So werden die Deutschen gegen andere Völker aufgehetzt… (Soldatenbriefe von Stalingrad 1943)

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Mit solchen Parolen warnten die Nazis das deutsche Volk vor dem Einmarsch der Sowjetarmee

Die deutschen Soldaten waren von 1930 an von den Nazis systematisch belogen und aufgehetzt worden. Sie wußten nicht, was sie im Feindesland erwartet, doch sie glaubten ihren Führern. Und sie zogen voller Russenhaß in diesen Krieg.  Bis auf wenige. Kommunisten und Antifaschisten. Dazu brauchte es gerade mal 6 (sechs!) Jahre. Und wieviel Jahre sind bis heute seit der Konterrevolution 1989 vergangen???

Das deutsche Volk war nicht nur manipuliert, sondern geradezu dressiert worden. Und das ist im Kapitalismus immer so. Denn wie sollten eine Handvoll Konzernbosse, deren Lakaien und Angestellten, die Professoren, Politiker und sonstiges korrumpiertes Gesindel die riesige Masse eines Volkes in Schach halten können, wenn nicht durch Manipulierung? Wie hatte doch Goebbels in Sportpalast geschrieen: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Und vielstimmig erwiderten die Massen:  „Jaaaaaa!“ Erich Weinert hat sich die Soldatenbriefe angesehen. Denn bei Verhören logen die Gefangenen – aus Angst oder aus Verschlagenheit???

Der kommunistische Schriftsteller Erich Weinert, der gemeinsam mit Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck die deutschen Soldaten vor ihrer Vernichtung aus dem Kessel von Stalingrad zu retten versuchte,  zitiert aus einigen Soldatenbriefen…

MEMENTO STALINGRAD

Ich habe Briefe und vor allem Tagebücher immer sehr sorgfältig studiert, weil es im Augenblick kein zulänglicheres Mittel gjbt, in die deutschen Menschen hineinzuhorchen. Die Gespräche mit Kriegsgefangenen bringen bei weitem nicht so viel ein. Die Wahrheit sagen sie ja nicht. Immer, wenn ich Aufrufe oder Gedichte auf Flugblättern an meine Landsleute schrieb, stellte ich mir mein Lesepublikum nicht so vor, wie ich es mir wünschte (was Propagandisten gern tun), sondern so, wie es aus den zahllosen Tagebüchern und Briefen mich ansprach. Wir sprechen ja hier doch nicht zu Leuten, die uns hören wollen, sondern zum .großen Teil zu primitiven oder verdummten Menschen, die erst dann, aufhorchen, wenn sie etwas hören, das in die Sphäre ihrer Begriffstätigkeit tritt.

Aus der Lektüre der Briefe erhalte ich wenig neue Eindrücke. Die meisten atmen Ergebenheit in das Schicksal. Hin und wieder spürt man wohl, daß da ein Fluch aus der Feder will, der aber aus Furcht vor der Zensur zum harmlosen Seufzer wird. Und doch bricht zuweilen der ganze menschliche Jammer durch, den die hier draußen wie die in der Heimat erleiden.  Die charakteristischsten Stellen der Briefe und Tagebücher, die vor mir liegen, sind wert, abgeschrieben und aufbewahrt zu werden. Sie sagen Bezeichnendes aus über das Wesen der Deutschen zu Hitlers Zeit.

Deutsche Plünderer und Marodeure

Hier schreibt ein Obergefreiter W. Hoß (Feldpostnummer 06980 B) an Fräulein Leontine Saß in Bad Polzin Land, Kreis Neustettin:

„…Wenn wir über Winter hier in Rußland bleiben, meine Süße, dann werden wir hier wohl noch verhungern, denn wir haben hier bald alles abgeschlachtet, hier sind keine Kartoffeln mehr, viel weniger noch Fleisch; und Kühe haben wir uns zusammengeholt, sie werden den armen Leuten abgenommen, und dann ist es gut, und wenn’s die letzte, da wird gar nicht nach gefragt. Es ist auch ein Jammer für die Leute, aber wir können ja auch nicht verhungern…“

Ja, dazu sind Hitlers Landsknechte ausgezogen, andere Völker kahlzufressen. O Deutschland, welch eine Rechnung wird dir einst präsentiert werden!  Ein anderer spekuliert schon darauf, sich aus der ukrainischen Erde ein Rittergut abschneiden zu können, mit den verhungerten Bauern als billigen Sklaven. Ein J. Kommander aus Erbersdorf über Oberglogau (Oberschlesien) schreibt an einen Unteroffizier Daniel Gruhn (Feldpostnumrner 26973) unter anderem:

„…Befinde mich noch zu Hause. Der Winter bei Euch im Süden wird ja nicht so streng sein als in der Gegend Moskau und Leningrad. Wie sieht es dort um die Landwirtschaft aus? Vielleicht komme ich mal dort nach der Ukraine als Großgrundbesitzer hin. Wie sind dort die Pferde und Rinder? Du mußt mir dort die Gegend ein bißchen beschreiben wie die Leute dort den Acker bestellen, ob auch große Güter dort sind usw.“

Es ist nur ein tröstender Gedanke, daß diesem Räubergesindel doch einmal heimgeleuchtet wird! Wie wohltuend, wenn da ein menschliches Herz wie ein kleines warmes Licht aus der barbarischen Dunkelheit aufglimmt. Aus einem Brief eines Obergefreiten Adam Hans an Käthe Lauhoff in Nackenheim bei Mainz:

„…Rings um mich her Feuer und nochmals Feuer. Soeben mußte ich wieder Posten fortschicken, um weiter Brände im Ort zu legen. Ja, heute bin ich Feuerkommandeur, ein Posten, der nicht mein Geschmack ist. überall, wo unser Weg hinführt, Brand und Zerstörung. Ziehen wir durch einen Ort, schauen uns die Einwohner ängstlich an. W erden wir die Häuser zerstören? Bisher machten es die Pioniere. Heute aber mußten wir selbst Brand legen. Kannst Du Dir das Elend vorstellen? Mit den Habseligkeiten logieren die Frauen und Kinder unter freiem Himmel. Nichts bleibt stehen, alles, auch die kleinste Bude, wird zerstört. Man könnte weinen, und dennoch muß es sein. Der Feind muß der Kälte ausgesetzt werden. Meine liebe Käthe, Gott sei gedankt, daß die Heimat, daß Ihr, meine Lieben, von solchem Schicksal verschont seid. Wohl habt auch Ihr infolge Fliegeralarm Anteil am Krieg, aber was ist das alles gegen solches Elend. Die Leute sind so freundlich und als Dank: Der rote Hahn auf dem Dach – Krieg –.“

Aber so viel Menschlichkeit ist in diesem klagenden Herzen doch nicht, daß es zur Empörung und zur Befehlsverweigerung reicht. So feinfühlig sind die Landsknechte sonst nicht. Hier ist einer, der wohl so ist, wie Hitler sich ihn wünscht: Der Soldat Erich Petschan (Feldpostnummer 27297) schreibt in einem Brief an Hermann Petschan in Fürstenberg (Oder):

„Lieber Vater, es eilt ja nicht so mit dem, was Du mir schicken willst, Ich warte gern. Es ist doch: wohl nicht wichtig, daß Du mir Dein bißchen trockenen Karo einfach schicken willst; denn an Brot habe ich fast keine Not, denn ich habe mir anderthalb Zentner Roggen von den Russen besorgt. Denn das eine sage ich Dir: ehe ich hungern tue, können lieber zehn Russen verhungern, denn man wird hier gemein bis zum letzten.“

Gemein bis zum letzten – so hat sie ja Hitler haben wollen. Aber diese Gemeinheiten werden eines Tages ja vergolten werden müssen. Man sollte alle Briefe mit solchen Selbstbezichtigungen aufbewahren und sie später als An­ klagematerial verwerten (falls der Briefschreiber nicht bereits gefallen ist). Und solche Räuber sollte man nach dem Kriege dort hinschicken, wo sie ihre Verbrechen begangen haben, zur Zwangsarbeit, um ein Weniges von dem wiedergutzumachen, was sie angerichtet haben.


Saralow, 3. Dezember

Der Abflug nach Stalingrad war wieder nicht möglich. Wetter unsichtig. Außerdem beflogen in diesen Tagen die faschistischen Bomber die Bahnlinie, die über Pallassowka am Eltonsee vorüber nach Süden führt. Da wollen wir nicht gerade dazwischengeraten. Morgen werden wir hoffentlich ans Ziel kommen. Die Chancen für den Erfolg unseres Unternehmens steigen – die Hauptfront rückt zusehends vom Kessel nach Westen ab, da wird sowohl ein Ausbruchs- wie ein Entsetzungsversuch jeden Tag aussichtsloser. Man muß die Hunderttausend überzeugen, daß es keinen Ausweg mehr gibt als friedliche Kapitulation und daß jede andere Aktion sinnlos ist. Kann man sie überzeugen? Mit welchen Mitteln? Vielleicht sagt man ihnen gar nicht, daß sie hoffnungslos eingekesselt sind.

Hoffnungslos im Kessel von Stalingrad

Wie wir erfahren, gehen ihnen die Lebensmittel schon zu Ende. Dazu Kälte und Schnee! Sie werden. ihre Bunker kaum heizen können, denn in der Steppe vor Stalingrad wächst kein Bäumchen. Man müßte meinen, daß sie mürbe genug und zugänglicher geworden sind.
Ich studierte heute früh das Tagebuch eines deutschen Leutnants, das sehr gute Aufschlüsse gibt über die Stimmung und Disziplin bei Hitlersoldaten im Ausenblick von Niederlagen, ungeheuren Verlusten und beim Ertragen unmenschlicher Strapazen im russischen Winter. Das Tagebuch ist zwar schon ein Jahr alt; sein Inhalt bezieht sich auf den Rückzug von Moskau. Der Autor ist tief pessimistisch. Heute also, unter ähnlichen Umständen, müßte die allgemeine Stimmung noch verzweifelter sein, wenn auch der Vorstoß bis an die Wolga und bis: tief in den Kaukasus neue Siegeshoffnungen erzeugt hatte. Der Name des Leutnants ist im Tagebuch nicht verzeichnet (vielleicht aus Vorsicht). Aus den Aufzeichnungen geht hervor, daß er im Stabe des 185. Infanterieregiments Dienst machte. Folgende Eintragungen sind wert, aufbewahrt zu werden:

„22. November 1941. Den ganzen Tag über ist hart gekämpft worden. Unsere Verluste sind leider sehr hoch, vor allem unter den Führern. Unsere Leute sind infolge des seit August immerwährenden Einsatzes doch recht abgekämpft und überanstrengt. Die moralische Belastung ist doch ungeheuer waren vor vierzehn Tagen siebzig Mann in der Kp., so sind es heut nur noch vierzig. Morgen werden es nur fünfunddreißig sein. Einige beginnen auszurechnen, wann sie selbst an der Reihe sein werden. Dies alles hebt den Kampfgeist in keiner Weise. Diejenigen guten Führer, die durch persönliches Beispiel versuchen, die Leute nach vorn zu reißen, werden, :ihrer Truppe vorauseilend, abgeschossen. Die zahlreichen Ausfälle an Offizieren und Unteroffizieren (am heutigen Tage etwa vierzig, das sind 50 Prozent des GesamtverIustes) zeigen die Tatsache unverkennbar. Die neu einzusetzenden Gruppenführer sind schlecht und ihrer verantwortungsvollen Aufgabe nicht gewachsen.“

Zieht man die ungeheuren Verluste und Strapazen im Laufe des Jahres in Rechnung, so müßte heute eine noch verzweifeltere Stimmung herrschen. Es ist zwar in diesen Wochen nicht so kalt wie im November 1941, aber kalt genug, sich die Knochen zu erfrieren, wenn man keine Kleidung hat, die dem hiesigen Klima angepaßt ist. Erfrierungen sollen bei den deutschen Soldaten schon an der Tagesordnung sein. Der deutsche Leutnant schrieb vor einem Jahr in sein Tagebuch:

„29. November. … Unsere Bekleidung hält einem Vergleich der russischen Winterkleidung nicht stand. Der Feind besitzt wattierte Hosen und Jacken. Er trägt Filzstiefel und Pelzkappen.
7. Dezember. Insgesamt werden über achtzig Leute vorgestellt, von denen etwa vierzig mit Erfrierungen zweiten und dritten Grades ins Lazarett überwiesen werden müssen. Ich nahm Gelegenheit, einige abgestorbene Glieder zu sehen. Es ist ein bejammernswerter Anblick. Dick geschwollene Füße, mit Blasen bedeckt, völlig unförmig, manchmal schon schwarz. Die Leute fallen dort um, wo sie stehen. Wo sollen diese Zustände hinführen? Erst wird eine gute und leistungsfähige Truppe heruntergewirtschaftet, dann wird nichts getan, um sie aufzufrischen. Sind wir denn verlassen?“

Wenn das vor einem Jahr bereits so war, wie uns der freimütige Leutnant so schmerzvoll schildert, wie mag die Stimmung heute erst sein, unter ähnlichen Bedingungen, noch dazu unter dem Schock dieser gigantischen Niederlage der Hitlerarmee. Es muß uns gelingen, an ihre Vernunft heranzukommen. Divisionen, sie wäre ja auch die größte Demonstration von Deutschen gegen Hitler, Sie wäre ein Funke, der die ganze Wehrmacht rum Brennen bringen könnte!


…Nun haben wir wieder einen Tag nutzlos verwartet.
Lange habe ich auf dem Bett gelegen und mir in Gedanken Flugblattexte konzipiert oder überlegt, in welcher Form Ansprachen gehalten werden müssen, um den verblendeten Landsleuten da drüben überhaupt die Ohren zu öffnen. Bei meinen Gesprächen mit Deutschen in den Gefangenenlagern habe ich beobachtet, daß die meisten uns recht schwer verstehen, wohl nicht nur, weil wir zweierlei Sprache sprechen (was die Terminologie betrifft), sondern weil den meisten von ihnen politische Probleme, die wir längst verdaut haben, noch nicht einmal in Begreifensnähe gerückt sind. Wie verfaßt man nun Aufrufe, die nicht nur aus erregendem Pathos bestehen dürfen, sondern gleichzeitig Elemente der nüchternen Aufklärung enthalten sollen?

Walter [Ulbricht] ist, wie ich sehe, ebenfalls damit beschäftigt, Flugblattentwürfe zu schreiben. Er meint, daß es vor allem darauf ankomme, das Wesen des Hitlerkrieges und die an ihm interessierten Kräfte im Hintergrund zu zeigen. Ja, wenn sie für solche Dinge überhaupt nur Ohren hätten! Beim Durchlesen von Beutebriefen ist mir wieder recht traurig zumute geworden. Wieviel stupide Schicksalsergebenheit, wieviel Unwissenheit und Unkenntnis anderer Völker, wieviel barbarische oder naiv-grausame Gesinnung,wieviel nationale Überhebung spricht aus den Briefen und Tagebüchern!

Deutsche Massenmörder und Henker

Auffallend häufig sind unter den Briefen des Päckchens solche, wo sich die Schreiber ihrer Teilnahme an Partisanenjagden rühmen. Die wichtigsten Stellen muß ich mir notieren; man wird sie beim Gespräch mit Gefangenen brauchen können. Denn bisher hat noch keiner der deutschen Soldaten zugeben wollen, daß nicht nur SS oder andere Mörderformationen Exekutionen vornehmen, sondern in Massen auch „einfache“ Landser. Hier schreibt zum Beispiel ein Gefreiter Erich Drutzel (Feldpostnummer 27 294) an einen Hugo Bernau in Stettin:

„Es ist ja traurig, daß Gerhard Galle auch gefallen ist; aber es ist eben so: wen’s trifft, den trifft’s, Diese Nacht ist auch wieder einer von uns gefallen, ein Familienvater von fünf Kindern. Man weiß selbst nicht, wann man selbst derjenige ist, dem man das Loch gräbt.“

Bis dahin scheinen wir es mit einem harmlosen Menschen zu tun zu haben, der sein Klagelied anstimmt wie die Millionen, die Hitler ins Feuer getrieben hat. Aber der Gefreite Drutzel schreibt im nächsten Absatz:

„Du kannst Dir gar nicht denken, wenn hier Heckenschützen gefaßt werden, mit welcher Kaltblütigkeit man die am nächsten Tag erschießt. Das sind keine Menschen, nur Bestien! Und dabin ich immer bei denen, die sich freiwillig melden.“

So sieht Hitlers harmloser Landser aus. Das tötet nicht nur auf Befehl, das mordet sogar mit Lust! Aber er ist nicht der einzige. Mancher tut sich in seinen Briefen mit seinen Partisanenjagden wichtig. Hier schreibt eine Mutter aus Mechtal bei Beuthen an den Obergefreiten Paul Müller (Feldpostnummer 26859 D) unter anderem:

„Der Theo liegt mir noch am Herzen, er hat mir geschrieben, daß er geht auf drei Tage weg, Partisanen jagen, das ist auch sehr schlimm. Ich dachte, das ist auf Tierjagd, und dabei ist das auf Menschenjagd.“

Vielleicht ist es der armen Mutter Müller kalt über den Rücken gelaufen, als sie erfuhr, was es mit solchen Jagden auf sich hat. Hier finde ich gleich noch einen Brief einer so schönen deutschen Soldatenseele. Auch kein SS- oder anderer Berufsmörder, sondern der kleine neugebackene Soldat Paul Kunze (Feldpostnummer 08999), der an den Obergefreiten Walter Gumme (Feldpostnummer 15226) so offenherzig berichtet:

„Soviel wie Du schon mitgemacht hast, habe ich nun doch noch nicht mitgemacht, ja dafür Ibist Du ja auch schon lange Soldat. wo ich doch gegen Dich nur ein Rekrut bin. Wir haben auch schon schwere Kämpfe gehabt. Augenblicklich sind wir keine Panzerjäger mehr, sondern Partisanenjäger.  Einmal ist es uns gelungen, zwei Partisanen zu fangen, und der dritte ist uns wieder weggekommen. Wir hatten da so eine Wut im Bauch, daß wir gleich eine Reitpeitsche nahmen und diese Gauner so durch die Fresse schlugen, daß sie Blutstriemen bekamen. Dann haben wir sie verhört, aber meinslt Du, daß sie ein Wort nachgesagt haben?  Der eine. sagte, wir können ihn noch soviel schlagen, er sagt doch mchts nach. Da sind wir beigegangen und haben sie beide aufgehängt. Was sollte man sonst mit ihnen machen, Besseres sind sie ja doch nicht wert. Und so geht es den ganzen Tag und ganze Wochen. Da geht auch nicht ein Tag vorüber, wo wir sie nicht gefangennehmen. Das ganze Dach hängt voller Partisanen.“

Das scheint ja diesem Rotzlümmel einen tollen Spaß zu machen. Der Brief ist sehr aufschlußreich. Er zeigt:

  1. daß die „Säuberungsaktionen“ nicht allein von der SS und ähnlichen Mördereinheiten durchgeführt werden, sondern von der gesamten Truppe (was immer geleugnet wird);
  2. daß jeder losgelassene „Herrenmensch“ Menschen jagen, schlagen und aufhängen darf, wie er Lust hat (wer Partisan ist, bestimme ich!);
  3. daß den Soldaten Hitlers jedes Gefühl für Würde, Ehre und Ritterlichkeit aberzogen worden ist.

Kommt doch diesem Lümmel nicht einmal eine Ahnung an, wie groß diese schweigenden Helden sind gegenüber seiner aufgeblasenen Kümmerlichkeit! Wenn solche Banditen (ach wie viele Deutsche werden diesen Namen verdienen!) in Gefangenschaft geraten oder einmal nach Deutschland zurückkehren sollten, müßten sie alle vor ein Volksgericht gestellt werden.

Quelle:
Erich Weinert: Memento Stalingrad, Verlag Volk und Welt Berlin (DDR), 1961, S.18-29.


P.S. Kaum einer der deutschen Soldaten hat nach dem Krieg etwas erzählt von dem, was er erlebt hat. Sie haben fast alle geschwiegen! Warum wohl? Nicht nur die SS, auch die Wehrmacht hat sich an Kriegsverbrechen in der Sowjetunion beteiligt. Was für eine Geduld und wieviel Menschlichkeit gehörte wohl dazu, wenn sowjetische Soldaten, denen „einfache“ deutsche Wehrmachtssoldaten die ganze Familie umgebracht hatten, Haus und Hof niederbrannt und Schulen, Bibliotheken und Betriebe geplündert und verwüstet hatten, nicht sofort Rache übten, sondern das Kriegsverbrecher-Gericht von Nürnberg abwarteten. Man kann nur hoffen und wünschen, daß diese „Partisanenjäger“ den Krieg nicht überlebt haben!


Beispiel: Brief – gefunden bei einem toten deutschen Soldaten in der Nähe von Tula:
brief
…werden wir uns mal anschauen. Denkt mal Eltern seit 22. Juni 3.15  geht dieser Schwindel in den ersten 2 Monaten Tag und Nacht marschiert und doch nicht zu Ende. Unsere Gruppe haben uns vorgenommen keine Russen gefangen nehmen gleich erschießen die Schweinehunde. Am 1.11.1944 wurde  euer Sohn zum Oberschützen ernannt das bringt mir aber nichts ein, ich will zu euch in die Heimat.
Aufwiedersehen!!
Euer Ernst

Ergebnis von Stalingrad: Trotz mehrerer Versuche der sowjetischen Führung, den obersten Führer des Kessels von Stalingrad, General Paulus, zur Kapitulation zu bewegen. lehnte dieser mehrmals ab. Durch seine starrsinnige Haltung verschuldete er den Tod von 239.000 deutschen Soldaten. Die deutsche Heeresgruppe unter dem Befehl Mansteins war bei ihrem Versuch, von Südwesten her nach Stalingrad vorzudringen und die eingeschlossenen deutsch-faschistischen Truppen zu entsetzen, restlos geschlagen worden. Am 2. Februar 1943 hörte die deutsche Heeresgruppe bei Stalingrad auf zu exi­stieren. Von 330.000 Mannschaften und Offizieren blieben nur 91.000 am Leben und gerieten in Gefangenschaft. Unter ihnen befanden sich 2.500 Offiziere und 24 Generale mit Paulus an der Spitze, der kurz zuvor von Hitler zum Generalfeldmarschall ernannt worden war. Es war die Wende des 2. Weltkriegs!


Siehe auch:
Offener Brief von Stalingrad-Vetranen an Bundeskanzlerin Merkel
Stalingrad! … ach diese verfluchten deutschen Faschisten!
Ein letzter Brief aus der Hölle…
Wie ein Kirchenhistoriker die deutsche Geschichte fälscht…
Geschichte einer sowjetischen Tapferkeitsmedaille. Dank Euch, Ihr Sowjetsoldaten, für die Befreiung vom Faschismus!

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Eine Antwort zu So werden die Deutschen gegen andere Völker aufgehetzt… (Soldatenbriefe von Stalingrad 1943)

  1. Tankist schreibt:

    Es gehört zum Wesen des Bürgertums, zur Durchsetzung seiner Interessen grausame Aggressionskriege zu führen. Neben Militärtechnischen Parametern, operativen Fähigkeiten und strategisch- taktischem Geschick spielt die geistig-moralische Verfassung der kämpfenden Truppe eine entscheidende Rolle für Sieg oder Niederlage. Ähnlich wie heute wieder wurde damals versucht, dem Deutschen Volk eine Russophobie, Angst und Schrecken vor allem Bolschewistischen, einzupflanzen.

    Vor Moskau, an der Wolga, bei Kursk und in den Bjelorussischen Sümpfen standen diese Herrenmenschen dann, nachdem sie auf Ihrem Feldzug mordeten und brandschatzten, nach Aussage ihres „Führers“ vor dem entscheidenden Sieg. Ihnen stand die Armee Stalins, die Rote Arbeiter- und Bauernarmee gegenüber. Keiner ihrer Soldaten, Offiziere und Generäle, kein Partisan, keine Arbeiterin in der Munitionsfrabrik und kein Bauer, der das Korn für der Soldaten Brot erntete, wollten diesen Krieg. Die Imperialisten wollten ihn.

    Nach schrecklichen Kriegsjahren siegte die marxistisch-leninistische Moral, siegten die Soldaten mit ihrer Liebe zur Heimat im Herzen und ihrem Glauben an Stalin gegen die Bestie der Bourgeoisie. Nachdem das rote Siegesbanner mit Hammer und Sichel über Berlin wehte, wagte das Bürgertum bis zum Sieg der Konterrevolution keinen Krieg mehr in Europa. Sinn des Soldatseins im Sozialismus war die Erhaltung und Sicherung des Friedens, nicht die Aggression gegen andere Völker und Kulturen.

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