Warum ist der Kommunismus eine Wissenschaft?

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Die Träume von Generationen werden Wirklichkeit

Um das Wesen der Gesellschaftsordnung, in der wir leben, erfassen zu können, ist es notwendig, wissenschaftlich an die Dinge heranzugehen. Dabei gilt es, die Hintergründe und Zusammenhänge der gesellschaftlichen Prozesse zu erforschen, die jeweiligen Ursachen der Erscheinungen herauszufinden und die dem Ganzen innewohnenden Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Doch dazu sind bestimmte Voraussetzungen erforderlich. Zum einen ist das eine materialistische Geschichtsaufassung, in der das gesellschaftliche Sein das Bewußtsein bestimmt, und zum anderen ist das die Mehrwerttheorie von Karl Marx. Diese beiden großen Entdeckungen waren entscheidend dafür, daß der Sozialismus von einer Utopie zur Wissenschaft wurde.

Anwendung des dialektischen Materialismus

Der wissenschaftliche Kommunismus ist somit die gesetzmäßige, folgerichtige Fortsetzung der philosophischen und ökonomischen Lehren des Marxismus, ist ihre Anwendung auf die Strategie und Taktik des Klassenkampfes der Arbeiterklasse und für den Aufbau einer kommunistischen Gesellschaftsformation. Die Anwendung der materialistischen Dialektik auf die Untersuchung der Gesellschaft und besonders auf die Entwicklung und den Kampf der Arbeiterklasse war und ist eine wesentliche Voraussetzung für die Aufdeckung der Gesetzmäßigkeiten dieses Kampfes und die Ausarbeitung einer wissenschaftlichen Politik.

… im Interesse der werktätigen Klasse

Der wissenschaftliche Kommunismus unterscheidet sich grundsätzlich von allen anderen Sozialismusauffassungen der Vergangenheit und Gegenwart durch seine unlösbare Verbindung mit der Philosophie und der politischen Ökonomie des Marxismus-Leninismus, durch seine Wissenschaftlichkeit und Objektivität, mit der er die gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse widerspiegelt. Er unterscheidet sich von anderen Gesellschaftstheorien auch durch seinen offen hervorgehobenen Klassencharakter und seine konsequente Parteilichkeit. Er ist der theoretische Ausdruck der Interessen und Ziele der Arbeiterklasse, die mit den Erfordernissen des gesellschaftlichen Fortschritts, mit den Interessen aller Werktätigen in Ubereinstimmung stehen.

Es gibt keinen anderen Weg!

Die Gegner der Arbeiterklasse versuchen deshalb immer wieder, den wissenschaftlichen Kommunismus von den anderen Bestandteilen zu trennen, um damit die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft rückgängig zu machen und die bürgerliche Ideologie in die Arbeiterbewegung zu tragen. Sie bemühen sich, den Klassencharakter und die untrennbare Verbindung des wissenschaftlichen Kornmunismus mit der revolutionären Arbeiterbewegung und besonders mit der bisher erreichten höchsten Stufe der Verwirklichung der historischen Mission der Arbeiterklasse, dem sozialistischen Weltsystem, zu leugnen. Aber nur die Aneignung und Anwendung der marxistisch-leninistischen Theorie in der Einheit aller ihrer Bestandteile, als Weltanschauung der Arbeiterklasse, ermöglicht ein wissenschaftliches Bild von der Gesellschaft und die schöpferische Lösung der Aufgaben des sozialistischen und kommunistischen Aufbaus.


Was gehört zu einer wissenschaftlichen Weltanschauung?

Zu einer wissenschaftlichen Weltanschauung gehören a) die Philosophie des dialektischen und historischen Materialismus, b) die marxistische politische Ökonomie und schließlich c) der wissenschaftliche Kommunismus.


Warum ist die führende Rolle der Arbeiterklasse so wichtig?

Die Feststellung Lenins, daß die Lehre von der weltgeschichtlichen Rolle der Arbeiterklasse das Wichtigste im Marxismus [1] ist; geht davon aus, daß

  1. die Erkenntnis von der revolutionären Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den Hauptinhalt des gesellschaftlichen Fortschritts in unserer Zeit und das Klassenwesen des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus charakterisiert;
  2. der Sozialismus nur auf dem Boden des Kampfes der Arbeiterklasse zur Wissenschaft werden konnte;
  3. alle Bestandteile des Marxismus-Leninismus letztlich der umfassenden wissenschaftlichen Begründung der weltgeschichtlichen Mission der Arbeiterklasse dienen und
  4. mit der Klärung der Rolle der Arbeiterklasse die deutlichste Abgrenzung zu allen pseudosozialistischen Theorien erfolgt.

Die welthistorische Mission der Arbeiterklasse erfaßt alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Sie schließt die Lösung aller sozialen Probleme ein, die von der Ausbeutergesellschaft über Jahrhunderte hinweg hervorgebracht, aber nicht gelöst worden sind. Die revolutionäre Arbeiterbewegung ist die einzige Kraft, die die Gesamtheit der sozialen Probleme unserer Zeit in die Zielsetzung ihres Kampfes einbezieht und der Lösung zuführt.

Welche Aufgabe hat dieArbeiterklasse?

Die wichtigste soziale Aufgabe, die auch den Hauptinhalt der welthistorischen Mission der Arbeiterklasse bildet, besteht in der Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, in der Beseitigung materieller Not und kultureller Armut, in der ständigen Verbesserung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen. Die schwerwiegendste Folge der Herrschaft des Privateigentums und des Expansionsdranges der Ausbeuter ist der Krieg.

Wie wird der Kapitalismus beseitigt?

Die sozialistische Revolution ist eine Gesetzmäßigkeit des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus. Es ist Lenins Verdienst daß er, gestützt auf die Erkenntnisse von Marx und Engels, eine umfassende Theorie der sozialistischen Revolution ausgearbeitet hat, und sie in der ersten siegreichen sozialistischen Revolution erfolgreich anwandte. [2] Die sozialistische Revolution ist ein komplizierter, längerer Prozeß, in dem der Kampf der Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie seine höchste Stufe erreicht.

Der Hauptinhalt der sozialistischen Revolution besteht im Sturz der Herrschaft der Bourgeoisie, in der Errichtung der Herrschaft der Arbeiterklasse, die an der Spitze eines breiten Bündnisses steht, in der Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, in der Schaffung des gesellschaftlichen Eigentums an den wichtigsten Produktionsmitteln, in der allseitigen Durchsetzung neuer gesellschaftlicher Verhältnisse und im Kampf um die günstigsten internationalen Bedingungen zur Festigung ihrer Errungenschaften. Die sozialistische Revolution ist eine historische Notwendigkeit.

Wann kommt es zu einer Revolution?

Die objektiven Bedingungen der sozialistischen Revolution sind vor allem jene Prozesse, die auf der Grundlage aller Kampfbedingungen der Arbeiterklasse unabhängig vom Willen einzelner Klassen und Parteien die Herrschaft der Ausbeuter erschüttern und die Kampfbereitschaft der werktätigen Massen sprunghaft steigern. Wenn die sozialpolitischen Bedingungen infolge der Zuspitzung der ihnen zugrunde liegenden Widersprüche einen hohen Reifegrad erreichen und zu einer gesamtnationalen Krise führen, dann entsteht eine revolutionäre Situation, die durch drei Hauptmerkmale charakterisiert ist:

  1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten; die eine oder andere Krise der ‚oberen Schichten‘, eine Krise der Politik der Herrschenden Klasse, die einen Riß entstehen läßt, durch den sich die Unzufriedenheit und Empörung der unterdrückten Klassen Bahn bricht: Damit es zur Revolution kommt, genügt es in der Regel nicht, daß die ‚unteren Schichten‘ in der alten Weise ’nicht leben wollen‘, es ist noch erforderlich, daß die ‚oberen Schichten‘ in der alten Weise ’nicht leben können‘.
  2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus.
  3. lnfolge der erwähnten Ursachen steigert sich erheblich die Aktivität der Massen, die sich in der ‚friedlichen‘ Epoche ruhig ausplündern lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze Krisensituation als auch durch die ,oberen Schichten‘ selbst zu selbständigem historischem Handeln gedrängt werden. [3]

Das selbständige historische Handeln der Massen reduziert sich nicht auf spontane Massenproteste; es wird auch durch Einflüsse massenwirksamer, zielklarer Altemativprogramme der revolutionären Arbeiterparteien stimuliert. Lenin hob hervor, daß die revolutionäre Klasse genügend stark sein muß, um die alte Regierung zu stürzen (oder zu erschüttern), die niemals, nicht einmal in einer Krisenepoche, „zu Fall kommt“, wenn man sie nicht „zu Fall bringt“ [4]

Der Aufbau des Kommunismus

Nachdem die Aufgaben der Übergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus gelöst sind, kann sich die kommunistische Gesellschaftsformation in Gestalt ihrer ersten Phase , des Sozialismus, auf eigener Grundlage entwickeln. Der grundlegende Unterschied zur Übergangsperiode wird vor allem durch die uneingeschränkte Herrschaft des gesellschaftlichen Eigentums, die umfassende Wirksamkeit der ökonomischen Gesetze des Sozialismus, der Aufhebung der antagonistischen Klassenverhältnisse, folglich durch die Existenz einer qualitativ neuen ökonomischen und Klassenstruktur sowie die politisch-moralische Einheit des Volkes gekennzeichnet.

Quelle:
Wissenschaftlicher Kommunismus. Lehrbuch des marxistisch-leninistischen Grundlagenstudiums. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin, 1985. (ausgewählt und berarbeitet, N.G.)
Zitate:
[1] Siehe W.I. Lenin: Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx. In: Werke, Bd.18, S.576.
[2] Siehe vor allem: Friedrich Engels: Grundsätze des Kommunismus. In: MarxlEngels: Werke, Bd.4; Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. In: Werke, Bd.4; W.I. Lenin: Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution. In: Werke, Bd. 9; W.I. Lemn: Dem Andenken, der Kommune. In: Werke, Bd.17; W.I. Lenin: Der Zusammenbruch der II. Internationale. In: Werke, Bd.21; W.I. Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution. In: Werke, Bd.23; W.I. Lenin: Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution. In: Werke, Bd.24; W.I. Lenin: Staat und Revolution. In: Werke, Bd. 25; W.I. Lenin: Die russische Revolution und der Bürgerkrieg. In: Werke, Bd, 26; W.I. Lenin: Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht. In: Werke, Bd.27; W.I. Lenin: Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky. In: Werke, Bd. 28; W.I. Lenin: Der „linke Radikalismus“ die Kinderkrankheit im Kommunismus. In: Werke, Bd.31.
[3] W.I. Lenin: Der Zusammenbruch der II. Internationale. In: Werke, Bd.21, S. 206.
[4] ebd. S.207.

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Siehe auch:  Was ist ein Kommunist?

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