KARL MARX (1818-1883)

marxEs war kurz nach dem 2. Weltkrieg. Die Sowjetunion hatte das deutsche Volk von der faschistischen Tyrannei befreit, und die Menschen begannen aufzuatmen und widmeten sich dem Wiederaufbau des zerstörten Vaterlandes. Die Spaltung des Landes durch die Westmächte stand kurz bevor, doch in der sowjetischen Besatzungszonen hatten die verfolgten Kommunisten endlich eine neue Heimstatt gefunden. Das Ziel, eine sozialitische, von Ausbeutung und Unterdrückung freie Gesellschaftsordnung zu schaffen, war in greifbare Nähe gerückt. Und es gelang! Ein Jahr später wurde erstmals in der deutschen Geschichte ein Staat der Arbeiter und Bauern gegründet. Welch ein Sieg! In dieser Zeit, 100 Jahre nach dem Erscheinen des Kommunistischen Manifests erinnert der Kommunist Fritz Heilmann an KARL MARX, den genialen Wissenschaftler, Philosophen und Begründer der dialektisch-materialistischen Weltanschauung der werktätigen Menschen…

Die bisherigen Revolutionäre…

Es hat in der Geschichte der Menschheit schon viele große Revolutionäre gegeben, die sich für die leidende und gepeinigte Menschheit einsegten und ihr Leben dafür in die Schanze schlugen. Namen wie Spartakus, Christus, Thomas Müntzer und viele andere sind als Märtyrer eingeschreint. in den Herzen aller Unterdrückten. Es gab viele Philosophen, Dichter und Schriftsteller, denen die Ungerechtigkeit auf der Welt die Feder in die Hand drückte und die leuchtende Zukunftsbilder entwarfen für die Gestaltung einer besseren Gesellschaftsordnung. Aber ihnen allen haftete der eine große Mangel an: sie erkannten nicht die großen gesellschaftliehen Zusammenhänge und die Triebkräfte der gesellschaftlichen Entwicklung. Darum konnten ihre Vorschläge meist nur ein Appell an die Einsicht und das Mitgefühl der Reichen und Mächtigen sein.

Karl Marx: Für die Befreiung der Menschheit

Wie anders ist es bei Karl Marx. Seinen flammenden Protest gegen Unrecht und Unterdrückung schöpft er nicht aus einem gefühlsmäßigen Aufbegehren. Seine Lehre ist vielmehr die Frucht wissenschaftlicher Erkenntnis über die gesegmäßige Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Und darum konnte nur er allein zum erstenmal auch die Mittel und den Weg zeigen, wie die Unterdrückten Elend und Ungerechtigkeit durch ihren Kampf für· immer beseitigen können. Das Ziel, das Marx predigte, war somit kein enggestecktes Ziel für eine Gruppe von Menschen, sondern die Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung überhaupt!

Warum wurde und wird der Marxismus verteufelt?

Keine Lehre wurde so heftig angegriffen, verleumdet, befehdet, beschimpft und in den Schmutz getreten wie die Lehre des Marxismus. Ganze Heerscharen von Schreiberlingen wurden aufgeboten, um den Marxismus zu „töten“. Neunmalkluge Professoren versuchten, die Unmöglichkeit der Durchführung des Marxismus nachzuweisen. Bürgerliche Politiker und auch Renegaten, aus der Arbeiterklasse mühten sich ab, um den Marxismus zu „revidieren“. Justiz und Polizei betätigten sich in reichem Maße mit gesetzlichen und ungesetzlichen Mitteln an der Niederhaltung und Niederschlagung der marxistischen Bewegung. Der Faschismus, die brutale Ausdrucksform des zum Untergang verurteilten Kapitalismus, vermochte. in den vergangenen Jahrzehnten noch einmal mit brutaler Gewalt die Verbreitung der Lehre des Marxismus in einer Reihe von Ländern vorübergehend aufzuhalten. Aber mit neuer und noch stärkerer Kraft tritt der Marxismus wieder auf den Plan als Wegweiser und Leuchtturm für die aus den Leiden des Hitlerkrieges und des Zusammenbruchs zur Erkenntnis gekommene Menschheit. Und in demselben Maße treten auch wieder die Feinde des Marxismus auf den Plan und lassen kein Mittel unversucht, um der Verbreitung der marxistischen Lehre sich entgegenzustellen.

Die Verleumdungen der Reaktionäre

Im Verlauf dieser großen Kämpfe um den Marxismus und die marxistische Bewegung ist das Bild der Persönlichkeit von Karl Marx sehr oft bewußt verzerrt dargestellt worden. Als einen finsteren, verschlagenen Aufwiegler stellten ihn die Feinde des Marxismus hin, als einen Menschen, der um schnöden Gewinnes willen seine Lehren fabrizierte. Einen skrupellosen Bombenwerfer, Brandstifter, Vernichter jeder menschlichen Kultnr und Störer der ewigen geheiligten Weltordnung haben die Anbeter der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft und Kriegsbrandstifter aus ihm gemacht. Die Wahrheit ist, daß Karl Marx nicht nur einzureihen ist in die Reihe der hervorragendsten Wissenschaftler, die die Menschheit je hervorgebracht, sondern daß er zugleich auch der gütigste, gebildetste und feinfühligste Mensch, der liebevollste Familienvater gewesen ist.

Marxens Werdegang zum Revolutionär

Karl Marx, der am 5. Mai 1818 in Trier als Sohn wohlhabender und gebildeter Eltern. geboren wurde, der in Bonn und Berlin Rechtswissenschitft, Geschichte und Philosophie studierte, der erst die Gelehrtenlaufbahn einschlagen wollte, dann aber in den 1840er Jahren in die revolutionäre bürgerliche politische Bewegung des Rheinlandes überging, hat bis an sein Lebensende im Jahre 1883 nie im Wohlstand gelebt. Als Chefredakteur erst der „Rheinischen Zeitung“, später der „Neuen Rheinischen Zeitung“ in Köln, als politisch und journalistisch tätiger Emigrant in Paris und in Brüssel war er verfolgt und gehetzt von der Reaktion und der Polizei.

Ein schwerer Weg…

Die ganze gewaltige Arbeit, die er, von 1849 ab in London leistete, wo er dann bis zu. seinem Lebensende gewohnt hat, war ein einziger Kampf um das nackte Leben, Sem grandioses Hauptwerk „Das Kapital“ konnte er nur schleppend voranhringen, weil er durch Iiterarische Beiträge für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften das tägliche Brot für sich und seine große Familie verdienen mußte. In seiner wissenschaftlichnn Arbeit war Marx von einer unerbittlichen Logik, einer peinlichen Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit, einer kompromißlosen Konsequenz. Er war ein ausgesprochenes Sprachgenie, ein ausgezeichneter Kenner der Weltliteratur, ein tiefgehender Wirtschaftspolitiker und bedeutender Mathematiker, ein Wissenschaftler, der alle neue Erkenntnis sofort verwertete und die Bedeutung neuer Erfindungen klar erkannte; ein großer Liebhaber der Musik.

Das Geschick der Menschheit im Blick

Und dieser Geistesriese konnte kein Kind weinen sehen, konnte kein Kind schlagen, Gegen eine Bettlerin mit einem Kind auf dem Arm war er wehrlos und gab seine letzte Münze hin. Er wanderte mit seiner Familie ins Grüne, ließ seine Kinder auf seinem Rücken reiten und tollte mit ihnen .herum. Er war der zärtlichste Mann und Kamerad seiner Jenny, und seine Lebensfreundschaft mit Friedrich Engels, dem bedeutendsten marxistischen Wissenschaftler neben Karl Marx, kennt kaum ein Beispiel in der Geschichte. Mit einem großen Kreis von Arbeiten aus den Parteien der Ersten Internationale, deren Gründer und Leiter Karl Marx war, pflegte Marx innigen Verkehr. Stets hatte er für alle Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen weitgehendes Verständnis und ein offenes Ohr. Bei all seiner tiefschürfenden Tätigkeit als Wissenschaftler war sich Marx immer bewußt, daß letzten Endes das gesamte Geschick der Menschheit vom Menschen selbst abhängt.

Ununterbrochene Hetze gegen die marxistische Lehre

Von Marx stammen die Worte: „Das höchste Wesen für den Menschen ist der Mensch selbst. Folglich muß man alle Beziehungen, alle Bedingungen vernichten, in denen der Mensch ein niedergedrücktes, versklavtes, verachtetes Wesen ist.“ …und wieder melden sich scharenweise unter dem Deckmantel der Wissenschaft „kluge“ Menschen, die da sagen, der Marxismus sei als überholte Angelegenheit heute nicht mehr anwendbar. Wieder wird versucht, den Gedanken des Sozialismus zu verfälschen und ihn zu kompromittieren. Und meist tun das solche Leute, die die Lehre des Marxismus nie verstanden, ja, die vielleicht noch nicht einmal ein Wort von Marx gelesen haben. Aber zu gleicher Zeit sehen wir in den Ländern. Wo das Monopolkapital herrscht oder seinen verhängnisvollen Einfluß ausübt, bereits wieder die schärfste Hetze gegen den Marxismus und die Unterdrückung der .mit der marxistischen Lehre verbundenen Organisationen.

Der Marxismus ist auch heute noch unentbehrlich

Diese Tatsache muß für jeden wahrhaften Freiheits- und Friedensfreund Anlaß sein, sich mit der marxistischen Lehre vertraut zu machen, die marxistische Literatur ernsthaft zu studieren. Er wird dann sehr bald erkennen, daß der Marxismus heute noch genauso zeitgemäß und lebendig ist wie ehedem, ja, sogar lebendiger denn je, weil die gesellschaftlichen Verhältnisse für die übergroße Mehrheit der Menschheit in den kapitalistischen Ländern immer unerträglicher werden:

Die feste Gewißheit vom Sieg des Sozialismus

Für uns in Deutschland steht die Aufgabe, unter unseren ganz besonderen deutschen Bedingungen auf der Grundlage des Marxismus den Weg für unsere Befreiung ausszuarbeiten. Die marxistische Lehre gibt uns die feste Gewißheit, daß die jetzt noch von der Herrschaft des Monopolkapitalismus und der Reaktion Unterdrückten siegen müssen, wenn sie einig sind in ihrer Auffassung und beseelt von einem einheitlicheh festen Willen.

Quelle:
Fritz Heilmann: Karl Marx. Zum 100.Jahrestag der Herausgabe des Kommunistischen Manifests. In: Thüringer Volkskalender 1948, Thüringer Volksverlag GmbH, Weimar, S.68-71 (gekürzt und mizt Zwischenüberschriften versehen, N.G.). Bild: ebd. – S.71, nach einem Holzschnitt von Leopold Wächtler.

images   Fritz Heilmann: Karl Marx

Siehe auch:
Ist „Das Kapital “ von Marx noch gültig oder hat sich Marx geirrt?
Ist der Marxismus-Leninismus eine Wissenschaft?

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2 Antworten zu KARL MARX (1818-1883)

  1. Nicht VERGESSEN!!!

    nächstes Jahr ist der 200. Geburtstag dieses wahrhaft überragenden Denkers der Weltgeschichte und unserer Gemeinsamen MENSCHHEIT!!!

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