„Perestrojka“ – eine antikommunistische Verschwörung

Празднование 70-й годовщины Великого Октября, 1987 год

Perestrojka in Moskau

Als am 8. Februar 1988 in Leipzig im „Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ der sowjetische Kulturattaché  eine Rede hielt, waren einige seiner Zuhörer nicht schlecht erstaunt, als er von „mehr Demokratie“ und „mehr Sozialimus“ zu reden begann und seiner „Sorge um die Entwicklung der Kultur“ Ausdruck gab. Verwundert erfuhren die Anwesenden, daß man jetzt die „materiellen Anreize für Theater“ erhöhen und die „inkompetente Einmischung des Staates“ abschaffen wolle… War das schon die verheißene Perestrojka? War das das „neue Denken“, von dem jetzt überall die geredet wurde? Das klang alles reichlich verschwörerisch. Hatten wir in der DDR denn bisher alles falsch gemacht? Etwas irritiert verließen die Zuhörer den Saal, einige stimmten sogar begeistert zu. Erst viel später wurde klar, was damals der Sinn dieser Veranstaltung war: man wollte den Zuhörern die Konterrevolution „schmackhaft“ machen. Im folgenden Beitrag analysiert der Autor E.Collet, was damals tatsächlich geschah … es war das perfekte Verbrechen!

Wie kam es eigentlich zur Perestrojka?

Die Perestrojka war kein Produkt von Gorbatschow sondern von der Spezialistengruppe des KGB unter der Regie von Andropow. Gorbatschows Politik gegenüber den sozialistischen Staaten war durch eine Doppelstrategie gekennzeichnet. Seine öffentlichen politischen Verslcherungen hatten nur den Wert von Phrasen, die jedoch dazu dienten, alle die nicht seiner Meinung waren, über seine wirklichen Absichten zu täuschen. Der frühere Botschafter der UdSSR in der DDR Kotschemassow stellte z.B. fest: „Es war (ihm) viel angenehmer, sich mit westlichen Führern zu beschäftigen, als mit den Verbündeten angestrengt darüber nachzudenken, was man im Interesse des Sozialismus tun mußte und tun konnte.“ Dieses Verhältnis entsprach auch voll und ganz seinem Verhalten am 7. Oktober 1989 in Berlin.

Es ist bereits zu spät…

Als der Generalsekretär der KPČ Jakeš, im Einverständnis mit allen anderen Generalsekretären die anläßlich des 40. Jahrestages der Gründung der DDR in Berlin waren Gorbatschow aufforderten, mit ihnen gemeinsam über die zukünftige Politik in den sozialistischen Staaten zu beraten, erklärte Gorbatschow: „Was soll denn das. es ist bereits zu spät, es läuft so, wie es laufen soll.“ Im April 1985 wurde Gorbatschow, der enge Freund von Andropow, nach dem plötzlichen Tod von Tschernenko, dessen Nachfolger. Daß nach dem Tode von Andropow Tschernenko und nicht Gorbatschow als Generalsekretär der KPdSU vom ZK gewählt wurde, störte die Durchsetzung des Planes der Zerstörung. Unter Tschernenko wurden ernsthafte Anfänge gemacht, die durch die Politik von Chruschtschow, Breshnew und Andropow, die dem Sozialismus in der UdSSR und international schadete, auf marxlstlsch-leninistischer Grundlage zu korrigieren. So war die Vergiftung von Tschernenko mit Fischsuppe sicherlich kein Unglücksfall.

„…der geeignete Mann!“

Nach dem Tode von Tschernenko wurde die Wahl Gorbatschows abgesichert. Er war, wie der General des KGB Michail Lubinow erklärte, der geeignete Mann für die erste Etappe der Konterrevolution. Gegenüber Andropow begründete er die Auswahl Gorbatschows folgendermaßen: Gorbatschow ist jung und unvergleichlich ruhmsüchtig, Gorbatschows Frau Raissa wurde als wichtige Helferin elngeschätzt: „…von allen unseren Auserwählten imponiert sie am meisten mit ihrer Eleganz und ihrem Geschmack.“ Der General organisierte Gorbatschows Auslandsreisen, er begleitete ihn und bracht ihn mit Englands Kanzlerin Thatcher zusammen. Das gleiche machte er mit Jelzin, den er auf seiner USA Reise begleitete. Lubinow schätzte gegenüber Andropow ein: „Gorbatschow ist der einzige Trumpf in unserem Kaderspiel der vom Westen angenommen wird.“ [1] (Geändert N.G.)


Die geheime Operation „Golgofa“

ERSTER AKT: Nach dem Tode Tschernenkos wurde der Plan „Golgofa“ [2] sofort in Angriff genommen. Das Ziel war es diesen Prozeß unumkehrbar zu machen. Gorbatschow übernahm die Einleitung und Durchführung der ersten Etappe dieses Planes, welcher zum Ziel hatte, mittels der „Perestrojka und Glasnost“, systematisch die Zerstörung der ökonomischen Lage des Landes zu vollbringen.

Die verbreitete Auffassung, die Wirtschaft der UdSSR sei am Ende gewesen, und deshalb sei der „Zusammenbruch“ erfolgt, ist Lüge. Die UdSSR war bis zu diesem Zeitpunkt das zweitstärkste Industrie- und Agrarland der Welt, das sich fest auf den zehntstärksten Industriestaat der Welt, die DDR stützen konnte. Es ist schon hirnrissig, daß die Völker der UdSSR, die sich vom Hakenpflug, unter der Führung ihrer bolschewistischen Partei und der Klassiker des Marxismus-Leninismus, W.I. Lenin und J.W. Stalin bis zum Staat mit dem ersten Flug eines Menschen ins Weltall entwickelt hatten, zu unterstellen, sie seien unfähig den bewährten und erprobten Weg des allseitigen Aufbaus des Sozialismus und des Übergangs zum Kommunismus zu bewältigen.

Die historische Dimension des Sozialismus in der UdSSR

Man muß sich einmal vorstellen, was auf der Grundlage der Realisierung der Erkenntnisse des Marxismus-Leninismus in die gesellschaftliche Praxis, durch die darauf beruhende wissenschaftliche Politik der Partei der Bolschewiki, durch die Völker der UdSSR gemeistert wurde. Die historische Dimension der Bedeutung dieser Leistungen sind bisher unereicht. Die Oktoberrevolution, die Zerschlagung der internationalen Intervention, die Industrialisierung sowie die Kollektivierung der Landwirtschaft, die Zerschlagung der stärksten und reaktionärsten militärischen Kraft des Kapitalismus, des deutschen Faschismus, die Rettung der Welt vor der faschistischen Barbarei, erfolgte vor allem durch die Kraft der UdSSR, durch die Überlegenheit des Sozialismus über den Imperialismus. Dafür zahlten die Völker der UdSSR ein Blutzoll von 20 Millionen ihrer besten Menschen.

Gibt es eine Rechtfertigung für die Perestrojka?

Der atemberaubende Wiederaufbau der UdSSR in der Nachkriegszeit, der Siegeszug des Sozialismus in der UdSSR und des sozialistischen Lagers bis zum XIX. Parteitag der KPdSU(B) sind ein einziger und zugleich ein millionenfacher Beweis für die Absurdität der pseudo-marxistisch-leninistischen „Theorien“ von Perestrojka, Glasnost und „Frühsozialisrnus“ [3]. Genauso unhaltbar ist die Behauptung, der gegenwärtige Sieg der Konterrevolution sei unvermeidbar gewesen, weil sich der Sozialismus als der „Schwächere“ erwiesen habe. Daraus ziehen diese Pseudo-Sozialisten/ Pseudo-Kommunisten zugleich die Schlußfolgerung, die sozialistische Revolution auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verbannen.

Was geschah wirklich?

  • Tatsache ist, daß durch das Eindringen der Revisionisten und Renegaten in die Führungen der KPdSU und anderer marxistisch-leninistischer Parteien, durch ihren Verrat an den Interessen des internationalen Proletariats und der absoluten Mehrheit der gesamten Menschheit, die sozialistische Festung, die bis dahin nie von außen erstürmbar war, von innen gesprengt wurde. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß diese Verbrecher ihr Werk mit marxistisch-leninistischer Terminologie tarnten und dies wie Gorbatschow als „neues Denken“ propagierten.
  • Tatsache ist, daß alles sogenannte „neue Denken“, welches Axiome des Marxismus-Leninismus mißachtet bzw. aufhebt, der Konterrevolution, ob bewußt oder unbewußt, dienendes Denken und Handeln ist. Gorbatschow kämpfte gegen „Dogmatismus“, er hob den Demokratischen Zentralismus als „Dogmatismus“ auf. Dem gegenüber wurde die „Selbstverwaltung“ der Betriebe gefördert und damit die zentrale Planung unterminiert.
  • Gorbatschows Losung, „Alle Macht den Sowjets“, zielte eindeutig auf das Hinausdrängen der Partei aus den „Staatsgeschäften“. Im Zuge der Konterrevolution veränderte sich die Losung in die von Gorbatschow gewollte Richtung: „Sowjets ohne Kommunisten“.
  • Die Rolle der Parteiorganisationen in den Betrieben wurde negiert. Mittels Perestrojka wurde ein rechtsfreier Raum geschaffen und Tür und Tor für die direkte Restauration des Kapitalismus in der UdSSR geöffnet. Damit hatte Gorbatschow selne Aufgabe erfüllt.

ZWEITER AKT: Die zweite Etappe des Planes „Golgofa“ war herangereift. General Lubinow persönlich hob Jelzin beim „Putsch“ gegen Gorbatschow“ auf den Panzer um mit dessen Rede die Massen weiter in die Irre zu fuhren. Die Aufgabe des mittlerweile aus der Partei ausgetretenen Jelzin war es, die Erreichung des Ziels der zweiten Etappe zu sichern. das hieß: Die Rückkehr des Landes zum Kapitalismus, die Forcierung der Errichtung des kapitalistischen Systems „wilden Typs“. All dies realisierte die Konterrevolution. Alle Verbrechen wurden durch das „Recht der Konterrevolution“ abgedeckt. Jelzin der sich seiner Verbrechen bewußt war, ließ sich, bevor er abtrat und den Staffelstab Putin (ehemaliger KGB-Offizier in der DDR) übergab, von diesem bestätigen, daß er für kein Verbrechen was in der Zeit seiner Präsidentschaft geschah, zur Verantwortung gezogen werden kann ..


Der Lügner Gorbatschow

Gorbatschow behauptete, „das Wesen der Umgestaltung liegt ja gerade darin, … daß sie die Leninsche Konzeption vom Aufbau des Sozialismus wieder voll zum Tragen bringt.“ Gorbatschow hat auf dem XXVII. Parteitag im Februar 1986 seinen Reformwillen betont und sich als Verfechter des Kommunismus dargestellt. Was es mit seiner Perestrojka auf sich hatte, offenbarte er erst Wochen nach dem Parteitag.

Verbesserung der Lage in der UdSSR?

Zum ständigen Postulat der Gorbatschowisten gehörte, daß die Verbesserung der Lage in der UdSSR nur durch die Überwindung des „Stalinismus“ möglich sei. Dabei gingen sie davon aus, daß das vor allem die dogmatische Auffassung von der Verschärfung des Klassenkampfes ist, sowie das der Klassenkampf überhaupt notwendig sei. Inhalt des „neuen Denkens“ war, daß sich der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts existierende Gegensatz von Sozialismus und Kapltalismus in unserer Gegenwart überlebt hat.

Weiterentwicklung des Marxismus?

Gorbatschow behauptete, daß sei eine „Weiterentwicklung“ des Marxismus. Im Gegensatz zu Stalin offnete Gorbatschow das Tor für diese ideologisch demoralisierende Ideologie. Damit wurde den USA die Möglichkeit gegeben ihre Hegemoniebestrebungen erfolgreich zu verwirklichen. Die Perestrojka, die „Reform neuen Typs“ war eine Politik des „Perechod“, d.h. der Offnung des Lagers des Sozialismus für die Verwirklichung der Klassenziele der internationalen Konterrevolution.

Die Unterstützung aus den USA

In den USA bildete sich eine Perechod-Fraktion, angeführt von der Sicherheitsbeamtin des US-Präsidenten Bush, Condoleeza Rice. In der Direktive „NSR-3“ vom 14. März 1989 waren folgende Feststellungen enthalten:

Die Perestrojka … liege „in unserem Interesse … die USA müssen, alles tun, um den Prozeß der Reformen in der SU unurnkehrbar zu machen“. Am 24. März 1989 wurde auf der Tagung des nationalen Sicherheitsrates des Präsidenten festgestellt: „…daß zum erstenmal die Gelegenheit gekommen sei, endlich das zu vollbringen, von dem frühere Präsidenten hätten nur traumen können, Osteuropa in den Schoß des Westens zurückzuführen.“

Gorbatschow war niemals Kommunist!

Im Gegensatz zu einigen in dicken Büchern veröffentlichten Meinungen, Gorbatschow hätte etwas Gutes gewollt, es sei nur etwas schlechtes herausgekommen, muß in aller Eindeutigkeit festgestellt werden, Gorbatschow war nie Kommunist. [2] Der Beweis dafür ist heute erbracht, nachdem er sich selbst als Antikommunist und bekennender Sozialdemokrat bezeichnet hat. Er hatte den Auftrag, das was Chruschtschow eingeleitet hatte, Breshnew und Andropow weiter verfolgt hatten, zu Ende zu führen. Er hat Hochverrat an den Völkern der UdSSR, an den Völkern der ehemals sozialistischen Länder, am internationalen Proletariat und damit an den Interessen der gesamten Menschheit geübt. Die DDR war in seiner verräterischen Politik ein besonderer Schwerpunkt.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-2, S.25-28. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

Anmerkungen:
[1] Offenbar bezieht sich Collet hier ausschließlich auf die weitverbreitete Schrift des Michail Ljubimow (siehe: Михаил Любимов: Операция „Голгофа“ секретный план перестройки) aus der Zeitschrift „Streng geheim“ („Совершенно Секретно“, Moskau 1999). Es ist jedoch äußerst fragwürdig, dies als einzige Quelle anzunehmen, da hier mehrere Faktoren ineinander wirkten. Nachweislich gab es schon seit langem innerhalb des Politbüros des ZK der KPdSU und des Obersten Sowjet, dem der KGB unterstand, harte und scharfe Auseinandersetzungen. Diese waren nach der Ermordung Stalins und Berijas wieder aufgeflammt. (Darüber berichtete auch schon Kurt Gossweiler in seiner „Taubenfußchronik“, München, 2002, Bd.1, S.306-316.)
[2] „Golgofa“ (russ. «Голгофа» Golgatha)  war der Putschplan des KGB-„Logikers“ Andropow, der in vier Schritten ablaufen sollte: 1) gezieltes Chaos in der politisch-ökonomischen Einrichtungen der UdSSR; 2) Putsch und die forcierte Einführung des kapitalistischen Systems des „wilden Typs“; 3) zielgerichtete Vertiefung des Durcheinanders als Mittel zur Mobilisierung aufgeputschter Massen zum Kampf gegen die Staatsmacht unter Losungen wie z.B. „soziale Gerechtigkeit“; 4) Beginn grundlegender Reformen (angeblich) im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung.
[3] Siehe dazu: Kurt Gossweiler „Die vielen Schalen der Zwiebel Gorbatschow“

pdfimages  Collet: Perestrojka

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6 Antworten zu „Perestrojka“ – eine antikommunistische Verschwörung

  1. Vorfinder schreibt:

    Dazu fällt mir gerade ein: „… warum soll man den Revisionisten nicht auf gültige Weise sagen, daß sie gehängt werden müssen.“
    Peter Hacks, Am Ende verstehen sie es, S. 71

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Schade, dass „Golgatha“ nur russisch vorliegt. Würde mich echt interessieren, was sie da ausgeheckt hatten.

  3. Rolf schreibt:

    Ja, das große Buzzwort heißt „Demokratie“, die ist das Gegenstück zum „Totalitarismus“ und die Leute glauben das. Den Kern dieser Propaganda hat Alexander Abusch bereits 1950 widerlegt in „Der Irrweg einer Nation“.

    Die nächste, darauf aufbauende Lüge ist die von der „sozialen Marktwirtschaft“ und das Arbeitsplätze etwas „Soziales“ sind. Das Anhäufen von Kapital wird „Wertschöpfung“ genannt und Kapitalexport Entwicklungshilfe. Und wenn heute Millionen Menschen, die sich Jahrtausende selbst ernhährt haben verhungern, kann das natürlich nur am Wetter und an anderen Naturkatastrophen liegen.

    Dass „Arbeit Schaffen“ eben nicht sozial ist, sehen wir gerade am Beispiel Opel. Die Gewerkschaften sind mittlerweile völlig opportun und haben schon in den letzten Jahren ihre Arbeiter völlig im Stich gelassen (Werk Bochum).

    Und dass Kongo gar keine Entwicklungshilfe brauchen würde und Glyphosat schon gar nicht, erkläre mal einem Bundesbürger dem sie täglich eintrichtern, dass ganz Afrika unter „Überbevölkerung“ leidet. Der Bundesbürger glaub ja sogar, dass die Arbeiter in den Coltan-Minen im Kongo fair bezahlt werden.

    Herzlich Willkommen in der Bundesrepublik — Hier werden Sie abgeschoben!
    Im Namen der Demokratie natürlich.

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