Woher kommt der Terrorismus und wie kann man ihn bekämpfen?

terrorismDas menschenfeindliche kapitalistische System mit seinem Privateigentum an den Produktionsmitteln gerät immer mehr in Verruf. Während die einen sich skrupellos bereichern, muß die Mehrheit der Bevölkerung immer größere Einschnitte an Lebensqualität hinnehmen, ganz zu schweigen von der entsetzlichen Armut, unter der heute 80% der Weltbevölkerung zu leiden hat. Die Systemkrise des Imperialismus verschärft sich. Der Verfall der Sitten und der allgemeinen Moral ist nicht mehr zu übersehen. Kriminelle Verhaltensweisen gehören zum Alltag. Wie könnte es bei dem sich zuspitzenden Konkurrenzkampf, bei der wachsenden Profit- und Geldgier, der enormen Massenarbeitslosigkeit und  der allgemeinen Existenz- und Rechtsunsicherheit auch anders ein. Der Terrorismus ist ein Symptom dieser verfaulenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung…

Was ist eigentlich Terrorismus und woher kommt er?

Terrorismus: Anwendung brutaler Gewalt zur Verbreitung von Furcht und Schrecken. Konkreter Ausdruck sind u.a. Attentate und Brandschatzungen, grausame Verfolgungen, Folterungen, Sprengstoffanschläge und Flugzeugentführungen. Des Terrorismus bedienen sich verschiedene gesellschaftliche Kräfte. Besonders reaktionäre Kreise der herrschenden Klasse imperialistischer Staaten greifen zu terroristischen Methoden, um die Arbeiterklasse und andere demokratische Bewegungen sowie nationale Befreiungsbewegungen niederzuhalten oder rassische, religiöse und nationale Minderheiten zu drangsalieren.
Vielfach versuchen sie, ihre. Aktionen damit zu rechtfertigen., daß auch ultralinke, meist anarchistische Gruppen, die sich aus Vertretern kleinbürgerlicher Protestbewegungen gegen den Kapitalismus rekrutieren, terroristische Mittel anwenden. Zur realistischen Einschätzung der Lage außerstande, wollen diese Gruppen die Massen z.B. durch Attentate »wachrütteln«. UItralinke Terrorgruppen werden häufig von Polizei und Geheimdiensten unterwandert. z.T. auch durch Neofaschisten manipuliert.
Mitunter sehen Angehörige unter­ drückter Völker nur in terroristischen Aktionen einen Ausweg aus ihrer Lage. Die Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker und der Souveränität ihrer Staaten ist eine wesentliche Bedingung, um den »internationalen Terrorismus« einzuschränken und auszurotten.
Quelle: Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin (DDR) 1988, S.238f.

Terrorursachen, Haß und Gewalt bekämpfen!

Ob Ansbach, Nizza, Kabul, Ankara, Istanbul – es ist schrecklich und unser Mitgefühl gilt allen Opfern und ihren Angehörigen. Weltweit häufen sich die Terroranschläge. Nun gibt es auch welche in Deutschland. Die Angst beherrscht viele. Denn Terror ist unberechenbar. Und er trifft unschuldige Menschen aus dem Volk.

Viele wollen, daß rasch etwas geschieht. Das wollen wir auch.

Die Herrschenden nutzen das, um mehr Polizei, mehr Überwachung, Militäreinsätze im Innern durchzusetzen. Doch egal wie stark aufgerüstet wird, Terror lässt sich damit nicht verhindern, wie ja auch die aktuellen Beispiele beweisen. Und sie benutzen es, um von „wir“ zu reden und eine „nationale Einheit“ herbeizureden, die es nicht gibt. Denn unser Land ist tief gespalten: In Reiche und Arme; in solche, die vom gegenwärtigen Kurs immer mehr profitieren, und solche, die dabei immer mehr verlieren und absteigen. Mit Aufrüstung von Polizei und Militär wird sich diese Kluft noch vertiefen. Denn die Armen müssen zahlen, und die Reichen machen damit noch mehr Profit.

Wie kann man den Terror beenden?

Statt also Deutschland in einen Polizei- und Militärstaat zu verwandeln, sollten wirklich effektive Maßnahmen zur Bekämpfung der Terrorursachen getroffen werden. An erster Stelle stünde dabei der Rückzug aller deutscher Truppen aus dem Ausland, die Beendigung aller Kriegsbeteiligungen. Denn damit werden Menschen in Not und Verzweiflung getrieben, in Chaos und Elend gestoßen – ein guter Nährboden für Terrorismus. Oder glaubt jemand, dass Menschen, deren Familien in Afghanistan, Syrien, Libyen oder anderswo von westlichen „Friedensbringern“ ausgelöscht wurden, nicht Haß entwickeln? Zudem bringen Kriege schwer traumatisierte Menschen hervor. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind rund ein Drittel aller Soldaten nach Beendigung eines Kriegseinsatzes psychisch schwer gestört. Zu den Folgen für Zivilisten gibt es keine Untersuchungen.

Was gäbe es noch für Möglichkeiten?

An zweiter Stelle müßten alle Waffenexporte umgehend eingestellt werden. Denn in fast allen Kriegen und Bürgerkriegen werden meist auf allen Seiten deutsche Waffen eingesetzt und alle Terrortruppen kämpfen mit deutschen Waffen. Jeder weiß, dass Saudi-Arabien, einige Golfstaaten und die Türkei den IS und andere Terrortruppen unterstützt haben bzw. unterstützen. Aber munter werden weiter Waffen aus Deutschland dorthin geliefert. Haß und Gewalt werden gesteigert – eine weitere Quelle von Terrorismus. Sich christlich nennende Politiker rechtfertigen das mit der Sicherung von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie. (…)

Was ist die Ursache von Haß und Gewalt?

Ausplünderung armer Länder ist ein weiterer Faktor für zunehmendes Elend und damit verbunden steigendem Haß – eine zunehmende Quelle für Terrorismus. Es muß also Schluss gemacht werden mit der Ausbeutung und Erniedrigung abhängiger Länder. Der Kapitalismus ist eine der größten Quellen von Haß und Gewalt – ein Erschaffer des Terrorismus.

a) der faschistische Terror im eigenen Land

Mit Terror, Haß und Gewalt im eigenen Land muß hart und konsequent Schluß gemacht werden. Seit 1990 haben Nazis mehrere hundert Menschen ermordet, weil sie Fremde, Obdachlose, Behinderte, Linke waren. Das ist Terror! Offen predigen tausende Rassisten und Faschisten Haß und Gewalt. Das schafft die Atmosphäre für weiteren Terror. 2015 gab es über 700 Angriffe, davon weit über 100 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Das ist massenhafter Terror.

b) die Spaltung der Arbeiterklasse

Terror muß hart bestraft werden, ob von Nazis oder IS-Nachahmern. Organisationen, die Haß, Gewalt, Terror verbreiten müssen verboten werden. Daher verlangen wir das Verbot aller faschistischen und rassistischen Organisationen wie NPD, REPs, AfD. Wir fordern auch ein Verbot ihrer Propaganda! Ebenso verlangen wir die Schließung von Moscheen, die von Saudi-Arabien und anderen finanziert werden und Haß predigen und das Verbot von rassistischen ausländischen Vereinen. Wir wollen keinen Bürgerkrieg in unserem Land! Deshalb lehnen wir jede Spaltung der Arbeiterklasse und des Volkes ab, ob durch faschistische und rassistische Hetzer oder religiöse Fanatiker, egal an welche Religion sie glauben. Nur das Kapital profitiert von einer Spaltung. Denn dann schlagen sich die Menschen unten gegenseitig den Schädel ein, während es unbehelligt herrschen und seinen Reichtum vermehren kann.

Die beste Möglichkeit, den Terror abzuschaffen…

Die beste Vorsorge gegen den Terror ist allerdings die Abschaffung des kapitalistischen Systems, das mit seinem zwanghaften Streben nach Höchstprofit die Welt zerstört und immer mehr Armut, Elend und zig Millionen Flüchtlinge weltweit schafft.

Unser Anti-Terror-Programm…

… ist einfach und klar:

  • Rückzug aller deutschen Soldaten und Polizisten aus dem Ausland! Keine Beteiligung an Kriegen!
  • Verbot von Waffenexporten!
  • Keine Unterstützung, keine Geschäfte, keine Geldgeschäfte mit Terrororganisationen!
  • Schuldenschnitt für die vom Hungertod bedrohten Menschen in den unterentwickelt gehaltenen Ländern!
  • Schluß mit dem Raubbau der imperialistischen Mächte an Landwirtschaft, Bodenschätzen und Menschenreichtum der „Dritten Welt“!
  • Verbot aller faschistischen und rassistischen Organisationen! Verbot und Bestrafung von religiösem und rassistischem Haß!

Alle gemeinsam gegen das Kapital!

Quelle: Arbeit – Zukunft vom 25. Juli 2016 (gekürzt)


Anmerkung: Man muß allerdings hinzufügen, daß ein solches „Programm“ mit derartigen Forderungen schon reichlich naiv ist. Gerade so als wollte man dem Wolf verbieten, das Lamm zu reißen. Man kann den Kapitalismus nicht durch Petitionen, Forderungen oder Proklamationen verändern, und abschaffen kann man ihn auf diese Weise erst recht nicht.

Karl Marx und Friedrich Engels gelangten zu der Erkenntnis, daß sich die allgemeinste Ursache der Kriminalität in letzter Instanz aus der ökonomischen Entwicklung, der Notwendigkeit der Teilung der Arbeit, der damit verbundenen Entstehung des Privateigentums an Produktionsmitteln, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und der fehlenden Universalität der sozialen Beziehungen zwischen den Menschen ableitet. (Siehe Karl Marx/Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie. In: Marx/Engels: Werke, Bd.3, S.417 und 424.)

Der mörderische Konkurrenzkampf, der ständige Wettlauf nach dem höchstmöglichen Profit, bringt „den einzelnen Menschen mit allen übrigen in Feindschaft …, erzeugt auf diese Weise einen sozialen Krieg Aller gegen Alle, der notwendigerweise bei einzelnen, namentlich Ungebildeten, eine brutale, barbarisch-gewaltsame Form annehmen muß – die Form des Verbrechens.“ (Friedrich Engels: Zwei Reden in Elberfeld. In: Marx/Engels: Werke, Bd.2, S.541.)

Auch LENIN hat sich mit der Frage des Terrors auseinandergesetzt. Er arbeitete eindeutig den Unterschied zwischen dem sinnlosen, schädlichen individuellen Terror, den terroristischen Gewaltakten und der revolutionären Gewalt im Befreiungskampf der Völker heraus. Er schrieb: Wir „erklären … entschieden, daß ein solches Kampfmitteln (gemeint ist der Terror als selbständiges und von jeder Armee unabhängiges Mittel des Einzelangriffs. N.G.) unter den gegebenen Umständen unzeitgemäß und unzweckmäßig  ist, daß es … von (der) wichtigsten Aufgabe ablenkt und nicht die Kräfte der Regierung, sondern der Revolution desorganisiert.“ (W.I. Lenin: Womit beginnen? In: Werke Bd.5, S.7.) Und später (1918) hob er noch einmal hervor: „Noch keine einzige Frage des Klassenkampfes ist in der Geschichte anders als durch Gewalt entschieden worden. Wenn die Gewalt von den werktätigen, ausgebeuteten Massen ausgeht, gegen die Ausbeuter, ja, dann sind wir für diese Gewalt.“ (W.I. Lenin: Dritter gesamtrussischer Kongreß der Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndelegierten. 10.-18.[23.-32.]  Januar 1918. In: Werke, Bd.26, S.459.)


Siehe auch:
Wenn Gewalt neue Gewalt hervorbringt (kommunisten-online)
Der imperialistische Gesinnungsterror
Nicht islamische, sondern deutsche Terroristen!
Antikommunistische Lektüre in hohen Auflagen
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Sozialismus unmoralisch?

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