Also sprach Lenin 1917…

… Es geht um den Frieden!

lenin-mai1917

Quelle: W.I. Lenin: VII. Allrussische (April-)Konferenz der SDAPR (B) 7.-12.Mai 1917. In: W.I. Lenin: Das Jahr 1917. Eine Sammlung ausgewählter Aufsätze und Reden, Dietz Verlag Berlin 1957, S.116.

In Hunderten von Briefen, Artikeln und Reden nahm Lenin 1917 immer wieder darauf Einfluß, daß die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Marx und Engels auch genügend beachtet werden. Lenin setzte sich energisch dafür ein, die Theorie des Marxismus zu verbreiten, deren Richtigkeit in der Praxis zu prüfen, durchzusetzen, was richtig war, und Fehler und Abweichungen zu korrigieren. Lenin scheute sich nicht vor Kritik und Selbstkritik in der eigenen, kommunistischen Partei, und er rechnete schonungslos ab mit denen, die bereit waren, mit der Bourgeoisie faule Kompromisse einzugehen.

Lenin war schon klar, was Peter Hacks später so formulierte:

„Jede kommunistische Bewegung zu jeder Zeit seit 1848 ist zu einem etwa konstanten Anteil mit Kräften durchsetzt, denen die ganze Sache zu anstrengend ist und die potentiell bereit sind, die Friedensangebote, die die Bourgeoisie ihnen macht, wohlwollend zu prüfen.“ (Quelle: Peter Hacks „Am Ende verstehen sie es“, Eulenspiegel Verlag Berlin, 2005, S.112.)

Und Lenin war auch klar, was Johannes R. Becher wußte:

„… die Wahrheit setzt sich nicht von selbst durch,
Sondern muß durchgesetzt werden
Von denen, die sie wissen,
Damit sie ganz recht haben,
Um der ganzen Wahrheit willen.

Verzichtend auf die Mittel geduldiger Überzeugung,
Setzt man sich selber ins Unrecht
Und dient der Wahrheit nur zum Teil.

Man schadet der Wahrheit,
Wenn man sich begnügt
Mit einer Teilwahrheit.“

Siehe  hier


Auch wenn die Cyber-Armee der Bundeswehr mit ihren künftig 13.550 Internetsoldaten noch so groß sein sollte…  sie werden die Wahrheit nicht töten!


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7 Antworten zu Also sprach Lenin 1917…

  1. Uwe Klaus schreibt:

    Hallo Sascha, Dein Blog regt mich zu der Frage an. ob wir nicht Lösungen für ein angeleitetes Selbststudium der Klassiker des ML zu organisieren in der Lage wären? Ich bin gespannt auf Deine Antwort.
    Uwe

    • sascha313 schreibt:

      Lieber Uwe, so gerne wie wir Deinen Vorschlag aufgreifen würden, weil es tatsächlich überaus notwendig ist, sich mit den Grundlagen der wissenschaftlichen Weltanschauung von Marx, Engels, Lenin und Stalin zu befassen, so sehr müssen wir hier darauf verweisen, daß jeder, der sich als Kommunist versteht (ob nun Mitglied einer Partei oder nicht), die Aufgabe hat, in seinem Umfeld den Marxismus weiterzuverbreiten.

      Und das ist eigentlich ganz leicht! Wir stellen hier umfangreiches Material zu Verfügung, das sich jeder zunutze machen kann. Über die Stichwortsuche (rechts oben) kann man vieles finden. Auch gibt es immer wieder gute Möglichkeiten, für wenig Geld marxistische Literatur zu erwerben, zu lesen und zu studieren!

      Wir wissen aber auch, daß dies nicht immer geschieht! Es wird eine Zeit kommen, wo sich die Arbeiterklasse wieder spontan organisieren wird. Dann wird es die Aufgabe jedes Kommunisten sein, sich führend an die Spitze dieses Kampfes zu stellen.

      Ich bin ganz sicher, daß es dann auch wieder eine kommunistische (bolschewistische!) Partei geben wird! Für die Arbeiterklasse!

      • Doed schreibt:

        Nicht zu vergessen, dass es im Internet etliche Seiten gibt, die die Klassiker der kommunistischen Literatur bereitstellen. Ich habe mir auch den Anti-Dühring und das Kapital Band I ausgedruckt (mehrere Seiten auf ein Blatt). Da kann man auch getrost mal etwas anstreichen. Mit dem Anti-Dühring bin ich durch. Weil es viele empfohlen haben, habe ich ihn als erstes gelesen. Ist wohl ein guter Überblick den Engels liefert.

  2. Dr. Reiner Burkhardt schreibt:

    Warum ist die DDR untergegangen?

    Ja, dafür gab es innere und äußere Gründe. In den 40 Jahren der Existenz der DDR ist ja viel passiert. Die Startbedingungen waren schon unvergleichlich ungünstiger als in der Westzone. Noch bevor die Waffen schwiegen, haben die USA und England das Konzept für den kalten Krieg erarbeitet. Die BRD wurde zu einem Frontstaat entwickelt. Man nutzte alle Möglichkeiten, um das Denken und die Gefühle der DDR-Bürger im Sinne des kalten Krieges zu beeinflussen, genauso, wie man alles unternahm, um der DDR wirtschaftlich zu schaden. Die Annahme der Stalinnote, nach der in Deutschland freie Wahlen zur Wiedervereinigung stattfinden sollten, passten nicht in dieses Konzept. Die Bedingung war nur die militärische Neutralität Deutschlands.

    Die Ostzone und die DDR hat nahezu zu 100% die in Potsdam festgelegten Reparationen an die Sowjetunion bezahlt. Die Stahllieferungen aus dem Ruhrgebiet nach Mitteldeutschland wurden noch vor der Gründung der DDR drastisch gekürzt. Das wurde durch die DDR ausgeglichen. Man kann nur ahnen, welcher Aufwand z. B. zum Bau von Eisenhüttenstadt notwendig war. Es gab für die DDR keinen Marschallplan. Die Sowjetunion hatte mit sich zu tun, um die gewaltigen Kriegsschäden zu beseitigen. Viele Betriebe mussten vollkommen neu aufgebaut werden weil sie zerstört waren bzw. weil sie im Rahmen der Reparationen demontiert wurden. Das vollzog sich unter der permanenten Abwerbung von hochqualifizierten Menschen aus der DDR und auch unter den Bedingungen von Wirtschaftsspionage.

    Ein vollkommen neues Bildungssystem wurde in kurzer Zeit geschaffen. Gewaltige Wirtschaftsprojekte wurden in Angriff genommen. Es wurde sogar versucht, in der DDR eine Flugzeugindustrie aufzubauen. Die „152“, ein vierstrahliges Düsenpassagierflugzeug, wurde einschließlich der Triebwerke in den 50-er Jahren entwickelt. Die Flugerprobung war schon angelaufen. Weitere Typen lagen schon auf dem Reißbrett. Die Sowjetunion versprach, Hauptabnehmer zu werden. Allerdings trat Chrustschow von diesem Versprechen zurück, als schon Milliarden in dieses Projekt investiert waren. Die DDR wäre das 3. Land der Welt gewesen, das ein solches Flugzeug gebaut hätte.

    Trotz aller Probleme, die es gab, hat es die DDR geschafft, ein für die Bürger kostenfreies Bildungssystem, kostenfreie Grippen- und Kindergartenplätze, unzählige kostenfreie außerschulische Sport. und Bildungsangebote zu schaffen. Ein entlassener Strafgefangener bekam sofort eine Wohnung und einen Arbeitsplatz, einschließlich eines Betreuers. Das Rechtssystem funktionierte in der Hauptsache viel humaner als heute. Man brauchte in vielen Fällen keinen Rechtsanwalt. Kleinere Delikte wurden in den Arbeitskollektiven, in den FDJ- und Parteiorganisationen abgearbeitet. Das Gesundheitssystem war für jeden DDR-Bürger kostenlos. Ein Arzt war nur Arzt und kein Geschäftsmann. Das Entlohnungssystem basierte auf 3 Prinzipien: Auf der Gleichberechtigung von Mann und Frau, auf der Bildung, Ausbildung und Verantwortungsübernahme und auf dem Prinzip, dass der Abstand in der Entlohnung zwischen den Arbeitern und Bauern und dem Führungspersonal moderat war.

    Die DDR setzte durch, dass alles, was im täglichen Leben gebraucht wurde, auch sehr billig blieb. Eine Kilowattstunde kostete z.B. 8 Pfennige, wie auch der Kilometer mit der Eisenbahn. Dagegen waren Luxusartikel oder Artikel, die man nicht jeden Tag brauchte, entsprechend teurer. Warum lag die Geburtenrate in der DDR weit über der der BRD? Damals junge Familien werden sich an die großzügige Unterstützung vielleicht noch erinnern. In der DDR gab es ein Gesetz, das regelte, dass alle Industriegüter mindestens 12 Jahre halten müssen. Ja, das sind nur Beispiele. Trotzdem und darauf war ich auch immer ein wenig stolz, hatte die DDR von allen sozialistischen Ländern den höchsten Lebensstandard. Warum ist trotzdem alles schief gegangen?

    Die Führung der DDR hat es nicht verstanden, dass seht gute Bildungsniveau der Bevölkerung optimaler zu nutzen. Der hohe Grad der Zentralisierung hat die Entwicklung gedämpft. Die Partei hatte eben nicht immer Recht. Viele Vorschläge von Bürgern wurden als störend empfunden. Hier spreche ich auch aus eigener Erfahrung. Karriere haben häufig die gemacht, die formal das wiederholten, was gestern im Neuen Deutschland stand (und die heute den Kapitalismus lobpreisen). Das war in vielen Fällen das Gegenteil von dem, was Marx, Engels und Lenin forderten. Der sozialistische Wettbewerb war in vielen Fällen ein Papiertiger. Ein intelligent gesteuerter Wettbewerb und die Durchsetzung des Prinzips, Fachwissen vor Lippenbekenntnissen, wie es die junge Sowjetrepublik mit dem Kommissarprinzip durchgesetzt hatte, hätten die inneren Probleme minimiert.

    Die äußeren Bedingungen wirkten noch destruktiver als die inneren Probleme. Die Berieselung der DDR-Bürger über Funk- und Fernsehen, verbunden mit den optimalen Bedingungen der Entwicklung der Wirtschaft, wozu auch die vielen Fachleute aus der DDR beigetragen haben, die verwandtschaftlichen Beziehungen, aber auch die Intershop-Läden in der DDR, das Auftreten von BRD-Bürgern in Urlaubszentren der sozialistischen Ländern, wie auch die steuerlich absetzbaren Weihnachtspakete an die damaligen Brüder und Schwestern in der DDR und manches Andere, haben viele DDR-Bürger verwirrt. In der BRD sah man so etwas wie ein Paradies. Zu den äußeren Bedingungen gehörte die Hallsteindoktrin und die vielen Versuche westlicher Geheimdienste in die DDR einzudringen.

    Zu den äußeren Bedingungen zählt aber auch das Verhältnis zur Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern. Dieses Verhältnis war sehr ambivalent. Die Sowjetunion hat der DDR sehr geholfen. Wenn es aber Probleme gab, hat sie aber auch nahezu immer ihre Position durchgesetzt. Auf wirtschaftlichem Gebiet ging das häufig zu Lasten der DDR. Gorbatschow hat sicher erkannt, dass in der Sowjetunion Veränderungen notwendig waren. Er hatte dafür aber kein richtiges Konzept. Es hätte uns aufhorchen lassen sollen, als der Westen ihm auf die Schulter klopfte. Er hat sich dadurch selbst überschätzt und wurde, so beschrieb es Falin, zum größten Diktator nach Stalin. Für mich wurde er zum Verräter.

    Unter diesen Bedingungen hätte die DDR nur dann eine reelle Chance gehabt, wenn das Volk voll zur DDR gehalten hätte. Das Volk hatte sich aber zu wesentlichen Teilen anders entschieden. Dies Entscheidung haben viele längst bereut- zu spät. Brüder und Schwestern gab es nach der Wende nicht mehr. Reisen ist eben nicht alles. Es werden Zeiten kommen, wo sich Auslandsreisen nur noch Wenige leisten können. Den Medien und der Politik wird es aber gelingen, auch dann noch oder dann noch vielmehr von Stasi, Diktatur und Unrechtstaat zu sprechen.
    Dr. Reiner Burkhardt

    • Doed schreibt:

      Dass die Partei nicht immer recht hatte, mag sein. Sicher fehlte es an demokratischen Spielraum. Das denke ich, war aber der Geschichte geschuldet. Auch viele wirtschaftliche Entscheidungen (man hält ja immer die zurückgehaltenen moderneren Automobile vor) hatten eventuell tieferliegende Gründe, warum man anders gehandelt hat. Vielleicht hat man die Rohstoffe einfach in anderen Wirtschaftszweigen priorisiert. Das ist ja der große Vorteil der Planwirtschaft, dass Entwicklungen gut gesteuert werden können. Wenn erst die Grundstoffindustrie sich entwickeln muss, kann man nicht anfangen in Quietscheentchen zu investieren.
      Ob die DDR nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion überlebt hätte, glaube ich nur schwer. Wahrscheinlich hätten die anderen Länder massiv Wirtschaftssanktionen mitgemacht. Ist ja auch heute noch so mit Kuba. Wer mit Kuba Wirtschaftsbeziehungen aufbaut, wird von den USA sanktioniert. Ich glaube nicht, dass sich Länder die die Seiten gewechselt haben, das Risiko eingegangen wären. Und ab da hätte sich die Lebensqualität massiv verschlechtert in der DDR. Im Grunde ist ja schon durch weniger Probleme untergegangen. Es hat sich einfach das Kernland, die Sowjetunion, als wichtiger Rohstofflieferant aufgelöst. Und schon vorher hat man die Konditionen für die Rohstoffe verschlechtert. Man musste in den 80ern in Devisenwährungen bezahlen. Wenn das nicht Verrat war, dann weiß ich es auch nicht.

    • Inson schreibt:

      Obwohl ich es damals nicht so sah, Gorbatschow war bereits ein Verräter bevor er Generalsekretär der KPdSU wurde.
      „Gorbatschow als Generalsekretär – das ist die Konter-revolution an der Spitze der KPdSU! Gorbatschow als
      Präsident der UdSSR – das ist das Ende des Sozialismus
      in der Sowjetunion! ,Neues Denken’ – das ist die Paralyse des revolutionären Gehalts der kommunistischen Weltbewegung.“
      (Rolf Vellay auf der sog. Perestroika-Konferenz des Frankfurter IMSF der DKP im Jahre 1987, erschienen in: Ausgewählte Aufsätze, Briefe und Vorträge, Heft 83, Berlin, Mai 2002 der Schriftenreihe für marxistisch-leninistische Bildung der KPD.)

  3. Rolf schreibt:

    Richtig Sascha – der Tag wird kommen! Das sagte auch E.H. in seinen Interviews.
    Obwohl er ja auch „aufgeweicht“ wurde. Vermutlich wollte er auch nur ein „anerkannter sozialistischer Staatsmann“ sein.

    Lernen wir und versuchen wir es diesmal besser zu machen. Um vielleicht unsere „Unfähigkeit und Aufgabe“ abzumildern und unserem „Statut oder Eid“ gerecht zu werden. Behalten wir unsere Erkenntnisse im Kopf und geben sie weiter an die „Zukunft“ – unsere Jugend,

    Danke auch an Herrn Dr. Burkhardt – eine sachliche Zusammenfassung. Vielleicht können wir hier – alle zusammen, die Daten der sozialistischen DDR – des Sozialismus – aufzeigen. Also eine Historie der „Guten Seiten des DDR-Sozialismus“ auflisten. Vielleicht auch noch mit den Problemen und Fehlern, die wir nicht behoben haben oder beheben konnten.

    Bei der Anfrage zum Parteilehrjahr muss ich mich Sascha anschließen. Es ist eine gute Idee, aber wir müssen uns auch auf unsere Pflichten besinnen – ich auch. Ich bin wahrlich kein Meister der Klassiker. Aber ich versuche es und Sascha hilft mir da mächtig mit seinen Beiträgen zur aktuellen Lage, zu den Klassikern und zu vielen einzenen Sachverhalten in der Geschichte der Arbeiterklasse.

    Rolf, der Waldschrat

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