Unterrichtsfach „Ethik“ – oder gezielte Verblödung?

denker_imageNimmt man heute ein Schulbuch in die Hand, in dem es nicht um Naturwissenschaft geht, sondern im weitesten Sinne um soziale Fragen, so ist man immer wieder entsetzt darüber, mit welchen Banalitäten sich die Heranwachsenden befassen müssen. Findet man in einem solchen „Lehrbuch“ Antworten auf Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung, auf Fragen der sozialen Probleme? Findet man Antworten auf die Ursachen der Konflikte und Kriege? Findet man Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens? Fehlanzeige! Statt dessen gibt es ein allgemeines Küchen-Geschwätz, Meinungen über dies und über jenes, Rollenspiele und überaus detaillierte Erklärungen zu den verschiedensten Religionen. Man fragt sich ernsthaft, was das mit Bildung zu tun hat. Da die Autoren Kopien oder Ausschnitte aus ihren „Lehrbüchern“ strengstens untersagen, meiden wir es hier, Beispiele aufzuführen. Doch was verstehen wir tatsächlich unter Ethik? 

1. Was ist Ethik?

Unter Ethik versteht man im allgemeinen die Sittenlehre. Sie ist derjenige Teil der Philosophie, der das Sittliche oder die Moral, d.h. die sittlichen Verhaltensweisen, Werte, Normen und Anschauungen der Menschen sowie die Gesetzmäßigkeiten der Moralentwicklung untersucht und die Aufgabe hat, die moralischen Werte und Normen in Ubereinstimmung mit den objektiven gesellschaftlichen Erfordernissen zu entwickeln und zu begründen. Hieraus. ergibt sich, daß die Moral mit der Ethik als philosophischer Disziplin nicht identisch ist.

Von der Antike bis zu Feuerbach

Die Ethik hat eine lange Geschichte. Ihre Anfänge finden sich in der alten indischen, der chinesischen und vor allem der griechischen Philosophie. Demokrit, Epikur Sokrates, Platon und Aristoteles schufen die Fundamente der ethischen Theorie, auf denen die weitere Entwicklung aufbaute. Im Zusammenhang mit dem Entstehen der bürgerlichen Gesellschaft wurde die Ethik von den Philosophen der Bourgeoisie gemäß den damaligen gesellschaftlichen Erfordernissen weiter ausgebaut. Bedeutenden Anteil daran hatten Spinoza, Holbach, Helvetius, Diderot, Kant, Hegel, Feuerbach. Die Theoretiker vor Marx und Engels leiteten ihre Werte, Normen und Auffassungen entweder von Gott, von einer absoluten Idee, vom Selbstbewußtsein oder vom Willen ab, wie das die verschiedenen idealistischen Moraltheorien zeigen, oder von der als ewig und unveränderlich betrachteten Natur des Menschen, wie das in den materialistischen Moraltheorien seinen Niederschlag findet, die letztlich ebenfalls im Idealismus befangen blieben.

Die marxistische Ethik

Einen grundsätzlichen Wandel brachte erst die marxistische Ethik, die auf dem Fundament des dialektischen und historischen Materialismus beruht. Die Klassiker des Marxismus-Leninismus leiteten die Werte, Normen, Prinzipien und Kategorien der Ethik aus den objektiven Bedingungen des materiellen gesellschaftlichen Lebens ab, betrachteten sie als theoretischen Ausdruck objektiver Erfordernisse des Zusammenlebens der Menschen, als Widerspiegelung gemeinsamer Interessen der Gesellschaft oder bestirnmter Klassen, Gruppen usw. Sie untersuchten die historische Entwicklung der Moral von der Klassenposition der Arbeiterklasse aus. Damit erhält die Ethik wissenschaftlichen Charakter und hört auf, eine bloße Sammlung apriori aufgestellter oder mehr oder weniger erfüllbarer Forderungen zu sein.

Die materielle Basis der Ethik

Da die marxistische Ethik ihre moralischen Werte und Normen aus den objektiven Erfordernissen der gesellschaftlichen Entwicklung ahleitet, stimmen ihre moralischen Forderungen mit der historischen Notwendigkeit überein. Die moralischen Werte, Normen, Anschauungen und Vorstellungen bilden in ihrer Gesamtheit eine besondere gesellschaftliche Bewußtseinsform und haben eine relative Selbständigkeit. Die Macht der Gewohnheit und die Kraft der Tradition können moralische Normen und Anschauungen über lange Zeit hin lebendig erhalten, selbst wenn die objektiven sozialen Grundlagen, welche sie hervorbrachten, schon wesentlich verändert oder völlig verschwunden sind. Die letztlich bestimmende Grundlage der moralischen Werte und Normen ist in der Ökonomie, in den ökonomischen Verhältnissen und in den Bedürfnissen der Gesellschaft zu sehen. Sie bestimmen den Inhalt und die Entwicklungsrichtung der moralischen Werte und Normen, jedoch weitgehend vermittelt über die Politik.

Mensch und Gesellschaft

In der marxistischen Ethik ist die Frage nach dem Verhältnis der Persönlichkeit zur Gesellschaft das Grundproblem, wobei es vor allem um die Vereinigung der persönlichen und gesellschaftlichen Interessen geht. Das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft schließt mannigfache Beziehungen ein, so zur Menschheit insgesamt, zur Nation, zum Staat, zu anderen Nationen, zur Klasse, zur Partei, zur Familie, zu anderen Individuen usw.; es umfaßt zugleich auch eine ßeziehung zur fortschrittlichen Entwicklung der Gesellschaft überhaupt, d.h. in unserer Epoche zur Erhaltung des Friedens und damit zum Fortbestand der Menschheit, zum Sozialismus und zur Arbeiterklasse sowie zu ihrer Partei.

Was verstehen wir unter sozialistischer Ethik?

Im Sozialismus entwickeln sich völlig neue gesellschaftliche Beziehungen der Menschen, da die wichtigsten Interessen der Gesellschaft mit den Lebensinteressen der Individuen von ihrer objektiven Grundlage her übereinstimmen. Daher ist die Einbeziehung der Menschen in die gesellschaftliche Tätigkeit, in die Leitung und Lenkung des Staates, der Wirtschaft und der Kultur das wichtigste Mittel, die persönlichen, kollektiven und gesellschaftlichen Interessen in Übereinstimmung zu bringen und zugleich die Erziehung zur sozialistischen Moral zu fördern. Auf dieser Grundlage kommt der moralischen Erziehung eine große Bedeutung zu. Eine wichtige Aufgabe im Sozialismus ist es, eine kommunistische Moral herauszubilden, um Egoismus, Individualismus und andere Erscheinungen der bürgerlichen Ideologie zu überwinden.

Quelle:
Alfred Kosing: Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Phil.osophie, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1985, S.166f. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)


Zusammengefaßt:

Die Ethik [<griech.] ist die Wissenschaft oder Lehre von der → Moral. Die marxistische Ethik begründet die sozialistische Moral und ihre Bedeutung für die sozialistische Gesellschaft. Imperialistische Ethik dient der Verschleierung des sozialen Wesens und der Manipulation der Moral.
Die Moral [<Iat.] ist das Bewußtsein von Gut und Böse, das die Verhaltensweise der Menschen beeinflußt. In unterschiedlichem oder sogar gegensätzlichem Moralbewußtsein drücken die verschiedenen Klassen aus, welche Denk- und Verhaltensweisen ihnen unter gegebenen ökonomischen und politischen Verhältnissen dienlich (gut, moralisch positiv) sind. Die sozialistische Moral gewinnt an Einfluß gerade dadurch, daß sie offen als Ausdruck der Grundinteressen der Arbeiterklasse und damit des gesellschaftlichen Fortschritts auftritt und begreifbar ist. Die den Ausbeuterinteressen entsprechende Moral wird fälschlich als „ewig“ und „allgemeinmenschlich“ ausgegeben, um durch sie werktätige Menschen irreführen zu können. Die Moral eines einzelnen ist immer von den in der Gesellschaft vorhandenen Moralauffassungen abhängig, drückt aber zugleich seine Grundentscheidung für oder gegen die jeweils progressive Klasse aus.
Quelle: Meyer’s Jugendlexikon. VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1976, S.211 und 452.

2. Was ist der Sinn des Lebens?

Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist die Grundfrage jeder Weltanschauung, insbesondere jeder Ethik. Auf diese Frage wurden in der Geschichte des menschlichen Denkens von den Ideologen der verschiedenen Klassen unterschiedliche Antworten gegeben. Sie umfaßt die Frage nach Sinn, Zweck und Ziel des menschlichen Lebens, die Frage nach dem Lebensinhalt des Menschen und nach den gesellschaftlichen Lebensbedingungen, unter denen menschlichem Tun Erfolg beschieden ist. Die Beantwortung dieser Fragen hängt in starkem Maße von den historisch konkreten Verhältnissen und der Klassenzugehörigkeh der einzelnen Individuen ab.

Der Marxismus gibt eine wissenschaftliche Antwort

Erst die marxistisch-leninistische Philosophie, die Weltanschauung der Arbeiterklasse, gibt den Menschen die theoretischen Voraussetzungen für eine wissenschaftlich begründete Antwort auf die Frage nach dern Sinn des Lebens. Der dialektische und historische Materialismus geht davon aus, daß sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft Gesetze wirken, die der Mensch grundsätzlich erkennen kann und nach denen er handelt. In der Gesellschaft geschieht nichts, was nicht auf die eine oder andere Weise durch den Kopf des Menschen gegangen wäre.

Der Mensch gibt seinem Leben selbst den Sinn

Der Mensch als denkendes und handelndes Wesen besitzt die Fähigkeit, die Resultate seines HandeIns gedanklich, ideell vorwegzunehmen. Er stellt sich auf der Grundlage seiner täglichen praktischen Erfahrungen und aus wissenschaftlicher Einsicht in bestimmte gesetzmäßige Zusammenhänge, Ziele, von denen er sich leiten läßt. Allein der Mensch ist daher in der Lage, seinem Leben einen Sinn zu geben. Das individuelle Leben ist auf vielfältige Weise mit dem Leben der ganzen Gesellschaft verbunden.

Wo findet man den Sinn des Lebens?

Der einzelne Mensch kann den Sinn seines Lebens nur innerhalb der Gesellschaft finden. Die religiösen Weltanschauungen übertragen die dem Menschen eigene Fähigkeit, sich Ziele zu setzen, auf ein irrationales Wesen, das allein der Sinnurheber sei, das die Bestimmung des Menschen kenne und ihn auf das Endziel ausrichte. Das verdammt den Menschen dazu, für immer zu einem willenlosen Spielball gottgewollten Schicksals zu werden. Diese Auffassung vom Sinn des Lebens hat ihre realen Wurzeln in den antagonistischen Klassenbeziehungcn, die auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln beruhen. Hier setzen sich die Gesetze der gesellschaftlichen Bewegung spontan durch. Daher wußten viele Menschen ihrem Leben keinen Sinn zu geben. Aber zu allen Zeiten gah es auch Menschen, die den Sinn ihres Lebens darin sahen, durch ihre Arbeit, ihre Beharrlichkeit und ihren Opfermut dazu beizutragen, die Menschheit vorwärtszuführen. Hierbei gerieten sie oft mit den Interessen der herrschenden Klassen in Konflikt bzw. nahmen bewußt den Kampf gegen sie auf.

Gibt es ein sinnlos gelebtes Leben?

Nicht nur Wisssenschaftler, Kulturschaffende, revolutionäre Kämpfer, sondern auch die vielen Namenlosen, die vielleicht selbst keinen Sinn in ihrem Leben sahen und sehen konnten, haben objektiv durch ihre Tätigkeit die Entwicklung vorangetrieben. Ihre Arbeit, ihre Leiden waren nicht umsonst, waren nicht sinnlos. Ihre Anstrengungen sind aufgehoben und bleiben erhalten in den Errungenschaften der folgenden Generationen. Doch erst mit der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei, die ausgerüstet ist mit einer wissenschaftlichen Weltanschauung, braucht niemand mehr zu befürchten, ein sinnloses Leben führen zu müssen.

Ein sinnerfülltes Leben im Sozialismus

Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten für ein sinnerfülltes Leben in der sozialistischen Gesellschaft bewegt die Menschen heute vielmehr die Frage nach den realen Wegen und Mitteln eines sinnvollen und glücklichen Lebens. Die Weltanschauung der Arbeiterklasse hilft, diese Antwort zu finden. Sie ist eine zutiefst optimistische Weltanschauung, die den Menschen uuf das Leben, auf die Entfaltung seiner Schöpferkraft, auf eine sinnvolle Lebensgestaltung und nicht auf den Tod orientiert. Sie vereint die Kräfte des Volkes zur gemeinsamen Tat für ein gemeinsames Ziel, die Schaffung der sozialistischen Menschengemeinschaft.

Wer sich ständig bemüht, in die Gesetze von Natur und Gesellschaft einzudringen, sein Wissen zu vervollkommnen, wer seine schöpferischen Kräfte zum Wohle des Volkes einsetzt und entfaltet, wer durch seine Leistungen hilft, den materiellcn und kulturellen Reichtum zu mehren und zu schützen, kurz, wer sein Leben in den Dienst der Befreiung der Menschheit stellt, gibt seinem Leben tiefen humanistischen Inhalt, gibt seinem Leben Sinn.

Quelle:
Kulturpolitisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1970, S.482f.

Siehe auch: Vom Sinn unseres Lebens

Kortschagin


3. Was wird uns die Zukunft bringen?

In seinem Buch über „Die Freude als Mittel der Erziehung“ schreibt Hans Berger: „Die Perspektive ist eine besondere Weise der Einstellung des Menschen auf seine Zukunft. Die Frage nach den Perspektiven einer persönlichen oder gesellschaftlichen Entwicklung stellen heißt, sich mit dem zukünftigen Schicksal einer Person, einer Klasse, eines Volkes zu beschäftigen.“ [1] Ohne eine klare Perspektive wird jeder Versuch, eine Änderung im gesellschaftlichen Leben herbeizuführen, im Ansatz steckenbleiben, weil es heute nicht mehr um die Frage eines verbesserten Kapitalismus gehen kann, sondern nur noch um die Entscheidung: Sozialismus – oder Barbarei! Stalin bezeichnete die Frage der Perspektive als „eine der wichtigsten Fragen unserer Partei“. [2] Die Kommunisten haben darauf eine Antwort.

Wie kann man eine sinnvolle Perspektive gewinnen?

Ganz einfach. Um in die Zukunft sehen zu können, muß man die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Hintergründe, die jeweiligen Interessen der Menschen in der Gegenwart erkennen und die Abläufe und ihre Ursachen aus der Vergangenheit verstehen. Das wiederum ist nicht ganz so einfach, denn die derzeit herrschende Klasse unternimmt alles nur Denkbare, um sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit mit dem Schleier der Apologetik der derzeitig herrschenden Gesellschaftsordnung zu versehen. Apologetik heißt: „theoretische Rechtfertigung und Verteidigung historisch überlebter Anschauungen, Interessen und Zustände“ [3]. Dazu Hans Berger: „Wenn man die Perspektiven einer bestimmten gesellschaftlichen oder persönlichen Entwicklung erfassen will, muß Klarheit über die gesellschaftlichen Kräfte und deren objektiven Entwicklungstendenz herrschen, aus denen sich das Ziel ihrer Entwicklung notwendigerweise ergibt. Nur aus dieser Erkenntnis heraus kann auch eine wissenschaftlich fundierte Überzeugung von der Möglichkeit der Realisierung der Perspektiven gewonnen werden. Nicht jeder Vorstellung, die sich insbesondere Individuen, aber auch Klassen und Völker von ihrer Zukunft machen, liegt jedoch die Erkenntnis objektiver Entwicklungsgesetze zugrunde. Sehr oft werden die Perspektiven von den verschiedensten materiellen und kulturellen gesellschaftlichen und individuellen Beweggründen bestimmt, die im Gegensatz zum historischen Fortschritt stehen. Immer jedoch bleiben sie, wie jede Bewußtseinsform, Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse.“ [4]

[1] Hans Berger: Die Freude als Mittel der Erziehung, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1957, S.11.
[2] J.W. Stalin: Fragen und Antworten, Rede in der Swerdlow-Universität 9. Juni 1925, in: J.W. Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1953, Bd.7, S.176.
[3] Meyer’s Lexikon A-Z, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1980, S.49.
[4] Hans Berger, a.a.O. S.12f.


4. Wozu Religion?

Religion

Quelle:
Jugendlexikon Philosophie, VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1985, S.158.

pdfimages  Die Ethik und der Sinn des Lebens


Siehe auch:
Über Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
Welche Perspektive haben die deutschen Kommunisten?
Stalin: Über die Schwierigkeiten der Perspektive

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8 Antworten zu Unterrichtsfach „Ethik“ – oder gezielte Verblödung?

  1. Heums schreibt:

    Gewalt ist das Sinnloseste, als der Mensch machen kann, und Gewalt im Namen der Religion ist die größte Dummheit, die die Menschheit je erlebt hat. Ganz egal, ob Christentum oder Islam, wer zu Gewalt und Terror im Namen der Religion aufruft, ist ein Dummkopf. Die Prekarisierung lassen sich nur die Dummen gefallen, die kein geschärftes Bewusstsein besitzen, zu ihrem Nachteil und zum Nachteil der Gesellschaft. Es braucht einen Widerstand gegen das ausbeuterische System des Kapitalismus unter Einbeziehung technologischer Fortschritte, sonst kehrt die Menschheit ins Mittelalter zurück!!!

    • sascha313 schreibt:

      Du hast schon recht, Heums, wenn Du schreibst, daß es einen Widerstand gegen den Kapitalismus braucht; aber – sieh‘ mal! – die Prekarisierung ist eine Folge der Ausbeutung, und den Arbeitern bleibt gar nichts anderes übrig als ihre Arbeitskraft zu verkaufen, wenn sie leben wollen. Die Armut, also das was man heutzutage als „prekär“ (d.h. unsicher, schwierig, peinlich) bezeichnet, ist einfach nur eine Folge der brutalen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft. Und gegen diese Gewalt der Ausbeutung hilft nur eines, nämlich die Gewalt der ausgebeuteten Volksmassen gegen ihre Unterdrücker. Es geht nunmal nicht anders. Untertänig und angepaßt sein hilft da leider nicht! Gewaltfreier Widerstand ist nutzlos!

  2. Hat dies auf rh-netz-meinungen rebloggt und kommentierte:
    Über das Fach „Ethik“ im heutigen Unterricht, es fehlen nur noch die Auszüge aus den heutigen „Lehrbüchern“!

  3. Tankist schreibt:

    Ja Heums und Sascha, ist schon eine wirkliche Herausforderung die Frage nach der Ethik im Kampf um eine friedliche Zukunft und Wohlergehen für die Meisten. Freiwillig werden die Wenigen, die die Produktionsmittel besitzen, sich nicht von ihnen trennen. Lieber bezahlen sie Heerscharen von Meinungsmachern. Diese wiederum leisten „ganze Arbeit“ bei der Verschleierung der Ursachen von Krieg, Flüchtlingsströmen, maroden Schulen, teurer werdender Gesundheit und ärmer werdender älteren Menschen.
    Die Ursache dieser ganzen Dinge liegt nun mal im Privateigentum an den PM. Ich halte es für ethisch, bei der Beseitigung der Ursachen von Krieg, Hunger, Ausbeutung und Verblödung revolutionäre Gewalt gegen die Wenigen und ihre Lakaien anzuwenden. Ziel sind nicht physische und/oder psychische Grausamkeiten gegen diese Einzelnen, auch sie sind Menschen und haben eine Würde. Momentan brauchen sie allerdings keine Angst zu haben. Es fehlt die führende Kraft für diesen revolutionären Prozess

  4. Doed schreibt:

    Den kompletten Text habe ich mir nicht gegeben. Aber definitiv wird kein Materialismus gelehrt. Sonst würde man die Menschen doch gerade in die Richtung stoßen, wo man sie nicht hin will. In die Richtung, dass man die Umwelt bzw. seine eigene Lebenssitution hinterfragt. Wenn etwas zu Marx gesagt wurde, dann war es im Geschichtsunterricht. Und zwar das, dass er im Unrecht ist, da wir keinen „Manchester-Kapitalismus“ haben, worauf er sich angeblich bezog, sondern die „Soziale Marktwirtschaft“, die nur die guten Seiten von Kapitalismus und Sozialismus vereint.

    • sascha313 schreibt:

      Man kommt um Marx nicht herum, also lügt man den Schulkindern das Blaue vom Himmel herunter: „Warum wurde in der DDR-Wirtschaft wertvolle Substanz unökonomisch verwendet und zum Teil verschleudert?“ (Schon das ist eine halbe Lüge!… geschrieben wird da auch noch: statt zu arbeiten „…spielen die Leute Karten“ Na, klar – den ganzen Tag lang!) „Die ideologische Bgründung ist in der marxschen Politökonomie zu finden, genauer in der sog. Arbeitswertlehre. Marx … hat sie nicht selbst entwickelt, sondern in den Lehren damaliger Wirtschaftstheoretiker vorgefunden.“ (Quelle: Sozialkunde, Sekundarstufe II, Paderborn, 2003, S.228) Mit solchen plakativen Phrasen abgespeist, weiß der Schüler natürlich auf jede Frage eine Antwort! Ist das moralisch vertretbar? Nein, ist es nicht. Dieser geistige Dünnschiß erstickt das Denken, verhindert den Wissenserwerb und blockiert die Erkenntnis sozialökonomischer Zusammenhänge!

  5. Pingback: Was ist gut und was ist böse? Gibt es ewige Moralgesetze? | Sascha's Welt

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