnisse der Ausbeutung abgeschafft haben. Und obwohl nach zwei menschenvernichtenden imperialistischen Weltkriegen und angesichts der Verbrechen der USA in Vietnam, Chile und anderswo die Barbarei der alten Gesellschaft auf der Hand liegt, finden sich heute immer mehr imperialistische Ideologen, die ganz offen vom bürgerlichen Humanismus abrücken. Sie pfeifen auf Goethe und bieten ein anderes, ihr ureigenes Menschenbild:

«Wir sind Kains Söhne. Das Zusammentreffen eines sich vergrößernden Gehirns der karnivoren (raubtierhaften) Lebensweise ergab die genetische Möglichkeit des Menschen. Die Waffen des Raubtieres bilden das höchste und letzte Fundament, auf dem wir stehen … Der Mensch ist ein Raubtier, dessen natürlicher Instinkt ihn dazu treibt, mit der Waffe zu töten. Die plötzliche Bereicherung der Ausstattung eines erfolgreich bewaffneten Raubtieres durch ein vergrößertes Gehirn brachte nicht nur den Menschen hervor, sondern auch das Verhängnis des Menschen.»

Diese Sätze stammen von einem gewissen Robert Ardrey, einem ehemaligen Broadway-Dramatiker, der sich seit 1955 mit «Menschenkunde» beschäftigt. Sein erstaunlich inhumanes Buch «Adam kam aus Afrika – Auf der Suche nach unseren Vorfahren», das zuerst 1961 in den USA erschien, wird in fast allen imperialistischen Ländern in Massenauflagen gedruckt und von den dortigen Massenmedien bis zum Überdruß angepriesen.

Wissenschaftlich hält Ardreys Theorie keiner Kritik stand. Seine Behauptung, die unmittelbaren Vorfahren des Menschen seien Raubaffen gewesen, von denen der Mensch eine unauslöschliche Aggressivität geerbt habe, ist einfach Unsinn. Es gibt dafür keine wissenschaftlich hinreichenden Beweise. Doch darauf kommt es dem Raubaffenapostel auch nicht an. Ihm geht es vielmehr um eine Theorie, die den ideo­logischen Interessen seiner Geldgeber entspricht.

Keine Alternative zum Wahnsinn des Krieges?

Gewiß, auf unserem Planeten gibt es durchaus Menschen, die, um mit Ardrey zu sprechen, das «Verhalten von Raubtieren» zeigen und «das Vermächtnis von Mörder-affen in sich zu tragen scheinen. Man braucht nur an die Monopolgewaltigen der «International Telephone and Telegraph Corporation» (ITT) zu denken, die ihrer Profite wegen den rechtmäßigen chilenischen Präsidenten Dr. Salvador Allende ermorden ließen und die der faschistischen Militärjunta Waffen, Geld und Spezialisten zum mörderischen Treiben zukommen lassen. Schlimmer als Haifische und Hyänen benahmen sich auch USA-Söldner in My Lai und israelische Kampfflieger bei Napalmabwürfen auf Frauen und Kinder in palästinensischen Flüchtlingslagern. [2]

Kein Ende des mörderischen Treibens?

Doch alle diese Verbrechen wider die Menschlichkeit haben eindeutig gesellschaftliche Ursachen. Sie rühren nicht von «unabänderlichen Raubtierinstinkten, sondern von den überholten Besitzverhältnissen und Machtstrukturen des heutigen kapitalistischen Gesellschaftssystems her. Überall dort, wo imperialistische Aggressionskriege angezettelt und geführt werden, stehen ökonomische und machtpolitische Interessen als Hauptursachen im Hintergrund: Profitsucht der Rüstungskonzerne, Gier nach billigen Rohstoffen, Kampf um ausbeutbare Arbeitskräfte und kapitalistische Marktkonkurrenz.

Ein heuchlerischer Demagoge…

«Niemand kann den Krieg als solchen gutheißen, aber er hat zu uns gehört. Niemand kann den unaufhörlichen Kampf mit der Waffe als etwas anderes bezeichnen denn als pure Kräftevergeudung und reinen Wahnsinn», schreibt Ardrey demagogisch, um dann fortzufahren: «Aber er (der Krieg) war unser wirksamstes und letztes Mittel, Konflikte auszutragen. Jeder Mensch kann vernünftige Alternativen zum bewaffneten Kampf vorschlagen. Aber wir sind keine Geschöpfe der Vernunft.»

So sieht das inhumane «Menschenbild» des Imperialismus aus: Ein raubtierhaftes Wesen ohne Vernunft und Moral, mit einem «Mordinstinkt im Herzen», das «unaufhörlich» zum «reinen Wahnsinn» der Aggression treibt. Dieses Zerrbild vom Menschen ist unannehmbar, weil es unwahr ist. Vernunft und Moral waren nicht deshalb über Jahrtausende hin oft genug machtlos, weil der Mensch an sich unvernünftig und unmoralisch wäre, sondern weil die Macht der Ausbeuter unvernünftig und unmoralisch war.

Der Sozialismus – eine menschenfreundliche Gesellschaft

Nachdem mit dem Sieg des Sozialismus auf einem großen Teil der Erde die Arbeiterklasse die Macht ergriffen hatte und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft worden war, gibt es nicht nur in Gedanken, sondern auch in Wirklichkeit eine vernünftige Alternative zur imperialistischen Aggressivität: die sozialistische Friedenspolitik, den Kampf für friedliche Koexistenz von Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, die friedliche Regelung von Konflikten. Je mehr sich das Kräfteverhältnis in der Welt zugunsten des Sozialismus verändert, desto mächtiger werden Vernunft und Menschlichkeit, desto eher können im­ perialistische Aggressionen im Keime erstickt werden und desto größer werden die Chancen für ein friedliches Leben der Völker auf dieser Erde.

Nach den Normen der Vernunft und der Moral

Die Wirklichkeit der gegenwärtigen Welt und die realen Möglichkeiten der Welt von morgen haben das Zerrbild vom Menschen widerlegt, das die imperialistische Meinungsmanipulation verbreitet. Sicher, es ist nicht nur der vergleichsweise unbedeutende Robert Ardrey, auf den sich die Meinungsmacher des Monopolkapitals stützen. Auch eine Reihe von Psychologen und Verhaltensforschern der westlichen Welt sagen dem Menschen mehr oder weniger unabänderliche Aggressionsgelüste nach. Sie übertragen interessante neue Erkenntnisse biologischer Art schematisch auf den Menschen, ohne zu berücksichtigen, daß es sich hier um ein arbeitendes, sprechendes und denkendes, eben in erster Linie gesellschaftliches Wesen handelt.

Ist der Mensch von Natur aus aggressiv und gierig?

Aus der Tatsache, daß jeder Mensch das natürliche Streben hat, sich selbst zu erhalten und sozial zur Geltung zu bringen, wird gefolgert, der Mensch sei von Natur aus aggressiv und gewalttätig. Wie unhaltbar eine solche Schlußfolgerung ist, hat am sinnfälligsten die Entwicklung des Menschen im Sozialismus bewiesen. Die sozialistische Lebensweise, die Beziehungen der Menschen in der real existierenden sozialistischen Gesellschaft haben  die Richtigkeit des marxistisch-leninistischen Menschenbildes bestätigt. Überall dort, wo die revolutionäre Arbeiterklasse mit ihren Verbündeten die Macht übernommen und die inhumanen Verhältnisse der Ausbeuterordnung im Sinne von Karl Marx umgeworfen hatte, überall dort hatten sich die neuen, die sozialistischen Eigentumsverhältnisse als Produktionsverhältnisse der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit als eine fortschrittliche und menschenwürdige Alternative erwiesen.

Sozialismus = Solidarität als Grundprinzip

Nicht zwischenmenschliche Aggressivität, sondern Solidarität ist der hervorstechende Zug der sozialistischen Lebensweise. Die Solidarität als Gefühl, Einsicht und praktische Haltung ist seit jeher ein Wesensmerkmal der revolutionären Arbeiterbewegung. Noch unter den Bedingungen der Ausbeutergesellschaft erkannte das politisch organisierte Proletariat die Solidarität schon als entscheidende Waffe des Klassenkampfes. Gerade das Füreinander-Einstehen, die feste Klassensolidarität gab den Ausgebeuteten und unterdrückten die Kraft zum erfolgreichen revolutionären Kampf. Und in der sozialistischen Gesellschaft ist diese Klassensolidarität in höherer Form zum bestimmenden Prinzip geworden.

Wir lebten unter sozialistischen Verhältnissen!

Wir kannten nicht nur die Solidarität mit den um soziale und nationale Befreiung kämpfenden Völkern. Wir übten nicht nur Solidarität mit Eingekerkerten und Verfolgten in der imperialistischen Welt. Wir spendeten nicht nur Hilfe für das tapfere Volk von Vietnam, Wir lebten in unserer Gesellschaft auch untereinander nach den Prinzipien der Solidarität. Das Miteinander der Produzenten in sozialistischen Arbeitskollektiven, das gemeinsame Wirken von Arbeitern und Wissenschaftlern in sozialistischen Arbeitsgemeinschaften, die Zusammenkünfte der Hausgemeinschaften, die Zusammenarbeit in Elternbeiräten,
Volksvertretungen, Kommissionen, die einheitlichen Willensbekundungen bei politischen Demonstrationen – all diese Formen der sozialistischen Lebensweise waren vom Prinzip des Miteinanders bestimmt.

Solidarische Beziehungen zwischen den Menschen haben die Jüngsten bereits auf Pioniernachmittagen und in FDJ-Versammlungen erlernt. Und «Volkssolidarität» hieß bei uns die Organisation, die vor allem dafür sorgte, daß sich auch die älteren Bürger in unserer Gesellschaft geborgen fühlen. [2]

Der Sozialismus verwirklicht die humanistischen Ideale der Menschheit, indem er die in der Ausbeutergesellschaft erniedrigten, geknechteten, verlassenen und erachteten Wesen in bewußte und geminschaftlieh handelnde Gestalter ihrer eigenen Lebensverhältnisse, in Menschen erhobenen Hauptes verwandelt.

Quelle:
Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin, 1975, S.96-101. (Der 1975 geschriebene Text wurde der heutigen Situation angepaßt und entsprechend verändert, N.G.)

[1] Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (Einleitung). In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1961, Bd.1, S.378-391.
[2] Aus heutiger Sicht könnte man dem Gesagten noch vieles hinzufügen, was die menschenverachtenden Verhältnisse des Kapitalismus charakterisiert…
[3] Die sog. «Volkssolidarität» ist heute ein kommerzieller Verein, der gezwungen ist, mit der Pflege und Betreuung älterer Menschen Geld zu verdienen; was absolut nicht mehr zu tun hat mit der proletarischen Klassensolidarität der Arbeiterklasse, sondern vielmehr mit der Verteilung von Almosen der Bourgeoisie gegen zunehmende Altersarmut.

Siehe auch:
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?
Alle Wege führen zum Sozialismus
W.Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?
j.Kuczynski: Warum sind wir gegen den Kapitalismus?

Dieser Beitrag wurde unter Marxismus-Leninismus, Was ist Sozialismus?, Wider den Antikommunismus! veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Warum sind wir für den Sozialismus?

  1. Der Rückgrat schreibt:

    Vorausgesetzt daß die Aussagen des Artikels auch künftig gültig sind, ist es wahrscheinlich eine der wichtigsten Aufgabe jeder sozialistischen Perspektivorganisation eine wirksame Vermittlung zu organisieren. Auch in der DDR gelang dies zuletzt immer weniger, ein mehrheitlich einheitlicher Wille der Bürger im Sinne des Sozialismus war nicht mehr gegeben. Selbst die SED, angetreten als marxistisch-leninistische Partei neuen Typs mit Avantgarde-Anspruch und stattlichem ideologisch-theoretischem Apparat, wurde diesem Anspruch nicht gerecht. Jeder sozialistische Neustart fände im 21. Jahrhundert unter erheblich verschlechterten Bedingungen statt – sofern wir ihn angesichts drohender Kriegsgefahr überhaupt erleben.
    Gruß
    Der Rückgrat

  2. sukhan schreibt:

    Alles recht schlüssig und wahr, allerdings ist der Spruch „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen..“ in der Einleitung erstens irgendwie kontextlos und unpassend, zweitens – und das ist wichtiger – im Grunde ein faschistischer Propagandaleitsatz. Mir hat noch nie eingeleuchtet, warum Kommunisten sich auf dieses Raubtierniveau einlassen. Wer nicht arbeitet, soll nicht essen? Und die Kinder, Alten, Kranken? Die Lebenskünstler und Vagabunden, die Troubadouren, umherziehenden Maler, Tänzer, Poeten, Freigeister, Menschen, die sich nicht den Zwängen einer „geregelten Lohnarbeit“ unterwerfen möchten? Mit solchen Sprüchen betritt man ganz schnell heikles Terrain – in der DDR wurden Leute, die durchaus nichts gegen den Sozialismus hatten aber sich nicht dem sozialistische Spießertum unterzuordnen bereit waren, als „Arbeitsscheue“ und „Asoziale“ behandelt. Ein echter Sozialismus wird auch Platz haben für Leute, die keiner traditionellen Erwerbsarbeit nachgehen; sie werden auf ihre Weise zu einer menschlichen sozialistischen Gesellschaft beitragen. „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“ – dieser Satz macht nur Sinn, wenn er auf diejenigen bezogen ist, die VON DER ARBEIT ANDERER leben, sprich: Kapitalisten, Privateigentümer von Produktionsmitteln, Ausbeuter eben.

    • sascha313 schreibt:

      Meines Wissens ist der Spruch erst nach 1945 aufgekommen, als man in der DDR die Nazi- und Kriegsverbrecher enteignet und bestraft, und die Ausbeuter, Fürsten und Junker davongejagt hatte. Gemeint ist (und das war auch damals schon so!), daß niemand auf Kosten anderer leben soll. Für die soziale Sicherheit der Behinderten, der Kranken und Alten war jedenfalls gesorgt. Und was die Künstler und andere Freiberufler betrifft, so hatten die in der DDR durchaus ein geregeltes Einkommen, sie waren mitunter sogar in Betrieben oder kulturellen Einrichtungen fest angestellt. Und natürlich unterliegt auch das dem politischen Prinzip der Diktatur des Proletariats. Sollte es wirklich ein solches „sozialistisches Spießertum“ gegeben haben, so wäre ich dafür gewesen, beide Gruppen für ein Jahr lang zur Erholung in ein beliebiges kapitalistisches Land zu schicken, um herauszufinden, ob dort auch schon die Arbeit zu einer „Sache der Ehre“ geworden ist (wie das für viele Menschen in den sozialistischen Ländern bereits war). Egoismus jedenfalls ist nicht im Sinne des Sozialismus…

  3. Pingback: The majority says: „Life was better under Communism“ – Unser Leben im Sozialismus war besser! | Sascha's Welt

  4. Pingback: Jarosław Hałan: „Am Boden“ | Sascha's Welt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s