Wie polnische Trotzkisten sich als Kommunisten verkleiden und die Geschichte fälschen…

schieflageIst die Kommunistische Partei Polens (KPP) eine marxistisch-leninistische Partei? Wahrscheinlich nicht. Denn sie wird vertreten durch Trotzkisten. Welche Rolle die Trotzkisten spielen, ist hinlänglich bekannt. Doch gehen wir der Sache einmal nach. Wahrscheinlich ist es heute auch in Polen ziemlich leicht, einen Doktortitel zu erwerben, wenn man nur genügend antikommunistischen Dreck zu erfinden und zu publizieren weiß. Ja, man bekommt einen solchen Titel wohl geradewegs nachgeschmissen. Auch in Polen gibt es noch genügend abendfüllende Quatschrunden im Fernsehen, bereitwilligst zur Verfügung gestellte Zeitungsspalten in diversen bürgerlichen Blättern mit Massenauflagen, die sehnlichst auf solche Beiträge warten, und die nur das eine Ziel verfolgen: Antikommunismus. Da heißt es: „Stalin ist gleich Hitler“, „Katyn – das waren die Russen“, „Bandera war ein ukrainischer Held“ usw.. Quellenangaben und die historische Wahrheit spielen da so gut wie keine Rolle – Hauptsache, es wird gelesen. Sehen wir uns nun diese Partei etwas genauer an

Diese Partei wird vertreten durch einen gewissen Ryszard Rauba. Auf eine Anfrage antwortet dieser:

Frage: Was sagen die polnischen Genossen zu den riesigen USA-Waffenlieferungen und Stationierung an der russischen Grenze. Wir glauben, daß es uns an 1941 erinnert!

Antwort von Ryszard Rauba (KP Polen): Wir polnischen Kommunisten – Mitglieder der antiimperialistischen und autentischen, aufrichtig patriotischen Kommunistischen Partei Polens (KPP) sind gegen die Politik der NATO – die militärische Bewaffnung des westlichen Imperialismus, die verantwortlich ist für eine Reihe von brutalen bewaffneten Konflikten, gewaltsame Aggression, Verletzungen der Rechte der Menschen und der Nationen. Als KP Polens glauben wir, daß die Aufnahme, oder besser die Einverleibung Polens in die NATO-Strukturen – Werkzeuge in den Händen unberechenbarer Politiker und blutiger Verbündeter von Washington – eine Verletzung demokratischer Standards war, die ohne eine Volksabstimmung und gegen den Willen eines großen Teils der Gesellschaft durchgeführt wurde. Die Beteiligung der polnischen Truppen an schmutzigen imperialistischen Aktionen des Paktes stellt uns vor eine große finanzielle Belastung, und noch größere moralische Schäden. Die Mitgliedschaft in der NATO betrachten wir als schändlich und den Bedürfnissen unseres Landes zuwiderlaufend. Die KP Polens fordert den sofortigen Austritt Polens aus der NATO.

Das ist zunächst erst einmal ein zu nichts verpflichtendes, hochtrabendes Gerede. Doch: Wer ist eigentlich dieser Ryszard Rauba?  Herr Dr. Ryszard Rauba ist ein promovierter Trotzkist. Er veröffentlichte mehrere Artikel auf dieser Website:

wladza-rad

Deutlich zu erkennen im Kopf der Website ist rechts das Bild von Trotzki. Es dürfte auch den polnischen Kommunisten bekannt sein, daß Trotzki ein Feind der Sowjetunion und Antikommunist war.

Polnische Trotzkisten fälschen die Geschichte

Wenn sich nun diese polnischen „Genossen“ trotzkistischer Texte aus einer USA-Zeitschrift bedienen, was kann da anders herauskommen als eine Fälschung der Geschichte? So schrieb Herr Dr. Rauba:

KPP jest partią marksistowsko – leninowską a nie stalinowską czy też „trockistowską”. A tak na marginesie coś takiego jak „trockizm” istniało tylko i wyłącznie głowie Stalina Szanowny Towarzyszu i nigdzie indziej. Poza tym to właśnie Lew Trocki, który był ideowym bolszewikiem i komunistą a także współtwórcą Związku Radzieckiego miał zgodnie z wolą Lenina zostać jego następcą…
A ja zakończę słowami Józefa Stalina, który w Pierwszą Rocznicę Października tak pisał : „Cała praktyczna organizacja rewolucji została przeprowadzona pod bezpośrednim kierownictwem przewodniczącego rady, tow. Trockiego. Można z całą pewnością powiedzieć, że szybkie przejście garnizonu (piotrogrodzkiego) na stronę rady, sprawne wykorzystanie zadań Wojskowego Komitetu Rewolucyjnego partia zawdzięcza głównie i przede wszystkim towarzyszowi Trockiemu” [1]

Übersetzung:

Die KPP ist eine marxistisch-leninistische Partei und weder eine stalinistische, noch eine „trotzkistische“. Und nur am Rande, wenn es so etwas wie den „Trotzkismus“ gegeben haben sollte, dann nur, werter Genosse, in Stalins Kopf und nirgendwo sonst. Außerdem war es Leo Trotzki, der ein ideologischer Bolschewist und Kommunist war, sowie der Mitbegründer der Sowjetunion, der nach dem Willen Lenins dessen Nachfolger sein sollte…
Und ich schließe mit den Worten von Joseph Stalin, der am ersten Jahrestag des Oktober schrieb: „All die praktische Organisation der Revolution wurde durchgeführt unter der unittelbaren Leitung des Vorsitzenden des Sowjets, des Genossen Trotzki. Man kann sicher sagen, daß der schnelle Übergang der Garnison (Petersburg) auf die Seiten der Sowjets, die richtige Umsetzung der Aufgaben des Militärischen Revolutionskomitees der Partei in erster Linie und vor allem dem Genossen Trotzki zu verdanken ist.“ [2]

Anmerkung:
[1] Für das hier aufgeführte „Zitat“ hat Her Dr. Rauba keine Quelle angegeben. Es ist aber nachzulesen in einem trotzkistischen Artikel eines gewissen Dr Mikołaj Mirowski in der USA-Zeitschrift Newsweek: http://www.newsweek.pl/historia/kim-byl-lew-trocki-i-dlaczego-jozef-stalin-kazal-go-zabic,artykuly,351234,1.html
[2] Für das „Zitat“ des Herrn Dr.Rauba gibt es keinen Beleg. Es ist eine trotzkistische Erfindung. Tatsächlich schrieb Stalin aber: „Der Inspirator des Umsturzes war von Anfang bis Ende das ZK der Partei mit Genossen Lenin an der Spitze. Wladimir Iljitsch lebte damals in Petrograd, im Stadtteil Wiborgskaja storona, in einer konspirativen Wohnung. Am Abend des 24.Oktober wurde er in den Smolny gerufen, um die Führung der Bewegung zu übernehmen.“ (In: Stalin, Werke Bd.4, S.135)

Polnische Pseudo-Kommunisten im Internet

Außerdem ist  die „KPP“ auch auf facebook zu finden. In ihrer Zeitschrift „Brzask“ Mai/Juni 2016 ist z.B. ein Artikel der „Gesellschaft polnischer Marxisten“, in dem es um Mitgliederwerbung und die angebliche „Verbreitung des Marxismus“ geht. Dabei ist auffällig, daß dieser Verein eine enge Verbindung zur revisionistischen Marx-Engels-Stiftung in Wuppertal, zur Marx-Gesellschaft Frankf./M., zu eurokommunistischen und anderen Marx-kritischen Einrichtungen, zu Gramsci-Anhängern und Assoziationen wie „Marx XXI“ bzw. „Sozialismus XXI“ unterhält, die nachweislich revisionistischen Charakter tragen. Der Verein empfiehlt u.a. Schriften von Adam Schaff, der 1981 aus der PVAP ausgeschlossen wurde und dem Club of Rome beitrat – also eines polnischen Renegaten!!! Ist „Brzask“eine kommunistischen Zeitschrift? Nein. Sie ist es nicht.

Ferner: Im April 2016 schrieb in „Brzask“ bspw. ein gewisser Romuald Łoziński, das es das eine sei, was „die Klassiker (Marx, Engels, Lenin usw.)“ schreiben und die heutige Wirklichkeit das andere. Im besagten Artikel wird bspw. auch informiert über die Vorbereitung der Herausgabe des Buches von Paul Henry Thiry, Baron d’Holbach Theologie oder ein Wörterbuch der christlichen Religion in polnischer Übersetzung. Ist die KP Polens eine kommunistische Partei? Das ist zumindest sehr fragwürdig.

(Übersetzung des Texte: Wanda Sukowska)


Siehe auch: Über das Wesen des Trotzkismus

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