Der verräterische Falschspieler Gorbatschow

jahrestagHier nun ein weiterer Beitrag zu den Ereignissen im Oktober 1989, die im BRD-Sprachgebrauch schönrednerisch als „Wende“ bezeichnet werfen. Da müßte man schon sagen „Rückwärtswende“, denn die Auflösung der (noch) sozialistischen DDR und ihre Einverleibung in die kapitalistische BRD war nichts anderes als eine Konterrevolution, ein Rückschritt in die Vergangenheit. Wir DDR-Bürger hatten dies lange für unmöglich gehalten, doch die Ereignisse haben uns eines Schlechteren belehrt. Erinnert man heute an die sozialen Errungenschaften der DDR, so mag es manchem so scheinen, als seien das paradiesische Zustände: keine Arbeitslosigkeit, ein hervorragendes allgemeinbildendes, polytechnisches Bildungssystem, kostenlose medizinische Versorgung, niedrige Mieten und kontrollierbare Verbraucherpreise, auskömmliche und sichere Renten, wirkliche Demokratie, eine planmäßiege Volkswirtschaft (die DDR war zu keinem Zeitpunkt pleite!), keine Krisen, kein Mobbing, keine Obdachlosigkeit, keine Ausbeutung usw. usf. Daß es viele ungelöste Probleme gab, wußten wir selber. Und daß die Feinde des Sozialismus unterdrückt werden mußten, war auch allbekannt. Daß aber Gorbatschow ein Antikommunist, ein Verräter des Sozialismus war, wurde vielen erst später bewußt…

Am 6. Oktober 1989 trifft Gorbatschow zu seiner Teilnahme an den Festlichkeiten, anläßlich des 40. Jahrestages der Gründung der DDR, ein. Am Nachmittag sprach er auf der Festveranstaltung der Partei- und Staatsführung im Palast der Republik. Danach wurde er durch einen Fackelzug der FDJ mit den Rufen „Gorbi, Gorbi“ bejubelt. Am Vormittag des 7. Oktober erfolgte, nach der Parade der NVA, ein Gespräch zwischen Gorbatschow und Honecker, danach das Gespräch im Politbüro. Die Perestrokianer knüpften große Erwartungen an diese Gespräche. Angesichts dessen, was Krenz dort von „befreundeten sowjetischen Verbündeten“ hörte, muß er sich wie in einem falschen Film vorgekommen sein.

Ein „offenes Gespräch“ im Politbüro

Aus den veröffentlichten deutschen Gesprächsniederschriften geht folgendes hervor:

Gorbatschow schätzte die hohe Bedeutung des Bündnisses von DDR und UdSSR ein. Die Beziehungen seien „durchdrungen von gegenseitigem Vertrauen“. Gorbatschow hob hervor, daß ihm die Festansprache „sehr gut gefallen“ hat E. Honecker habe den zurückgelegten Weg und die erreichten Erfolge „sehr überzeugend“ dargelegt und es freue ihn, daß der Blick in die Zukunft gerichtet wäre. Gorbatschow betonte, daß „das Wesen der Sowjetmacht“ in der „Führung durch die Arbeiterpartei“ bestehe. In der Aussprache mit dem Politbüro erklärte Gorbatschow: „Sie können mit Recht das Gefühl der Befriedigung haben“. E. Honecker schätzte die Bedeutung der durchgeführten Aussprachen mit den Parteimitgliedern ein und das sie in Vorbereitung des XII. Parteitages ausgewertet werden müssen um die anstehenden Probleme zu lösen. Die Aussprache war außerordentlich herzlich. Gorbatschow erklärte: „All die 40 Jahre zeigen, was möglich war und was erreicht wurde, war möglich, weil wir eng zusammen standen und vom Guten…“ (Einwurf Honecker „Nur das Beste“). Gorbatschow reagierte: „Also, wir verstehen was wir meinen, auch ohne Dolmetscher, das charakterisiert ebenfalls unsere Beziehungen.“

War die Doppelzüngigkeit Gorbatschows wirklich nicht erkennbar?

Krenz und Co. behaupteten in dem von mir erwähnten Artikel, sie hätten den Verrat von Gorbatschow später erkannt als Honecker. Es kann nicht sein, daß z.B. Krenz, der mit seiner in Moskau abgestimmten Perestrojka-Erklärung in der Tasche, die Doppelzüngigkeit in den Reden Gorbatschows nicht erkannt hat. Das was er schreibt, ist nichts anderes als eine Abschiebung der Verantwortung für die Vorbereitung der Konterrevolution.

Eine lebensgefährliche Entwicklung

In dem Artikel „Monate vor dem Sonderparteitag“ heißt es: „Unser einst gutes Verhältnis zu Honecker wurde seit der Jahreswende 1985/86 belastet, weil ihm nicht verborgen blieb, daß wir ein anderes Verhältnis zur Reformpolitik der KPdSU hatten. Ohne Sowjetunion, unabhängig wer dort an der Spitze stehen würde, so unsere Überzeugung, würde es keine DDR geben. Daher hielten wir die Versuche von Honecker und einiger seiner engsten Umgebung sich von der Entwicklung in der UdSSR abzukoppeln und die blutarme Formel vom „Sozialismus in den Farben der DDR“ für unser Land für lebensgefährlich.

Worin unser Fehler bestand…

Daß wir in der Bewertung Gorbatschows und seiner Perestrojka Politik grundsätzlich irrten, wußten wir damals noch nicht. Es mag sein, daß Honecker Gorbatschow früher durchschaute als wir. Konzeptionelle Schlußfolgerungen zog auch er daraus nicht. Unser aller Fehler bestand darin, nicht rechtzeitig den Versuch unternommen zu haben, mit der SU und den anderen sozialistischen Ländern eine konstruktive Antwort auf die Anfangs von Gorbatschow gestellten Fragen für eine tatsächlich Sozialismus orientierte Umgestaltung unseres Staates zu finden. Wer will heute schon sagen ob dann die Entwicklung anders verlaufen wäre.

War es „Ehrlichkeit“ oder war es Revisionismus?

Selbst heute, nach über 15 Jahren siegreicher Konterrevolution, konnten sich die Parteigänger Gorbatschows nicht zur Ehrlichkeit durchringen. Wenn Krenz auch am Anfang von der „Ehrlichkeit“ Gorbatschows überzeugt war, hätte er spätestens nach dem doppelzüngigen Verhalten Gorbatschows an läßlich des 40. Jahrestages der Gründung der DDR erkennen müssen, daß er einem Verräter am Sozialismus auf den Leim gegangen ist. Er wollte klüger sein, als seine im Klassenkampf erfahrenen Genossen. Wenn er wirklich der war, der er vorgibt zu sein, dann müßte er einschätzen, daß sich die Perestrojkianer, die Parteigänger Gorbatschows, ob bewußt oder unbewußt als Werkzeug eines Antikommunisten, eines Feindes des Sozialismus, als Konterrevolutionäre mißbrauchen ließen, und das er eine nicht zu leugnende große Schuld hat.

Er war seit 1985/86 der Kopf der innerparteilichen Konterrevolution gegen den Generalsekretär der SED E.Honecker und gegen seine marxistisch-leninistische Politik. Anstatt sich mit seinen Genossen zu beraten die ihm vertrauten, „beriet“ er sich ständig mit seinen „sowjetischen Verbündeten“ und dem Verräter Markus Wolf. Wie wenig er seine Rolle in diesem Prozeß offensichtlich heute noch nicht begriffen hat, bzw. nicht zugeben will, offenbart sein Artikel. Er war objektiv ein führender Kopf der Konterrevolution. Er wollte nicht zu spät kommen und vom „Leben“ bestraft werden.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-2, S.36f. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Nachbemerkung: Daß er nun doch noch vom „Leben“ bestraft wurde, indem er in der BRD von den nunmehr neuen Machthabern zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, hatte E.Krenz sicher nicht erwartet. Ist das der Dank des Vaterlandes? Aus zahlreichen Kommentaren geht hervor, wie unsere Leser das sehen…


Siehe auch:
Danke, lieber Genossse Gorbatschow!

 


Zusammenfassung aller bisherigen Beiträge des Autors:

Emil Collet: Die DDR – ein sozialistisches Meisterwerk (Auszüge)

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23 Antworten zu Der verräterische Falschspieler Gorbatschow

  1. Hanna Fleiss schreibt:

    Tja, da wurde dem „Genossen“ Krenz von der bundesdeutschen Reaktion eine Lektion erteilt, wenn sie ihn für fünf Jahre in den Knast steckte. Nämlich die: Man liebt den Verrat, nicht den Verräter.

    Der „Rotfuchs“ veröffentlichte im Januar und Februar 2017 eine Rede von Krenz, die er auf einer wissenschaftlichen Konferenz in Peking zum Thema „Der Zusammenbruch des Sowjetblocks und die Wiederbelebung des Sozialismus“ gehalten hatte. Krenzens Stellungnahme ist derartig verlogen, dass es keinen Spaß macht, diese Rede zu lesen. Er behauptet allen Ernstes, nichts von den Vorbereitungen der Gorbatschow-Clique zur Übergabe der DDR an die BRD geahnt zu haben, und er sei sozusagen am 1. November 1989 erst aufgewacht.

    Wenn er mit vorwiegend mit den „sowjetischen Genossen“ plauderte, wo er ganz sicher in die DDR-Problematik eingeweiht wurde, mit welchem Recht kann er dann folgende Sätze schreiben:

    „Die DDR war ohne Bündnis der Sowjetunion nicht lebensfähig. Dieses Bündnis wurde Ende der achtziger Jahre durch die sowjetische Führung aufgekündigt. Nicht verbal, aber durch Tatsachen HINTER DEM RÜCKEN DER DDR-FÜHRUNG.“

    „Ich konnte mir damals (1. November 1989 beim Gespräch mit Gorbatschow) nicht vorstellen, dass die Führung der Sowjetunion HINTER UNSEREM RÜCKEN die DDR zur Disposition stellt.“

    Da erhebt sich natürlich die Frage, wer er eigentlich war, der „Genosse“ Krenz – war er nicht „die Regierung“? Und kann er, obwohl er von den Vorhaben Gorbatschows so ziemlich von Anfang an gewusst hatte und auch bei der Entfernung von Erich Honecker der führende Kopf war, uns das allen Ernstes verklickern wollen? Er hat genau gewusst, was lief. Aber er „vertraute Gorbatschow wohl zu lange“. Wenn das so gewesen sein sollte, was ich aber nicht annehme, dann war er der unfähigste Politiker, den die DDR jemals hervorgebracht hatte.

    Ich kann mich noch an seine Dackelaugen auf dem Bildschirm erinnern, als er uns DDR-Bürgern die Konterrevolution als friedliche Revolution anpries, und da fiel auch zum ersten Mal offiziell der Begriff der „Wende“. Und da war der 1. November 1989, als er Gorbatschow angeblich zur Rede stellte, bereits eine gewisse Zeit alt. Ich glaube nicht, dass die traurige Figur Krenz aus all den Erlebnissen, die zur Konterrevolution führten, wirklich etwas gelernt hat. Und falls doch, was kann es uns noch interessieren? Damit muss er alleine klarkommen.

  2. Inson schreibt:

    @ Hanna
    Die von dir aufgeführten Zitate von Egon Krenz, kann man wirklich nur als „Schutzbehauptungen“ abtun. Nachweislich hatten Wolf, Willerding und sogar Stolpe bereits lange vor den entscheidenden Ereignissen, „Plaudereien“ mit sowjetischen „Genossen“ die man nur als völliger Trottel missverstehen konnte. Das davon nichts bei Egon Krenz angekommen sein soll, ist unglaubwürdig. Also nehme ich dem Krenz diese vorgeschützte Arglosigkeit auch nicht ab. Offenbar geht es ihm darum ein Bild von sich in der Geschichte zu zeichnen, welches nicht der Realität entspricht. In diesem Zusammenhang sehe ich auch die von ihm veröffentlichte Ulbricht – Biographie.
    Das kurze Wirken von Krenz als Generalsekretär, das Amt, um das er sich so bemüht hat, um die „Sprachlosigkeit“ zu beenden, zeitigte katastrophale Ergebnisse und leitete die Endphase der Konterrevolution ein.

  3. Günter Hering schreibt:

    Woher kommt Euer Hass, Hanna und Sascha? Hass ist ein schlechter Ratgeber im politischen Engagement und steht vor allem den ehrlichen Linken ganz schlecht an. Und wieso glaubt Ihr einem noname Collin mehr als Egon Krenz? Ich finde, Ihr betreibt die Sache unserer politischen Gegner: Spalten und verleumden.

    • sascha313 schreibt:

      Nein, lieber Günter, es ist kein Haß, sondern es sind Tatsachen, die wir hier zusammentragen. Wer ist eigentlich Emil Collet? Im Anhang schreibt Genosse Collet: „Mit zwölf anderen Genossen gehörte ich zu den ersten Diplom-Gesellschaftswissenschaftlern der Parteihochschule ‚Karl Marx‘. Als Stützpunktleiter des Fernstudiums der Parteihochschule ‚Karl Marx‘ für die Bezirkes Erfurt, Gera, Suhl gehörte ich der zentralen Prüfungskommission an.“ (Heft 86-2, S.74).

      Es ist schon ein arger Vorwurf, wenn Du findest, wir betreiben hier „die Sache unserer politischen Gegner: Spalten und verleumden.“

      In einem Brief an A.Sorge schrieb Friedrich Engels: „Die Partei ist so groß, daß absolute Freiheit der Debatte innerhalb ihrer eine absolute Notwendigkeit ist.“ (MEW 37,440) Und auch Stalin schrieb – ergänzend dazu – in einem Brief an Genossen Me-rt: „Ich bin entschieden gegen die Politik des Hinausjagens aller andersdenkenden Genossen.“ (SW 7, 38)

      Doch was wäre gewesen, wenn Lenin nicht 1912 in Prag „das liquidatorische Gesindel“ aus der Partei hinausgeworfen hätte? Wäre das 1919 in der KPD auch geschehen, hätte die Geschichte vermutlich einen anderen Verlauf genommen und die Novemberrevolution wäre nicht gescheitert. Aber das ist Spekulation. Die große Sowjet-Enzyklopädie, Deutschland, von 1953 schreibt: „Der jungen KPD, welche die Strategie und Taktik des Bolschwismus nicht beherrschte, gelang es nicht, den verräterischen Führern der Sozialdemokratie die Führung der Massen aus den Händen zu reißen.“ (Kuczynski/Steinitz – Hrsg.: „Deutschland“, Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1953, S.148.)

      Hat man es denn innerhalb der SED verstanden, den Revisionisten den Einfluß zu entreißen? Nein. Man hat sich nicht einmal mit öffentlich mit dem Verrat auseinandergesetzt, der 1956 geschah, als in der Sowjetunion der Antikommunist Chruschtschow an die Macht kam. Und den Verrat gab es 1989 auch. Da sind wir sicher einig. Dazu gehörte ja nicht nur Krenz, sondern auch Modrow, Wolf und solche Leute wie Harry Nick usw. Und es waren eben auch die Abweichungen vom Marxismus-Leninismus, die der Konterrevolution 1989 den Weg ebneten.

      Es sind also keine Verleumdungen, lieber Günter. In „Am Ende verstehen sie es“ hat Peter Hacks ausführlich dokumentiert, welche Rolle Krenz 1989 gespielt hat (s.80-93) Da mag sich jeder seine Gedanken machen…

  4. Günter Hering schreibt:

    Noch ein Nachtrag: Statt im Vergangenen nach Fehlern zu graben, gefällt es mir besser, sich mit Aktuellem und Kommendem aus linker Sicht auseinander zu setzen. Mit Vergnügen lese ich daher neben anderem „Ein Parteibuch“, ganz aktuell von heute: https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2017/02/12/hassprediger-steinmeier-zum-bundespraesidenten-gewaehlt/

    • Inson schreibt:

      „Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ – George Santayana, The Life of Reason, Reason in Common Sense

    • sascha313 schreibt:

      Das ist natürlich ein krasser Vorgang, der ein bezeichnendes Licht auf diese SPD wirft. Entlarvend ist auch das Foto, das Steinmeier „im freundschaftlichen Gespräch“ mit den Kiewer Faschisten zeigt. Und daß es sich bei denen um Faschisten handelt, dürfte hinreichend bewiesen sein! Aber die „Grünen“ (namentlich Göring-E.) haben sich ja auch schon dazu verstiegen, den Faschismus in der Ukraine zu negieren.

      Und war Bandera etwa ein „Volksheld“? Nein. Er war es nicht. Er war ein Massenmörder und ein Kollaborateur der Nazis! Chatyn und Babi Jar sind immer noch aktuell… ebenso wie Odessa! Und gehen wir weiter zurück in der Geschichte: Schon der Pakt mit der ukrainische Rada 1918 war ein Versuch des deutschen Imperialismus, die Sowjetunion im Handstreich zu erobern… Also: Man muß die Geschichte schon kennen, um richtig urteilen zu können. Das wollte ich damit noch mal sagen…

  5. Harry 56 schreibt:

    Günter Hering schreibt:
    12. Februar 2017 um 16:32: „Noch ein Nachtrag: Statt im Vergangenen nach Fehlern zu graben, gefällt es mir besser, sich mit Aktuellem und Kommendem aus linker Sicht auseinander zu setzen.“

    Hallo Günter, dem kann ich nur voll und ganz zustimmen! Beschäftigung mit der Vergangenheit, der Geschichte sollte für UNS(!) niemals ein rein müßiggängerisches Zeitvetreiben sein. Diese Beschäftigung muss einzig und allein dazu dienen, und nur für eine bestimmte Zeit, sich die entsprechenden und wirksamen Werkzeuge bzw. Waffen zu verschaffen, um HEUTE und JETZT zu einem sinnvollen Tun zu gelangen, es so bald wie möglich zu starten, vor allem natürlich organisatorisch.
    Beste soz. Grüße!

  6. Hanna Fleiss schreibt:

    Lieber Günter Hering, es hat doch nichts mit Hass zu tun, einer moralisch-psychischen Kategorie, wenn wir uns hier mit der Niederlage des Sozialismus auseinandersetzen, Hier geht es um Politik, um Verrat und Verharmlosung und Vertuschungsversuche der Verantwortlichen. Und Krenz war einer der Verantwortlichen in der DDR-Regierung. Der „Noname“ Collin schreibt nur das, was ich auch anderswo von mir bekannten Autoren gelesen habe. Ich sehe keinen Grund, Krenz die Reinwaschung der Rolle, die er zur Zeit der Konterrevolution eingenommen hatte, abzunehmen.

    Wer ist denn „uns“, wenn wir darüber uns nicht auseinandersetzen sollen? Und was heißt „Spalten und verleumden“? Wer ist denn einig, und mit wem, dass wir deiner Ansicht nach „spalten“? Und seit wann ist es Verleumdung, wenn wir uns auf Handlungen und eigene Aussagen von Krenz berufen und daraus Schlüsse ziehen? Willst du Krenz‘ Verrat leugnen oder ihn lediglich als „Fehler“ oder „Versagen“ abtun? Dem armen Kerl müsste doch mal verziehen werden, nicht wahr? Nein, Günter Hering, er war aktiv an der Konterrevolution von oben beteiligt. Darum geht es in dieser Diskussion.

  7. Hanna Fleiss schreibt:

    Günter Hering, es ist schön, wenn es dir besser gefällt, dich mit Aktuellem auseinanderzusetzen. Nun musst du aber nicht glauben, du wärest der einzige, der das tut. Ich denke, wir setzen uns alle tagtäglich mit der aktuellen Politik auseinander. Ich für meinen Teil tue das jedenfalls überall, wo es mir möglich ist.

  8. Rolf schreibt:

    Hallo,
    natürlich ist der Begriff „Wende“ irreführend. Der geschlossene Rücktritt der DDR-Regierung im Sommer 1989 zeigt doch ganz klar, wie falsch dieser Begriff ist. Richtig wäre der Begriff „Verrat am Volk“, denn die sozialen Errungenschaften der DDR sind ja Errungenschaften des Volkes!

    Im Winter 89/90 war ich übrigens aktiv an der Kontrolle „Auflösung der Stasi in Erfurt“ beteiligt. Was ich da erlebt habe, lässt nur einen Schluss zu: Die Auflösung der DDR war von langer Hand geplant. Die Stasi hat sich selbst umstrukturiert und sozial, wirtschaftlich wie ökonomisch völlig neu aufgestellt. Die Mitarbeiter gingen größtenteils zum Zoll, in die noch bestehenden Betriebe und es wurden ungezählte Subunternehmen (Konsulting) gegründet.
    Freundschaft 😉

    (P.S. Demnächst gibt es auf meiner Polit-Seite ein Forum. Da kann dann jeder Mitreden — Für den schnellen Informationsaustausch.)

  9. Inson schreibt:

    Welche Regierung ist im Sommer 1989 geschlossen zurückgetreten? Habe ich da irgendwas verpasst?

    Es war eine Konterrevolution, und die Leute die mit den Pfaffen die Strassen und Plätze füllten, waren Gorbatschows Statisten und sorgten für die theatralische Untermalung des Ganzen!

    Deinen Mist von der „Stasi“ kannst du dir ebenfalls schenken. Wenn ich so einen Scheiss lese, „umstrukturiert“ und „neu aufgestellt“. Passt hervorragend zu dem was die Gauck-Birthler-Jahn-Inquisitions- und Lügenbehörde von sich gibt.

    • Rolf schreibt:

      Moin;
      im Falle eines Krieges wäre die NVA direkt dem Ministerium für Staatsicherheit unterstellt worden. Das ist ein Fakt, der die konspirative Ausrichtung der in der DDR betriebenen Politik verdeutlicht. Es ist ein Fehler, die Sicherheit eines Volkes in die Hände eines Geheimdienstes zu legen, weil es keine vertrauliche Basis ist.
      Freundschaft!

      • Inson schreibt:

        Und sonst so? Alles in Ordnung? Woher hast du diesen Blödsinn – die NVA wäre im Kriegsfall dem MfS unterstellt worden?
        Der Konspiration muss man mit Konspiration begegnen – alles andere ist im Klassenkampf eine gefährliche Illusion.

      • sascha313 schreibt:

        Solche absurden Behauptungen (ohne jeglichen Nachweis) werden von der Bourgeoisie tagtäglich verbreitet. Der Ministerrat der DDR (und dazu gehörte das Ministerium für Staatssicherheit ebenso wie das Ministerium für Nationale Verteidigung) der DDR war ein Organ der Volkskammer. Er war die Regierung der DDR. Der Ministerrat leitete im Auftrag der Volkskammer die einheitliche Durchführung der Staatspolitik und organisierte die Erfüllung der politischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen sowie der ihm übertragenen Verteidigungsaufgaben. Für seine Tätigkeit wan er der Volkskammer rechenschaftspflichtig.

        Die Landesverteidigung in der DDR oblag (gemäß der Verfassung) der NVA. Zum territorialen Bereich der Landesverteidigung gehörten die Grenztruppen der DDR, die Kampfgruppen der Arbeiterklasse, die Zivilverteidigung und andere Schutz- und Sicherheitsorgane, spezielle Bereiche der Volkswirtschaft sowie andere gesellschaftliche Einrichtungen. Der Nationale Verteidigungsrat hatte die Leitung der Landesverteidigung.

        Es ist völliger Humbug zu behaupten, daß die NVA dem MfS unterstellt worden wäre. Und was soll dieser Quatsch mit „vertraulicher Basis“? Die Volkskammer war ein öffentliches Gremium. Das MfS war Bestandteil der Sicherheitspolitik unseres sozialistischen Staates und kein verschwörerischer Geheimbund!

      • Rolf schreibt:

        Hallo Ihr Lieben,
        diese Informationen sind unstrittig. Ihr solltet besser mal darüber nachdenken, als hier einen polemischen Streit vom Zaune zu brechen. Und ja, als überzeugter Kommunist werde ich Eines ganz bestimmt nicht machen: Die DDR verklären.
        Herzliche Grüße!

      • sascha313 schreibt:

        …für „Informationen“ gibt es immer eine Quelle. Auch für sog. „fake news“ – doch damit werden wir uns hier nicht befassen!

      • Inson schreibt:

        Ist das dein Ernst? Weil du sagst: die Information ist unstrittig, haben wir das zu glauben und du brauchst natürlich keinen Nachweis erbringen?!

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Nein, Rolf, die Regierung war nicht geschlossen zurückgetreten. Erich Honecker war zurückgetreten (worden). Dann hätte Krenz z. B. auch zurückgetreten sein müssen. Nein, der hat die Geschäfte reibungslos übernommen. Nachzulesen bei Heinz Keßler, „Zur Sache und zur Person“, der die Auflösung der Regierung schildert.

  11. Vorfinder schreibt:

    Danke, Sascha, wieder mal für das Auffinden von Stimmen, die sonst eher verdeckt bleiben. Ich weiß gar nicht, was so ein Vorwurf, Emil Collet sei ein „noname“, soll. Ich möchte viel mehr hören und lesen, was Menschen, die in Gremien in unserer DDR Verantwortung hatten, zu berichten haben. Egon Krenz hat allerlei erzählt. Es ist weder mein Verständnis noch meine Erfahrung, Krenz mehr zu trauen, als den Genossen und Bürgern der DDR, die schließlich das ausmachten, was die DDR war. Und Collet hat belegt, was er schreibt. Auf die Bücher von Krenz trifft dies nur teilweise zu.

  12. Rolf Preil schreibt:

    ….sollten die Fakten des Herrn Krenz aus dem „RotFuchs“ stimmen, gibt es für mich nur eine Schlußfolgerung: Wie schlicht im Denken sind er und seine Gesinnungskumpane, wie einfältig waren eine große Anzahl unserer „führenden Genossen“, wie provinziell war das Weltbild eines großteils der Partei, wie duckmäuserisch war das Verhalten im Parteiapparat ….. Wie naiv waren wir, um uns von solchen Naiven regieren zu lassen….

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