Ein guter Rat für Arbeiter und die anderen Lohnempfänger: Was tun, wenn die Ausbeutung unerträglich wird?

ausbeutungNatürlich gibt es immer wieder Situationen, wo die Arbeiter die Nase voll haben von der ständigen Gängelei, wo sie wütend sind darüber, was man ihnen abverlangt. Und sie wissen ganz genau, was sich der Firmenchef, der Unternehmer, der Vorgesetzte alles leisten kann. Sie wissen aber auch, wie bescheiden dagegen ihre eigene Situation ist. Wie die Ausgaben steigen, und wie hoch die Anstrengungen sind, um den einmal erreichten Lebensstandard wenigstens halten zu können. Immer mehr Rentner müssen heute dazuverdienen (255.000 über 65jährige!). Nicht selten kommt es da zu unkontrollierten Wutreaktionen. Dagegen haben die Unternehmer eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie sie die Arbeiter besänftigen und gegeneinander ausspielen können. Die meisten allerdings geben von selber klein bei, halten den Mund, aus Angst, ihren Job zu verlieren und entlassen zu werden. Doch muß das sein?  Lesen wir, was Stalin in solch einer Situation empfiehlt…

Der ökonomische Terror und die Arbeiterbewegung

Der Kampf der Arbeiter hat nicht immer und nicht überall ein und dieselbe Form. Es gab eine Zeit, wo die Arbeiter im Kampf gegen die Unternehmer die Maschinen zerschlugen und die Betriebe in Brand setzten. Die Maschine – das ist die Quelle des Elends! Der Betrieb – das ist die Stätte der Knechtung! Also zerschlagt sie, setzt sie in Brand, so sagten damals die Arbeiter. Das war die Zeit der unorganisierten, anarchisch-aufrührerischen Zusammenstöße.

Wir kennen auch andere Fälle, wo die Arbeiter, von der Kraft der Brandstiftungen und Zerstörungen enttäuscht, zu schärferen Formen übergingen – zum Totschlag von Direktoren, Verwaltern, Leitern usw. die Maschinen und Betriebe kann man nicht vernichten, sagten damals die Arbeiter, und das ist auch nicht vorteilhaft für die Arbeiter, aber die Verwalter einzuschüchtern und ins Bockshorn zu jagen, ist mit Hilfe des Terrors immer möglich – also schlagt sie, jagt ihnen Angst ein!

Das war die Zeit der Einzelpersonen erfassenden terroristischen Zusammenstöße auf dem Boden des ökonomischen Kampfes.

Warum sind solche Formen des „Protestes“ falsch?

Die Arbeiterbewegung hat beide Formen des Kampfes scharf verurteilt und sie in die Rumpelkammer der Vergangenheit geworfen. Das ist auch begreiflich. Kein Zweifel, daß der Betrieb in der Tat die Stätte der Ausbeutung der Arbeiter ist und daß die Maschine bis jetzt der Bourgeoisie hilft, diese Ausbeutung zu verstärken; aber das heißt noch nicht, daß die Maschine und der Betrieb selber die Quelle des Elends sind. Im Gegenteil, gerade der Betrieb und gerade die Maschine werden dem Proletariat die Möglichkeit geben, die Ketten der Sklaverei zu sprengen, das Elend zu vernichten, jede Knechtung zu überwinden notwendig ist nur, daß sie aus dem Privateigentum einzelner Kapitalisten zum gesellschaftlichen Eigentum des Volkes gemacht werden.

Auf der anderen Seite, was würde aus dem Leben werden, wenn wir uns in der Tat mit der Zerstörung und Inbrandsetzung der Maschinen der Betriebe, der Eisenbahnen befaßten? Dann würde das Leben einer elenden Wüste gleichen, und die Arbeiter würden als erste ihr Stück Brot verlieren! …

Es ist klar, daß wir die Maschinen und Betriebe nicht zerschlagen dürfen, sondern daß wir uns ihrer, sobald das möglich ist, bemächtigen müssen, wenn wir in der Tat die Vernichtung des Elends anstreben.

Das ist der Grund, weshalb die Arbeiterbewegung die anarchisch-aufrührerischen Zusammenstöße ablehnt.

Es gibt einen besseren, wirksameren Weg!

Kein Zweifel, daß auch der ökonomische Terror eine bestimmte scheinbare „Rechtfertigung“ für sich hat, sofern von ihm Gebrauch gemacht wird, um der Bourgeoisie Angst einzujagen. Aber was bedeutet eine solche Angst, wenn sie flüchtig und vorübergehend ist? Daß sie aber nur flüchtig sein kann, ist schon daraus klar, daß es unmöglich ist, den ökonomischen Terror immer und überall anzuwenden. Dies zum ersten.

Zweitens, was kann uns die flüchtige Angst der Bourgeoisie und ein hierdurch hervorgerufenes Zugeständnis geben, wenn wir keine starke Massenorganisation der Arbeiter hinter uns haben, die immer bereit ist, für die Arbeiterforderungen zu kämpfen, und die die errungenen Zugeständnisse zu behaupten vermag? Indessen sprechen aber allem Augenschein nach die Tatsachen davon, daß der ökonomische Terror das Bedürfnis nach einer solchen Organisation abtötet und den Arbeitern die Lust nimmt sich zusammenzuschließen und selbständig aufzutreten, da sie ja die Terrorhelden haben, die für sie auftreten können. Müssen wir in den Arbeitern den Geist der Selbsttätigkeit entwickeln? Müssen wir in den Arbeitern den Wunsch nach Zusammenschluß entwickeln? Natürlich ja!

Können wir aber den ökonomischen Terror anwenden, wenn er in den Arbeitern beides abtötet? Nein, Genossen! Es steht uns nicht an, durch einzelne Uberfälle aus dem Hinterhalt die Bourgeoisie einzuschüchtern, überlassen wir es den bekannten Überfallhelden, sich mit solchen „Taten“ zu beschäftigen.

Wir müssen offen gegen die Bourgeoisie auftreten, wir müssen sie die ganze Zeit bis zum endgültigen Sieg, in Angst halten! Hierfür aber bedarf es nicht des ökonomischen Terrors, sondern einer starken Massenorganisation die imstande ist, die Arbeiter in den Kampf zu führen. Das ist der Grund, weshalb die Arbeiterbewegung den ökonomischen Terror ablehnt.


Diese Arbeiter tun das Richtige!

Angesichts des Gesagten gewinnt die letzte Resolution der Mirsojew-Streikenden die gegen Brandstiftungen und „ökonomischen“ Totschlag gerichtet ist, ein besonderes Interesse. In dieser Resolution erklärt die vereinigte Kommission der 1500 Mirsojew-Arbeiter, nachdem sie die Anzündung des Kesselhauses (in Balachany) und den auf ökonomischer Grundlage erfolgten Totschlag an einem Verwalter (Surachany) vermerkt hat, daß sie „gegen eine solche Kampfmethode, wie Totschlag und Brandstiftung, protestiert“ (siehe „Gudok“ Nr. 24). Damit brechen die Mirsojew-Arbeiter endgültig mit den alten terroristischen Aufruhrtendenzen. Damit beschreiten sie entschlossen den Weg der wirklichen Arbeiterbewegung. Wir begrüßen die Genossen Mirsojew-Arbeiter und fordern alle Arbeiter auf, ebenso entschlossen den Weg der proletarischen Massenbewegung zu beschreiten.

Gudok“ (Die Sirene) Nr. 25, 30. März 1908.
Artikel ohne Unterschrift.
Nach dem russischen Zeitungstext.

Quelle:
J. Stalin. Werke, Dietz Verlag Berlin, 1950, S.101-103.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter J.W.Stalin, Kleines Lexikon, Marxismus-Leninismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

39 Antworten zu Ein guter Rat für Arbeiter und die anderen Lohnempfänger: Was tun, wenn die Ausbeutung unerträglich wird?

  1. einseinsnull schreibt:

    schicker text, aber kann man den irgendwie auf heute anwenden?

    das foto zum artikel mit der jungen sachbearbeiterin, der schon ein bischen getippe am laptop zu stressig ist, empfinde ich in anbetracht der real existierenden lohnarbeit im kapitalismus, von meiner branche in deutschland über die zwangsarbeit in china bis zu den 8-jährigen kindern, die unsere schokolade ernten, als hohn. wenn ein bischen stress und ärger durch 35 stunden bildschirmarbeit das ganze problem wäre, dann würde ich morgen aufhören für veränderung zu kämpfen.

    die lohnarbeit im kapitalismus fängt damit an, das die hälfte der geleisteten arbeit total sinnlos und sinnfrei ist, und demzufolge schon deswegen auf dauer nur krank machen kann, und sie hört bei lohnprellerei, zwangsprostitution oder jobs wie soldat oder bauhelfer, bei denen man täglich sein leben riskiert, nicht auf.

    meine rekordarbeitszeit liegt bei 350 stunden im monat. 350 stunden harte körperliche arbeit mit führungsverantwortung, wobei mehr als 50% davon nicht einmal bezahlt worden sind. nach solchen erlebnissen habe ich mich vom arbeiten im kapitalismus schon als recht junger mensch abgewandt und lebe fortan als sozialschmarotzer und berufsrevolutionär.

    im prinzip versuche ich das, was in dem text oben beschrieben wird; ich kämpfe mit friedlichen mitteln gegen die verhältnisse, teilweise auch gegen die herrschenden selbst, und versuche dabei strukturen aufzubauen bzw. damit herumzuexperimentieren.

    meine massenorganisation hat nach 15 jahren kampf jetzt schon dreieinhalb mitglieder, und neben den politikern und so manchen korrupten beamten und kleinkapitalisten habe ich nunmehr auch noch die selbsternannten kommunisten von der der partei die linke am arsch, die über leute wie mich lachen, weil ich nicht kapiert habe, dass es in dieser gesellschaft immer nur darum geht, irgendwelche bezahlten jobs und mandate zu erringen – im wettbewerb untereinander, und in einem friedlichen nebeneinander mit den ausbeutern und dem staatlichen terror.

    so bin ich im endeffekt als berufsrevolutionär wieder da gelandet, wo ich als arbeiter vorher schon mal war: ich leiste gute arbeit, bekomme kein geld dafür, stehe im endeffekt alleine damit da und darf mich noch dafür beleidigen lassen.

    bei allem was adorno nicht kapiert hat, aber da hatte er einfach recht: es gibt eben kein richtiges im falschen. kapitalismus ist immer scheiße, egal ob man nun arbeiter, beamter, kleinkapitalist, künstler, aktivist, oder aussteiger ist.

    es ist übrigens bei weitem nicht ausreichend, die „maschinen“ zu besetzen. bevor man mit diesem maschinen überhaupt etwas anfangen kann, müssen auch die märkte, die medien, der politische apparat, und die wissenschaft ebenfalls „besetzt“ werden. und in jedem einzelnen dieser felder sieht es zur zeit ganz, ganz schwarz aus.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, einseinsnull, für Deinen ausführlichen Kommentar. Es ist natürlich nicht leicht, Ausbeutung bildlich darzustellen, insofern mag das Bild auch falsch gewählt sein. Denn es gibt weitaus brutalere Formen, darüber sind wir uns einig. Aber man muß sich auch bewußt machen, daß es vor allem Frauen betrifft und daß Ausbeutung ganz besonders auch mit Mobbing verbunden ist, was man nicht immer sieht.

      Was hat uns der Text heute zu sagen? Nun, vielleicht dreierlei:
      erstens – nicht die Technik, die Maschinen, die Methoden sind schuld am Arbeitssstreß, an der Ausbeutung, sondern die Eigentümer der Produktionsmittel; zweitens – man muß die Maschinen, die Technik, die Computer, die Methoden, die Waffen usw. schon beherrschen, ehe man etwas gegen die Verhältnisse tun kann; und drittens – die herrschende Klasse hat vor etwas ganz anderem Angst, und zwar nicht vor den Wutausbrüchen, dem Terror und dem individuellen Krach, den der einzelne vielleicht machen kann, und wozu er oder sie allen Grund hat, sondern vor der Erkenntnis der Ursachen der Ausbeutung und damit einhergehend vor der organisierten Kraft der Ausgebeuteten.

      Die Bourgeoisie zittert davor, daß sich die Arbeiterklasse mal einig sein könnte. Und so tut sie alles, um die Klasse zu spalten, zu verblöden und mittels solcher Hilfstruppen wie die Linke, die MLPD, die Trotzkisten, AfD und Pegida, Flüchtlingen (die ja selber oft nichts dafür können), Unterhaltungsmedien, Esoterikern und Motivationstrainern usw. von sich abzulenken. Und das scheint bei den meisten immer noch ganz gut zu funktionieren. Sie lassen sich führen. Schließlich wollen eigentlich alle irgendwann auch mal die Tür hinter sich zumachen dürfen und zur Ruhe kommen. Und auch nicht jeder ist bereit zu kämpfen. Du siehst, woran es hängt. Und die Frage ist doch: Wo und wie kann man wirklich etwas bewegen! Lieber zwei, drei fünf Einige, als 45 Zerstrittene.

      Brecht sagte mal: (Lob der Dialektik)
      „Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?“ – Und dann muß es schließlich ein Programm geben und eine führende Kraft…

      • einseinsnull schreibt:

        ich habe es seit einiger zeit auf die formel gebracht, dass ich nicht mehr mit „gruppen“, sondern nur noch mit „menschen“ arbeite.
        es funktioniert in meinem kleinen mikrokosmos, sollte ich damit aber recht haben, bedeutet es auch, dass es keine perspektive für die organisation der massen gibt.

      • sascha313 schreibt:

        …dann wäre es ja nicht mal mehr möglich, ein Fußballspiel zu gewinnen, weil dann jeder in eine andere Richtung rennt!

    • Moin einseinsnull, besser fände ich, wenn du dich Nine/Eleven (9/11) nennen würdest, weil es provokanter ist als 110. 😉

      „meine massenorganisation hat nach 15 jahren kampf jetzt schon dreieinhalb mitglieder,“

      = dich selber, der/die Partner/in, ein Kind und eines ist noch unterwegs? Egal, auf jeden Fall bis du mit dreieinhalb Mitgliedern weiter, als ich und meine Ein-Mitglieder Sekte. 😉

      Meine Rekordarbeitszeit liegt bei 540 Stunden im Monat. Allerdings hatte ich mich bereits mit 18 Jahren entschieden, dass es besser sei, mich selber auszubeuten, als dass andere meine Arbeitskraft für sich ausbeuten und dementsprechend habe ich mir die 540 Stunden auch zu 100% voll vergütet.

      „…habe ich mich vom arbeiten im kapitalismus schon als recht junger mensch abgewandt und lebe fortan als sozialschmarotzer und berufsrevolutionär.“

      Sozialschmarotzer geht nicht mit Berufsrevolutionär zusammen. Entweder das eine oder das andere. Auch ein Berufsrevolutionär benötigt ein paar grundsätzliche Güter, um zu überleben. Ohne Lebensmittel verhungert er, ohne Wasser verdurstet er, ohne Kleidung und Obdach wird er in unseren Gefilden – vor allem im Herbst und im Winter – erfrieren. Und um diese Güter erwerben zu können, benötigt er nun einmal die Währung, die das Banken-Syndikat des Papstes – also die BIS in Basel – zur Verfügung stellt. Rechtlich gesehen stehen dir auch als Berufsrevolutionär die Leistungen, die du über irgendwelche „Filialen“ der BIS erhältst, zu. Da musst du dir doch nun wirklich nicht einreden, dass du deshalb ein Sozialschmarotzer wärst und damit dein Selbst-Image schädigen.

      „…so bin ich im endeffekt als berufsrevolutionär wieder da gelandet, wo ich als arbeiter vorher schon mal war: ich leiste gute arbeit, bekomme kein geld dafür, stehe im endeffekt alleine damit da und darf mich noch dafür beleidigen lassen.“

      „Was juckt es die deutsche Eiche, welche Schweine, Säue oder Eber sich an ihr kratzen?“… „Undank ist der Welt Lohn.“ Ach, nö! Du stehst mitnichten alleine da: Wir sind Millionen, allerdings Millionen von „Einzelkämpfern“, die nicht auf Lenin hören wollen und sich aufgrund ihres Dünkels der Besserwisserei nicht organsieren – geschweige denn organisieren lassen wollen! – und so organisiert der „Staat“ eben uns entsprechend der Gewalt, die er als „Massenorganisation“ nun einmal hat, statt dass wir ihn mit unserer Macht zum Sozialismus gestalten!!! Wer nicht auf Lenin hören will, muss den Kapitalismus fühlen.

      Boykott & Widerstand: Tja, und bevor überhaupt eine Revolution stattfinden kann, muss der Mensch, der das Bewusstsein darüber hat, daß dieses von jedem vernünftigen Menschen verfluchte System nicht durch Diskussionen oder Wahlen abgeschafft werden kann, sich erst einmal im Widerstand üben, um dann – so körperlich und emotional gefestigt – in den Widerstand übergehen zu können. Zunächst sind das selbstverständlich die kleinen Dinge und Schritte des Lebens, die überhaupt keine Gefahr für einen selber bedeuten: nämlich der ganz einfache BOYKOTT!!!

      Keine Nachrichten der Öffentlich Rechtlichen Propaganda mehr fernsehen oder hören – alle wichtigen Informationen erhält der Mensch heute aus dem Internet. Stelle jeden Kauf der Schund-Zeitungen und Zeitschriften ein. Jede kapitalistische „Vermögens“bildung kündigen. Wer nicht doof im Kopf ist, spart in Gold und Silber. Aus den sogenannten Energie-„Spar“-Lampen entweicht das hoch toxische Schwermetall und Nervengift Quecksilber, das von Sklavenkindern zum Beispiel in den Bergwerken Indiens abgebaut wird. Am nicht als Sklaven-Frei zertifizierten Kaffee, Kakao, Tee, der Baumwolle und Margarine KLEBT das BLUT von deinen Kindern, die als Sklaven Kaffee, Kakao und Baumwolle (Öl aus Baumwollsamen zur Margarine-Herstellung) ernten. Warum unterstützt du immer noch durch den Kauf solcher Menschen-BLUT-Produkte, ein derartiges Schind-Luder-Treiben gegen die Wehrlosesten der Wehrlos-Ärmsten dieser Welt? Hast du gar kein Gewissen mehr oder bist du tatsächlich ein Blutsaufender Kannibale? Tritt aus deiner Religions-Gesellschaft aus, sie sind die Träger dieses verdammten Systems. Es handelt sich bei diesen fast ausschließlich um Körperschaften des Öffentlichen Rechts. Legaler WIDERSTAND nach Artikel 20 GG gegen die kriminell agierende BRD-Regierung ist gefordert.

      Zitat:
      „(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

      Es ist die BRD-Regierung gemeinsam mit der Mehrheit der Gleichgeschalteten Parteien und Medien, die es hier aktiv unternimmt diese Ordnung zu beseitigen, da es sonst nicht möglich wäre, Deutschland ein drittes Mal GEGEN RUSSLAND in den schon lange geplanten und vorbereiteten GROSSEN KRIEG zu stürzen. WIDERSTAND JETZT!!!

      https://seidenmacher.wordpress.com/2017/01/11/boykott-widerstand-revolution/

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Jauchuhanam, ist ja alles ganz gut und schön, aber mit dem legalen Widerstand sehe ich schwarz. Denn welche Legalität ist gemeint? Doch die derjenigen, denen der Widerstand gilt. Und die haben schon mit ihren Regeln und Paragraphen dafür gesorgt, dass ihnen der Widerstand nicht wehtut.
    Nein, wenn Widerstand, dann kann er niemals im Saale stattfinden. Das erinnert mich doch glatt an Jaroslav Hašek, der aus Jux eine Partei mit dem Namen „Partei des gemäßigten Fortschritts im Rahmen der Gesetze“ gegründet hatte und damit zu den Wahlen angetreten war.

    • sascha313 schreibt:

      Waaas? Und hat er damit Erfolg gehabt???
      Naja, es gibt ja schon so etwas wie „Verweigerung“ und „zivilen Ungehorsam“, das sind die Nadelstiche gegen den Moloch des Kapitals. Richtige Angst wird den Herrschenden erst eingejagt, wenn die Massen ihre Möglichkeiten erkannt haben und zusammen- und füreinander einstehen.

    • Vielleicht darf ich an die Salzsteuer in Indien erinnern?

      „Nichts Weltbewegendes“, kann dazu gesagt werden. „Was kann schon der Boykott dieser Steuer bringen?“ Letztlich war es aber gerade dieser „unbedeutende“ Boykott der Salzsteuer, die das britische Imperium in Indien zu Fall brachte. Warum?

      Nach den britischen Gesetzen musste gegen jeden Boycotteur – was wir heute einen Verwaltungsakt nennen – ein Verfahren eröffnet werden. Am Ende war das Verwaltugssystem damit vollkommen überlastet, denn diese Verfahren konnten ja nicht einfach eingestellt werden, wollte der Schein des Rechts aufrechterhalten bleiben. Die Bürokratie ist an ihrer eigenen Verwaltungsmaßnahmen „erstickt“. Nun kommt aber kein komplexes Gemeinwesen / keine komplexe Massengesellschaft ohne eine funktionierende Verwaltung aus, da sie sozusagen das Blut des System darstellt.
      Meist kommt hier der „Einwand“: „Dann hätte das britische Imperium doch einfach die Salzsteuer aufheben können…“ … Nun, damit hätte es aber jede Anscheinens-Autorität verloren … es wäre damit offen „ausgesprochen“ worden, dass das Erheben von Steuern vollkommen illegal ist…

      Im Grunde ist es in Deutschland nicht anders, als damals in Indien: Das Erheben von Steuern von den Bewohnern Deutschlands ist illegal. Es ist also legal dies zu boykottieren. Aber es braucht wohl noch einige Zeit, bis den Unkundigen dafür das Bewusstsein geschärft ist. … denn wie es auch gedreht und gewendet wird: das „Recht“, das uns eigentlich unterdücken soll, ist auf unserer Seite und somit befinden sich – wie ich sie nenne – Menschenhalter im UNRECHT und handeln nicht legal. Dazu muss natürlich gewusst werden, dass die BRD selbst eine illegal tätige Organisation ist … aber Mitglieder einer Mafia glauben halt auch, dass ihre Organisation „legal“ wäre! … Ähnlich verhält es sich mit dem Personal der BRD, die kein Staat ist!

      • sascha313 schreibt:

        Nur, Georg, ob Mafia oder nicht: Der BRD-Staat ist – wie auch immer – das Machtinstrument der in der BRD herrschenden Klasse. Und die weiß es zu gebrauchen! Sie hat ihr eigenes „Recht“ geschaffen und tut es immer noch! Da werden wir nicht gefragt! (Siehe: Aggressionskrieg-Paragraph!)

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Jauchuchanam, da fällt mir Mahatma Ghandi ein, der das indische Volk zu einem „friedfertigen“ Widerstand zusammenführte, der von den Briten blutig unterdrückt wurde. Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg mit der international starken Sowjetunion war einfach reif, die Unterdrückung des indischen Volkes zu beenden. Die Salzsteuer, was ja eine Reform bedeutet hätte, war wohl weniger am Zusammenbruch der britischen Kronkolonie Indien beteiligt, als du annimmst. Aber ich will nicht vom Thema abweichen.

      • Nun, Sascha, die BRD ist gemäß Völkerrecht eben kein Staat. Und ich denke, dass die Menschen, die hier leben, es wenigstens wissen sollten.
        Die BRD ist ein derivatives Völkerrechtssubjekt und nicht wie die DDR ein originäres Völkerrechtssubjekt = Staat! (Ich habe nie verstanden, dass die DDR — dort gab es doch auch anerkannte Juristen — das “nie zum Thema“ gemacht hat … — vielleicht habe ich aber davon bloß nichts von mitbekommen —)

        Kennst du den Regelungsvertrag (sog. 2+4-Vertrag) zwischen der BRD, DDR, GB, FR, USA, USSR?

        Warum ist 25 Jahre nach in Kraft treten dieses Vertrages, Deutschland immer noch nicht souverän? Warum hat Deutschland immer noch keine (neue) Verfassung? Warum ist nur das Militär Russlands abgezogen und die Drei Mächte unterhalten immer noch ihre Kriegsmaschinerie hier? Warum wird Deutschland immer noch von der BRD im Auftrag der drei Westlichen “Siegermächte“ verwaltet?

        Da es unmöglich ist, auf “ideologischer“ Ebene mit dem Personal der BRD zu diskutieren, bleibt im Grunde nur das Völkerrecht übrig, um nachzuweisen, dass die BRD illegal ist.

        — Dann noch eine Frage. Wer ist denn die “herrschende Klasse“?

        [=> Für mich — und ich bin ja kein irrtumsloser Mensch — ist diese Klasse immernoch (Hoch-) Adel und Klerus, denn schließlich haben die einen großen Teil ihres Kapitals in den sogenannten “Nationalbanken“ liegen – obwohl es sich, wie etwa bei der “Reichsbank“, um Private Banken handelt, die 1930 die PRIVATE Bank “BIS“ in Basel gründeten, “um die Maschinerie des weltweiten Kapitalismus [zu] schmieren und so die Ausbreitung des Bolschewismus [zu] verhindern. (https://de.wikipedia.org/wiki/Owen_D._Young) [*1]

        [*1] Bruce Kent: The Spoils of War. The Politics, Economics, and Diplomacy of Reparations 1918–1932. Clarendon, Oxford 1989, S. 303 und 325. ]

      • sascha313 schreibt:

        Naja, Georg, da müßte man zuerst die Frage stellen: Was versteht man denn überhaupt unter einem Staat?

        Der Staat ist ein politisches Machtinstrument der ökonomisch herrschenden Klasse. Und wer herrscht denn in der BRD? Doch diejenigen, die die Produktionsmittel besitzen: das Monopolkapital und das Finanzkapital. Und da ist es doch völlig egal ob es sich dabei um Euro oder Dollar handelt. Wenn der Obama in die BRD kommt, dann vertritt er ebensowie die Merkel die Bourgeoisie. Nur daß sich eben der USA-Imperialismus im Weltmaßstab mittlerweile anmaßt, über die Weltherrschaft zu verfügen. Die Imperialisten werden sich immer gegenseitig bekämpfen, uned dazu brauchen sie den Staat als Machtinstrument. Auch die BRD ist ein Staat, nur eben ein dem USA-Imperialismus untergeordneter Staat.

        Das Völkerrecht hingegen besteht aus allgemein anérkannten Prinzipien und Normen und regelt die Beziehungen zwischen einzelnen Staaten (auch unterschiedl. Gesellschaftsordnungen). Wie unterschiedlich das Völkerrecht interpretiert wird, hat sich schon bei den Nürnberger Prozessen gezeigt. Doch das Kaiserreich war ebenso wie das Nazireich ein Staatsgebilde, und die USA hatten bei der Bildung der BRD (von mir aus als einer „Kolonie“) ihre Hände im Spiel. Deswegen ein Grundgesetz und keine Verfassung, deswegen der Streit um TTIP und CETA und deswegen die ständige Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten der BRD (und vieler anderer Vasallenstaaten).

        Und die bürgerliche Politologie (nicht nur die offizielle!) verbreitet darüber massenhaft Legenden und pseudowissenschaftliche Lehren (z.B. Reichsbürgerspinnereien), um die Klassengegensätze zu verschleiern. Davon betroffen ist auch das Bildungssystem, das Rechtssystem, das Finanzsystem usw.. (Und der Klerus ist ist nichts anderes als auch so ein staatlich und vom Kapital finanziertes Machtinstrument.)
        Ist das jetzt klarer geworden?

      • „Die Salzsteuer, was ja eine Reform bedeutet hätte…“ Wieso Reform??? Die gab es doch: die Salzsteuer. Erst der Boykott dieser Steuer, vereinigte die Massen hinter Gandhi, weil daran das ganze Unrecht der Britischen Gewaltherrschaft deutlich wurde: Selbst ein Kind konnte verstehen.

        Der durch die verschiedenen „Kulturen“ *archaisch konditionierte und empirisch vorbelastete Mensch* empfindet Unrecht. Solange aber ein Mensch gar nicht empfindet, dass die Sklaverei, unter der er eigentlich leidet, als Unrecht empfunden wird, ist er auch nicht dazu zu bewegen, etwas dagegen zu unternehmen: Er wird darin stecken bleiben, die Sklaverei, den Kapitalismus verbessern zu wollen.

        Nach Marx u.a. kann „die Welt“, „der Zustand, der der Illusion bedarf“ aber nicht verbessert werden, weshalb ja seine Forderung ist, „diesen Zustand aufzugeben“. Und an anderer Stelle schreibt er sinngemäß: Die Philosophen haben bisher die Welt nur versucht zu erklären, (was ja Marxens generelle Kritik an der „Herrschaft der Idee“ / „des Bewusstseins“ widerspiegelt) — [„erklären“, „um zu verbessern“], es kömmt aber darauf an, die Welt zu verändern! Die Welt wird aber durch meine Erklärungen oder meine Verbesserungsvorschläge nicht verändert, sondern nur durch mein Tun.

        Erst durch den Boykott der Salzsteuer — indem etwa zehntausende ihr Salz selber gewannen – an dieser *symbolischen Geste* (mehr war es doch gar nicht!), deren Bedeutung die der britische Administration Indiens sehr klar und deutlich war – und weshalb sie mit allen Mitteln bekämpft wurde – ist es Mahatma Ghandi gelungen, die indischen Völker zu einem „friedfertigen“ Widerstand zusammen zu führen.

        Erst daran wurde dort „allen“ Menschen klar: „Die Briten begehen Unrecht an UNS!“ Gandhi „war doch bloß“ der Katalysator, wie es Lenin für Russland war.

        Mir ist schon klar dass Gandhi kein Lenin war, da es Gandhi „um seine Kultur“ und die Aufrechterhaltung des Kapitalismus „unter indischem, also hinduistischen Vorzeichen“ ging, während Lenin ja das Grundübel bekämpfte, nämlich den Kapitalismus und das „Eigentum“ an den Gütern (Produktionsmitteln!), die alle Menschen zum Überleben benötigen! – Gandhi’s „Wirken“ wurde halt von der Hindi-Philosophie bestimmt und bezog sich folglich nur auf seine „religiöse“ Kultur; Lenin verweigerte sich jedoch jedem „kulturellen“, „religösen“ und „ideologischen“ und damit jeder „nationalistischen“ Anschauung!

        Gandhi’s Wirken war mithin nur nationalistisch, kulturell und ‚religiös-philosophischer‘ Natur. Lenin’s Wirken war jedoch ‚internationalistisch‘, weltumspannend und damit auf die ganze Menschheit fokusiert! … und er hatte – ich denke, sogar als einer der ersten erkannt: „trotz der ’sozialdemokratischen Bewegung‘ im deutschen Kaiserreich, wird die Revolution nicht in Deutschland, sondern im Zarenreich stattfinden“ (was Marx sich nicht wagte vorzustellen, da Russland zu seiner Zeit in seinen Augen „derart rückständig“ war, das er ebenso wie Engels, es geradezu ausschließen musste!)

        … aber wer hätte sich zum Beispiel vor 68 Jahren vorstellen können, dass Mao der „Katalysator“ für China überhaupt hätte sein können? Oder, dass die KP China zur größten wirtschaftlichen, militärischen und für die gesamte Menschheit bedeutensten Macht der bisherigen Geschichte führen würde???

        Mal ehrlich gefragt:
        1949 gab es 530 Millionen Menschen in China, davon waren mehr als 200 Millionen Menschen durch den Imperialismus Japans (mit Unterstützung der USA, GB, FR, DE u.v.a und dem Papst mit seinem Bankensyndikat der BIS in Basel) OPIUM-ABHÄNGIG gemacht worden, die als SKLAVEN für Japans Kapitalisten fast ohne Nahrung Jahrelang schufteten!!! Wer hätte sich damals (und ich muss auch heute fragen, vorstellen können) denn auch nur in seinen kühnsten Vorstellungen denken können, daß im Jahr 2017:
        – China etwa 2.500-Millionen Menschen beherbergt? … und keiner verhungern muss?
        – China mindestens 60% des „offiziellen“ BIP der Welt erwirtschaftet?
        – China militärisch in allem und allen anderen weit überlegen ist?
        – China wirtschaftlich allen anderen, ob einzeln oder gemeinsam, überlegen ist?
        – China technologisch alles in den Schatten stellt, was Technologie betrifft?

        Viele „westliche“ **Genossen** (?) verbreiten heute: „China ist ein Staats-Kapitalistisches Land“. … und dies, obwohl Lenin sehr deutlich machte, dass der Kapitalismus nur durch „wirtschaftliche Macht“ in die Knie zu zwingen ist?

        Sascha,
        du weißt ja aus meiner Korrespondenz mit dir, dass ich sehr spät in meinem kurzen Leben zum ‚Dialektischen Materialismus‘ gefunden habe … WANN werden wir uns gegen den Kapitalismus organisieren, wie es Lenin gelehrt hat???

      • sascha313 schreibt:

        Die letzte Frage ist wohl für alle Kommunisten die drängendste. Doch versteh bitte: es ist ein Klärungsprozeß im Gange, und – ohne uns hier überzubewerten – auch hier. Und es finden sich Kommunisten zusammen, vorerst virtuell – aber was besagt das schon. Lenin war in der Emigration und die Arbeiter befanden sich in Moskau, Petersburg, Tula usw. Du bist schon auf dem richtigen Weg! Stümpereien gab es nämlich schon genug, und die müssen wir nicht wiederholen… Bei uns hat man damals gesagt: Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! (Auch damals und in der Nazizeit konnten die Kommunisten nicht darauf warten, daß es einen Beschluß gibt. Sie mußten gemeinsam oder in kleinen Gruppen handeln, auch wenn dabei Fehler unterliefen. Aber sie einte die gemeinsame marxistisch-leninistische Weltanschauung und das Studium der Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin…

  3. Hanna Fleiss schreibt:

    Völlig richtig, Sascha. Alle Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ausnutzen. Apropos Revolution – die wäre doch auch nicht legal, oder?

  4. Hanna Fleiss schreibt:

    War nur eine Scherzfrage, Sascha. Aber die bundesdeutsche Linkspartei will ja auch auf legalem, das heißt reformistischem Wege, dem Kapitalismus der Bundesrepublik ein sozialistisches Antlitz verleihen, eine Revolution sozusagen innerhalb der Gesetzlichkeit, so dass am Ende vielleicht die Reform der Jahreszeiten den Anlass für eine Revolution und damit für eine ganz neue Bundesrepublik ergeben würde.

    • sascha313 schreibt:

      Bei Jaroslav Hašek ist das ja alles noch lustig, aber ich glaube diese linken Trottel und Volksverführer wie Wagenknecht, Gysi, Bartsch, Modrow und deren Entourage meinen es erst… na, klar: man will ja auch glaubwürdig erscheinen!

    • Harry 56 schreibt:

      Karl Marx: Das Recht, (d.h. das bürgerliche Recht), ist der zum Gesetz erhobene politische Wille der Bourgeoisie! Alle Fragen nach legalen oder „illegalen“ Revolutionen sollten sich doch nun wirklich erübrigen.
      Welche herrschende Klasse hat jemals Gesetze erlassen, welche es den Beherrschten und Ausgebeuteten auch nur erlauben KÖNNTE, dieses Herrschaft und Ausbeutung ganz „legal“ abzuschütteln?
      Traurig aber wahr, dass man solche Dinge noch immer wiederkäuen muss.

      Beste soz. Grüße an alle hier!

    • Harry 56 schreibt:

      Hallo Hanna, diese so genannte Linkspartei „will“ überhaupt nichts! Diese Linkspartei ist eine juristische Person im Sinne des BGB, des GG der BRD.
      Wer also „will“ tatsächlich etwas auf ganz legalen Wege? Doch wohl alle diese dank eines tumben, naiven Stimmviehs in die Landtage, in den Bundestag hinein geschwemmten stink-normalen bürgerlichen Parlamentarier, gekauft, bestochen, gemästet mit guten fetten 10.000 EUR Abgeordneten – „Diäten“! Dazu später die Aussicht auf eine fette staatliche Altersversorgung. Ganz klar, dass diese Herrschaften nur ganz und gar „legal“ – und hoffentlich erst nach Ablauf des eigenen Lebens! – in einen irgendwie diffusen „Sozialismus“ kommen wollen.

      Mein Gott, Leute, diese billige kleinbürgerliche Masche hatten doch schon die parlamentarischen Sozialdemokraten von Wilhelm II gut drauf: „Wahltag ist Zahltag !“ … Im Christentum ist es das „Jüngste Gericht“… Hört endlich mit euren albernen ideologischen Vorhaltungen, „Richtigstellungen“ auf.

      Was „will“ also diese „Die Linke“? Die alle wollen vor allem fett fressen, ganz ohne „normale“ kapitalistische Lohnknechterei! Bertolt Brecht: „Zuerst kommt das Fressen, dann komt die Moral.“ (Dreigroschenoper) Ich ergänze: …und die verlogene, vor sich her getragene „linke“ Ideologie!

      Beste soz. Grüße…

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Lieber Harry, wen meinst du eigentlich mit „ihr“? Ich lese hier sehr aufmerksam, und ich kann dir versichern, ich habe hier noch keinen Beitrag gefunden, der an der Linkspartei irgendwas „richtigstellen“ will. Also bleib mal ganz ruhig, dir widerspricht doch keiner. Im Gegenteil, du hast ja recht (man kann das allerdings auch anders ausdrücken, auch wenn ich deine Empörung über den Verrat dieser Partei sehr gut verstehen kann).

        Die Affäre um Andrej Holm bestätigt doch deine Einschätzung, dass es nämlich der linksparteilichen Obrigkeit darum geht, die Versorgung ihrer ausgewählten Mitarbeiter zu sichern. Mitregieren über alles! Nicht aber darum, die Lebenslage weiter Teile der Bevölkerung erträglicher zu machen. Und wenn, dann wäre das aber auch nur im Interesse des Kapitals, um eine „Volksgemeinschaft“ herstellen zu können, die nicht aufmuckt und auf dem Sofa sitzt und schmollt.

        Wusstest du eigentlich, dass auf der Luxemburg-Konferenz von Otto Köhler, den ich sehr schätze, ein Appell an die Linkspartei gestartet wurde, Andrej Holm zu unterstützen? Aber sie hat ihn fallengelassen, getreu dem Diktum: Mit der Stasi nie! So, wie sie sich gegenüber ihrem Staatssekretär verhalten hat, nämlich anschmiegsam an die Partei des Sozialabbaus CDU/SPD/Grüne, so würde sie sich auch auf Bundesebene verhalten! Und dass sie das kann, das hat sie ihren Wählern ja schon des öfteren bewiesen. Da möge Marx dreinschlagen!

        Nun kannst du aber mit dem alleinigen Blick auf die revisionistische Linkspartei nicht von einer „verlogenen, vor sich hergetragenen linken Ideologie“ sprechen. Links ist mehr!
        Und das solltest du nicht vergessen. Dass sich diese Partei den Begriff Die Linke angemaßt hat, dürfte deutlich geworden sein. Sie ist keine linke, sie ist eine Partei des rechten Spektrums, auch wenn Antikommunisten aus verständlichen Gründen ihr den Kommunismus immer noch verwerfen. Aber mit Kommunismus hat diese Partei genausowenig zu tun wie die CDU.

      • einseinsnull schreibt:

        das problem ist halt nur, dass es rein gar nicht bewirkt, sich wissen anzueignen un sich eine meinung zu bilden.

        den beweis zu erbringen, dass die mitglieder der linkspartei, inclusive der diversen pseudoradikaleren untersekten, im kern kleinbürgerlich denken und handeln, ihn so zu erbringen, dass es deren gefolgsleute oder der durchschnittl. opel arbeiter auch kapiert, ist nahezu unmöglich.

        auch hielte ich eine kritik, die sich nur darauf stützt, jedem gleich zu unterstellen, es ginge ihm ja nur um seine altersvorsorge, für zu kurz gegriffen. die akzelerationisten z.b. haben meiner meinung nach durchaus recht, dass es zielführend sein kann, ein stück weit im system mitzumischen und irgendwie auch zu schauen wo man selbst bleibt. ich merke das immer dann, wenn ich mal wieder eine politisch motivierte handlung nicht begehen kann, nur weil ich mir die busfahrkarte mal wieder nicht leisten kann.

      • sascha313 schreibt:

        naja, schon richtig, einseinsnull, man sollte sich zuerst schon mal um die eigene Existenz kümmern: also ordentlichen Beruf erlernen, einen anständigen Job suchen (ausgebeutet wird man überall), eigenes Geld verdienen, sich ein bißchen unabhängig machen usw.

        Daß man alleine nichts bewirken kann, ist schon klar. Aber wenn man sozusagen „eine politsch motivierte Handlung“ unternehmen will, sollte man vorher schon wissen, warum und wozu.

        Ich meine, Wissensaneignung ist die Grundbedingung für vernünftiges Handeln. Und Lernen ist wirklich das einzige, was nichts kostet außer Zeit. Denn politische Bücher (z.B. aus der DDR) kriegt man heute fast geschenkt. Ich lese gerade Arkadi Gaidar „Die Feuertaufe“ – das ist nicht nur spannend, sondern auch lehrreich! Ein Kinderbuch übrigens, handelt in der Zeit vor 100 Jahren in der Sowjetunion.

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Hast recht, Sascha. Die meinen das total ernst, die sind mit ihrer Transformationstheorie um 100 Jahre zurückgegangen, zu Kautsky und Bernstein, plaudern aber immer sehr gescheit über Gramsci und glauben, der Mix aus Kautsky, Bernstein und Gramsci und teilweise Luxemburg ist was ganz Neues! Und all diese Leute, diese „Vordenker“, sind mit dem Marxismus-Leninismus groß geworden. Das ist das Allerschäbigste!

    • sascha313 schreibt:

      Naja, die werden sich dabei schön „modern“ vorkommen. Die „wissenschaftlichen“ Ergüsse, die da auf Konferenzen ausgeschüttet werden, sind nichts als ein eklektischer Brei. Vom Marxismus ist da nicht viel mehr übrig, als ein paar verlorene Zitate. Und dann muß man ja auch davon ausgehen, daß deren marxistische Vorkenntnisse bereits hochgradig revisionistisch-gorbatschowistisch verseucht waren. Kaum einer von denen hat noch was von Marx/Engels gelesen. Was bleibt da noch übrig? Nix!

    • Vorfinder schreibt:

      Der gute Otto Köhler hat die Linke nicht nur aufgefordert, A. Holm zu unterstützen, er hat Herrn regierenden Bürgermeister Müller für die geschaffene Klarheit gedankt und die Linke aufgefordert somit die Koalition zu verlassen.

      Die Antwort der Linken kennen wir.

      (Das Holm meinte, sich quasi dafür entschuldigen zu müssen, dass es in der DDR Staatsorgane gab, erneuert auch die Klarheit über Kandidaten der Linken).

      Diese Partei Die Linke hat die Aufgabe zu entschärfen was der Kapitalismus anrichtet. Ohne diese Linke hätte es die Bourgeoisie kaum so bequem. Wenn bei einer linken Partei die Ausrichtung auf den Kommunismus fehlt, ist es so verwunderlich heute nicht. Aber bei der Partei Die Linke fehlt es in ihrer konkreten Politik ja gar an Ausrichtung auf den Sozialismus. Es ist kaum möglich Reden zu finden, in denen Politiker der Linkspartei das Wort Sozialismus überhaupt aussprechen.

      In diesem Land sind sich ja nicht mal die K-Parteien im Klaren darüber, dass Kommunismus ohne Anwendung der M/L Klassiker nicht geht.

      Immerhin aber hat Patrik Köbele auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz gefordert: lasst uns doch mal wieder über Imperialismus reden. Über diese Forderung sind die Linken immer noch erschrocken.

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Danke, Vorfinder, für die Ergänzung zu Otto Köhler. Was Holm angeht, so hat er heute auch noch seine Stelle an der Humboldt-Uni verloren. Wobei betont wurde, nicht, weil er fünf Monate beim MfS war, sondern weil er sie in der Bewerbung nicht angegeben hatte! Ein Witz, mit den fünf Monaten hätte er die Stelle doch gar nicht gekriegt! Aber Holms Rückgrat macht sowieso einen ziemlich weichen Eindruck. Müller weiß schon, mit wem er es zu tun hat, und da hat er voll zugeschlagen. Und die Linkspartei hat aus Angst, die Koalition könnte in die Binsen gehen, sich in die Hosen gemacht, und Holm stand allein da. Politisch wahrscheinlich ziemlich unbedarft.

    Ich würde die Aufgabe der Partei Die Linke im bundesdeutschen Parteienspektrum sogar noch etwas erweitern, nämlich dahingehend, dass – ob im Auftrag oder nicht – die Linkspartei als Sammelbecken von Unzufriedenen den gesamten Widerstand aufsaugt und unschädlich macht.
    So gesehen ist die Linkspartei ein Wolf im Schafspelz. Dass da von Sozialismus keine Rede sein kann, versteht sich. Und die K-Parteien, die du erwähnst, sind unterm Strich antistalinistische Parteien, somit auch keine wirklichen kommunistischen Parteien. Die Gesichter von Bartsch (ist der eigentlich bei der Luxemburg-Konferenz?) und Co. kann ich mir gut vorstellen, als Patrick Köbele über Sozialismus diskutieren wollte.

    • Vorfinder schreibt:

      Liebe Hanna, mir gefällt jedes mal, wie Du die Dinge auf den Punkt aussprichst. Linkspartei als Sammelbecken, die den Widerstand negierten soll. Wir erkennen dies. Nicht erst heute, seit der Konterrevolution ist dies völlig sichtbar. Und mich schmissen die ja aus der Partei, als ich bereits die PDS als Betrug und Verrat erkannte…

      Die Sache ist doch, weshalb gehen immer noch so viele Linke, gar welche die sich für Kommunisten halten, da wieder und wieder auf den Leim? Den Holm zu verteidigen habe ich keine Lust. Einer der sich dafür entschuldigt, dass er mal seinen Land dienen wollte, der passt an sich gut der Bourgeoisie zu Diensten. Der Holm wäre auch so ein faules Ei im Inneren unseres Staates gewesen, wäre die Geschichte der DDR weiter gegangen.

      Vor zwei Tagen sah ich auf Arte den Film „Der Aufsteiger“ (gibt es auch bei YouTube). Am Ende des Films gibt es eine sehr treffende Szene. In Frankreich protestieren die Menschen u.a. wegen Privatisierungen und sozialer Not. Der Präsident benennt einen neuen Minister für Soziales. Der franz. Präsident gibt dem neuen Minister die Order: „Du hast nur eine Mission: Entschärfen, entschärfen, entschärfen!“ Ich fand damit die Rolle der Linkspartei, Gewerkschaften etc. auch in der BRD sehr treffend beschrieben.

      • Hanna Fleiss schreibt:

        Vor nichts haben die Herrschaften so viel Angst wie davor, dass der verordnete Konsens zwischen Volk und Obrigkeit vom Volk aufgekündigt wird. Das zu verhindern war und ist die Aufgabe allen konformen Gefolges der herrschenden Klasse. Und die Linkskpartei gehört zu diesem Gefolge.

        Ich lese gerade wieder mal Marx, „Der Bürgerkrieg in Frankreich“, die Geschichte der Pariser Commune. Mit welcher Vernunft, Selbstverständlichkeit und Konsequenz wurde alles abgeschafft, was dem Volk Schaden zufügte, und mit welcher Selbstverständlichkeit und Konsequenz und mit welchem Selbstbewusstsein wurde alles eingeführt, was dem Volk diente! Und das Schönste: Viele der Maßnahmen der Pariser Commune kannte ich schon – aus der DDR! Der beste Beweis, dass die DDR ein Staat des Volkes war!

        Die Commune hatte nur 72 Tage Zeit – aber was für ein Programm! Und mit welcher Konsequenz rächte sich die Konterrevolution am Volk von Paris! Die Parallelen sind nicht zu übersehen, auch wenn nach 1989 kein Blut floss. Aber auch die Commune hatte mit Schwachheit und Verrat zu kämpfen. Auch in der Commune gab es Leute, die keinen Centime auf den Sieg des Volkes gaben und zur Mäßigung rieten. Für mich bewundernswert, wie klar Marx erkannt hatte, dass mit der Commune eine neue Zeit begann.

  7. Inson schreibt:

    Ja, der Riexinger sah bei dem Vorschlag Otto Köhlers irgendwie nicht besonders glücklich aus. Aber im Grunde genommen ist doch für die Parteirechte in der PdL und ihre zukünftigen Koalitionäre von „R2G“ alles hervorragend gelaufen. Ein ziemlich naiver Holm der dem Anschein nach für eine eher „linke“ Politik bereit stand, wurde aus dem Weg geräumt und SPD und Grüne führten gleich mal vor, wie sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen. Wie gehabt möchte die PdL am Nasenring durch den Politzirkus geführt werden. Das aber ist üblich für Menschen die sich ständig verleugnen und ins eigene Nest scheissen. Von der Warte her hätte Holm eigentlich gut in den Haufen gepasst.

  8. sascha313 schreibt:

    Wer ist eigentlich dieser Herr Holm? In vier Wochen ist der Name vergessen. Ach, und diese komische Partei „Die Linke“ – ein Wolf??? Hihi. Ein orientierungsloser Haufen selbstgefälliger Opportunisten, besser gesagt, ein Förderverein der Bourgeoisie. Verwirrender aber (und darauf sollte man achtgeben und nicht hereinfallen!) sind diese ganzen „marxistischen“ Vereine, Stiftungen, Gruppierungen (wie Marx XXI, Sozialismus XXI, Trotzki-Anhänger, Rosa-Luxemburg-Interpreten, kritischen Marxisten usw.)
    Deshalb noch mal lesen: Pribytkowa „Pseudolinker Antikommunismus“

    • Vorfinder schreibt:

      Das kann ich, aus eigener Erfahrung und Wahrnehmung sehr bestätigen, Sascha, verwirrender und auch gefährlicher(!) sind all die sog. „marxistischen“ Vereine, Stiftungen, Gruppen, Lehrveranstaltungen etc. Gerade die zunehmende Zahl solcher Gruppen und Kreise spalten und verwirren Menschen, die suchen und lernen wollen. Manche von denen wollen von uns aber auch nicht erreicht werden. Ich finde Deinen Realismus da richtig, Illusionen „alle“ erreichen zu wollen, verbrauchen unsere Kräfte. Es ist richtig denen Stärkung zu geben, die Lernen wollen. Stalin hielt auch nichts von Illusionen.

  9. Hanna Fleiss schreibt:

    Sascha, ich fand die Holm-Geschichte trotzdem einen interessanten Vorgang, hat sich doch die Linkspartei vor aller Welt bis auf die Unterhose ausgezogen. Die Geschichte ist doch im Internet rum. Und Holm ist nicht der erste, der von der Partei im Regen stehengelassen wurde um „höherer Ziele wegen“. Aber du hast recht, Wölfe sind das nicht, allerhöchstens Wölfchen, die gerne Säbelzahntiger wären. Mich beunruhigt das aber trotzdem, denn wie ich festgestellt habe, werden viele Unzufriedene bürgerliche Leute wahrscheinlich die Linkspartei wählen zum Bundestag (sofern sie nicht die AfD wählen) – einfach deshalb, weil alle anderen Parteien für sie einfach nicht mehr wählbar sind, wenn sie sich als „verantwortungsvolle Staatsbürger“ verstehen. Eine völlig verfahrene Situation. Wie siehst du das, Sascha: Sollte man sich überhaupt noch an Wahlen beteiligen? Bisher war ich immer wählen und habe irgendeine unwichtige Kleinpartei angekreuzt, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, meine Stimme trägt dazu bei, die Prozente der anderen Parteien zu vermindern. Beim Thema wählen oder nicht wählen gehen die Ansichten ziemlich auseinander.

  10. Pingback: Wer bedroht den Frieden und die Souveränität der Völker? Wo liegt die Zukunft der Menschheit? | Sascha's Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s