Die ungarische Verschwörung

ungarn-1989Viele können sich noch an die spektakuläre „Ausreisewelle“ und „Flucht“ von DDR-Bürgern über die ungarische Grenze erinnern. Daß dieser aktive Schritt der Konterrevolution genauestens geplant war und nach einem, zwischen den westlichen Geheimdiensten und der Clique der gorbatschowistischen Banditen abgestimmten Drehbuch verlief, daran besteht heute längst kein Zweifel mehr. Der Autor Emil Collet, ein Zeitzeuge der Konterrevolution, geht in dem folgenden Beitrag auf die Hintergründe dieses historisch beispiellosen Vorgangs ein, nachdem die sozialistische DDR beseitigt wurde.

Die Öffnung der Westgrenzen

Schon im März 1989 informierte der ungarische Regierungschef Gorbatschow davon, daß ab Mai durch Ungarn die Befestigungsanlagen an der Westgrenze des Warschauer Vertrages, die Grenze Österreich-Ungarn abgebaut wird. Diese Verletzung des Warschauer Vertrages, mit Signalwirkung an alle Gegner des Sozialismus, begründete Neneth vor Gorbatschow mit der Feststeilung: „Wir müssen der Welt nicht nur Fenster, sondern auch Türen öffnen“. Gorbatschow legte kein Veto gegen die damit beginnende Auflösung des Warschauer Paktes ein. Im Gegenteil, Gorbatschow vertrat scheinheilig die Auffassung „daß jede Bruderpartei für die Lösung der eigenen Probleme selbst verantwortlich sei.“

Ungarische Drahtscheren an der Westgrenze

Georg Bush erklärte in seiner Rede am 31. Mai 1989 in Mainz, „sowie in Ungarn müssen überall in Osteuropa die Grenzen fallen“. Speziell zur Grenze in Berlin erklärte er: „Diese Mauer ist ein Monument des Versagens des Kommunismus, sie muß fallen“. Am 27. Juni durchschnitt Außenminister Horn, in Anwesenheit des österreichischen Außenministers und eines riesigen Medienaufgebotes, mit seiner Drahtschere den Stacheldraht. Diese Schere schenkte er am 10. Juli den USA-Präsidenten bei seinem Besuch in Budapest. Am 12. Juni 1989 erklärte Horn dem Staatssekretär im auswärtigen Amt der BRD: „Ich lasse Herrn Genscher ausrichten, daß wir die Angelegenheit von ein paar hundert Menschen lösen werden“.

Der Verrat der ungarischen Regierung

Auf die Forderung des DDR-Außenministeriums, den gültigen Vertrag zwischen der DDR und Ungarn sowie des Warschauer Vertrages einzuhalten, erklärte Horn:

„Diese Abkommen wurde nicht von der heutigen Führung abgeschlossen. Diejenigen die damals Partner für eine solch schändliche Vereinbarung waren, sind längst von der Bühne abgetreten.“

Der Verrat der ungarischen Regierung vollzog sich in einer Zeit als 4,3 Millionen Bürger in Urlaub waren.

Gesteuerte Hysterie und Torschlußpanik

Nachdem Gorbatschow im Juni 1989 bei seinem Besuch in Bonn in die gemeinsame Erklärung das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen aufgenommen wurde, entwickelte sich die „DDR-Opposition“. In den Kirchen begann der Prozeß des „Wegbetens“ der DDR. Gemeinsam mit den Massenmedien der BRD wurde eine regelrechte Fluchtwelle in die Botschaften von Budapest und Prag organisiert. Durch die geistige Manipulation wurde bei Teilen der Bevölkerung eine regelrechte Hysterie, eine Torschlußpanik organisiert.

Das „gesamteuropäische Picknick“

Horn hielt sein Versprechen gegenüber Genscher. Am 20. August 1989 fand in Sopron ein „gesamteuropäisches Picknick“ statt. Der Schirmherr war Otto von Habsburg. Bei diesem „Picknick“ wurden 661 Bürger der DDR veranlaßt, über Österreich, die DDR in Richtung BRD zu verlassen. Weitere Ausreisen wurden, unterstützt durch das Internationale Rote Kreuz und den ungarischen Malteser-Charitas-Dienst, organisiert. Am 28. August 1989 informierte Horn den Staatssekretär im Bonner Außenministerium Sudhof, von der offiziellen Öffnung der Grenzen in der Nacht vom 11. zum 12. September.

Die bezahlte Flucht nach Westen

Die ungarische Regierung zahlte den ausreisewilligen Bürgern hohe Tagesverpflegungsgelder. Es wurden Autokonvois zusammengestellt, an der Spitze westdeutsche Fahrzeuge. Die Ausfuhr mit dem Zug wurde organisiert. Die Prager Botschaft der BRD wurde, durch zur Ausreise manipulierte DDR Bürger, zum Ort der nationalistischen antikommunistischen Ausfälle von Genscher. Der jahrzehntelange „erfolgreiche Aufklärer“ der DDR hat dazu folgende, sich selbst entlarvende Einschätzung abgegeben:

„Wer wollte dies den Ungarn verübeln. Sollen sie noch länger die Geschäfte unserer Regierung besorgen. Keine Frage nach den Ursachen. Als ob dieser Ausdruck von Enttäuschung nur das Ergebnis bösartiger Hetze und einer gesteuerten Abwerbung wäre.“

Die ungarische Regierung erhielt für ihre Unterstützung der getäuschten DDR-Bürger, d.h. für die Aufrollung des Warschauer Vertrages, die Destabilisierung der DDR, einen Vorzugskredit von 500 Millionen DM. Horn erhielt später das Bundesverdienstkreuz.

Die SED-Führung ist „sprachlos“

Das September-Plenum des Politbüros verschob die sofort notwendige politische Reaktion auf den 10. Oktober, also nach den 40. Jahrestag der DDR. Während dieser „Sprachlosigkeit“ der SED-Führung aktivierten die Anhänger der Perestroika und Glasnost ihre Bestrebungen zur Verstärkung des Stimmungsumschwungs bei Teilen der Bevölkerung. So z.B. die Vertreter der evangelischen Kirche. Bischoff Leich gab offizielle Erklärungen zur Perestroika und Glasnost in der DDR ab. Weder vom Politbüro, noch von der Regierung gab es dazu die notwendigen Reaktionen oder Maßnahmen. Sie ließen das Volk mit diesem komplizierten Problem allein.

Die geheime Mission des KGB-„Lutsch“

Die verschiedensten Quellen bestätigen, daß in der DDR im Auftrag Gorbatschows eine spezielle Gruppe des KGB mit dem Decknamen „Lutsch“ (Strahl) tätig war. Sie sammelte Informationen und beeinflußte bestimmte Personen der DDR in Richtung Perestrojka. So sprach z.B. der KGB-Chef W. Krjutschkow mit M.v.Ardenne (1987). Schabowski war über dessen Gespräche mit H.Modrow, W.Berghof und M.Wolf informiert. Das waren alles Leute die auf dem Putschparteitag eine bedeutende Rolle spielten und für Gorbatschows Konterrevolution waren. Diese Spezialgrup­pe, deren vielfältige Aktivitäten nicht nachweisbar sind, hat zweifellos die Oppositionellen gegen Honecker aktiv unterstützt.

Die kirchlichen Schachfiguren der Konterrevolution

Im Gegensatz zu heute, wo der Vorsitzende der evangelischen Kirche Bischoff Huber seine Hongen zu einer „demütigen Haltung mit aufrechtem Gang“ gegenüber der Klasse der Kapitalisten auffordert, mißbrauchten bestimmte Kreise der evangelischen Kirche ihre vertraglich mit der DDR-Regierung verankerte Rolle der Kirche im Sozialismus. Dies alles geschah unter dem Deckmantel des Bundes der vereinigten evangelischen Kirchen unter Leitung des Bischof C. Stier. In den verschiedenen Organisationen des BEK wurde aktiv gegen die DDR agiert. Sie verbreiteten „geistige Blasen“ über Perestrojka und Glasnost. Sie waren Schachfiguren in der großen Verschwörung der Gorbatschowschen Konterrevolution gegen die DDR und E.Honecker.

Die sogenannten „Bürgerrechtler“

Im Arbeitskreis „Theologie und Philosophie“ waren z.B. solche Leute wie Ibrahim Böhme, Martin Gutzeit, Markus Meckel und Stephan Hilsberg tätig. In anderen Zentren waren solche DDR-Gegner, wie der Pfarrer Führer von der Leipziger Nikolai Kirche, tätig. Mit ihm arbeiteten z.B. Günter Nooke (Cottbus), Pfarrer Bickhardt (Neuenhagen) und der Dresdner Landesjugendpfarrer Bretschnelder aktiv zusammen. In Berlin gab es an der Samariterkirche eine DDR-feindliche Gruppe um den Agenten des CIA, Pfarrer Rainer Eppelmann. Bärbel Bohley mit ihrer „Frauenrechtsgruppe“ gehörte nicht direkt zum BEK, wurde aber von dessen Koordinierungsausschuß, in dem z.B. Vera Wollenberger aktiv tätig war, kontaktiert.

Multiplikatoren der Gehirnwäsche

Wer sich über den Charakter dieser Gegner des real existierenden Sozialismus der DDR klar werden will, sollte sich zuerst die Frage beantworten, warum wurden diese Antisozialisten zu glühende-Anhänger des Antikommunisten Gorbatschow. Warum wurden sie Akteure der Gorbatschowschen Konterrevolution von oben? Unter diesen Parteigängern Gorbatschows befanden sich auch lM’s des MfS, wie z.B. lbrahim Böhme, Gründer der SPD in Schwante oder Schnoor, der Gründer von „Demokratie jetzt“. Diese Kräfte waren jedoch nur Randerscheinungen, allerdings öffentlich wirksame. Sie waren die Multiplikatoren für die Gehirnwäsche der orientierungslosen Werktätigen der DDR auf der Grundlage der politisch-ideologischen und organisatorischen Direktiven vom Westrundfunk und -fernsehen, in völliger Übereinstimmung mit Gorbatschows Perestrojka und Glasnost.

Die antikommunistischen Banditen im Politbüro

Die entscheidenden Triebkräfte zur Durchsetzung der Ziele Gorbatschows waren seine Parteigänger im Politbüro und ZK der SED. Begünstigt wurde die Tätigkeit dieser Kräfte dadurch, daß E.Honecker trotz gewisser Informationen über die wahren Absichten Gorbatschows in Bezug auf die DDR, diesem nicht glaubte. Einen solchen Verrat konnte und wollte er sich nicht vorstellen. Markus Wolf, der die tatsächlichen Absichten Gorbatschows durch seine KGB Verbindungen genau kannte, solidarisierte sich mit ihnen. Er informierte E.Honecker nicht. Er wurde zu einer Führungskraft der Konterrevolution. Der Entwicklung der Gorbatschow-Fraktion in der SED kam zugute, daß E.Honecker durch seinen Krankenhausaufenthalt in den entscheidenden Monaten des Jahres 1989 nicht an der Arbeit des Politbüros teilnehmen konnte. E.Honecker hatte seine Vertretung nicht Krenz, aus welchen Gründen auch immer, sondern Mittag übertragen. Man „wartete“ auf E.Honecker. In dieser Zeit der Sprachlosigkeit konnte sich die Gorbatschowsche Konterrevolution innerhalb der SED und außerhalb von ihr entwickeln und formieren.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-2, S.31-34. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

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27 Antworten zu Die ungarische Verschwörung

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  2. Rolf schreibt:

    Jedes Volk, dass den Anspruch erheben will, ein mündiges und selbstbestimmendes Volk zu sein, trägt die Verantwortung für seine eigene Geschichte und ihre falsche Entwicklung (Alexander Abusch).

    • sascha313 schreibt:

      Bitte immer mit Quellenangabe: Autor, Titel, Verlag, Ort, Jahr, Seite. Denn es gibt immer Leute, die das dann auch mal nachlesen wollen!

      • Rolf schreibt:

        Quelle: Alexander Abusch, Der Irrweg einer Nation, Aufbau Verlag Berlin 1950. Ich mache das jetzt zur Pflichtliteratur 😉
        Wer die EU verstehen will, sollte den Abusch unbegingt gelesen haben. Hier 2 Seiten zum Lesen: http://rolfrost.de/eu.html

      • Rolf schreibt:

        Der Name Alexander Abusch sollte eigentlich jedem ehemaligen DDR-Bürger ein Begriff sein. Abusch war u.a. Vorsitzender des Kulturbundes dem ich auch viele Jahre angehörte.

  3. Tankist schreibt:

    Erstaunlich ist und das spricht für uns, dass sie seit dem XX Parteitag noch 33 Jahre brauchten, um die Drahtschere zu benutzen. Gibt nen schönen Film „28 Panfilowcyj“ (General Panfilow befehligte die Division, welche die schwarzbraune Pest 1941 vor Moskau gestoppt hat). In diesem Film ist zu sehen, wie die Imperialisten abdrehen müssen, wie sie die Schlacht um Moskau verloren haben. Das, ihren Spaziergang am 17.07. 1944 über den Moskauer Gartenring und unsere Siegesparade im Juni 1945 verzeihen sie uns nie. Wir wissen, dass diese Runde an uns ging, die nächste verloren wir trotz historischer Überlegenheit durch Verrat. Das ist nicht das Ende der Geschichte.

    Meine Eltern (ich bin stolz auf sie) promoviert der eine, auf dem durch die ABF ermöglichtem Weg geschult die andere, mussten nach der Konterrevolution leere Flaschen sammeln. Wir vergessen nicht. Alexander Abusch ist mir ein Begriff, gern gelesen habe ich Jurij Bresan. „Wie ich mein Vaterland fand“ (geschrieben Anfang der 50iger…..), im „Krabat“ lässt er Krabat zum Schwarzen Müller, ganannt „Rolf Reissenberg“ sagen: „Eines Tages werden ich und meine vier Söhne Dich zu Grabe tragen“…… der Tag wird kommen….Trotz Alledem

    • Rolf schreibt:

      Sprache und Kultur sind in erster Linie nationale Interessen. In der Verfassung der DDR waren solche Dinge ganz klar geregelt, insbesondere die Sprache und Kultur der Nationalen Minderheit de Sorben. Die Mitgliedschaft im Kulturbund der DDR war mir ein Bedürfnis. Und zu meiner Zeit hatten wir noch das Fach Heimatkunde!

      VlG

    • sascha313 schreibt:

      Um diesen Film «28 панфиловцев» gibt es derzeit heiße Diskussionen, und m.E. ist davon auszugehen, daß dieser Film eine Fälschung der Geschichte darstellt. (Aber so genau habe ich mich damit noch nicht befaßt.) Die 316. Schützendivision von General Iwan Panfilow hat beispielhafte Heldentaten vollbracht. Das wird in solchen heutigen russischen Filmen (wie u.a. auch die des Fälschers N.Michalkow) heute tausendfach verunglimpft. Ähnliche schauderhafte Machwerke gibt es auch über Katyn von dem polnischen Geschichtsfälscher A.Wajda. Aber das nur am Rande!

      Auch wenn heute die Bourgeoisie an der Macht ist. Die Geschichte hat das letzte Wort noch nicht gesprochen! Die Kampf verstärkt sich und der Haß der Herschenden auf alle, die an den Grundfesten dieser Gesellschaft zu rütteln wagen, verschärft sich. Der Verrat von damals wird eines Tages auch auf Ungarn zurückschlagen…

      Das Buch von A.Abusch „Irrweg einer Nation“ (1950) ist sehr zu empfehlen! Siehe: Der Schlaf der Vernunft…

  4. Tankist schreibt:

    nun, welche Fälschung der Geschichte? Sie greifen hochmotorisiert an, siegessicher wie sie nun mal so sind und werden von einem jungen KOMMUNISTEN mit seinem alten MG gestoppt, sie schliessen die Luken und drehen ab, den Roten Platz haben sie nicht erobert…….. ich denke, wir hätten sie auch 89 stoppen können

    • sascha313 schreibt:

      Ich habe den Film nicht gesehen, aber die Kritiken schreiben bspw. „In diesem Film hört man nicht ein Wort von ‚Sowjetunion‘, ‚Sozialismus‘, ‚Kommunisten‘, ‚Partei‘ usw. Das gibt es alles nicht. Alles ist absolut steril. Dafür es gibt Worte wie ‚Rußland‘, ‚Vaterland‘, ‚Heimat‘ (diese Worte werden gerade im bürgerlichen Sinn oft angewendet)….“ (und das ist die Meinung kommunistischer Kritiker!!! Nachzulesen: hier)

      Ein Film mit starken Bildern und einem pathetischen Ende. Dieser Film ist nichts anderes als ein gut gemachter bürgerlicher Propaganda-Film. Entpolitisiert und ….die Wahrheit, das Wesentliche wurde wegretuschiert oder gefälscht! Wer die Geschichte kennt, der erkennt auch, daß dieser Film ein spektakuläres Lügenstück ist, mit gesammeltem Geld – dem Sinn dieses kommunistischen Heldentums entgegengesetzt! Was hätte man da auch anderes erwarten sollen…

      • Rolf schreibt:

        Der Begriff Vaterland ist völlig in Ordnung genauso wie der Begriff Heimat. Es heißt ja auch Großer Vaterländischer Krieg und es gibt nichts was ein Russe mehr liebt als seine Heimat. Genau deswegen haben die ja auch den Krieg gewonnen.

        VlG

      • sascha313 schreibt:

        Eben nicht! Nicht deswegen hat die Sowjetunion den deutschen Faschismus besiegt, weil „der Russe seine Heimat liebt“, sondern weil die Völker der Sowjetunion gemeinsam, Schulter an Schulter gegen den Faschismus gekämpft haben, wie zuvor auch schon die Kommunisten in Spanien gegen den Franco-Faschismus kämpften. Und auch in der Sowjetunion standen die Kommunisten an vorderster Front und waren beispielgebend für alle anderen!

        Es ist eine verleumderische Behauptung der Bourgeoisie (wie sie übrigens auch in dem Film der „28 Panfilower“ zum Ausdruck kommt). Dort wie hier werden sämtliche politischen Aussagen: für den Sozialismus, für Stalin, für die Herrschaft des Volkes (und damit letztlich für das Volkseigentum an den Produktionsmitteln!) wegretuschiert. Die bürgerlichen Propaganda-Macher agieren da sehr geschickt! Natürlich ist gegen die Begriffe „Heimat“ und Vaterland“ nichts einzuwenden – aber die Frage ist doch: Ist es Kapitalismus oder Sozialismus? Beides ist unvereinbar miteinander wie Feuer und Wasser. Es gibt keinen Mittelweg, wie uns das „Die Linken“ immer wieder weismachen wollen! Das ist Antikommunismus!

  5. Tankist schreibt:

    für Dich Rolf, ein grosses Dankeschön!!, Ja wir Sorben konnten unsere Kultur, ja auch die Katholiken und Protestanten ihren Glauben, ausleben. Theater, Schulen, Rundfunk, Literatur usw., alles wurde vom Staat bezahlt und gefördert. Nationalitätenpolitik, unter Lenin war Stalin dafür verantwortlich, in der UdSSR lebten Christen, Orthodoxe, Muslime, Juden und Gläubige anderer Religionen friedlich beisammen.

    • Rolf schreibt:

      Danke für Dein Feedback!
      Eine Kultur wird natürlich auch von der Religion bestimmt. Viel wichtiger jedoch ist die Erkenntnis, dass sich auch der Entwicklungsstand eines Volkes in seiner Kultur widerspiegelt und umgekehrt und selbstverständlich auch in der Religion:

      So vermittelt die Lutherbibel nicht nur den Glaube an Gott sondern auch den Glaube ans Volk: Mathhäus, Kapitel 20 und 21. Das ist geradezu revolutionär, wass diese beiden Kapitel zum Ausdruck bringen! In Fakt ist das Matthäus Ev. ein Abbild einer modernen Gesellschaft, es beschreibt das Wesen der Ausbeutung (Kap. 20), des Weiteren ist von Zinsen und Steuern die Rede. Das sind alles Dinge, die belegen dass die Wurzeln des Kapitalismus in seiner heutigen Form weit zurück in den Feudalismus hineinreichen.

      Die Macht geht vom werktätigen Volke aus (Verfassung).

      PS: 45 ​Und ​als ​die ​Hohenpriester ​und ​ihre ​Pharisäer ​seine ​Gleichnisse ​hörten, ​erkannten ​sie, ​dass ​er ​von ​ihnen ​redete. ​46 ​Und ​sie ​trachteten ​danach, ​ihn ​zu ​ergreifen; ​aber ​sie ​fürchteten ​sich ​vor ​dem ​Volk, ​denn ​es ​hielt ​ihn ​für ​seinen ​Propheten. Matthäus, ​Kapitel ​21/45, ​46

      • sascha313 schreibt:

        Die Religion ist das Opium des Volkes (Marx, gegen Feuerbach). Und die Bibel wurde in der Vergangenheit immer benutzt, um das Volk gefügig zu machen und vom Klassenkampf abzulenken! Hitler hat auch schon solche scheinrevolutionären Parolen (gegen die Zinsknechtschaft, gegen das raffende Kapital usw.) genutzt! Das ist Demagogie! Müssen wir das hier nochmals wiederholen???

  6. Inson schreibt:

    „Die Glocke stört, es stört der Muezzin. / Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn.“ (Peter Hacks)

  7. sascha313 schreibt:

    Na, und? Das besagt nichts und ändert auch nichts an der Tatasache, daß dieser Film eine bürgerliche Fälschung ist. Solche Filme über die Sowjetunion gibt es in der USA in Massen!

  8. sascha313 schreibt:

    Klar, und Stalin hat sich einen Weihwasserkessel unter’s Bett stellen lassen, um den Sieg zu beschleunigen und der Heilige Benefizius vertreibt die Imperialisten mit Hilfe zweier glyphischer Choräle, gesungen von askarischem Mönchen. Kenne ich alles! Stimmt 100%ig!
    Also, was soll der Quatsch! Solche Freizeittrolle können wir hier nicht gebrauchen! Verwarnung! Beim nächsten Mal wird solcher Unsinn gelöscht!

    (Das einzige, was zutrifft ist, daß Stalin einen Trinkspruch auf das russische Volk ausgebracht hat, und das zurecht!)

  9. Inson schreibt:

    Es war aber auch Realität, daß die Rotarmisten mit dem Ruf: „За Родину! За Сталина!“ angriffen. Das hört man in dem Film nicht ein einziges Mal.

  10. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    @Sascha:
    Ganz genau, Einigkeit macht stark!

    @Rolf:
    Luther war nur eine „Veränderung vom Katholischen zum Evangelischen“. Von der einen Kirche zur anderen Kirche. Auch wenn ich einige anständige Christenmenschen kenne – Inson muss ich da zustimmen.

  11. Tankist schreibt:

    youtube.com/watch?v=_sl_rcDgSoE

  12. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    @Tankist:
    „…….. ich denke, wir hätten sie auch 89 stoppen können“
    Das ist vollkommen richtig. Aber wir waren immer nach außen orientiert. Der Feind sitzt in den kap. Ländern. Das hat uns glaube ich über die Jahre den Kopf gekostet. Die Führung und die Basis wusste 89 nicht was zu tun ist. Überall Hilf- u. Ratlosigkeit, kein Aufschrei – keine Aktivität. Und da waren auch einige Verräter in der Führung, die haben ihr Spiel gemacht …

  13. Harry 56 schreibt:

    Gleich nach dem Beginn des Krieges im August 1914 verglich LENIN das Verhalten der deutschen „kaiserlichen“ Sozialdemokratie mit dem Aufplatzen einer sich in langer Zeit gebildeten Eiterbeule. Diese damals bereits vollkommen richtige Sichtweise lässt sich 1 : 1 auf die traurigen und tragischen Geschehnisse von 1989 in Europa übertragen. Die erdrückende Mehrheit der deutschen Arbeiter war 1914 genau so wenig in der Lage, den imperialistischen Krieg zu verhindern wie dann 1989 die Werktätigen vieler europäischer sozialistischer Länder nicht mehr in der Lage waren, diese nun startenden kapitalistischen Konterrevolutionen zu verhindern. Das entscheidende „WARUM“ ist in beiden Fällen gleich.

    Sowohl 1914 als auch 1989 waren die Massen der einfachen Werktätigen weder ideologisch (sorry, ich verwende diesen Ausdruck normalerweise nicht, und auch hier nur ungern, aber…) noch organisatorisch in einer kampfbereiten, kampffähigen Position, um den Ausbeutern und Feinden ihrer Klasse in den Arm zu fallen, diese zu stürzen. In beiden Fällen bewahrheitete sich leider ein altes Wort von Karl Marx, nämlich, entweder ist das Proletariat revolutionär, oder aber NICHTS !

    So lange die Massen der kapitalistischen, aber auch eventueller bereits sozialistischer Länder keine klaren politischen und ökonomischen Einsichten besitzen, werden sie vom Besitzbürgertum, den Reichen und Wohlhabenden, von den staatlichen Schergen dieser Schichten, Gruppen und Klassen immer wieder als Bauerntölpel, Indianer behandelt, mit ein paar Glaskugeln (Kolumbus um 1492!) um ihr Leben betrogen werden.

    Ja, und 1989 strömten eben nicht gerade wenige DDR – „Indianer“ in die kapitalistische BRD, angelockt nun nicht mehr mit Glaskugeln wie noch zu Kolumbus’s Zeiten, sondern mit „Begrüßungsgeld, „Flüchtlingslagern“, sofortigen sozialen Leistungen aller Art. Und seither strömen nun Massen an Osteuropäern für oft nur wenige „Glaskugeln“ in die reicheren kapitalistischen Länder., ob als Billiglöhner, Einbrecherbanden, Zuhältern und Prostituierten…..

    Auch die seit 2015 vom BRD-Regime erneut an- und eingeheizte „Flüchtlingskrise“ passt da voll in dieser Schema. Auch diese ist Klassenkampf der Reichen und Mächtigen gegen die Armen und Besitzlosen, der Mächtigen gegen die ohnehin weitgehend Ohnmächtigen. Die Proletarier der kapitalistischen Länder müssen sich also klare politischen Einsichten verschaffen und sich dazu gleichzeitig gut und effizient organisieren. Verräter und Parteigänger, Kostgänger, langjährig „erprobte“ Systemlinge dieses kapitalistischen Systems müssten dann von jedem Zutritt ausgeschlossen werden, oder aber, wenn sie sich mit „sozialistischen“ Masken eingeschlichen haben sollten, SOFORT davon gejagt werden, ohne lange Diskussionen, rigoros.
    Beste soz. Grüße!

  14. Inson schreibt:

    Warum hat es 1917 in Russland funktioniert? Sie hatten eine schlagkräftige kommunistische Partei, mit einer, nach langen Kämpfen gegen Abweichungen, Opportunismus und Revisionismus, gestählten Führung! Eine solche Partei gab es weder 1914 noch 1989!!!

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