Lügen haben kurze Beine… Was geschah 1989 in der DDR ?

Staatsgrenze BerlinImmer noch geistert die Lüge von der „friedlichen Revolution“, vom „Volksaufstand“ gegen das „SED-Regime“ durch die Medien, immer noch werden von der herrschenden Bourgeoisie der BRD reihenweise Bücher veröffentlicht, Filme abgedreht und „Dokumentationen“ produziert, die den Mythos aufrechterhalten sollen, in der DDR habe 1989 eine „Volksrevolution“ stattgefunden. Das wird jedoch immer weniger geglaubt. Man findet als „Zeitzeugen“ sogar einige Nutten, die „bestätigen“, daß sie in der DDR „mehrfach vergewaltigt“ wurden. Das ist ja nun wirklich das letzte Aufgebot – so wie Hitler einst irregeführte Kindersoldaten in den Krieg schickte, um die siegreiche Rote Armee in ihre Vormarsch aufzuhalten. Die Wahrheit läßt sich jedoch nicht aufhalten! Der folgende Beitrag von Emil Collet beschreibt, wie die Konterrevolution mit Hilfe von CIA-Agenten in die DDR exportiert wurde…

Herbst 1989 – keine Volksrevolution

Anläßlich des zehnten Jahrestages der „Wiedervereinigung“ haben einige ausländische Zeitungen die Lage wie folgt eingeschätzt: „Die Deutschen feiern den zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung ohne Begeisterung der Bevölkerung und in einem politisch vergifteten Klima.“ (EI Mondo, Madrid) Es ist auffällig wie Vertreter der Regierung und Opposition In diesen Tagen zwanghaft den und die „Zivilcourage“ der früheren DDR-Bürger hervorheben. Gewiß sind 1989 viele Menschen auf die Straße gegangen und haben dabei auch zeitweise viel riskiert. Wer im Rückblick dle Bevölkerung der DDR zur revolutionären Bewegung erklärt, der kreiert einen Mythos. Dieser ist an die wirklichen und vermeintlichen Elnheitsverlierer gerichtet …, er soll eine nationale Gemeinschaft (wieder)begründen.“ (Baseler Zeitung) Mit dieser Zielstellung nationalerGemeinschaft unter der Hegemonie des deutschen Imperialismus befindet sich die Aktion „Du bist Deutschland“ in einer Traditionslinie mit der nationalistischen Politik von 1871 bis 1945.

Die Aktivitäten der CIA beim Putsch in der DDR

Eichner-Dobbert kommt in seinem Buch „Headquarters Germany“ zu dem bemerkenswerten Schluß, daß die real und entscheidend wirkenden Kräfte bei der Zerschlagung der DDR ganz andere waren als die an der.Oberfläche agierenden, daß die Version von der „friedlichen Volksrevolution“ In den Bereich von Märchenbüchern gehört.
Er zeigt auf, wie der ClA gewissermaßen versuchte eine Art Fünfte Kolonne in der DDR aufzubauen. Er schätzte ein, daß stabile und aktiv tätige Agenten der ClA in der DDR tätig waren, daß alle Versuche die Festung DDR von außen zu erstürmen (17. Juni 1953, August 1961) fehlgeschlagen waren, daß es nun darauf ankam, die Festung DDR von innen zu sprengen. Nach Eichner-Dobbert betätigten sich ca. 200 DDR Bürger als stabile Agenten der ClA.

Der CIA-Agent Eppelmann

Die ClA hielt stabile Verbindungen zu deren Berliner Residenz unter dem Pfarrer Rainer Eppelmann und dessen Adlatus Rainer Hirsch. Eppelmann wurde bekanntlich nach der Liquidierung der DDR Verteidigungsminister der ersten reaktionären Regierung der noch „DDR“. Dieser ClA-Agent wurde Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der berüchtigten Enquete-Kommission des Bundestages zur Untersuchung des „SED-Unrechts“. Die Beweise dafür sind in dem Buch enthalten. Zur Entwicklung der Konterrevolution in der DDR ist es notwendig, folgende Tatsache in die Analyse einzubeziehen.

Die geheimen Drahtzieher in Bonn

Zu dieser Zeit war als außerordentlich bevollmächtigter Botschafter der USA in Bonn General Vernon Walters. Er war der ehemals stellvertretende Direktor der ClA. Er hatte sich größte „Verdienste“ erworben, so z.B. beim Sturz des iranischen antiimperialistischen Premiers Mossadegh, der die Erdölindustrie verstaatlichen wollte. Er war entscheidend beim Sturz des chilenischen Präsidenten Allende im Jahre 1977 beteiligt. Walters ließ nie einen Zweifel über seine Aufgaben aufkommen. Die FAZ vom 10. Januar 1989 zitiert ihn. Er erklärte: „Ich werde nicht geschickt wenn ein Erfolg wahrscheinlich ist. Eine meiner Aufgaben ist es, die letzte Ölung zu geben, kurz bevor der Partner stirbt.“ Walters selbst hob die Wiedervereinigung als den Höhepunkt seiner Bonner Zeit hervor.

Genauso wie Walters, der ClA-Mann, keinen Zweifel daran läßt, daß der „Volksaufstand“ in der DDR das Werk der Konterrevolution war, brüstet sich der ehemalige Außenminister der BRD Genscher mit der systematischen, langen und allseitigen Vorbereitung der Konterrevolution.


Der Export der Konterrevolution

Im Gegensatz zu uns Marxisten-Leninisten, mit unserer dem historischen Materialismus entsprechenden Auffassung über gerechte und ungerechte Kriege, sowie der Rolle sozialer Revolutionen, gehört es zu unserer Auffassung, daß man sozialistische Revolutionen nicht exportieren kann, steht die bürgerliche Ideologie auf dem Standpunkt, daß man Konterrevolutionen nicht nur exportieren kann sondern muß und dies erst recht in einem bis dahin einheitlichen Land mit einer Nation.

Das „Alte“ und das „Neue“

Die Konterrevolution ist im Prinzip nichts anderes als die Antwort auf die Revolution, da sie schon vor ihr versucht diese zu verhindern, ist sie in diesem Sinne älter als die Revolution. Die Konterrevolution ist die Verkörperung des „Alten“, die Revolution hingegen des „Neuen“. Die Geschichte der Menschheit ist ein vielseitiger Beweis dafür, daß sich das Neue objektiv früher oder später gegen das Alte durchsetzt, es besiegt. Die Geschichte beinhaltet aber auch vielfältige Beispiele dafür, daß es dem „Alten“ unter ganz bestimmten Umständen gelingt, das Neue teilweise und zeitweilig durch Konterrevolution rückgängig zu machen. Endgültig besiegen kann das Alte das Neue jedoch nicht. Der endgültige Sieg ist objektiv auf der Seite des Neuen.

Verwirklichung der Kriegsziele der Nazis

Genscher, als Repräsentant des Alten, der Konterrevolution nicht nur der Deutschen, hat im Jahre 2004 in einem Interview der Schweriner Zeitung kein Blatt vor den Mund genommen und sich regelrecht des Exports der Konterrevolution gerühmt. In seinen Ausführungen wird deutlich, daß der Inhalt der Außenpolitik des Nachfolgestaates des Dritten Reiches der BRD vor allem darin bestand, die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges wieder rückgängig zu machen. Diese Politik zielte nicht nur darauf ab die DDR zu vernichten und der BRD einzuverleiben, sondern darüber hinaus die ehemals von vor 1945 angestrebten Kriegsziele doch noch zu erreichen. Im Zuge dieser nationalen und internationalen Konterrevolution spielten die „Bürgerrechtler“, die DDR „Oppositionellen“ nur die Rolle ferngesteuerter Türöffner zur Verschleierung der tatsächlichen real wirkenden Kräfte der nationalen und internationalen Konterrevolution.

Der Lügner Genscher

Die Behauptung, wir sind total von der „friedlichen“ Revolution der Bevölkerung der DDR überrascht worden, straft Genscher selbst der Lüge. Er erklärte: „Der Weg zum Fall der Mauer war länger als es manchen erscheint. Geebnet haben ihn unsere Politik der Entspannung mit dem Moskauer Vertrag, den Grundlagenvertrag mit der DDR und der Schlußakte von Helsinki. So wurde es möglich, daß ein Mann wie Gorbatschow als Generalsekretär seine Reformpolitik durchsetzte. Unsere Außenpolitik war auf die Einigung Deutschlands abgestellt. Insofern waren wir gut vorbereitet.“

„Bürgerrechtler“ auf dem Müllhaufen der Geschichte

Genscher legte dar, daß er mit den Staatschefs in Washington, London, Paris und Moskau konferiert hat und deren Meinung über die deutsche Einheit eingeholt hat. Genscher hat es klar und deutlich ausgesprochen, die Eroberung der DDR schreibt er auf seine und seinesgleichen Fahne. Die „Bürgerrechtler“ und „Oppositionellen“ sind nun zu ihrem Verdruß auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Um es noch einmal deutlich zu machen, der Postminister der BRD verlieh den Rundfunk- und Fernsehanstalten 1991 einen Orden mit der ausdrücklichen Begründung, daß ohne ihre Tätigkeit die Demonstrationen in der DDR nicht möglich gewesen wären.

Quelle:
Emil Collet: Die DDR – Ein sozialistisches Meisterwerk. In: Marxistisch-leninistische Schriftenreihe für Ökonomie, Politik und Philosophie, Ernst Thälmann Verlag, Heft 86-2, S.19-21. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

pdfimages  Collet: DDR-Konterrevolution 1989

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40 Antworten zu Lügen haben kurze Beine… Was geschah 1989 in der DDR ?

  1. gunst01 schreibt:

    Die Geschichte der DDR dauerte fast genau 40 Jahre, was natürlich sofort an den 40 Jahre lang dauernden Zug der Israeliten durch die Wüste erinnert. Dann erreichten sie ja endlich ihr gelobtes Land. Ebenso erinnert die Zahl an die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern, was ja anbetracht der einst knappen Versorgungslage auch ein deutlicher Fingerzeig ist. Insofern lässt das alles an ganz andere Kräfte denken, als den scheinbar allgegenwärtigen CIA.

    • sascha313 schreibt:

      Klar – es läßt an die weise Voraussicht Christi denken, der ja den Untergang der DDR schon geahnt hat. Und so wie die Israeliten einst durch die Wüste wanderten, scheint in Ihrem Geist nunmehr auch eine Wüste vorhanden zu sein, wo man ein Sandkörnchen nicht mehr vom anderen zu unterscheiden vermag. Die CIA hat es niemals gegeben! Punkt. Es ist an Zynismus kaum zu überbieten, wenn Sie die heutige BRD als das von den DDR-Bürgern ersehnte „gelobte Land“ hinzustellen versuchen…

      • gunst01 schreibt:

        Mitnichten wollte ich dieses Land als das gelobte hinstellen. Doch eine so eindeutige Zahlensymbolik, die unserem Kulturkeis inzwischen ja völlig fremd geworden ist, muss doch mal zum Nachdenken anregen.

      • sascha313 schreibt:

        Das ist Kabbalistik, aber keine Wissenschaft!
        Mal aus dem Zusammenhang gerissen: „Kleine Kinder fallen, wie man sieht, auf Mystifikationen herein!“ (LENIN, LW 14,78)

      • sascha313 schreibt:

        Richtig, die Bibel ist auch wesentlich älter. Das wußten wir schon. Und die Erde ist eine Scheibe. Übrigens: die Quersumme von gunst01 ist Null. Aus welchem Jahrhundert kommen Sie eigentlich? Sie sollten sich hier nicht mehr bemühen mitzudiskutieren! Solchem Quatsch werden wir löschen!

      • gunst01 schreibt:

        Im Rechnen tun sich Linke wohl immer noch schwer.

      • herbert schreibt:

        Sehr gut geantwortet!

      • Doed schreibt:

        Es war Krieg, es ging um Leben und Tod der Systeme. Da hat keiner den Nerv gehabt, geschweige denn das Risiko in Kauf genommen, für mystische Zahlenspielereien, von denen am Ende keiner etwas hat. Wie kommt man nur auf so einen Trichter?

      • … Bitte! Lieber Sascha! — Dein Kommentar ist richtig und ich musste LACHEN!

        … die Deppen dieser Welt — unaufgeklärt — nicht mal die Einleitung der „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ von Marx gelesen (wie ja auch ich bis vor DREI!!! Jahren!!!) …und aus der Esotherik – dem Wahn der Religion – kommend

        …solche Menschen suchen – und bei ihrer „Suche“ bringen sie ihre Abrichtung und Dressur des Kapitalismus, das Christentums in ihrem DENKEN mit, und es fällt ihnen schwer, sich von diesem IRREN WAHN zu trennen!

        Ich kann ja NUR von mir sprechen!!! Mein Lernprozeß dauerte von 1975 bis 1999 …und danach noch mal 10 Jahre bis 2010 … und dann noch mal ein paar Jahre – bis ich Deine Website entdeckte. Bis ich es „begriffen“ hatte – dies nach 50 Jahren (!) – und mich von jeder Religion trennen konnte. Tja, das LEBEN ist irgendwie zu Kurz und vom kurzfristigen IRRSINN begleitet, den so viele Menschen für die Wirklichkeit, ja für WAHR halten!

    • Don_A schreibt:

      Pfaffengeschwätz

  2. Hanna Fleiss schreibt:

    Solche Zahlensymbolik gehört zur Esoterik. Was es doch für ausgeflippte Typen gibt, die immer noch frei herumlaufen!

  3. sascha313 schreibt:

    Da das Niveau der Allgemeinbildung im Westen niedriger war als in der DDR, sind solche esoterischen Hirngespinste bei jemandem, der das westliche Schulsystem durchlaufen hat, selbst nach einem Studium, durchaus nichts Ungewöhnliches. Das ist auch nicht überheblich gemeint – es war einfach so! DDR-Bürger waren zwar aufgeklärter und gebildeter als die meisten Westler, doch sie hatten eben keine Erfahrungen mit dem Kapitalismus. Sie wurden von den Ereignissen 1989 völlig überrumpelt. Und ehe sie begriffen hatten, was da geschah, war es schon zu spät!

    • silvia weyh schreibt:

      Da gebe ich Dir recht, wir waren eingelullt in ein „vermeintliches“, sorgenfreies Leben. So ziemlich abgeschottet von der kapitalistischen Außenwelt. Der „Schwarze Kanal“ zeigte uns schon damals die Realität.

  4. Und morgen kann man sich auf VOX an einer weiteren „Dokumentation“ über „Die Hofschranzen“ äääh „Die Prinzen“ erfreuen, in der sich auch die Hofschranze Gregor Gysi u.a. mit dem Auswurf: „Wenn die DDR so toll gewesen wäre, wäre sie nicht untergegangen und die BRD gäbe es nicht mehr.“ zu Wort meldet. Der ist ein treffliches Beispiel an dem man den Unterschied zwischen links und link lernen kann.

    • sascha313 schreibt:

      Interessante Feststellung! Wie kommt man denn auf sowas? Eigentlich klar: Unpolitische Belanglosigkeiten im Text, schleimscheißerisches Gerede vor der Kamera und ansonsten kleinbürgerliche Wohlgefälligkeit erzeugen einen derartigen geistigen Hohlraum, wo sonst jeder halbwegs interelligente Mensch zumindest einen Kopf voller Fragen hat, so daß man sich nicht wundern muß, wenn der eigene Horizont solcher Gestalten gerademal bis zum Bauchnabel reicht. Grund genug, das Thema noch einmal durchzubuchstabieren (für Zurückgebliebene!)

      • Harry 56 schreibt:

        Ach Sascha, dieser blödsinnig schwätzende Gysi und seine ebenso verlogene Wagenknecht, dazu dieser BRD-Ekel Ramelow als BRD MP in Thüringen…., nee, diese „Linke“, gäbe es sie nicht schon gratis, das Kapital, dessen Think tanks müssten diesen System-Haufen des Kapitalismus noch glatt erfinden und aus zunächst eigenen Kosten aufbauen und erfinden.
        Zum „Glück“ für das das Kapital, den Kapitalseigentümern werden dieses Gysi´s , Wagenknecht & Konsorten aus Steuergeldern alimentiert, und natürlich auch aus den Zwangabgaben der GEZ!

    • bluecrystal7 schreibt:

      Ja, daran erkennt man mal wieder, wie wenig ein Herr Gregor Gysi mit „wirklich links“ zu tun hat… 🤔🙄

    • Rolf schreibt:

      Auf VOX kam vor kurzem eine Sendung über den 1.WK die mit den Worten schloss: „…. und so endete dieser Krieg von dem bis heute niemend weiß, warum er überhaupt begonnen wurde!“ Na, vielleicht waren es ja die Gebrüder Grimm 😉

      Freundschaft!

  5. Hanna Fleiss schreibt:

    Irgendwie musste sich Gysi doch für den Vorsitz der EL im Europaparlament qualifizieren. Da passt er hin wie die Faust aufs Auge.

    • Harry 56 schreibt:

      Dieser „Linke“ Gysi ist vom System namens Kapitalismus gekauft, ebenso die gesamte übrige Bande von der „Die Linke“ im BRD Scheinparlament Bundestag und allen Landtagen.
      Und hinter diesem gekauften Haufen scharrt mit den Füßen schon ein neuer Haufen gieriger Bestechungs – bzw. Schweigegelder/Durchwinker- (Gern)Abkassierer, die AfDler…., Höcke, Petry und Alex Gauleiter (Ost?)…… (auch untereinander feilschend, konkurrierend!)

      Dieser ganze bürgerliche Parlamentarismus stinkt bestialisch eben einfach nur noch zum Himmel.

      Nur noch diesbezüglich angewiderte Grüße….

  6. bluecrystal7 schreibt:

    Sehr interessant und lesenswert! 👍👏🏻
    Da die DDR von den westlich-bürgerlichen Medien irgendwie immer als das absolut Böse dargestellt wird, ähnlich wie die Sowjetunion, ist es umso wichtiger, einen aufklärerischen Gegenpol zu schaffen! ☝🏻
    Es gibt auch noch ein interessantes Buch zum Thema:

    ▶▶▶ „Unter Feuer. Die Konterrevolution in der DDR“

    http://www.offen-siv.com/Bucher/Buecher.shtml

  7. Rolf schreibt:

    Wenn bereits Chruschtschow der Verräter war, frag ich mich, warum die DDR nicht schon viel früher liquidiert wurde. Also das ist mir nicht ganz schlüssig.

    MfG

    • sascha313 schreibt:

      Das ist ganz und gar schlüssig, lieber Rolf. Im Vorwort zu Bd.II der „Taubenfußchronik“ schreibt Dr. Kurt Gossweiler, daß sich sein Verdacht bestätigt habe, daß „mit Chruschtschow ein Antikommunist an die Spitze der Partei Lenins gelangt“ sei, und er erklärt, daß es einen „jahrelangen erbitterten, aber vorwiegend verdeckten bzw. verfälschten Kampf zwischen den Kräften des modenen Revisionismus und den marxistisch-leninistischen Kräften in den kommunistischen Parteien und in den sozialistischen Ländern gegeben“ (Bd.II, S.6) habe,.ehe es gelang, Chruschtschow zu stürzen. Dieser Kampf zog sich dann bis 1989 hin, oder schon eher – bis Gorbatschow an die Macht kam. Von da an waren es nur noch wenige Schritte. Das zeigt aber auch, wie stark der Sozialismus dennoch im Volk der DDR verwurzelt war.

      • Rolf schreibt:

        > Das zeigt aber auch, wie stark der Sozialismus dennoch im Volk der DDR verwurzelt war. < Er ist es immer noch 😉
        Für mich ist der Osten die große Hoffnung!
        Herzliche Grüße,
        Rolf

      • Doed schreibt:

        Rolf, mach dir keine falschen Hoffnungen. Die Denkweise ist sicher anders im Osten, aber richtiges Bekennen zum Sozialismus findest du mehr unter den Älteren. Bei den Jüngeren hast du die anarchistischen Denkweisen. Die Menschen mit der wenigsten Erfahrung und Wissen über den Sozialismus, sind auch diejenigen, die ihn am meisten ablehnen.

  8. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    Eigentlich war die Mehrheit der DDR-Bevölkerung zufrieden. Aber sie sahen die „vollen Läden“ im Westen und die wollten sie auch noch dazu haben.
    Leider haben sie dadurch ihr (sozialistisches) Fundament eingebüßt/verkauft ….
    Viele haben es gemerkt aber es war zu spät. Jetzt hört man nur noch “ früher ging es uns ganz gut und heute können wir auch leben …
    Die Zukunft ihrer Kinder und Enkel sparen sie aus.
    Rolf, der Waldschrat

    • sascha313 schreibt:

      Es gibt tatsächlich einige, denen geht es heute (dank ihrer Rente) ganz gut. Wer z.B. als Volkspolizist 1990 von den neuen Machthabern „übernommen“ wurde, wer als NVA-Offizier beizeiten die Fronten gewechselt hatte oder wer als Lehrer, hochspezialisierte Fachkraft oder ehemaliger staatlicher Leiter in den Staatsdienst der BRD oder in einen Konzern übernommen wurde, der hat nunmal eine höhere Rente als der einfache Arbeiter oder die geschiedene Mutter zweier Kinder… UNGERECHT? Ja, ungerecht!

    • “Eigentlich war die Mehrheit der DDR-Bevölkerung zufrieden.“

      ***Eigentlich*** ist Schönfärberei.

      Das Wahlergebnis bei der letzten Volkskammerwahl 1990 belegt, daß es eine ideologische, zumindest aber eine allgemeine politische Unzufriedenheit gegeben hat, denn ansonsten hätte es nach 40 Jahren Sozialismus nicht dazu kommen können, dass die “sozialistische“ Partei (PDS) nur 16,4% und die KPD nur 0,1% der abgegebenen Stimmen erhalten haben. Sorry, wenn 83,5% der Menschen “mit den Füßen abstimmen“ und antikommunistische Parteien wählen, kann einfach nicht davon gesprochen werden, dass die Mehrheit der DDR-Bevölkerung zufrieden war.

      Dieses Wahlergebnis “beweist“ geradezu, dass sich die Menschen in der DDR als bevormundet, nicht wahrgenommen, nicht gehört und unverstanden EMPFANDEN und damit im Ergebnis GEFÜHLSMÄßIG unzufrieden waren!!!
      Dass dies mit der echten Wirklichkeit gar nichts zu tun hatte, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier, weil es ganz praktisch dazu gar keine Veranlassung gab: Die Produktionsmittel, um damit die Güter zum Überleben einer komplexen Massengesellschaft zu erzeugen, die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken, das Land darauf Lebensmittel zur Ernährung aller Menschen zu ermöglichen und die Behausungen, sich vor den Unbillen des Wetters und der Natur zu schützen, sind das Gemeingut aller Menschen in der DDR gewesen! Die Möglichkeit, dass sich jeder ohne Kosten bilden konnte (Schule, Beruf und Uni), ein (fast) antragsloses und “kostenfreies“ Gesundheitswesen waren historisch in der europäischen Geschichte einmalig.

      Aber wenn in einer solchen Meinung — wie der deinen — auch noch “eigentlich“ und “zufrieden“ zusammenfallen — nimm es mir bitte nicht persönlich — macht sich ein Mensch etwas vor oder belügt sich sogar selber.

      — Gedankenpause —

      “Aber sie sahen die „vollen Läden“ im Westen und die wollten sie auch noch dazu haben.“

      Das ist nicht richtig!

      Fast alle meine Verwandten lebten damals in der DDR. Meine Mutter, die ab ihrem zweiten Lebensjahr 1939 in Sachen-Anhalt aufgewachsen war, lebte bis zum 13. August 1961 in der DDR und konkret war sie wirklich “zufällig“ an jenem Wochenende im Westteil Berlins — und mit 23 Jahren zu “dumm“ – oder schlicht zu unwissend – um wieder in den Ostteil der Stadt Einlaß zu fordern. “Aus heiterem Himmel“ war sie plötzlich “Flüchtling“ … ein Mensch, der niemals “freiwillig“ die damalige DDR – nicht mal in Gedanken spielend – verlassen hätte wollen. … und dann wurde sie mit einem Flugzeug aus West-Berlin nach West-Deutschland geflogen und mit allem WELCOME REFUGEE ZENOBER (freilich unter anderen Begriffen) begrüßt, ins Auffanglager Friedland verbracht und anschließenddem “Bundesland“ Bremen zugeteilt …wo sie sogar einen erneuten Ausbildungsplatz bekam …

      1968 und in den 1980-er Jahren erhielten wir Besuch aus der DDR. … Die Schwester meines Opas ist nach 1968 NIE wieder zu Besuch gekommen, und die Schiegermutter meines Onkels, die in den 1980-ern zu Besuch kam, ist in einem deiner erwähnten „vollen Läden“ körperlich zusammengebrochen: DER KONSUMTERROR war ihr schlicht und einfach ZUVIEL … auch sie hat den “Westen“ kein zweites Mal besucht

      Mit dem MYTHOS „voller Läden“ hat das alles nur vage und sehr rudimentär zu tun!

      Meines Wissens nach, wissen die meisten gar nicht, in welch einem ausgeklügelten System von ECHTEM REICHTUM, echter GEWALT und wirklicher SKLAVEREI die meisten Menschen zubringen, weil der Zustand, der der Illusion bedarf, welcher vom Opium des Volkes ausgelöst und aufrechterhalten wird, schlicht nicht wahrgenommen oder — schlimmer — geleugnet wird!

      Beispiel.
      Ich hatte heute in einer Konferenz vor 38 alt-gedienten Kommunisten meine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass die BRD-Regierung JEDES JAHR über 500 MIlliarden Euro verfügt – von denen wir zwar wissen, woher die kommen, aber was diese 16 Leute damit machen allgemeinhin — !!! auch mir, trotz aller Nachforschungen !!!! — unbekannt ist.
      Bei “vielen“ Genossinnen und Genossen konnte ich nur wahrnehmen: „Was redet denn der Genosse Georg da für einen Unsinn?“ “So’n Quatsch kann es doch gar nicht geben …“

      … und wirklich, wenn ICH etwas mitteile, dann kann ich das nicht nur empirisch belegen, sondern ich kann es wissenschaftlich BEWEISEN — und zwar so, dass es JEDER ÜBERPRÜFUNG — ob von Freunden oder Feinden — standhält.

      Fazit:

      Die Mehrheit der Menschen in der DDR waren — aus welchen “Gründen“ auch immer — NICHT zufrieden …

      und ich kann und werde mir Tatsachen “nur weil es meiner Meinung, Vorstellung, Annahme oder Vermutung nicht passt, schönreden!!!, weil ich mit einem derartigem “Denken“ mich SELBER im Zustand, der der Illusion bedarf VERHAFTE!!!
      Diesen “Sieg“ der Kapitalisten über mein EIGENES Leben werde ich niemals über mein Leben zulassen …
      Meinung ist das Eine, Wahrheit etwas anderes, Wirklichkeit nimmt Gefühle und Emotionen zur Kenntnis. Doch ich kann und werde mich weder von Meinungen, noch von Gefühlen oder Emotionen abhängig machen … ansonsten müsste ich die Metanoia und das DIAMAT “vergessen“ und könnte mich damit ebenso irgendeiner Philosophie (Welterklärung) oder Religion (Menscherklärung) ausliefern und mich selber zum VOLL-IDIOTEN machen …

  9. sascha313 schreibt:

    Deine Überlegungen, Georg, sind richtig. Und auch aus einem anderen Grund hätte es „Zufriedenheit“ niemals geben dürfen (gab es auch nicht!): nämlich, weil WIR so VIELES NOCH NICHT ERREICHT hatten! Weil der Kapitalismus jenseits der Grenzen uns immer noch schikanierte! Weil der Revisionismus uns (wie Gossweiler sagte) einen „vorwiegend verdeckten bzw. verfälschten“ Kampf aufzwang, der bis heute noch nicht überwunden ist! Weil wir noch längst nicht die Wünsche und Forderungen der Werktätigen in eine richtige Relation zu deren Leistungen zu setzen vermochten (Da haben sich manche schon aufgeregt, wenn sie Verschriften gemacht bekamen, wie sie ihr Eigenheim zu bauen hätten, oder weil sie 10 Jahre auf einen Pkw. warten mußten (obwohl es doch überall in der DDR öffentliche Verkehrsmittel fast zum Nulltarif gab – eine 20 Pfennig-Straßenbahnfahrt!).

    Das sind tausend Dinge, worüber ich mich nun wieder aufregen könnte (und auch aufgeregt habe!): Diese Maßlosigkeit der Forderungen einerseits und die geringe Einsatzbereitsschaft andererseits! Was hatten wir nicht alles erreicht in diesen 40 Jahren! Das Wohnungsbauprogramm war zu 100% erfüllt worden, die sozialen Leistungen waren Weltspitze, die Zukunft wäre gesichert gewesen, die materielle Basis war stabil, trotz Embargo, Sabotage und Betrug durch die Westrepublik… Und damit hätten wir doch mehr als zufrieden sein können!

    • Nun, der Mensch ist ein sehr vergeßliches Lebewesen, aber — wie ich Marx gerade dafür dankbar bin: ein vom gesellschaftlichen Sein in seinem Bewusstsein bestimmter. Und 1.200 Jahre “kirchliche“ Schuld-Kultur in Deutschland haben ihre Prägungen in der Gesellschaft hinterlassen. Die Unzufriedenheit mit dem “Jammertal“ verhindert auf der gefühlsmäßigen Ebene geradezu die Dankbarkeit für das Erreichte und der Mensch, derart geformt — ich nenne es abgerichtet und dressiert — muss zwangläufig mit einer negativen Sicht auf alles emotional reagieren. Selbst die schönsten und besten Dinge, wie zum Beispiel die Befreiung vom Faschismus oder aus dem KZ, … es kommt fast immer dieses ABER …

      … oder wie Hanna Fleiß schreibt 😉 Aber vergiss nicht: wir hatten keine Bananen! 😉

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Lieber Sascha, du hast ja so recht. Aber vergiss nicht: Wir hatten keine Bananen! Unser Glück wäre eben nur mit Bananen vollkommen gewesen. Trotz aller Bananen: In meinem Stadtbezirk gibt es Hunderte von Klamottenläden, aber finde mal ein Geschäft, in dem du Knöpfe kaufen kannst. Und jetzt weiß ich auch, warum sie für Kurzwaren im Fernsehen keine Werbung machen. Bei dieser Sachlage wäre in der DDR schon viel früher die Konterrevolution ausgebrochen.

  11. Der Zeigefinger schreibt:

    Und bitte nicht den „David Hassellhoff“ vergessen, der im Auftrag dwr CIA die Mauer nieder brüllte (sang).

  12. Hanna Fleiss schreibt:

    Doed, wenn es noch wenigstens anarchistische Denkweisen wären! Ich habe da andere Erfahrungen. Die jungen Menschen versuchen ihren Platz in der kapitalistischen Gesellschaft zu finden. Und das tun sie mittels Anpassung. Es wird zwar immer ein bisschen rumgemeckert, aber den Kapitalismus stellen sie nicht in Frage. Sie haben das verzerrte Bild von der DDR durch die Medien vermittelt bekommen, im Elternhaus, manchmal, hören sie noch anderes, aber das ist für sie nicht wesentlich. Sie halten jedes Reden von den Vorteilen der DDR gegenüber der BRD für Nostalgie, die ihnen nicht helfen kann. Ja, sicher, es gibt auch, wie man auf Demos erkennen kann, immer noch Jugendliche, die gegen die heutigen Zustände protestieren, aber das Gros ist schon so weit manipuliert, dass es für den Kapitalismus „gebrauchsfähig“ ist.

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