Die langandauernden Gefahren durch Radioaktivität

Belastung TschernobylWie berichtet wurde, sind erst kürzlich auf dem Gebiet der BRD bei Lebensmitteln und Nahrungsprodukten erhebliche Werte an radioaktiver Strahlung (Cäsium-137) gemessen worden. Die offiziell angebenen Grenzwerte wurden dabei um ein Vielfaches überschritten. So wurden beispielsweise bei Wildschweinen Werte zwischen 1581 bis 5445 Becquerel pro Kilogramm gemessen. Das Verbotslimit für Lebensmittel liegt bei 600 Bq/kg, für Babynahrung bei 370 Bq/kg. Auch in Tschernobyl wurden neue Gefahren entdeckt. Das ist keineswegs so harmlos, wie man es in den kleinspaltigen Mitteilungen der Tageszeitungen zu lesen bekommt. Auch in der BRD hat die Atomlobby großes Interesse daran, daß das Thema der Gefahren durch Atomenergie unter den Teppich gekehrt wird. Doch der Zusammenhang zwischen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, wo Profite mehr zählen als die Gesundheit der Bevölkerung, und den tödlichen Folgen der Atomkraft ist unübersehbar. Verschwiegen wird auch, daß nach wie vor auf dem Gebiet der BRD bedeutende Lager an USA-Atomwaffen vorhanden sind…

Augenerkrankungen nehmen zu

Wie lenta.ru berichtet, haben Biologen der Universität von South Carolina/USA aufgeklärt, welchen Einfluß ionisierende Strahlung im Sperrgebiet um das Atomkraftwerk Tschernobyl und das Atomkraftwerk Fukusima-1 auf wildlebende Tiere in ihrer natürlichen Umgebung hat. Es stellte sich heraus, daß die radioaktive Strahlung zur Verringerung der Populationen und der Entwicklung solcher Krankheiten, wie der „Graue Star“ beiträgt. Die Ergebnisse wurden am Dienstag, am 26. April 2016 in der Zeitschrift „Science of The Total Environment“ veröffentlicht.

Eine Katastrophe für die Umwelt

Der Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl, so die Wissenschaftler, war eine Katastrophe für die Umwelt und in ihr lebenden Organismen, jedoch hat sie gleichzeitig eine Art natürliches radiologisches Labor geschaffen. Die Forscher haben nun die Möglichkeit, die Einwirkung der ionisierenden Ausstrahlung auf Tiere zu studieren, die in der wilden Natur leben.

Zielgerichtete Untersuchungen

Zuvor schon, während der Atombombentests der USA, hatten die Wissenschaftler ähnlichen Forschungen durchgeführt, um den Einfluß der toxikologischen Effekte radioaktiver Strahlung auf lebende Organismen zu bewerten. Es war jedoch nicht möglich, zu verfolgen, wie die Strahlung auf die Ökosysteme und die Populationen der Tiere einwirkt. Wildlebende Tiere müssen, um zu existieren, ständig auf Nahrungssuche gehen, sowie für sich selbst sorgen, was sie verwundbar für neue Streßfaktoren macht.

Schädigungen auch bei niedrigem Strahlungsniveau

Die Radiobiologen hatten im Jahre 2000 ihre Forschungen im Sperrgebiet von Tschernobyl begonnen und 2011 ihr Forschungslabor erweitert, als dann noch ein weiteres Gebiet beim japanischen Atomkraftwerk Fukussima-1 hinzukam, wo ebenfalls ein Reaktorunglück geschah. Die Wissenschaftler entdeckten, daß wildlebende Tiere an einem breiten Spektrum von Schäden ihres Organismus leiden, der sogar bei einem niedrigen Niveau der chronischen Bestrahlung entsteht.

Schon bei USA-Atombombentest festgestellt

Ein solcher Effekt ist der „Graue Star“. Schon während der nuklearen Tests bemerkten die Ärzte, daß sich bei Menschen, die der Licht- und Strahlungsenergie explodierender Bomben ausgesetzt waren, eine Neigung zum „Grauen Star“ entwickelt. Ähnliche Symptome haben die Biologen bei Vögeln und bei Nagetieren entdeckt, bei denen Augenerkrankungen öfter eintraten und schwerer waren, als bei den Tieren, die außerhalb des Sperrgebietes lebten. Die Wissenschaftler betonen, daß der „Graue Star“ einer allgemeinen Untersuchung bei chronischer Strahlung unterliegt und sich zum Beispiel bei den Fliegern entwickelt, die in der großen Höhe fliegen, oder bei Arbeitern im radiologischen Bereich.

Vielfältige Erkrankungen und Anomalien

Für die Tiere der Tschernobylzone ist eine Verkleinerung der Größe ihres Gehirns, eine Zunmahme von Fällen der Geschwulstentwicklung, eine verringerte Fertilität, sowie bei Vögeln auch eine Zunahme von Anomalien charakteristisch. Außerdem beeinflusst der ungünstige radiologische Hintergrund auch die Anzahl der Tiere. Die Wissenschaftler haben bemerkt, daß in den Bezirken mit stärkerer Verschmutzung die Populationen der Schwalben geringer waren, und sie wären vollständig verschwunden, wenn es keine Migration der Vögel aus anderen Bezirken gäbe.

Oxidationsprozesse in der Zelle

Die Strahlung beeinflußt auch die Oxidationsprozesse in den Zellen. Bekanntlich beeinflußt die radioaktive Ausstrahlung auch die DNS, sie führt zu einer Zunahme des sich bildenden Wasserstoffperoxids. Das Wasserstoffperoxid, ändert seinerseits das Oxidationsgleichgewicht der Zelle und beeinflußt auch andere biochemische Prozesse.

Dem Oxidationsstreß wirken Antioxidantien entgegen, und das kann eine Erklärung sein, warum einige Populationen der Strahlung mehr unterworfen sind, als andere. Diejenigen Arten, die fähig sind den Inhalt der antioxidativen Stoffe in den Zellen zu regulieren, können sie als Schutz gegen genetische Schädigungen verwenden.

<https://lenta.ru/news/2016/04/26/radiation/&gt;

(Übersetzung: Marina Koch)


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2 Antworten zu Die langandauernden Gefahren durch Radioaktivität

  1. icke schreibt:

    Viel gefährlicher als eine chronische geringe Strahlenbelastung ist das Inkorporieren radioaktiver Teilchen, z.B. Staub, auch Nanostaub. Wo auch immer sich ein solches Teilchen im Körper festsetzt, schädigt es lange Zeit die umgebenden Zellen, so dass ziemlich sicher irgendwann Krebs entsteht.

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