Iwan Borissowitsch Konopadski…

Ïëàêàò âðåìåíè Âåëèêîé Îòå÷åñòâåííîé âîéíûHier soll berichtet werden von einem mutigen Menschen, einem Kommunisten, der sein Leben selbstlos eingesetzt hat, um Hunderte, ja vielleicht sogar Tausende seiner Kameraden und Landsleute vor den Tod zu bewahren. Er hat sein Leben eingesetzt im Kampf gegen den Faschismus, im Kampf für die sozialistische Gesellschaft. Auch wenn es heute der Bourgeoisie, den Faschisten, zeitweilig wieder gelungen ist, den Sozialismus zu besiegen – dieser Sieg ist nicht das letzte Wort der Geschichte. Im Russischen sagt man. Niemand ist vergessen, nichts ist vergessen!  Für immer werden wir uns an diese Helden der Sowjetunion erinnern. Ihr Ruhm ist unvergänglich!

Der Filmvorführer Konopadski

Iwan Borissowitsch Konopadski ist bekannt durch die Sprengung des Lichtspieltheaters in Mikaschewitschi, bei der hundertzweiundfünfzig Faschisten den Tod fanden, darunter auch die fünfundsechzig SS-Schergen, die am 12. November 1942 zweihundertvierzig friedliche Dorfbewohner, Greise, Frauen und Kinder, ermordet hatten. Und wie viele Menschen hatten sie vorher gemordet, und wie viele hätten diese Bestien noch umgebracht, wenn sie am Leben geblieben wären und weiter ihr Unwesen in un­serem Sowjetland getrieben hätten. Am 16. November 1942 aber Iegte Konopadski, der einfache belorussische Bauer mit dem großen, heißen Herzen eines sowjetischen Patrioten, eine Mine und strafte die Henker des belorussischen Volkes…

Der zurückhaltende, sogar etwas schüchterne junge Bursche machte auf den ersten Blick den Eindruok, als könnte er keiner Fliege etwas zuleide tun. Doch als der Feind in unser Land einbrach und mit unerhörter Grausamkeit wütete, da wurde dieser junge Mann zum Volkshelden und vollstreckte das Urteil des sowjetischen Volkes an dem fremden Eroberer. Die Explosion des Kinos in der kleinen belorussischen Ortschaft wurde in Berlin und sicherlich auch in einigen anderen Hauptstädten sehr wohl gehört. Eine Tat, die die unbeugsame Kraft des einfachen Sowjetmenschen offenbarte!

Die Kriegsbrandstifter in Europa und Amerika, die in die Fußtapfen des Faschismus treten und mit der Atombombe drohen, mögen sich die Taten von Sowjetmenschen wie Alexander Matrossow und Iwan Konopadski vor Augen halten, Diese Menschen sind durch nichts einzuschüchtern. Die Freiheit und :Unabhängigkeit der sowjetischen Heimat ist ihnen teurer als das eigene Leben. Sie sind unbesiegbar.

Die Organe der örtlichen Verwaltung haben Iwan Konopadskis Verdiensten Rechnung getragen. Er wurde Leiter der Lichtspieltheater in seinem Bezirk. Nach dem Abmarsch der Okkupanten war im ganzen Bezirk weder eine Vorführeinrichtung noch ein geeignetes Gebäude vorhanden. Unter großen Schwierigkeiten trieb Konopadski einen LKW auf und richtete ein Wanderkino ein. Bald folgte ein zweites. Das war im November 1944. Im November 1947 waren in seinem Bezirk bereits drei feste. Lichtspielhäuser in Betrieb, und eine Anzahl von Wanderkinos betreute die Kolchose und Sowchose.

Konopadski, dessen Bezirk in der Entwicklung des Kinowesens an erster Stelle in diesem Gebiet steht, wurde fur seine vorbildliche Arbeit prämiiert. Ich traf Iwan Borissowitsch anläßlich einer Ordensverleihung in Moskau. Vier Jahre hatten wir uns nicht gesehen, aber Iwan schien sich nicht verändert zu haben. Er war noch ebenso bescheiden und schüchtern wie damals.

Nach dem Kriege hat er geheiratet. Seine Frau und die beiden Kinder hängen an ihm. Die Nachbarn schätzen ihn als einen zuverlässigen Genossen und vorbildlichen Familienvater.

Quelle:
Grigori Linkow: Die unsichtbare Front. Verlag für fremdsprachisge Literatur, Moskau, 1946, S.694f.


An dieser Stelle möchte man einen dicken Strich ziehen. Und zwar deswegen, weil beide Geschichten nichts, aber auch absolut gar nichts miteinander zu tun haben. Dennoch betreffen sie die gleiche Sache: den Kampf an der unsichtbaren Front! Während Iwan Borissow Konopadski ein Held ist, ist die nachstehende Person ein Verräter. Man kann die Schwere des Verrats erst dann ermessen, wenn man den Wert des Heldentums kennt. Die Asche dieser unten genannten Person ist es nicht einmal wert, in alle Winde verstreut zu werden. Man wird ihn vergessen…

Nachruf auf „Glasschüssel“

Vor kurzem erreichte uns eine Meldung: Ex-Stasi-Oberst Eberhard Lehmann hat das Zeitliche gesegnet. „De mortuis nihil nisi bene“ – über Verstorbene soll man nur Gutes berichten. Wenn es nach der lateinischen Spruchweisheit ginge, müßten wir stumm bleiben. Das wäre im konkreten Falle aber zuviel der vornehmen Zurückhaltung.
Anfang 1990 nahm Eberhard Lehmann mit dem Kölner Verfassungsschutz Kontakt auf, um sein Insider-Wissen über Kundschafter der DDR in der Bundesrepublik gewinnbringend zu veräußern. Dort erhielt er den Decknamen „Glasschüssel“. Über einhundert Namen soll er geliefert haben. Die Gegenleistung: 300.000 DM in bar und eine monatliche Rente von 3.000 DM. So verhalf er dem Verfassungsschutz zu einem späten Erfolg, der von diesem dann auch genüßlich ausgekostet wurde.
Die ganz überwiegende Mehrzahl der Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS und der Verwaltung Aufklärung der NVA haben es abgelehnt, die von ihnen geführten Kundschafter zu belasten oder gegen eines Judaslohn zu verraten. Nicht wenige nahmen dafür Beugehaft, eigene Strafverfolgung und erhebliche finanzielle und berufliche Nachteile in Kauf. Ihr Ehrgefühl, die Verbundenheit zu den Menschen, mit denen sie oft jahrzehntelang auf der Basis gegenseitigen Vertrauens zusammengearbeitet hatten, und nicht zuletzt ihr Offizierseid ließen es für sie undenkbar erscheinen, Menschen für Geld ans Messer zu liefern.
Leider gab es auch in der DDR Opportunisten, die die aktuellen Losungen immer besonders lautstark vertraten und ihr Fähnlein in den jeweiligen Wind hielten. Es wundert nicht, daß dieser Menschentyp im Zeichen der „Wende“ sich auch selbst sehr schnell wendete und den neuen Herren seine Dienste anbot.
Ob Eberhard Lehmann sich in seiner Rolle als „Glasschüssel“ wohl fühlte, ob er sich noch selbst im Spiegel sehen konnte, wissen wir nicht. Vielleicht hat ihn bis zuletzt die Angst verfolgt, eines seiner Opfer könnte ihn zur Rechenschaft ziehen. Aber wir wissen eines: Der deutsche Steuerzahler spart ab sofort 3.000 DM bzw. 1.500 Euro Verratsrente. In diesem Sinne: Requiescat in pace.
Wolfgang Bergmann
04.11.2010

 Quelle: Kundschafter für den Frieden

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7 Antworten zu Iwan Borissowitsch Konopadski…

  1. Rolf schreibt:

    Danke für die beiden Beiträge.
    Nach meiner Meinung haben diese Geschichten doch miteinander zu tun.
    Sie zeigen 2 sehr unterschiedliche Menschen-Typen, solche Typen sind und waren immer unter uns.
    Die Geschichten sagen uns: „Seid wachsam – werdet wachsamer“.
    Zu DDR-Zeiten haben wir es wohl nicht so ernst damit genommen …

    Rolf

    • Vorfinder schreibt:

      Doch, Rolf, viele haben es ernst genommen. Aber in gesicherten sozialistischen Verhältnissen aufzuwachsen, brachte für manche auch mit sich, dass man das gesicherte Leben, die Errungenschaften für gegeben hielt. Unser Staat hat den Fehler gemacht, die Errungenschaften als etwas eher kaltes darzustellen, statt das Vitale daran immer wieder greifbar zu machen.

      Der Mensch lernt mitunter langsam. Noch ist der Lernprozess in der Gesellschaft nicht abgeschlossen. Aber es werden wieder mehr, die sich jetzt dem Erkennen anschließen.

      Die reale Menschenfeindlichkeit des Imperialismus selbst, bringt das Gedenken an Helden wie Iwan Konopadski wieder in die Köpfe von Menschen, die Erkennen, dass die Verbrechen der Imperialisten- aktuell z.B. gerade die heimtückischen Angriffe mit Bruch der Waffenruhe in Syrien – dass ganz übliche Gesicht des Imperialismus ist. Oder TTIP und CATA oder BAYER/MONSANTO, oder Bundeswehr im Innern, oder Harz IV Nötigung oder, oder, oder.

      Verräter wie diese „Glasschüssel“ machen auch sichtbar, das revolutionäre Wachsamkeit eine unerlässlich Voraussetzung ist. Der Feind war immer real, auch wenn zu viele in der DDR lange so lebten, als stünde das nur in Büchern.

      Wohl wegen so mancher „Glasschüssel“ habe wir es nicht hingekriegt, unsere DDR zu bewahren.

      „Man darf nicht vergessen, dass man zugrunde gehen kann unter
      Verhältnissen, wo die Schwierigkeiten zwar groß sind, der Untergang aber nicht im allergeringsten zwangsläufig ist.“ (Lenin, Werke Bd. 33, S. 194)

  2. Tankist schreibt:

    Ja Rolf, bin Deiner Meinung. Aufbau, Sicherung und Entwicklung des Sozialismus hat bisher nur die Partei der Bolschewiki unter Führung Stalins hinbekommen. Warum? Weil sie die Partei säuberten und Feinde und Verräter wie Feinde und Verräter behandelt haben. .

  3. Vorfinder schreibt:

    Was @Tankist anmerkt, gehört völlig zur Wahrheit. Wir sollten uns Wahrheiten nicht von dem Propagandagetöse der Menschfeinde verstellen lassen.

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    Vorfinder, dass wir den Sozialismus nicht „hingekriegt“ haben wegen solcher Glasschüsseln, das ist mir eine zu enge Sicht. Die Verräter saßen viel höher als Glasschüssel. Und es war auch nicht nur Verrat. Es war der Revisionismus des Marxismus-Leninismus, der solche Figuren wie Glasschüssel überhaupt erst hervorgebracht hatte. Hätte er dadurch nicht die Gelegenheit erhalten, wäre niemand auf die Idee gekommen, in ihm könnte ein Verräter stecken. Und wenn du dir die Berliner Wahlergebnisse ansiehst: Was glaubst du, wie viele der Ostberliner Wähler waren keine „Verräter“? Nein, es waren die durch den Revisionismus in der DDR veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse, die den Verrat erst möglich machten. Übrigens hat sich die Linkspartei in einer künftigen rot-rot-grünen Koalition viel vorgenommen, man könnte es so zusammenfassen: Zuerst einmal wird alles Elend in Berlin beseitigt. Später dann im Bund. Was dann wird, überlegen sich Gysi und die „Vordenker“ noch. Da wünschen wir ihnen mal viel Erfolg.

    • sascha313 schreibt:

      Klar, daß der moderne Revisionismus die sozialistischen Länder allmählich hat brüchig werden lassen. Doch den Verrat gab es auch vorher schon. Grigori Linkow („Batja“) beschreibt in seinem Buch „Die unsichtbare Front“ ein Beispiel aus dem Großen Vaterländischen Krieg. (Und „Glasschüssel“ war ja nun auch nicht gerade eine unbedeutende Nummer.)

      Linkow schreibt: „Die Leute, die sich in diesen Partisanenverbänden [von Brest] zusammengefunden hatten, waren unterschiedlich. Viele waren willens und fähig zu kämpfen. Einige wollten nur ihre Haut retten, und was andere vorhatten, das mochte der Teufel wissen.“ (S.510) Und weißt Du, was Linkow tat? Er war der Kommandeur. Er erkundigte sich, er sprach mit diesem Vorgesetzten, in dessen Einheit es mehrere Verräter gab, er machte einen akzeptablen Vorschlag – Reaktion? Betont gelangweilt, protestierend … doch als alles das nichts half … erschoß er ihn.

    • Vorfinder schreibt:

      Liebe Hanna, wir sind da nicht unterschiedlicher Sicht. Ich schrieb nur, dass damals viele in unserer Republik schon ernst nahmen, den Sozialismus zu verteidigen. Wie sich aber herausstellte, waren die Vielen keine Mehrheit, als die Konterrevolution hätte abgewehrt werden müssen. Und bezogen auf „Glasschüssel“ meinte ich ja nicht nur dessen Kreise. Es war und ist wie Du sagst. Was uns sehr zu denken geben muss ist, weshalb so viele Menschen der PdL noch und noch und noch (nun 26. Jahre nach der Konterrevolution!) auf den Leim gehen und andererseits, weshalb diese Partei diesen Verrat über all die Jahre noch durchziehen kann. Das geht doch nur, weil wir eben keine wahre Kommunistische Partei haben. Und wahr bleibt auch was Sascha anführt. Und Linkow tat das Nötige.

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