Warum sind wir für den Sozialismus?

Masereel RoutesFür manche Menschen, die sich mit dem Alltag der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft so recht und schlecht abgefunden haben, die vielleicht schon resigniert haben und nicht mehr an eine Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse glauben, und für diejenigen, die von den unbegrenzten Möglichkeiten einer hemmungslosen Bereicherung auf Kosten der arbeitenden Menschen profitiert haben, ist der Kapitalismus die einzig mögliche Realität. Über die Alternativlosigkeit der heutigen Verhältnisse schreiben die Zeitungen und all die bunten Illustrierten. Das flüstern einem tagtäglich die bürgerlichen Massenmedien ein. Und das widerspiegelt sich auch im Internet. Freilich ist die Vielfalt und Buntheit des heutigen Lebens verführerisch. Sie lenkt ab von den Sorgen und Nöten der Besitzlosen.  Und sie stellt den Unternehmer als den Fleißigen hin, der, weil er zielstrebig gearbeitet habe, zu großen Wohlstand gekommen sei. Und der nun am Ende seines Lebens großzügig einen Teil seines Vermögens den Armen spende. Doch nichts ist falscher und verlogener als das! Es ist eine Legende! Durch redliche Arbeit konnte noch niemand auf dieser Welt ein Millionenvermögen anhäufen, um sich danach Grundstücke, Immobilien oder teure Luxusgüter zu kaufen. Selbst die in bestimmten Branchen gezahlten Spitzenhonorare sind nicht der Lohn für geleistete Arbeit, sondern entspringen dem geraubten Vermögen einer großen Menschenmenge. Und so ist auch der kleine, oft spießbürgerliche Wohlstand der deutschen Lohnempfänger auch nur eine Art Schweigegeld für zugesicherte Loyalität gegenüber den herrschenden, den besitzenden Eliten. Im Sozialismus dagegen ist alles anders. Da gibt es keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen mehr. Allen steht gleicher Lohne für gleiche Arbeit zu, und sie und nicht nur die Reichen, die Besitzer der Produktionsmittel, haben eine gesicherte Perspektive. Prinzipiell gilt: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen…

…auf daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei

von ROLF LÖTHER und HARALD WESSEL

«Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist, Verhältnisse, die man nicht besser schildern kann als durch den Ausruf eines Franzosen bei einer pro­jektierten Hundesteuer: ‚Arme Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln!’» [1]

Karl Marx schrieb diesen Satz, vor rund 130 Jahren, in seiner Einleitung «Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie». Der Satz ist inzwischen berühmt geworden. Er gilt als prägnante Formel des sozialistischen Humanismus, als kategorischer Imperativ – das heißt unerbittliche und unerläßliche Grundforderung – unserer humanistischen Weltanschauung. Deshalb ist es angebracht, diesen Satz näher zu durchdenken.

Der Mensch als höchstes Wesen für den Menschen – was heißt das?

  • Es bedeutet erstens, daß ein sogenanntes höheres Wesen, eine übernatürliche Kraft, ein allmächtiges geistiges Prinzip, ein Schöpfer der materiellen Welt, nicht existiert. Insofern ist der Mensch selbst das höchste Wesen für die Menschen. Vielleicht gibt es auf anderen, fernen Planeten anders organisierte Lebewesen als auf unserer Erde. Doch auch diese Lebewesen können nur materiellen Ursprungs sein. Und sofern sie, wie die Menschen, zur Fähigkeit des schöpferischen Denkens gelangt sind, würden sie sich vom Menschen zwar in ihrem Erscheinungsbild, nicht aber in ihrem Wesen unterscheiden. Für beide wäre das Denken, das höchste Entwicklungsprodukt der Materie, charakteristisch und wesentlich.
  • Der Mensch als höchstes Wesen für der Menschen – das bedeutet zweitens, daß slch der Mensch von allen anderen Lebewesen unseres Planeten qualitativ unterscheidet. Die humanistische Weltanschauung der revolutionären Arbeiterklasse versteht der Menschen als ein gesellschaftliches Wesen, welches zwar aus dem Tierreich hervorgegangen ist, das sich aber mit Arbeit Sprache und Denken über alle anderer Lebewesen erhoben hat. Natürlich unterliegt der Mensch ats lebendes Wesen auc bestimmten biologischen Gesetzmäßigkeiten. Doch sein Leben und seine Entwicklung sind in erster Linie und ausschlaggebend von den objektiven Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Gesellschaft bestimmt.

Engels bewies: Der Mensch strebt nach Gerechtigkeit!

In seiner bis heute gültigen Schrift über den «Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen» hat Friedrich Engels bewiesen, daß die Arbeit, indem sie bei der stammesgeschichtlichen Entstehung des Menschengeschlechts die überragende Rolle spielte, auch die Natur des Menschen als gesellschaftliches Wesen prägte. Mit der Arbeit entstanden Sprache und Denken. Arbeit, Sprache und Denken sind die sozialen Bindeglieder zwischen den einzelnen Menschen. Sie bewirken das gesellschaftliche Miteinander, das dem Menschen wesenseigen ist. Deshalb fühlt sich der normale Mensch nicht wohl, wenn er geknechtet, erniedrigt und verachtet wird, Deshalb gelten die auf Ausbeutung und Unterdrückung gegründeten Gesellschaftssysteme, die unzählige Menschen zu einem verächtlichen Leben verdammen, als menschenunwürdig. Deshalb forderte Karl Marx, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes und geknechtetes Wesen ist.

Ein Raubtier mit vergrößertem Gehirn?

Als Karl Marx und Friedrich Engels im vergangenen Jahrhundert das wissenschaftlich begründete Programm der revolutionären Weltveränderung verkündeten und die erste revolutionäre Partei der Arbeiterklasse schufen, da predigten die geistigen Vertreter der bürgerlichen Ausbeuterklasse noch ihren abstrakten – das heißt lebensfremden und praktisch unverbindlichen – Humanisrnus. Dieweil die Unternehmer für ihren Profit selbst Kinder bis zum Umfallen schuften ließen, schickten sie die eigenen Söhne auf höhere Schulen, wo Goethes Forderung deklamiert wurde: „Edel sei der Mensch, hülfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.»

Bürgerliche Ideologen pfeifen auf die Humanität

Die Ausbeutung der Arbeiterkinder aber war gewiß nicht edel, hilfreich und gut. Es zeigte sich, daß kapitalistisches Profitstreben und humanistische Ideale praktisch unvereinbar sind. Eines Tages wird die :revolutionäre Arbeiterklasse erneut (wie schon in den Jahren bis zur Konterrevolution) auf einem großen Teil der Erde die Macht in ihren Händen halten und die menschenunwürdigen Verhältnisse der Ausbeutung abgeschafft haben. Und obwohl nach zwei menschenvernichtenden imperialistischen Weltkriegen und angesichts der Verbrechen der USA in Vietnam, Chile und anderswo die Barbarei der alten Gesellschaft auf der Hand liegt, finden sich heute immer mehr imperialistische Ideologen, die ganz offen vom bürgerlichen Humanismus abrücken. Sie pfeifen auf Goethe und bieten ein anderes, ihr ureigenes Menschenbild:

«Wir sind Kains Söhne. Das Zusammentreffen eines sich vergrößernden Gehirns der karnivoren (raubtierhaften) Lebensweise ergab die genetische Möglichkeit des Menschen. Die Waffen des Raubtieres bilden das höchste und letzte Fundament, auf dem wir stehen … Der Mensch ist ein Raubtier, dessen natürlicher Instinkt ihn dazu treibt, mit der Waffe zu töten. Die plötzliche Bereicherung der Ausstattung eines erfolgreich bewaffneten Raubtieres durch ein vergrößertes Gehirn brachte nicht nur den Menschen hervor, sondern auch das Verhängnis des Menschen.»

Diese Sätze stammen von einem gewissen Robert Ardrey, einem ehemaligen Broadway-Dramatiker, der sich seit 1955 mit «Menschenkunde» beschäftigt. Sein erstaunlich inhumanes Buch «Adam kam aus Afrika – Auf der Suche nach unseren Vorfahren», das zuerst 1961 in den USA erschien, wird in fast allen imperialistischen Ländern in Massenauflagen gedruckt und von den dortigen Massenmedien bis zum Überdruß angepriesen.

Wissenschaftlich hält Ardreys Theorie keiner Kritik stand. Seine Behauptung, die unmittelbaren Vorfahren des Menschen seien Raubaffen gewesen, von denen der Mensch eine unauslöschliche Aggressivität geerbt habe, ist einfach Unsinn. Es gibt dafür keine wissenschaftlich hinreichenden Beweise. Doch darauf kommt es dem Raubaffenapostel auch nicht an. Ihm geht es vielmehr um eine Theorie, die den ideo­logischen Interessen seiner Geldgeber entspricht.

Keine Alternative zum Wahnsinn des Krieges?

Gewiß, auf unserem Planeten gibt es durchaus Menschen, die, um mit Ardrey zu sprechen, das «Verhalten von Raubtieren» zeigen und «das Vermächtnis von Mörder-affen in sich zu tragen scheinen. Man braucht nur an die Monopolgewaltigen der «International Telephone and Telegraph Corporation» (ITT) zu denken, die ihrer Profite wegen den rechtmäßigen chilenischen Präsidenten Dr. Salvador Allende ermorden ließen und die der faschistischen Militärjunta Waffen, Geld und Spezialisten zum mörderischen Treiben zukommen lassen. Schlimmer als Haifische und Hyänen benahmen sich auch USA-Söldner in My Lai und israelische Kampfflieger bei Napalmabwürfen auf Frauen und Kinder in palästinensischen Flüchtlingslagern. [2]

Kein Ende des mörderischen Treibens?

Doch alle diese Verbrechen wider die Menschlichkeit haben eindeutig gesellschaftliche Ursachen. Sie rühren nicht von «unabänderlichen Raubtierinstinkten, sondern von den überholten Besitzverhältnissen und Machtstrukturen des heutigen kapitalistischen Gesellschaftssystems her. Überall dort, wo imperialistische Aggressionskriege angezettelt und geführt werden, stehen ökonomische und machtpolitische Interessen als Hauptursachen im Hintergrund: Profitsucht der Rüstungskonzerne, Gier nach billigen Rohstoffen, Kampf um ausbeutbare Arbeitskräfte und kapitalistische Marktkonkurrenz.

Ein heuchlerischer Demagoge…

«Niemand kann den Krieg als solchen gutheißen, aber er hat zu uns gehört. Niemand kann den unaufhörlichen Kampf mit der Waffe als etwas anderes bezeichnen denn als pure Kräftevergeudung und reinen Wahnsinn», schreibt Ardrey demagogisch, um dann fortzufahren: «Aber er (der Krieg) war unser wirksamstes und letztes Mittel, Konflikte auszutragen. Jeder Mensch kann vernünftige Alternativen zum bewaffneten Kampf vorschlagen. Aber wir sind keine Geschöpfe der Vernunft.»

So sieht das inhumane «Menschenbild» des Imperialismus aus: Ein raubtierhaftes Wesen ohne Vernunft und Moral, mit einem «Mordinstinkt im Herzen», das «unaufhörlich» zum «reinen Wahnsinn» der Aggression treibt. Dieses Zerrbild vom Menschen ist unannehmbar, weil es unwahr ist. Vernunft und Moral waren nicht deshalb über Jahrtausende hin oft genug machtlos, weil der Mensch an sich unvernünftig und unmoralisch wäre, sondern weil die Macht der Ausbeuter unvernünftig und unmoralisch war.

Der Sozialismus – eine menschenfreundliche Gesellschaft

Nachdem mit dem Sieg des Sozialismus auf einem großen Teil der Erde die Arbeiterklasse die Macht ergriffen hatte und die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft worden war, gibt es nicht nur in Gedanken, sondern auch in Wirklichkeit eine vernünftige Alternative zur imperialistischen Aggressivität: die sozialistische Friedenspolitik, den Kampf für friedliche Koexistenz von Staaten mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, die friedliche Regelung von Konflikten. Je mehr sich das Kräfteverhältnis in der Welt zugunsten des Sozialismus verändert, desto mächtiger werden Vernunft und Menschlichkeit, desto eher können im­ perialistische Aggressionen im Keime erstickt werden und desto größer werden die Chancen für ein friedliches Leben der Völker auf dieser Erde.

Nach den Normen der Vernunft und der Moral

Die Wirklichkeit der gegenwärtigen Welt und die realen Möglichkeiten der Welt von morgen haben das Zerrbild vom Menschen widerlegt, das die imperialistische Meinungsmanipulation verbreitet. Sicher, es ist nicht nur der vergleichsweise unbedeutende Robert Ardrey, auf den sich die Meinungsmacher des Monopolkapitals stützen. Auch eine Reihe von Psychologen und Verhaltensforschern der westlichen Welt sagen dem Menschen mehr oder weniger unabänderliche Aggressionsgelüste nach. Sie übertragen interessante neue Erkenntnisse biologischer Art schematisch auf den Menschen, ohne zu berücksichtigen, daß es sich hier um ein arbeitendes, sprechendes und denkendes, eben in erster Linie gesellschaftliches Wesen handelt.

Ist der Mensch von Natur aus aggressiv und gierig?

Aus der Tatsache, daß jeder Mensch das natürliche Streben hat, sich selbst zu erhalten und sozial zur Geltung zu bringen, wird gefolgert, der Mensch sei von Natur aus aggressiv und gewalttätig. Wie unhaltbar eine solche Schlußfolgerung ist, hat am sinnfälligsten die Entwicklung des Menschen im Sozialismus bewiesen. Die sozialistische Lebensweise, die Beziehungen der Menschen in der real existierenden sozialistischen Gesellschaft haben  die Richtigkeit des marxistisch-leninistischen Menschenbildes bestätigt. Überall dort, wo die revolutionäre Arbeiterklasse mit ihren Verbündeten die Macht übernommen und die inhumanen Verhältnisse der Ausbeuterordnung im Sinne von Karl Marx umgeworfen hatte, überall dort hatten sich die neuen, die sozialistischen Eigentumsverhältnisse als Produktionsverhältnisse der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit als eine fortschrittliche und menschenwürdige Alternative erwiesen.

Sozialismus = Solidarität als Grundprinzip

Nicht zwischenmenschliche Aggressivität, sondern Solidarität ist der hervorstechende Zug der sozialistischen Lebensweise. Die Solidarität als Gefühl, Einsicht und praktische Haltung ist seit jeher ein Wesensmerkmal der revolutionären Arbeiterbewegung. Noch unter den Bedingungen der Ausbeutergesellschaft erkannte das politisch organisierte Proletariat die Solidarität schon als entscheidende Waffe des Klassenkampfes. Gerade das Füreinander-Einstehen, die feste Klassensolidarität gab den Ausgebeuteten und unterdrückten die Kraft zum erfolgreichen revolutionären Kampf. Und in der sozialistischen Gesellschaft ist diese Klassensolidarität in höherer Form zum bestimmenden Prinzip geworden.

Wir lebten unter sozialistischen Verhältnissen!

Wir kannten nicht nur die Solidarität mit den um soziale und nationale Befreiung kämpfenden Völkern. Wir übten nicht nur Solidarität mit Eingekerkerten und Verfolgten in der imperialistischen Welt. Wir spendeten nicht nur Hilfe für das tapfere Volk von Vietnam, Wir lebten in unserer Gesellschaft auch untereinander nach den Prinzipien der Solidarität. Das Miteinander der Produzenten in sozialistischen Arbeitskollektiven, das gemeinsame Wirken von Arbeitern und Wissenschaftlern in sozialistischen Arbeitsgemeinschaften, die Zusammenkünfte der Hausgemeinschaften, die Zusammenarbeit in Elternbeiräten, Volksvertretungen, Kommissionen, die einheitlichen Willensbekundungen bei politischen Demonstrationen – all diese Formen der sozialistischen Lebensweise waren vom Prinzip des Miteinanders bestimmt.

Solidarische Beziehungen zwischen den Menschen haben die Jüngsten bereits auf Pioniernachmittagen und in FDJ-Versammlungen erlernt. Und «Volkssolidarität» hieß bei uns die Organisation, die vor allem dafür sorgte, daß sich auch die älteren Bürger in unserer Gesellschaft geborgen fühlen. [2]

Der Sozialismus verwirklicht die humanistischen Ideale der Menschheit, indem er die in der Ausbeutergesellschaft erniedrigten, geknechteten, verlassenen und erachteten Wesen in bewußte und geminschaftlieh handelnde Gestalter ihrer eigenen Lebensverhältnisse, in Menschen erhobenen Hauptes verwandelt.

Quelle:
Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin, 1975, S.96-101. (Der 1975 geschriebene Text wurde der heutigen Situation angepaßt und entsprechend verändert, N.G.)

[1] Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (Einleitung). In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1961, Bd.1, S.378-391.
[2] Aus heutiger Sicht könnte man dem Gesagten noch vieles hinzufügen, was die menschenverachtenden Verhältnisse des Kapitalismus charakterisiert…
[3] Die sog. «Volkssolidarität» ist heute ein kommerzieller Verein, der gezwungen ist, mit der Pflege und Betreuung älterer Menschen Geld zu verdienen; was absolut nicht mehr zu tun hat mit der proletarischen Klassensolidarität der Arbeiterklasse, sondern vielmehr mit der Verteilung von Almosen der Bourgeoisie gegen zunehmende Altersarmut.

Siehe auch:
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?
Alle Wege führen zum Sozialismus
W.Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?
j.Kuczynski: Warum sind wir gegen den Kapitalismus?

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26 Antworten zu Warum sind wir für den Sozialismus?

  1. Der Rückgrat schreibt:

    Vorausgesetzt daß die Aussagen des Artikels auch künftig gültig sind, ist es wahrscheinlich eine der wichtigsten Aufgabe jeder sozialistischen Perspektivorganisation eine wirksame Vermittlung zu organisieren. Auch in der DDR gelang dies zuletzt immer weniger, ein mehrheitlich einheitlicher Wille der Bürger im Sinne des Sozialismus war nicht mehr gegeben. Selbst die SED, angetreten als marxistisch-leninistische Partei neuen Typs mit Avantgarde-Anspruch und stattlichem ideologisch-theoretischem Apparat, wurde diesem Anspruch nicht gerecht. Jeder sozialistische Neustart fände im 21. Jahrhundert unter erheblich verschlechterten Bedingungen statt – sofern wir ihn angesichts drohender Kriegsgefahr überhaupt erleben.
    Gruß
    Der Rückgrat

  2. sukhan schreibt:

    Alles recht schlüssig und wahr, allerdings ist der Spruch „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen..“ in der Einleitung erstens irgendwie kontextlos und unpassend, zweitens – und das ist wichtiger – im Grunde ein faschistischer Propagandaleitsatz. Mir hat noch nie eingeleuchtet, warum Kommunisten sich auf dieses Raubtierniveau einlassen. Wer nicht arbeitet, soll nicht essen? Und die Kinder, Alten, Kranken? Die Lebenskünstler und Vagabunden, die Troubadouren, umherziehenden Maler, Tänzer, Poeten, Freigeister, Menschen, die sich nicht den Zwängen einer „geregelten Lohnarbeit“ unterwerfen möchten? Mit solchen Sprüchen betritt man ganz schnell heikles Terrain – in der DDR wurden Leute, die durchaus nichts gegen den Sozialismus hatten aber sich nicht dem sozialistische Spießertum unterzuordnen bereit waren, als „Arbeitsscheue“ und „Asoziale“ behandelt. Ein echter Sozialismus wird auch Platz haben für Leute, die keiner traditionellen Erwerbsarbeit nachgehen; sie werden auf ihre Weise zu einer menschlichen sozialistischen Gesellschaft beitragen. „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“ – dieser Satz macht nur Sinn, wenn er auf diejenigen bezogen ist, die VON DER ARBEIT ANDERER leben, sprich: Kapitalisten, Privateigentümer von Produktionsmitteln, Ausbeuter eben.

    • sascha313 schreibt:

      Meines Wissens ist der Spruch erst nach 1945 aufgekommen, als man in der DDR die Nazi- und Kriegsverbrecher enteignet und bestraft, und die Ausbeuter, Fürsten und Junker davongejagt hatte. Gemeint ist (und das war auch damals schon so!), daß niemand auf Kosten anderer leben soll. Für die soziale Sicherheit der Behinderten, der Kranken und Alten war jedenfalls gesorgt. Und was die Künstler und andere Freiberufler betrifft, so hatten die in der DDR durchaus ein geregeltes Einkommen, sie waren mitunter sogar in Betrieben oder kulturellen Einrichtungen fest angestellt. Und natürlich unterliegt auch das dem politischen Prinzip der Diktatur des Proletariats. Sollte es wirklich ein solches „sozialistisches Spießertum“ gegeben haben, so wäre ich dafür gewesen, beide Gruppen für ein Jahr lang zur Erholung in ein beliebiges kapitalistisches Land zu schicken, um herauszufinden, ob dort auch schon die Arbeit zu einer „Sache der Ehre“ geworden ist (wie das für viele Menschen in den sozialistischen Ländern bereits war). Egoismus jedenfalls ist nicht im Sinne des Sozialismus…

      • Thomas Weger schreibt:

        Sascha – lieber Freund. Genau so war es gewesen in der DDR. – alles abgesichert, auch für die Künstler! In der alten BRD hatten Freiberufler wie bildende Künstler – Kunstmaler, Bildhauer etc. keinen Versicherungsschutz und somit auch keinen späteren Rentenanspruch. Fazit: Kunstmaler, wenn sie nicht gerade ihre Werke mehr recht als schlecht verkaufen konnten und heute noch können, wurden und werden dann zu Harz IV verdammt. Das mit den Kunstmalern ist so ein Thema eben für sich in Deutschland.und der EU!

      • sascha313 schreibt:

        Es ist aber auch wichtig, daß auch die Kunst immer ihren progressiven Einfluß geltend macht und sich nicht dem heute üblichen wirklichkeitsfremden, ablenkenden Trend unterwirft (und das gilt für’s Bücherschreiben genauso wie für’s Malen oder Schauspielen). Der Sozialismus war eben eine absolut humanistische Gesellschaft.

        Wer heute nicht arbeiten kann und wer auf Sozialhilfe, schäbige Renten, Blindengeld, oder auf Hungerlöhne usw. angewiesen ist, um zu überleben, der bedarf nicht nur unserer Solidarität, sondern – der Staat muß gezwungen werden, dafür zu sorgen, allen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen! Insofern hat sukhan 100prozentig recht!!!

        Im Sozialismus dagegen wird jede Hand gebraucht – zu allererst, um die Lebensgrundlagen zu schaffen. Man darf nicht vergessen, daß der Mensch erst Essen, Trinken, Kleidung und ein Dach über dem Kopf braucht, ehe er sich anderen, angenehmeren Dingen wie Musikhören, Lesen, Malen oder anderem Zeitvertreib zuwenden kann. Freilich haben während des Großenm Vaterländischen Krieges Soldaten ihre Harmonika oft Tausende Kilometer weit geschleptt… aber sie mußten trotzdem zuerst schießen, ehe sie musizieren konnten.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Sascha, der Spruch ist aus der Bibel. Ich weiß jetzt auf die Schnelle nicht, wo, aber dass er aus der Bibel ist, das weiß ich. Übrigens hat Stalin ihn auch schon gebraucht.

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  7. Thomas Weger schreibt:

    Wieder einmal wird in der modernen Zeit versucht das Rad neu zu erfinden. Heute spricht man gerne von der „Gender Theorie“, die natürlich aus den USA kommen muss und unter anderem versucht die Klassenfrage mit all ihren Gegensätzen neu zu definieren. Mit einem müden Lächeln im breiten Gesicht wird versucht, die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Marxismus-Leninismus neu zu definieren, und dem Establishment nicht zu sehr auf die Füße zu treten.

    In der DDR und den sozialistischen Ländern studierte man die Lehren von Marx, Engels, Lenin etc. Der Westen leistete sich gerne verschrobene Soziologen, Parapsychologen und andere Scharlatane menschlicher Erkenntnisvernebelung. Revoltierende Ansätze blieben dabei nur ein Sturm im trüben Wasserglas. Noch in den späten 60er Jahren verehrte man die Vertreter der Frankfurter Schule mit Horkheimer, Adorno, Marcuse, Fromm und anderen Schöngeistern, die dem Marxismus einen ästhetischen Anstrich geben wollten – dabei lieber im philosophischen Elfenbeinturm blieben und nur alles bis zum Kotzen zerredeten. Kein Wunder – die neuen „Linken“ wurden ja vorher in Amerika extra für die Adenauer-Republik fit gemacht. Ja , ja nun ist wenigstens der Westen des geteilten Landes wieder demokratisch und die neue 5. Kolonne gegen den Bolschewismus.

    Lenin – der Pragmatiker und Initiator der Stunde von 1917, war ihnen dann doch zu suspekt. Tja und Stalin erst einmal – der wurde sofort auf die übelste Art und Weise in die gleiche Ecke geschoben wie alle anderen Diktatoren und Kryptofaschisten, die vom Großkapital gesponsert worden sind … bis heute! Georg Lukács wurde noch später vom gutgläubigen Rudi Dutschke in dessen Doktorarbeit verehrt. Hätte sogar Axel Springer gefallen – dieser blieb aber „nur“ der „Steigbügelhalter“ für die Schüsse auf den Studentenführer. Auch bei der Partei der Grünen gab es zu viele Lampenputzer oder Kaffeehaus Revoluzzer. Heute sind sie die neuen Olivgrünen im Geiste der NATO gegen Russland. Allen voran diese Schmeißfliege von Marieluise Beck und ihr Zuhälter Cohn Bendit! Wie sich doch die Geschichte gleicht. Sogar Voltaire saß gerne auf dem Schoß vom „Alten Fritz“ und faselte von Humanismus und anderem Müßiggang. Dienstboten für das Grobe hatte auch dieser Franzmann in Potsdam.

    In den Schulen endet jetzt wieder neben theologischem Sekten-Durcheinander die philosophische Alternative gerade mal bei I.Kant im verstaubten Königsberg oder Hegel, der auch den alten Sozialdemokraten noch gefallen hatte. Eben zu viel Elfenbeintürme – weg von der „Breiten Masse“ á la Rousseau und dessen Naturbetrachtungen bei schönem Kerzenlicht und altem Burgunder.

    Fazit – alles nur ein Aufkochen alter Erbsensuppe zum Einkaufspreis. Die Probleme rutschen beim Stammtisch ins trübe Bierglas nach dem letzten verpatzten Fußballspiel, und wieder einmal will man uns von oben vorschreiben, wessen und welche Lebenstheorie für uns die beste ist. Das kann man alles drehen und wenden wie man will – die alten Klassiker: Marx, Engels, Lenin, Stalin bleiben eben doch das Fundament für den richtigen Weg und Befreiungskampf vom Joch der neoliberalen Kapitalisten-Kaste.

  8. Thomas Weger schreibt:

    @ Hanna Fleiss – Die Bibel ist leider nur ein einsames Plagiat – interessant zu lesen, wer sich für einen begrenzten Aspekt der Mythologie und Geschichte interessiert.
    Wichtiger und vor allem eher treffen wir auf das schöne Gilgamesch Epos aus Uruk – Warka des heute vergessenen und geschändeten Mesopotamien (Irak und Syrien inbegriffen)!

  9. Atomino schreibt:

    @Thomas Wegener: wow ! Ziemlich viele Dinge in einem Rutsch absolut auf den Punkt gebracht. Ich ziehe den Hut !

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Thomas Weger, ich habe nur mal klargestellt, woher der Satz „Wer nicht arbeitet …“ stammt.
    Aber wusstest du, dass auch Stalin ihn verwendet hatte, zwar unter gänzlich anderen Voraussetzungen, er hatte damit vor allem Spekulanten angesprochen, aber immerhin. Der Satz liegt auf der Straße, und jeder kann ihn aufheben.

  11. Atomino schreibt:

    @Hannah Fleiss: im Grunde genommen sind wir garnicht so wenige, die spüren, merken, wissen, dass es so nicht weitergehen kann und weitergehen wird. Wir sind zwar atomisiert, aber nicht verschwunden. „Der Satz liegt auf der Straße, und jeder kann ihn aufheben.“ … genau dafür habe ich diesen Blog abonniert. Weil hier keine Prediger, sondern wahre Menschen am diskutieren sind. Euch allen ein dickes Dankeschön !

    • sascha313 schreibt:

      Danke Dir auch für’s Mitmachen!

    • Wir sind sehr viele Menschen!!!

      Woran es uns mangelt, ist, — und da hat der Kapitalistische Klassenfeind und seine Propaganda ein ganz hervorragendes – fast außergewöhnlich zu bezeichnedes Werk vollbracht — gegenseitiges Vertrauen, damit der Verlust eines gemeinsamen Ziels, was zu einer Lähmung und Desorientierung führt, weshalb sich dann auch kaum noch jemand wagt, sich mit Gleichgesinnten Genossinnen und Genossen zu organisieren.

      Freilich ist das nach den gewaltigen Niederlagen vor 30 Jahren alles nur allzu menschlich verständlich!

      Aber es ist allein an uns, ob wir liegen bleiben oder aufstehen!
      Der Klassenfeind zwingt uns jedenfalls nicht dazu liegen zu bleiben, obwohl es ihm natürlich gefällt, wenn wir uns seine Ungerechtigkeit widerstandslos gefallen lassen! und uns dabei nach Möglichkeit auch noch gegenseitig beharken!!!

  12. Als Info:
    „Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.“ 2. Brief des Paulus an die Thessalonicher 3,10-11 Es geht also um das WOLLEN und nicht um das Nicht-Können

    Und wenn Stalin dieses Zitat ohne will verwendet, dann hatte er damit ganz bestimmte Menschen im Blick:
    a) die entmachteten Kapitalisten, die es in der Sowjetunion selbstverständlich immer noch gab
    b) Sozialrevolutionäre, Menschewiki, “Ökonomisten“, Anarchisten, Nationalisten, Trotzkisten, Bucharinleute, — in zwei Worten: Revisionisten und Oportunisten, die Todfeinde in einer Maristisch-Leninistischen Partei
    c) alle konterrevolutionären Kräfte, sie durch Nicht-Arbeiten den Aufbau des sozialistischen Gemeinwesens sabortierten

  13. R.R. schreibt:

    – Deutschland, dieses obskure Objekt der Begierde
    – Deutschland, das Land in dem wir gut und gerne leben

    Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut
    Eine solche Aussage ist natürlich vollkommen unsinnig. Sie verfolgt nur den einen Zweck, nämlich zu suggerieren, daß Deutschland nur aus diesem fadenscheinigen Grund das Ziel von Flüchtlingen sei. Gleichermaßen werden Menschen, die nach Deutschland migriert werden, insbesondere von nordafrikanischen Staaten her kommend, kriminalisiert und als nicht würdig dessen befunden hier leben zu dürfen.

    Die Frage nach der Motivation eines Attentäters
    Ist natürlich auch ungeklärt. Warum sollte ein Mensch, aus Marokko oder Algerien nach Schlaraffenland Deutschland kommend, Märkte überfallen und Menschen erschießen!? Warum sollte er dazu nach Deutschland kommen wo er das doch in seinem Heimatland genauso tun könnte — ohne Gefahr zu laufen von einem Aufgebot mit 7000 Polizisten verfolgt zu werden!?

    Ein übler Propagandatrick
    Demonstranten als gewalttätige Randalierer hinzustellen. Funktioniert aber gottseidank auch nicht immer. Zwei Drittel der Afrikanischen Bevölkerung will nach Europa. Solche oder ähnliche Behauptungen sind nicht nur unhaltbar sondern einfach unverschämt. Das hat man damals schon versucht, den Deutschen einzureden daß die Mehrheit der DDR Bürger in den Westen wolle und auch damals war diese Lüge durchschaut. Vielmehr gab es eine ganze Reihe von Gründen eben nicht in den Westen zu gehen sondern in der DDR zu bleiben, aber sowas passte ja nicht in die westliche Lügenpropaganda. Und auch für die Mehrheit der Afrikaner gäbe es tausende Gründe eben nicht nach Europa auszuwandern sondern in ihrer Heimat zu bleiben. Zum Beispiel um den Sozialismus in ihrem Land aufzubauen. Algerien war auf dem besten Weg dahin, aber es waren europäische Staaten die das nicht wollten und verhindert haben! Ganz ähnlich verhält es sich mit Marokko, Libyen und anderen afrikanischen Länderen die ihrer Souveränität beraubt wurden.

    Entwicklungshilfe ist Kapitalexport
    Souveränität heißt: Jedes Land, jede Nation ist selbst verantwortlich für seine eigene Entwicklung. Kapitalexport jedoch verletzt diesen demokratischen Grundsatz genauso wie der Import von Fachkräften. In Moldawien einen Hafen an der Donau zu bauen schafft nicht etwa Arbeitsplätze sondern schadet der Entwicklung einer selbstbestimmenden Wirtschaft in diesem Land. Und daß der Kauf von Immobilien in Deutschland durch ausländische Kapitalinvestoren hierzulande die Mieten explodieren lässt dürfte sich mittlerweile auch herumgesprochen haben.

    Wohlstand in Deutschland als Ergebnis gnadenloser Ausbeutung anderer Länder Und zwar nicht nur europäischer Länder! Wobei die Ausbeutung natürlich auch im eigenen Lande stattfindet, das wird gerne vergessen. Kindergeld in Deutschland ist ein Almosen! Und damit auf demselben Verwendungszweck einzuordnen wie Geld für Tafeln, Obdachlosenunterkünfte, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und dergleichen. Es ist auch so, daß der Verwendungszweck darauf abzielt Haß zu schüren gegen Flüchtlinge, Asylsuchende, Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern usw. mit der Behauptung, diese Menschen würden in unsere Sozialsysteme eindringen.

    Den Link zum Original reiche ich gerne nach. Danke und Gruß!

    • sascha313 schreibt:

      Ja, natürlich – da sind viele Dinge angesprochen.. Wahrscheinlich ist es immer wieder der äußerliche Wohlstand, der Jugendliche nach Deutschland zieht (wie Motten auf das Licht). Das aber zugleich damit in der BRD der Ausländerhaß erzeugt wird, hat nur den Zweck, von der eigenen Ausbeuterklasse abzulenken.

    • Hanna Fleiss schreibt:

      R. R., du hast viele völlig richtige und kluge Gedanken in deinem Post geäußert. Eines aber kommt mir zu glatt herüber, das ist die Rolle derzeitiger Migration aus Afrika nach Europa. Migration ist nicht von vornherein positiv, sondern aus marxistischer Sicht zunächst erst einmal negativ zu bewerten. Ich rede jetzt nicht von Kriegsflüchtlingen, den vielen jungen Männern aus Syrien, den Wehrpflichtigen Assads, die nicht bereit sind, ihr Land zu verteidigen. Ich rede von der sogenannten Arbeitsmigration. Denn was anderes war denn die Flucht von z. B. DDR-Bürgern in die BRD? Dort wurden sie mit offenen Armen empfangen, und das nicht nur aus politischen Gründen. So finanzierte die DDR die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte für den Westen. Und genau das ist es, was derzeit mit afrikanischen Staaten passiert.

      Wir alle sind es sicher gewohnt, zuerst einmal vom Schicksal des einzelnen Flüchtlings auszugehen und auch Sympathie zu empfinden, wir machen dann aber einen Fehler, indem wir die Rolle der Migration im Kapitalismus gar nicht erst erfragen. Und wenn man sich fragt, warum ausgerechnet die deutschen Unternehmer über die Flüchtlinge aus Afrika erfreut sind, kommt man schnell dahinter, wem Migration wirklich nützt.

      Ich will das Thema hier nicht ausweiten, ich empfehle dir einfach mal ein Buch des österreichischen Autors Hannes Hofbauer, Titel: „Kritik der Migration“, Untertitel „Wer profitiert und wer verliert“. Es ist 2018 im Promedia-Verlag Wien erschienen. Hofbauer spannt einen weiten Bogen, nämlich von den Auswanderungswellen aus Europa in die USA bis zum Gastarbeiterimport in die BRD und schreibt auch zur gegenwärtigen Migration.

      Wenn also die Linkspartei offene Grenzen fordert – ist das nun positiv oder negativ zu bewerten? Wie gesagt, Hofbauer schreibt einiges dazu. Ich bin sicher, die Linken brauchen zu diesem Thema Nachhilfe.

      • R.R. schreibt:

        Ja, liebe Hanna,
        die Migration ist ein Mittel zur Machterhaltung des Finanzkapitals! Der Kapitalismus nährt sich von der unterschiedlichen Entwicklung der Nationen und nutzt das ganz geschickt aus. Gleichermaßen dient die Migration dazu daß eigene Volk zu unterdrücken. So und nicht anders ist das zu sehen, mit Flucht hat das alles nämlich gar nichts zu tun.
        Was auch die Geschichte der Hugenotten und Waldenser zeigt, da wurden ja nicht nur arme Schlucker nach Hessen und Preußen migriert sondern auch Adlige die dem preußischen Junkertum, also der Staatsherrschft dienten.
        Und natürlich war auch diese Völkerwanderung zwischen Preußen und Frankreich ein abgekartetes Spiel und ganz genauso funktioniert das heute, es ist genau dasselbe mit den Kopftüchern aus feinster Seide!
        Und natürlich wird man einen Teufel tun, das sog. Ost/Westgefälle zu beseitigen, was passiert ist nämlich genau das Gegenteil, siehe Ost-Beauftragte.
        Nur der Bundesbürger begreift das nicht, dem fehlen fundamentale Grund- und Geschichtskenntnisse.

        Herzliche Grüße

      • R.R. schreibt:

        Wer von dieser Einwanderung profitiert
        http://rolfrost.de/marseille.html

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